Nachhaltige Energie

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Als nachhaltige Energieversorgung oder kurz als nachhaltige Energie wird eine Energieversorgung bezeichnet, die den gegenwärtigen Bedarf decken kann, ohne die Energieversorgung zukünftiger Generationen zu gefährden und ohne die Umwelt zu schädigen. Sie umfasst die Erzeugung, die Verteilung und die Nutzung von Energie. Bei der Energieerzeugung stützt sie sich auf Erneuerbare Energien und bei der Nutzung unter anderem auf eine Erhöhung der Energieeffizienz. Der Übergang von einer fossil-nuklearen hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung heißt Energiewende.

Definitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachhaltige Energie stützt sich auf die zwei Pfeiler erneuerbare Energien und Energieeffizienz.[1]

Einige Definitionen für nachhaltige Energie:

  • Energieversorgung, die den gegenwärtigen Bedarf deckt ohne den Bedarf zukünftiger Generationen einzuschränken. Nachhaltige Energie hat zwei Schlüsselkomponenten: Erneuerbare Energie und Energieeffizienz. – Renewable Energy and Efficiency Partnership (British)[2][3]
  • Dynamische Harmonie zwischen einer gerechten Verfügbarkeit energieintensiver Güter und Dienste für alle Menschen und der Erhaltung der Erde für zukünftige Generationen. Die Lösung wird darin liegen nachhaltige Energiequellen und effizientere Mittel der Umwandlung und Benutzung von Energie zu finden. – J. W. Tester[4]
  • Energie, deren Vorkommen innerhalb einer menschlichen Lebenszeit erneuerbar ist und die keinen langfristigen Schaden für die Umwelt verursacht. – Jamaica Sustainable Development Network[5]

Erneuerbare Energien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den erneuerbaren Energien zählen Sonnenenergie, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und Bioenergie (nachwachsende Rohstoffe). Eine nachhaltige Energieversorgung ist nur mit erneuerbaren Energien möglich, da nur diese Energietechnologien den ökologischen Managementregeln der Nachhaltigkeit nahekommen. Sofern erneuerbare Energietechniken mit Sekundärrohstoffen bzw. erneuerbaren Materialien hergestellt werden und zugleich die für den Produktionsprozess nötige Energie ebenfalls aus erneuerbaren Quellen stammt, erfüllt die Nutzung erneuerbarer Energien alle Managementregeln der Nachhaltigkeit.[6]

Energieeffizienz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Steigerung der Energieeffizienz führt zu einer Senkung des Energieverbrauchs und zu einer Einsparung von Energie. Energieeffizienz bedeutet die Verringerung des Energieaufwands für einen Nutzen oder eine Funktion. Zum Beispiel bedeutet der Übergang von der Technologie der Glühlampen zur Technologie der LED-Lampen eine Erhöhung der Energieeffizienz im Rahmen nachhaltiger Energieversorgung. LED-Lampen benötigen im Vergleich zu Glühlampen für die gleiche erzeugte Lichtenergie nur einen Bruchteil der elektrischen Energie und ihre Schädlichkeit für Mensch und Umwelt ist geringer als bei den Kompaktleuchtstofflampen (den sog. Energiesparlampen), die gesundheitsschädliches Quecksilber enthalten.[7]

Vereinte Nationen: 2014–2024 Dekade für „Nachhaltige Energie für alle“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Wichtigkeit des Themas zu unterstreichen erklärte die Vollversammlung der Vereinten Nationen einstimmig die Dekade 2014–2024 zur Dekade für „Nachhaltige Energie für alle“.[8]

Im Jahr 2011 hatten die Vereinten Nationen die Initiative „Sustainable Energy for All“ gegründet.[9] Das Jahr 2012 war als das internationale Jahr für „Nachhaltige Energie für alle“[10][11] ausgerufen worden.

Nach Einschätzung des Berichts der Vereinten Nationen von 2017 wird das Ziel des Erreichens einer nachhaltigen Energie für alle durch den Bevölkerungszuwachs der Welt gefährdet. Der für 2030 angestrebte, flächendeckende Zugang zu sauberen Kochmöglichkeiten mit Strom droht demnach zu scheitern. Mehr als drei Milliarden Menschen kochten zum Zeitpunkt des UN-Berichtes mit schädlichen Brennstoffen wie Holz oder Dung.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieser Artikel ist in Teilen ein Auszug aus dem Artikel "Sustainable energy" in der englischen Wikipedia. (24. Juni 2012)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Twin Pillars of Sustainable Energy: Synergies between Energy Efficiency and Renewable Energy Technology and Policy. Aceee.org. Archiviert vom Original am 5. Mai 2008. Abgerufen am 8. Juli 2010.
  2. Renewable Energy and Efficiency Partnership: Glossary of terms in sustainable energy regulation (PDF) August 2004. Abgerufen am 24. Juni 2012.
  3. UN Brundtland-Bericht
  4. Jefferson W. Tester, Elisabeth M. Drake, Michael J. Driscoll: Sustainable Energy: Choosing Among Options. MIT Press, 2005, ISBN 0-262-20153-4.
  5. Jamaica Sustainable Development Network: Glossary of terms. Archiviert vom Original am 30. November 2007. Abgerufen am 24. Juni 2012.
  6. Holger Rogall: 100%-Versorgung mit erneuerbaren Energien. Bedingungen für eine globale, nationale und kommunale Umsetzung. Marburg 2014, S. 172f.
  7. Greenpeace: Der langsame Abschied der Glühlampen. 5. September 2011. Abgerufen am 29. Juni 2012.
  8. United Nations Decade of Sustainable Energy for All Abgerufen am 28.März 2015.
  9. UN Initiative „Sustainable Energy for All“.Abgerufen am 28.Juni 2012.
  10. UN 2012 internationales Jahr „Nachhaltige Energie für alle“ (UN 2012 International Year of „Sustainable Energy for All“) Abgerufen am 28.Juni 2012.
  11. BMU-Pressemitteilung 16. Januar 2012. Abgerufen am 28.Juni 2012.
  12. "Mehr als eine Milliarde Menschen ohne Strom" Die Zeit vom 3. April 2017