Traona

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Traona
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien/Wartung/Wappen fehltKein Wappen vorhanden.
Traona (Italien)
Traona
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Sondrio (SO)
Lokale Bezeichnung Traùna
Koordinaten 46° 9′ N, 9° 31′ OKoordinaten: 46° 9′ 0″ N, 9° 31′ 0″ O
Höhe 252 m s.l.m.
Fläche 6,2 km²
Einwohner 2.735 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 441 Einw./km²
Postleitzahl 23019
Vorwahl 0342
ISTAT-Nummer 014069
Volksbezeichnung Traonesi
Schutzpatron Alexander (Märtyrer) (10. März)
Website Traona
Gemeinde Traona in der Provinz Sondrio
Traona

Traona ist eine norditalienische Gemeinde (comune) mit 2735 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Provinz Sondrio in der Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 27 Kilometer westlich von Sondrio. Die Adda bildet die südliche Gemeindegrenze. Die Nachbargemeinden sind Cercino, Civo, Cosio Valtellino, Mello, Morbegno und Novate Mezzola.

Toponomastik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Herkunft des Namens wurden mehrere Hypothesen aufgestellt, die alle den Namen aus dem Lateinischen ableiten. Die zuverlässigste Ableitung stammt vom Schweizer Historiker Giovanni Guler von Weineck, der aufgrund der besonderen Fruchtbarkeit des Bodens und der Heiligkeit des Klimas den Ursprung des Toponyms auf den Ausdruck Terra Bona zurückführt.

Die menschliche Präsenz im Gebiet von Traona in der Antike wird durch ein Grabgewölbe des Jahrhunderts bezeugt. V d.C., entdeckt während der Arbeiten im Innenhof des Rathauses in den 1980er Jahren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In welcher Zeit die ersten Siedlungen in der Gemeinde entstanden, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Erste Siedlungsbefunde deuten auf die Antike hin. Die Grabhügel in der Gemeinde können aber auf das fünfte nachchristliche Jahrhundert datiert werden.

Im 12. Jahrhundert reichte der Comersee bis nach Traona, womit dem Ort eine wichtige verkehrspolitische Bedeutung zukam. Es war Brückenort an der Adda und Zentrum der Communitas montanae Domopholi, aller Dörfer des äußeren rechten Talhangs. Ab 1335 war Traona unter mailändischer Herrschaft und Hauptort der rechten Squadra des unteren Terzier, Sitz eines Podestà (deutsch: Gouverneur oder Statthalter) und Zollposten beim Turm von Olonio am Comersee. Im Dorf waren die Familien Paravicini, Vertemate, Malacrida und Omodei ansässig.

Unter der Bündner Herrschaft hatte ab 1512 erneut ein Podestà seinen Sitz in Traona. Deshalb kamen ab 1545 italienische evangelische Glaubensflüchtlinge in diesen Ort, wo der reformierte Bündner Dolfino Landolfi Statthalter war.[2] Sie waren teilweise wie Camillo Renato und Augustinus a Crema auch als Prediger in der Region tätig.[3] 1589 gab es im Dorf eine kleine reformierte Gemeinschaft von 15 Familien, die mehrheitlich aus Caspano kamen und im Winter in Traona wohnten. Sie hatten einen eigenen Pfarrer und versammelten sich in der nicht mehr bestehenden Kirche Santa Trinità. Im Veltliner Mord wurde 1620 ein Teil dieser Gemeinschaft getötet. 1638 befand sich in Traona das Hauptquartier des französischen Generals François-Annibal d’Estrées. 1797 wurde Traona mit dem Veltlin Teil der Cisalpinischen Republik.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Sant’Alessandro Martire bewahrt drei imposante Ölgemàlde mit Storie di Sant’Alessandro des Malers Giacomo Parravicino und im Apsis ein Fresko an Gaudenzio Ferrari zugeschrieben (16. Jahrhundert).
  • Oratorium Sant’Ignazio di Loyola (1780–1781), Architekt Pietro Solari.
  • Palast Parravicini (18. Jahrhundert).
  • Kirche Santa Caterina im Ortsteil Corlazzo, bewahrt merkwürdige Fresken von Giovan Andrea de Magistris (Mitte 15. Jahrhundert).

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptveranstaltung ist Traona in Cantina, die normalerweise an den ersten Wochenenden im Oktober stattfindet. Im Sommer finden auch Volksfeste statt, wie La festa del cinghiale, Die Freunde des Zweigs und Das Fest der Solidarität.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Bundi: Traona. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2012.
  • E. Camenisch: Geschichte der Reformation und Gegenreformation in den italienischen Südtälern Graubündens und den ehemaligen Untertanenlanden Chiavenna, Veltlin und Bormio. 1950.
  • M. Gianasso (Hrg.): Guida turistica della provincia di Sondrio. 1979.
  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 360.
  • Lombardia - Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Traona Online
  • Traona auf tuttitalia.it/lombardia

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Traona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Adolf Collenberg: Landolfi, Dolfino. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2007.
  3. Luca Baschera: Renato, Camillo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2011.
  4. Martin Bundi: Traona. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2012.