Madesimo

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Madesimo
Madesimo (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Sondrio (SO)
Koordinaten 46° 26′ N, 9° 21′ OKoordinaten: 46° 26′ 0″ N, 9° 21′ 0″ O
Höhe 1550 m s.l.m.
Fläche 85 km²
Einwohner 533 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Isola, Montespluga, Pianazzo
Postleitzahl 23024
Vorwahl 0343
ISTAT-Nummer 014035
Bezeichnung der Bewohner Madesimini
Schutzpatron San Pietro und San Paolo (29. Juni)
Website comune.madesimo.so.it
Gemeinde Madesimo in der Provinz Sondrio

Madesimo (Aussprache: /maˈdɛzimo, maˈdezimo/, bis Ende 1983 Isolato, Dialetto chiavennasco Madesan) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 533 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Sondrio, Region Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Madesimo liegt am Fuß des Pizzo Groppera an der Splügenpassstrasse, nahe der Grenze zum Schweizer Kanton Graubünden im Val San Giacomo. Zum Gemeindegebiet gehören die beiden Stauseen Lago di Montespluga und Lago di Isola. Die Gemeinde umfasst die Fraktionen Madesimo, Isola[2], Montespluga und Pianazzo, wo sich die Gemeindeverwaltung befindet. Angrenzende Gemeinden sind Campodolcino, Ferrera (CH-GR), Mesocco (CH-GR), Plurs, Splügen (CH-GR) und Sufers (CH-GR).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. April 1946 wurde in Madesimo die Leiche von Benito Mussolini begraben, welche zuvor von Faschisten aus dem Friedhof in Musocco bei Mailand gestohlen worden war. 1957 wurde die Leiche an ihre endgültige Ruhestätte in Predappio verlegt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Madesimo fanden zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die ersten Skirennen in den Alpen statt. Die Gemeinde besitzt heute ein Skigebiet mit 48 Kilometern Piste. Die höchste Bergstation des Gebietes befindet sich auf dem Pizzo Groppera (2948 m ü. M.). In dieser Bergstation richtete Roger Schawinski die erste Sendeanlage von Radio 24 ein, unerreichbar für die schweizerischen Radioaufsichtsbehörden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Madesimo hatte seine Blütezeit als Ferienstation Mitte der 1960er Jahre, damals erlebte der Ort einen Bauboom. Städter insbesondere aus Mailand erwarben hier Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern oder bauten Ferienhäuser. Inzwischen ist es in Madesimo ruhiger geworden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo, Architekt Pietro Clerici.
  • Kirche San Francesco im Ortsteil Montespluga mit Gemälde San Francesco von Johann Pock.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dichter Giosuè Carducci (1835–1907) und Giovanni Bertacchi (1869–1942)[3] verbrachten in Madesimo viele Jahre ihre Ferien.

Der wohl bekannteste Abkömmling Madesimos ist Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827). Einer seiner direkten Vorfahren zog von dort im 16. Jahrhundert nach Zürich, um zu studieren, und ließ sich dort nieder.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Madesimo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Madesimo auf tuttitalia.it (italienisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Isola auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  3. Giovanni Bertacchi