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Aprica

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Aprica
Aprica (Italien)
Aprica (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Sondrio (SO)
Koordinaten 46° 9′ N, 10° 8′ OKoordinaten: 46° 9′ 0″ N, 10° 8′ 0″ O
Höhe 1180 m s.l.m.
Fläche 20 km²
Einwohner 1.456 (31. Dez. 2024)[1]
Fraktionen Liscedo, Liscidini, San Pietro, Santa Maria, Dosso, Mavigna
Postleitzahl 23031
Vorwahl 0342
ISTAT-Nummer 014004
Bezeichnung der Bewohner Aprichesi
Schutzpatron Mariä Himmelfahrt
(15. August)
Website Gemeinde Aprica

Lage der Gemeinde Aprica in der Provinz Sondrio

Aprica ist eine Gemeinde in der Provinz Sondrio in Italien.

Lage und Einwohner

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Die Gemeinde Aprica liegt rund 30 Straßenkilometer östlich von der Provinzhauptstadt Sondrio am Passo dell’Aprica. Zur 1456 Einwohner (Stand 31. Dezember 2024) zählende Gemeinde zählen noch die Fraktionen Liscedo, Liscidini, San Pietro, Santa Maria, Dosso und Mavigna.

Die Nachbargemeinden sind Corteno Golgi (BS), Teglio und Villa di Tirano.

Panorama

Bevölkerungsentwicklung

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Aprica und Adamello
Altes Ristorante – Albergo "Bellavista" an der Passstraße
Aprica nach Westen

Verkehrsanbindung

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Aprica liegt an der Staatsstraße 39 (Strada Statale 39 del Passo di Aprica), die einst noch unter österreichischer Herrschaft gebaut wurde, bevor die Lombardei zu Italien kam. Bis zur Schweizer Grenze bei Campocologno sind es rund 20 Kilometer.

Der nächste Bahnhof an der Bahnstrecke Sondrio–Tirano liegt im 14 Kilometer entfernten Nachbardorf Villa di Tirano.

Zu österreichischer Zeit (1814–1859) war Aprica noch eine Untergemeinde von Teglio.

Aprica war der erste Wintersportort in der Lombardei, der den Alpinen Skiweltcup ausrichtete. Insgesamt fanden zwei Frauen- und ein Männerrennen statt.

Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz
10.12.1975 Abfahrt Frauen Osterreich Brigitte Totschnig Osterreich Elfi Deufl Vereinigte Staaten Cindy Nelson
11.12.1975 Slalom Frauen Schweiz Lise-Marie Morerod Deutschland Bundesrepublik Rosi Mittermaier Italien Claudia Giordani
08.12.1981 Riesenslalom Männer Schweiz Joël Gaspoz Vereinigte Staaten Phil Mahre Schweden Ingemar Stenmark

Giro d’Italia

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Aprica ist auch als häufiger Etappenzielort des Giro d’Italia bekannt, was unter anderem an der Nähe zum berühmten Mortirolopass, dem Valico di Santa Cristina und dem Passo del Gavia liegt, die das Valcamonica und das Veltlin verbinden. Erstmals war Aprica 1962 Zielort, die weiteren neun Male 1990, 1991, 1994, 1996, 1999, 2006, 2010, 2015 und schließlich am 24. Mai 2022, als die zehnte Etappe im Raum Bergamo, die 202 km lange Etappe Salò–Aprica, ihr Ziel erreichte.

Dreimal gewann der Etappensieger auch die Gesamtwertung, und in sieben von acht Fällen behielt der Fahrer, der in Aprica das Rosa Trikot trug, dieses bis zum Ende des Giro.

Aprica ist Start- und Zielort des Granfondo Internazionale Gavia & Mortirolo (ehemals Granfondo Marco Pantani), der über die Pässe Gavia und Mortirolo führt und in drei Streckenvarianten angeboten wird: Granfondo (175 km), Mediofondo (155 km) und Fondo (85 km).

Jahr Etappe Startort km Etappensieger Maglia rosa
1962 15. Moena 215 ItalienItalien Vittorio Adorni ItalienItalien Graziano Battistini
1990 17. Moena 223 Venezuela Leonardo Sierra ItalienItalien Gianni Bugno
1991 15. Morbegno 132 ItalienItalien Franco Chioccioli ItalienItalien Franco Chioccioli
1994 15. Merano 188 ItalienItalien Marco Pantani RusslandRussland Jewgeni Walentinowitsch Bersin
1996 21. Cavalese 250 ItalienItalien Ivan Gotti RusslandRussland Pavel Tonkov
1999 21. Madonna di Campiglio 190 SpanienSpanien Roberto Heras Hernández ItalienItalien Ivan Gotti
2006 20. Trento 212 ItalienItalien Ivan Basso ItalienItalien Ivan Basso
2010 19. Brescia 195 ItalienItalien Michele Scarponi ItalienItalien Ivan Basso
2015 16. Pinzolo 177 SpanienSpanien Mikel Landa SpanienSpanien Alberto Contador
2022 16. Salò 202 Tschechien Jan Hirt Ecuador Richard Carapaz
Felsklettern in Aprica

Aprica verfügt über ein Sportklettergebiet und eine Kletterhalle in der Sporthalle mit einigen der technisch anspruchsvollsten Kletterwände des Landes. An diesen Wänden fanden bisher vier Weltcup-Veranstaltungen im Leadklettern statt.

Jahr Sportart Sieger Siegerin
2001 Lead Tschechien Tomáš Mrázek Belgien Muriel Sarkany
2002 Lead FrankreichFrankreich Alexandre Chabot FrankreichFrankreich Emilie Pouget
2003 Lead SpanienSpanien Ramón Julián Puigblanque OsterreichÖsterreich Angela Eiter
2004 Lead FrankreichFrankreich Alexandre Chabot OsterreichÖsterreich Angela Eiter

Am Sonntag, 18. Februar 2024 verlor ein Hubschrauber mit Außenlast beim Überfliegen einer Schipiste eine schlanke Druckgasflasche mit geschätzt 10 Liter Volumen. Der Fall der Flasche, ihr Aufprallen unter Aufstieben von Schnee und ihr Hinunterrodeln über einen Hang der Piste wurde gefilmt. Schifahrer warnten einander durch Schreie, niemand kam zu Schaden.[2]

Gemeindepartnerschaften

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  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 387.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Aprica Online
  • Aprica auf tuttitalia.it/lombardia
Commons: Aprica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
  2. James Callery, Jamie Shapiro: Moment skiers narrowly avoid disaster after passing helicopter sheds its load with enormous gas cylinder then careening down piste in Italy dailymail.co.uk, 22. Februar 2024, abgerufen am 23. Februar 2024. – Video: Štěpán Galle Instagram: @stepan_galle. (Englisch)