Teglio

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Teglio
Wappen
Teglio (Italien)
Teglio
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Sondrio (SO)
Koordinaten 46° 10′ N, 10° 4′ OKoordinaten: 46° 10′ 0″ N, 10° 4′ 0″ O
Fläche 115 km²
Einwohner 4.521 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 39 Einw./km²
Stadtviertel Tresenda
Angrenzende Gemeinden Aprica, Bianzone, Brusio (CH-GR), Castello dell’Acqua, Chiuro, Corteno Golgi (BS), Paisco Loveno (BS), Ponte in Valtellina, Schilpario (BG), Valbondione (BG), Villa di Tirano, Vilminore di Scalve (BG)
Postleitzahl 23036
Vorwahl 0342
ISTAT-Nummer 014065
Volksbezeichnung Tellini
Schutzpatron Sant’Eufemia
Website http://www.comune.teglio.so.it/

Teglio (deutsch Tell) ist eine Gemeinde mit 4521 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) im Veltlin in der italienischen Provinz Sondrio.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spuren der Besiedelung reichen ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurück. An den Altertümern nagt der Zahn der Zeit, da nur wenig Geld für den Erhalt der Bauten und Fresken vorhanden ist. Der Torre Deli Beli Mirre überragt den Ort, von dort hat man eine gute Aus- und Übersicht. Die Kirche Sant’Eufemia im Ortszentrum vereinigt mehrere Baustile in sich: romanisch, gotisch und Barock.

Reformation und Gegenreformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Teglio und Boalzo gehörten seit etwa 1589 einige Familien zum evangelischen Glauben, die Anteil an der katholischen Kirche und dem Kirchengut beanspruchten. Die herrschenden Bündner unterstützten dieses Ansinnen. Ab 1619 stieß die evangelische Mitbenützung der Kirche auf massiven Widerstand der Katholiken.[2] Am Sonntag, am 19. Juli 1620, zog Giacomo Robustelli mit seiner Truppe nach Teglio, wo sich Azzo und Carlo Besta, zwei lokale Adlige der Verschwörung anschlossen. Unter ihrer Führung wurden die Reformierten während des Gottesdiensts überrascht. Der Widerstand einiger Mutiger im Kirchenturm wurde schnell überwunden, indem man den Turm in Brand setzte. Besondere Erwähnung in zeitgenössischen Quellen findet die Ermordung von Anton Besta, «der frömbsten, reichesten, vnd best qualificirtesten Edelleut einer im gantzen Land», der nächste Vetter des Azzo und Carlo Besta. Auch der dort wirkende reformierte Bündner Pfarrer Jan Peider Danz wurde ermordet. In Teglio starben 62 Menschen im sogenannten Veltliner Mord, der insgesamt etwa 600 Protestanten im Veltlin das Leben kostete. Nur wenige konnten flüchten.[3]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist Mitglied der 1999 in Italien gegründeten Bewegung Cittàslow zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teglio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Hansruedi Näf: Jenatsch - Kurz & Bündig! Crüzer, Stampa 2017, S. 23–36
  3. Martin Bundi: Teglio. In: Historisches Lexikon der Schweiz.