Sondrio

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Sonders ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Bürgermeister von Alsdorf siehe Alfred Sonders.
Sondrio
Wappen
Sondrio (Italien)
Sondrio
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Sondrio (SO)
Lokale Bezeichnung: Sundri
Koordinaten: 46° 10′ N, 9° 52′ OKoordinaten: 46° 10′ 0″ N, 9° 52′ 0″ O
Höhe: 360 m s.l.m.
Fläche: 20,88 km²
Einwohner: 21.778 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.043 Einw./km²
Stadtviertel Triangia, Ligari, Moroni, S. Anna, Colda, Ponchiera, Mossini, Arquino
Angrenzende Gemeinden Albosaggia, Caiolo, Castione Andevenno, Faedo Valtellino, Montagna in Valtellina, Spriana, Torre di Santa Maria
Postleitzahl: 23100
Vorwahl: 0342
ISTAT-Nummer: 014061
Volksbezeichnung: Sondriesi
Schutzpatron: Gervasius und Protasius
Website: http://www.comune.sondrio.it
Panorama sondrio.jpg

Sondrio (dt. Sünders oder Sonders, rätoromanisch  Sonder?/i) ist der Hauptort der gleichnamigen italienischen Provinz (Lombardei) und mit 21.778 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) größter Ort des Veltlin.

Der Name ist von der lateinischen Bezeichnung Sundrium abgeleitet, der langobardischen Ursprungs ist. Er weist auf ein altes Kulturland hin, das der Herrschaft zum eigenen Nutzen vorbehalten blieb.[2]

Sondrio wurde zur Alpenstadt des Jahres 2007 gekürt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die günstige strategische Lage nahe der alpenüberquerenden Passstraßen war der Ort bereits in frühgeschichtlicher Zeit bedeutend. Im Hochmittelalter unterstand Sondrio zuerst den Capitanei di Vizzola auf der Burg Masegra, dann der Stadt Como. 1318 wurde ein Palisadenzaun, 1325 eine Stadtmauer errichtet. Ab 1335 gehörte Sondrio zu Mailand.

1487 siegten die Bündner im Veltliner Feldzug bei Sondrio gegen die Truppen des Herzogs von Mailand. 1512 nahmen sie endgültig Einsitz im Veltlin, und Sondrio wurde zum Verwaltungszentrum der Untertanenlandschaften. Hier residierten der Landeshauptmann als höchster Vertreter des Bündner Souveräns, der zugleich als Podestat, Richter und Regierender, des mittleren Terziers amtierte. 1553 wurde der Amtssitz im Palazzo Pellegrini in einen repräsentativen Renaissancebau umgestaltet, der noch heute als Palazzo comunale existiert.

Um 1540 wurden evangelische Gemeinschaften gebildet, die auf das Wirken italienischer Prediger wie Scipio Lentulus und Scipio Calandrinus zurückgingen. Nach 1553 entstand eine eigene reformierte Kirchgemeinde, die sich in der Kirche Nabor und Felix, am Sonderserberg und im Val Malenco traf. 1574 wurde eine reformierte Kirche in Mossini gebaut, die später nach der Rekatholisierung dem heiligen Borromeo geweiht wurde. 1582 wurde eine paritätische Landesschule, eine Lateinschule, eingeführt. Nach nur drei Jahren Bestand scheiterte sie an der gegenreformatorischen Agitation. 1618 wurde am Strafgericht in Thusis Nicolò Rusca, der Erzpriester von Sondrio und Verfechter der Gegenreformation, hingerichtet. 1620 wurde aus Rache beim sogenannten Veltliner Mord auch in Sondrio ungefähr 140 Protestanten getötet, Anführer dieses Mordzugs war Giacomo Robustelli. Weiteren evangelischen Personen gelang die Flucht nach Graubünden.[3]

Die zweite Phase der Bündner Herrschaft dauerte von 1639 bis 1797. Ein Freiheitsbaum wurde in Sondrio aufgestellt und der letzte Bündner Landeshauptmann Clemente Maria a Marca zog ab. Im 19. Jahrhundert etablierten sich in der Umgebung von Sondrio mehrere Bündner Weinhandelsfirmen.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsumgehung Sondrios ist Teil der Strada Statale 38, die das Veltlin über das Stilfser Joch mit dem Südtiroler Vinschgau, Meran und Bozen verbindet. Von Bedeutung ist auch die Veltlinbahn. In der Nachbargemeinde Caiolo befindet sich ein Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicolò Rusca (* 20. April 1563 in Bedano; † 4. September 1618 in Thusis) war Erzpriester in Sondrio und ist hier auch begraben.
  • Gian Pietro Giacomo Francesco Ligari (* 18. Februar 1686 in Ardenno; † 6. April 1752 in Sondrio), Maler, Zeichner, Kupferstecher, Architekt, Orgelbauer, Uhrenbauer, Musiker und Verfasser[6]
  • Vittoria Ligari (* 14. Februar 1713 in Mailand; † 9. Dezember 1783 in Sondrio), Tochter von Gian Pietro, Malerin[7][8]
  • Cesare Ligari (* 28. April 1716 in Mailand; † 12. April 1770 in Como) (Bürgerort Sondrio), Maler[9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sondrio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Martin Bundi: Sondrio im Historischen Lexikon der Schweiz
  3. Martin Bundi: Veltliner Mord im Historischen Lexikon der Schweiz
  4. Martin Bundi: Sondrio im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Olivier Kaeser: Gianni Motti in Sikart (Stand: 2006), abgerufen 22. Januar 2016.
  6. Gian Casper Bott: Gian Pietro Giacomo Francesco Ligari in Sikart (Stand: 1998), abgerufen 25. Januar 2016.
  7. Vittoria Ligari in Sikart, abgerufen 27. Januar 2016.
  8. Vittoria Ligari
  9. Cesare Ligari in Sikart, abgerufen 27. Januar 2016.
  10. Cesare Ligari in der italienischen Wikipedia