Ayl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ayl
Ayl
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ayl hervorgehoben
49.6299166666676.55495148Koordinaten: 49° 38′ N, 6° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Saarburg
Höhe: 148 m ü. NHN
Fläche: 7,58 km²
Einwohner: 1464 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54441
Vorwahl: 06581
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 002
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schloßberg 6
54439 Saarburg
Webpräsenz: www.ayl.de
Ortsbürgermeister: Siegfried Büdinger
Lage der Ortsgemeinde Ayl im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Panorama Ayl von der Ayler Kupp
Kath. Pfarrkirche St. Bartholomäus in Ayl

Ayl ist ein Winzerdorf und eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg an. Der Ort Ayl ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Ayl liegt in einem Seitental der unteren Saar zwischen dem Mohlemskopf, einer 321 m hohen Anhöhe nördlich von Saarburg und der Ayler Kupp, einer 251 m hohen Bergzunge mit der gleichnamigen bekannten Weinlage.

Zu Ayl gehört der Ortsteil Biebelhausen. Dort befindet sich die Biebelhausener Mühle, eine traditionsreiche und überregional bekannte Großbäckerei und -konditorei.

Geschichte[Bearbeiten]

Ayl wird erstmals 1052 als Eile genannt, als Erzbischof Eberhard von Trier einen Vertrag mit dem Grafen Walram von Arlon schließt. Römische Brandgräber aus der Zeit um das Jahr 300 zeugen aber davon, dass Ayl bereits zu dieser Zeit besiedelt war und ein römisches Kastell beherbergte.

Von Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1790 war das Trierer Domkapitel alleiniger Grundherr.

Am 20. Juli 1946 wurde Ayl gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem am 16. Februar 1946 von der übrigen französischen Besatzungszone abgetrennten Saarland angegliedert. Am 8. Juni 1947 wurde diese französische Gebietserweiterung bis auf 21 Gemeinden wieder zurückgenommen, damit kam Ayl an das 1946 neugebildete Land Rheinland-Pfalz.

Die heutige Gemeinde Ayl entstand am 7. Juni 1969 durch Neubildung aus den beiden bis dahin eigenständigen Gemeinden Ayl (830 Einwohner) und Biebelhausen (234 Einwohner).[3] Seit 1970 gehört sie der Verbandsgemeinde Saarburg an.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ayl bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 305
1835 629
1871 667
1905 783
1939 947
Jahr Einwohner
1950 931
1961 970
1970 1.077
1987 1.082
2005 1.451

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Ayl besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die 16 Sitze im Ortsgemeinderat verteilen sich auf die zwei Wählergruppen.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Das Schloss Ayl ist ein ehemaliges Hofgut des Trierer Domkapitels. Der Gebäudekomplex mit Wohngebäude und Kelterhaus besteht in der heutigen Form seit 1897. Ein Park mit altem Baumbestand schließt sich an.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus ist ein Werk von Johann Claudius Lassaulx von 1846 bis 1848. Sie beherbergt eine spätgotische Steintaufe aus der Zeit um 1500 aus dem Vorgängerbau.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ayl

Vereine[Bearbeiten]

In Ayl gibt es zahlreiche Vereine, die das kulturelle und sportliche Leben im Ort organisieren.

  • „Musikverein Lyra Ayl 1904“
  • Karneval-Verein „Närrische Kupp Ayl e.V.“
  • Kirchenchor „Cäcilia“
  • katholische Frauengemeinschaft
  • Sportverein SV Ayl
  • Heimatverein Ayl
  • Freiwillige Feuerwehr mit der Jugendfeuerwehr
  • Winzerverein (von 1898)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinlage Ayler Kupp

Ayl ist von jeher ein Weindorf gewesen. Schon die Römer betrieben an den Hängen Weinbau. Die Kirchenchronik weist bereits das Jahr 1289 als gutes Weinjahr aus. Bei der Weinversteigerung 1906 erzielte ein Fuder 1904er Ayler Kupp den bis dahin höchsten je für einen Saarwein gezahlten Preis von 15.030 Goldmark. Bei dieser Auktion kam es auch zum sogenannten Trierer Weinversteigerungsfall, der Generationen von Juristen in der zivilrechtlichen Ausbildung beschäftigen sollte.

Ayl gehört zum „Weinbaubereich Saar“ im Anbaugebiet Mosel. Im Ort sind 13 Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 60 ha. Etwa 94 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2010).[2]

Weinlagen
  • Ayler Kupp

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ayl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 169 (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen