Thomm

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde in Rheinland-Pfalz. Zum Kirchenmusiker siehe Hans-Jürgen Thomm.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Thomm
Thomm
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Thomm hervorgehoben
49.7423196.806799462Koordinaten: 49° 45′ N, 6° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 462 m ü. NHN
Fläche: 4,49 km²
Einwohner: 1059 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 06500
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 135
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Webpräsenz: www.thomm-online.de
Ortsbürgermeister: Hans-Peter Michels (WG Michels)
Lage der Ortsgemeinde Thomm im Landkreis Trier-Saarburg
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Thomm (von lat. tumba = Hügel, moselfränkisch: [tom]) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

Thomm liegt im vorderen Osburger Hochwald an der Bundesstraße 52 (Abfahrten Osburg-Neuhaus und Neu-Hinkelhaus) zwischen Trier und Hermeskeil. Thomm ist bekannt für einen guten Viez (Apfelwein) und seine Bergbautradition (zusammen mit Fell).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemarkung von Thomm liegt im vorderen Osburger Hochwald, dem sog. Osburger Hunsrück, und wird östlich und nördlich umflossen vom Thommerbach.

Geologie[Bearbeiten]

In der Gemarkung wird die Grauwackenzone des Osburger Hochwaldes vom Ton- und Bänderschiefer abgelöst.

Benachbarte Gemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden): Fell, Herl, Farschweiler, Osburg und Waldrach.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend um Thomm und Osburg war vermutlich schon vor mehr als 2000 Jahren besiedelt, was Funde von Gegenständen und Baurückständen, auch keltischen Ursprungs, wie z. B. das Fürstengrab (Hügelgrab) bei Thomm, belegen. Hinkelstein heißt noch heute der Menhir, vermutlich aus spätneolithischer Zeit, der auf freier Flur an einem Feldwege 1 km westlich von Thomm, etwas rechts abseits der Bundesstraße 52 von Hermeskeil nach Trier steht. Er besteht aus fast weißem Quarz und hat die Gestalt einer schlanken Pyramide. Von ihm haben das neue und das in seiner Nähe gelegene alte Hinkelhaus, das durch einen Brand in den 1960er Jahren zerstört wurde, ihre Namen.

Im ältesten Trierer Stadtrecht um 1190 wird Thomm erstmals genannt. Bewohner von Waldrach, Thomm, Riveris, Osburg, Reinsfeld, Kell, Wiltingen, Kanzem, Filzen, Könen, Konz, Wasserliesch, Reinich, Zewen, Ober- und Niederkirch, Euren, Trierweiler u.a. waren dazu verpflichtet jährlich den Trierer Stadtbach zu reinigen als Gegenleistung für Markt- und Zollerleichterungen.[2] Von etwa 1217 stammt eine undatierte Urkunde, mit der die kreuzfahrenden Ritter Peter von Merzig und Friedrich von der Brücke die ihnen in Osburg, Waldrach, Thomm und Riveris zustehende Hunria-Gerichtsbarkeit an den Trierer Erzbischof Theoderich verpfänden. Thomm wird um das Jahr 1220 auch im Liber annalium iurium des Erzbischofs von Trier genannt. Eine weitere urkundliche Erwähnung erfolgt im Jahre 1329 in einem Lehnsrevers derer von Oeren. Im Folgejahr wird bereits eine Kirche erwähnt in der Taxa generalis des Erzbistums Trier. Das Patronatsrecht und der Zehnt waren ein kurtrierisches Lehen, das Bestandteil des kurfürstlichen Schenkenamtes war. 1538 kam das Lehen vom Schenk von Schmidtburg an die Freiherrn und späteren Reichsgrafen von Kesselstatt und verblieb dort bis zur napoleonischen Zeit.

Der Ort entwickelt sich wie folgt: im Trierer Feuerbuch von 1563 sind 16 Feuerstellen verzeichnet, 1684 nur noch 12. Mit dem Beginn des Schieferabbaues in der Nähe des Ortes steigt auch die Einwohnerzahl von 229 im Jahre 1787 auf 327 im Jahre 1818. 1978 waren es 877 Einwohner und 1998 mehr als 1000. 1788 erhält Thomm eine neue Kirche und 1964 wird nochmals eine neue Kirche errichtet nach den Plänen des Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel. Von der alten Kirche bleibt beim 1964er Bau nur noch der Glockenturm und die bis auf einen Grundriss abgetragene Außenmauer erhalten.

Von 1778 bis 1978 gab es in Thomm Schulen. Eine Liste der Lehrpersonen ist von 1817 bis 1978 dokumentiert. 1978 erfolgte die Einschulung erstmals in der damaligen Mittelpunktschule Osburg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Thomm weitgehend zerstört. Bei den alliierten Luftangriffen suchte die Bevölkerung Schutz in den Schiefergruben nahe dem Orte. Für die Gefallenen der beiden Weltkriege wurde bei der alten Kirche ein Kriegerdenkmal errichtet.

1920 wird der Männergesangverein gegründet, 1925 die Freiwillige Feuerwehr, 1927 die Bergmannskapelle Glück Auf und 1929 der Sportverein Glück Auf. Die Anfänge des Kirchenchores Cäcilia liegen im Dunkeln, erste schriftliche Aufzeichnungen darüber gibt es erst seit 1938. Seit 1969 gibt es Jugend-Organisationen in Thomm. 1987 wird der Heimat- und Verkehrsverein gegründet.

Von 1971 bis 2011 fand auf der Kreisstraße 82 zwischen Fell und Thomm jährlich das Trierer Bergrennen statt, das zur Europa-Bergmeisterschaft zählte. Auf derselben Strecke werden seit 2000 Wertungsprüfungen der ADAC Deutschland-Rallye gefahren.

Sportfest 2010

2005 wird nach zweijährigen Bauarbeiten der Ausbau der Kreisstraße und die Neugestaltung der Dorfplätze mit einem großen Dorffest gefeiert und der neue Dorfbrunnen mit den historischen Steinen eingeweiht. 2007 gelingt der Fußballspielgemeinschaft Osburg-Thomm der Aufstieg in die Bezirksliga des Fußballverbandes Rheinland. 2009 ist Thomm Gastgeber des 15. Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers des Kreisjugendfeuerwehrverbandes Trier-Saarburg mit etwa 600 teilnehmenden Jugendlichen. Beim Sportfest 2010 wird der neue Kunstrasensportplatz seiner Bestimmung übergeben.

Im Dezember 2010 wird ein Arbeitskreis des Heimat- und Verkehrsvereins gebildet, der mit Unterstützung durch die Ortsgemeinde Thomm sich die Erstellung einer Dorfchronik zum Ziel gesetzt hat.[3] Am 22. Dezember 2012 findet zum ersten Mal in Thomm ein Weihnachtsmarkt auf dem neuen Dorfplatz am alten Kirchturm statt, organisiert von der Bergmannskapelle und weiteren Interessensgruppen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Thomm, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 327
1835 410
1871 534
1905 640
1939 738
1950 707
Jahr Einwohner
1961 801
1970 860
1987 839
1997 943
2005 1.077
2013 1.059

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Thomm besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[5]

Wahl SPD WGR Gesamt
2014 7 9 16 Sitze
2009 6 10 16 Sitze
2004 7 9 16 Sitze
1999 5 7 12 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

Am 7. Juni 2009 wurde Hans-Peter Michels zum Ortsbürgermeister gewählt und am 25. Mai 2014 wiedergewählt.

  • 1993 – 2009: Otmar Brittner
  • 1964 – 1993: Gerhard Müller (Ehrenbürgerschaft der Ortsgemeinde 2005 verliehen)
  • 1952 – 1964: Matthias Krempchen
  • 1948 – 1952: Matthias Berens

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „Unter silbernem Schildhaupt, darin ein blaues Schwert mit goldenem Griff, in Rot eine aufsteigende silberne Spitze, belegt mit schwarzem Hammer und Schlegel.“[6]

Bis um 1800 zählte Thomm zum Kurfürstentum Trier. Hinweis darauf sind die Feldfarben Silber und Rot. Kirchen- und Ortspatron von Thomm ist der hl. Paulus. Sein Attribut, das Schwert, steht im Schildhaupt des Wappens. Unmittelbar bei Thomm befindet sich der sogenannte „Hinkelstein“, ein Natur- und Kulturdenkmal.[7] Er wird symbolisiert durch die silberne Spitze im unteren Schildteil. Die Thommer Schiefergruben waren über Jahrhunderte weithin bekannt. Erst in jüngster Zeit wurde der Abbau aufgegeben. Als Erinnerung daran stehen Hammer und Schlegel, die Symbole des Bergmanns.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist die Thommer Weihnachtskrippe, die seit 1975 von den Krippenbauern Thomm in der neuen Kirche aufgebaut wird. Auf über 40 m² werden die biblischen Motive, das Dorf Thomm und die Umgebung dargestellt.

Kultur- und Naturdenkmale[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Im Juni findet der 20-Stunden-Radmarathon rund um Fell und Thomm statt.[8]

Vereine[Bearbeiten]

  • Bergmannskapelle Glück Auf
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Heimat- und Verkehrsverein
  • Kirchenchor Cäcilia
  • Männergesangverein
  • Sportverein Glück Auf
  • Jugendclub
  • DTM Freunde Noßertal

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen sind:

  • Karnevalsumzug mit anschließender Karnevalsparty, Veranstalter: Sportverein
  • Konzert der Bergmannskapelle, Veranstalter: Bergmannskapelle
  • Maiwanderung zur Jungenwaldhütte, Veranstalter: Bergmannskapelle
  • Tag der offenen Tür, Veranstalter: Freiwillige Feuerwehr
  • Sportfest, Veranstalter: Sportverein
  • Kirmes auf dem Dorfplatz, Veranstalter: Ortsvereine
  • Pfarrfest, Veranstalter: Kirchengemeinde
  • Viezfest, Veranstalter: Bergmannskapelle
  • Herbstwanderung, Veranstalter: Heimat- und Verkehrsverein
  • Theateraufführungen der Theatergruppe des Heimat- und Verkehrsvereins

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Thomm gibt es zwei landwirtschaftliche Betriebe, mehrere kleine und mittlere Unternehmen, eine Geschäftsstelle der Volksbank Trier und ein SB-Center der Sparkasse Trier.

Medien[Bearbeiten]

Örtliche Medien sind der Trierische Volksfreund, der Mosel-Ruwertaler Wochenspiegel und das Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Haus der Gemeinde (altes Pfarrhaus) mit Gemeindebüro und Bücherei
  • Kindertagesstätte St. Barbara und integrative Kindertagesstätte Haus Tobias
  • Feuerwehrhaus
  • Sportplatz, Festplatz und Bürgerhaus
  • Jungenwaldhütte (Grillhütte)

Wanderwege[Bearbeiten]

Von Thomm führt ein Grubenwanderweg zum Besucherbergwerk Fell. In Sichtweite von Thomm liegen die Herler Wacken und der Feller Hof, dorthin führt der Schiefer-Wackenweg. Die durch den Naturpark Saar-Hunsrück ausgeschilderten Wanderwege Tm 1, Tm 2 und RT 2 führen zu verschiedenen Zielen rund um Thomm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thomm – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hans Hubert Anton, Universität Trier: Trier im Mittelalter, Spee-Verlag, 1996, S. 260
  3. Arbeitskreis Dorfchronik
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Wappen der Gemeinde Thomm
  7. Liste der Kulturdenkmäler im Landkreis Trier-Saarburg (PDF-Datei; 1,64 MB)
  8. 20-Stunden-Radmarathon rund um Fell