Saarburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saarburg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Saarburg
Saarburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Saarburg hervorgehoben
49.6091666666676.5502777777778160Koordinaten: 49° 37′ N, 6° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Saarburg
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 20,36 km²
Einwohner: 6826 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 335 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54439
Vorwahl: 06581
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 118
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schlossberg 6
54439 Saarburg
Webpräsenz: www.saarburg.de
Stadtbürgermeister: Jürgen Dixius (CDU)
Lage der Stadt Saarburg im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Saarburg ca. 1850, Gemälde von G.C.Stanfield
Der Wasserfall im Stadtzentrum
Die Burganlage über dem Saarufer
Blick auf Saarburg

Saarburg ist eine Stadt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz und liegt im westlichen Teil des Naturparks Saar-Hunsrück am Ufer der Saar sowie an der Mündung des Leukbaches. Saarburg ist der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Saarburg, staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum eingestuft.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Das Landschaftsbild ist abwechslungsreich. Insbesondere der Verlauf der Saar zeichnet sich durch steil abfallende Berghänge, tief eingeschnittene Täler und lang gezogene Umlaufberge aus. Weinberge prägen das Ortsbild der für den Saarwein bekannten Region.

Stadtteile[Bearbeiten]

Neben dem historischen Kern zählen zum Stadtgebiet die Stadtteile Beurig, Kahren, Niederleuken und Krutweiler sowie die Wohnplätze Auf der Hardt, Saargauhof, Kruterberg, An der Engelbach, Auf der Grube, Ferienpark Warsberg, Kunoweiher-Hof, Obere Kaselmühle, Rauschhof und Untere Kaselmühle.[3]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 796 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 62 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im November. Im November fallen 1,3 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An weniger als 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Aufgrund vereinzelter Funde ist davon auszugehen, dass sich bereits in vorgeschichtlicher und römisch-fränkischer Zeit Ansiedlungen in Saarburg befanden. Die eigentliche Geschichte begann mit dem Bau der Burg. Erstmals erwähnt wurde die Saarburg in einem Vertrag vom 17. September 964. Zweck der Vereinbarung war die Errichtung einer Burg – eine der ältesten Höhenburgen im Westen Deutschlands. Die zwischenzeitlich von Trierer Erzbischöfen als eine bevorzugte Residenz genutzte Burg, wurde baulich im Laufe der Zeit weiter verändert und nach Zerstörungen immer wieder instand gesetzt.

Im Zuge der Religionskriege des 16. Jahrhunderts wurde die strategische Bedeutung der Saarburg als Festung immer größer. Es folgte eine Vielzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen um den befestigten Bergrücken, die ihren Tribut forderten. Seit 1756 wird von einem fortschreitenden Verfall der Burg berichtet. Im Zeichen wachsenden historischen Interesses kaufte die Stadt 1860 schließlich für 325 Taler die Burgruine.

Die ersten Bewohner außerhalb der Burganlage siedelten sich Anfang des 13. Jahrhunderts in Häusern unterhalb der Burg an. 1291 verlieh König Rudolf von Habsburg (1218 bis 1291) Saarburg zusammen mit den Orten Wittlich, Bernkastel, Welschbillig, Mayen und Montabaur die Stadtrechte. Um das Jahr 1500 zählte der Ort bereits 100 Feuerstellen, ohne die des Adels und des Klerus. Fischerei, Schifffahrt und Lederherstellung prägten neben dem Weberhandwerk das Wirtschaftsleben. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Saarburg zum Kurfürstentum Trier und war seit Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz des trierischen Amtes Saarburg.

Durch die Abtrennung des Linken Rheinufers an Frankreich wurde die Stadt 1798–1814 Sitz der Verwaltungsbehörde des Kantons Saarburg, der zum Arrondissement Trier im Saardepartement gehörte. Es folgte 1816 die Bestellung der Stadt zum Sitz des preußischen Landrats für den Kreis Saarburg.

Im Jahr 1935 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Beurig und Niederleuken eingemeindet.

Am 20. Juli 1946 wurde die Stadt Saarburg gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Saarburg und Trier dem am 16. Februar 1946 von der übrigen französischen Besatzungszone abgetrennten Saarland angegliedert. Am 8. Juni 1947 wurde diese französische Gebietserweiterung bis auf 21 Gemeinden wieder zurückgenommen, damit kam Saarburg an das 1946 neugebildete Land Rheinland-Pfalz.

Trotz der Eingemeindungen von Krutweiler am 7. Juni 1969 und Kahren am 7. November 1970[4] verlor die Stadt durch die Auflösung des Landkreises Saarburg und die Verlegung des Finanzamtes nach Trier ab dem Jahr 1969 an Bedeutung.

Die Geschichte der französischen Garnison Saarburg endete 2010 mit der Räumung des Quartier de Lattre de Tassigny. Aus dem Standortübungsplatz entsteht ein „Nationales Naturerbe“.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Saarburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 2.283
1835 3.205
1871 3.200
1905 3.760
1939 6.120
Jahr Einwohner
1950 4.942
1961 6.032
1970 6.237
1987 5.611
2005 6.250

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat Saarburg besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU GRÜNE WGR Gesamt
2014 8 14 22 Sitze
2009 5 14 3 22 Sitze
2004 5 13 4 22 Sitze

Partnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Interessant ist der gesamte Altstadtbereich mit der 127 m langen und durchschnittlich 38 m breiten Burganlage. Sehenswert in der Oberstadt ist besonders der Bereich des Buttermarktes mit seinen über die Leuk führenden Brücken sowie dem imposanten Schauspiel des 18 m in die Tiefe stürzenden Wasserfalls. Ein weiterer Blickpunkt des lang gestreckten Platzes ist das Gebäude Am Markt 2, ursprünglich Gasthof, später Wohn- und Geschäftshaus, heute Bank. Die anschließende Häuserzeile stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und erstreckt entlang des Wasserfalles. Dieser wird auf der gegenüber liegenden Seite von der ehemaligen Kurfürstlichen Mühle eingerahmt, dem heutigen „Amüseum“ (städtisches Museum für traditionelle Handwerksberufe und Zünfte). Unmittelbar vor der Mühle mit Blick auf den Buttermarkt stand das 1900 abgebrannte alte Rathaus.

Das Wasser der Leuk ergießt sich in den Leukkessel, der auf der einen Seite durch die 14,70 m hohe Tümpelsmauer sowie auf der anderen Seite durch das lang gezogenes Gebäude der Hackenberger Mühle begrenzt wird. Früher wurden dort Getreide, Öl und Lohe gemahlen, heute ist ein Museum darin untergebracht. Oberhalb des Buttermarktes befindet sich die Pfarrkirche St. Laurentius. Die ursprünglich auf eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert zurückgehende Kirche wurde im Laufe der Zeit mehrfach baulichen Veränderungen unterworfen. Weitere sehenswerte Objekte in der Oberstadt sind der Fruchtmarkt, das Anfang des 20. Jahrhunderts neu gebaute Rathaus sowie der Boemundhof.

Die Unterstadt wird geprägt durch die Gasse „Staden“, in deren Verlauf sich eine Doppelreihe meist kleiner Häuser mit zum Teil spitzen und abgewalmten Giebeln entlang des Saarufers erstreckt. Am „Alten Markt“ erfährt die Straße eine platzartige Erweiterung, die durch das Anwesen Staden 114, ein dreigeschossiges Gebäude mit vierachsiger Giebelfront aus der Zeit um 1700, ihren Abschluss findet. Die bis 2002 betriebene Glockengießerei Mabilon ist inzwischen ein Museum.

Die Werner Persy-Glasfenster im Chor der Evangelischen Kirche

Auf steilen Wegen und Treppen gelangt man von der Unterstadt vorbei an der Evangelischen Kirche mit ihren Glasfenstern von Werner Persy hinauf zur Ruine der alten Saarburg. Von der Burganlage aus bieten sich imposante Blicke in alle Himmelsrichtungen, insbesondere auf die weiträumige Flusslandschaft, den Ortsteil Beurig und die Altstadt zu Füßen des Burgbergs. Zurück gelangt man bergab am „Haus Warsberg“ vorbei, dem alten Edelhof der Freiherren von Warsberg, ehemals Dienstsitz der kurfürstlichen Verwaltung und heute Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg.

Im erstmals 1052 urkundlich erwähnten Stadtteil Beurig am gegenüberliegenden Saarufer steht die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Marien, erbaut 1479–1516, zu der die älteste Marien-Wallfahrt des Bistums Trier führt (belegt seit 1304, einer der ältesten marianischen Kultorte in Deutschland); das Gnadenbild ist eine Maria lactans, eine stillende Marienfigur, die als „Mutter der Barmherzigkeit“ verehrt wird. Das Patrozinium wird an Maria Heimsuchung (2. Juli) gefeiert; am Sonntag nach dem Festtag wird in einer feierlichen Prozession das Gnadenbild von Mädchen durch den Ort getragen („Beuriger Marientracht“).

Siehe auch:

Freizeitangebote[Bearbeiten]

In Saarburg existieren zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Für kulturell interessierte Touristen sind dies neben Führungen durch die Altstadt die zahlreichen Museen sowie ein Weinlehrpfad durch die stadtnahen Weinberge auf dem 338 m hohen Warsberg. Darüber hinaus gibt es während der Saison Schiffsrundfahrten auf der Saar, eine Sommerrodelbahn auf dem Warsberg, zu dem hinauf ein Sessellift führt und ein Greifvogelpark mit Flugshow. Eine Vielzahl an sportlichen Betätigungen bis hin zum Tanzcafé runden das Angebot ab. Die Saarburger Markttage am ersten Wochenende im Juli und das Saarburger Weinfest am ersten Wochenende im September ziehen jedes Jahr tausende Besucher nach Saarburg und sind die größten Veranstaltungen in Saarburg.

Den goldijen Saarwein, Saarburger Platt von Marianne Gansemer aufgenommen im Freilichtmuseum Roscheider Hof

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Saarburg liegt an den Bundesstraßen 51 und 407 sowie an der Saarstrecke. Radwege sind der Saar-Radweg und der Hunsrück-Radweg.

Weinbau[Bearbeiten]

Saarburg gehört zum „Weinbaubereich Saar“ im Anbaugebiet Mosel. Im Ort wird von sieben Weinbaubetrieben eine bestockte Rebfläche von ca. 40 ha bewirtschaftet. Etwa 98 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007). Im Jahre 1979 waren noch 40 Betriebe tätig und die Rebfläche betrug 55 ha.[2]

Weinlagen[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Saarburg ist Hauptsitz der Volksbank Hochwald-Saarburg eG.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Saarburg geboren[Bearbeiten]

mit Saarburg verbunden[Bearbeiten]

Panorama[Bearbeiten]

Panorama von Saarburg vom Aussichtspunkt Kreuzberg.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saarburg – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Saarburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 78 (PDF)
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 195 (PDF; 2,6 MB)
  5. Saarburger Standortübungsplatz wird Nationales Naturerbe Saarburger Zeitung, 16. Dezember 2011
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 27. Juli 2013