Klüsserath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Klüsserath
Klüsserath
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Klüsserath hervorgehoben
49.8441666666676.8538888888889120Koordinaten: 49° 51′ N, 6° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 120 m ü. NHN
Fläche: 11,71 km²
Einwohner: 1087 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54340
Vorwahl: 06507
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 063
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Webpräsenz: www.kluesserath.de
Ortsbürgermeister: Günter Herres (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Klüsserath im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
Über dieses Bild

Klüsserath, amtliche Schreibweise bis 16. Juli 1936: Clüsserath,[2] an der Mosel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz, etwa in der Mitte von Bernkastel-Kues und Trier gelegen. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an und ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[3]

Geographie[Bearbeiten]

Klüsserath zwischen Mosel und Weinbergen
Ortsansicht vom Osthang des Rudembergs aus (rechtes Salmufer), auf einer Ansichtskarte von 1976
Das Foto ist von 1945. Die Mühle stammt beginnend im Jahr 1600

Lage[Bearbeiten]

In einem weiten, natürlichen Amphitheater des Moseltales gelegen, gilt die den Ort hinterfangende Weinwand der „Klüsserather Bruderschaft“ als klassischer, steil nach Süden geneigter Mittelmosel-Weinberg. Ca. 90 Hektar Weinberge mit bis zu 83 % Hangneigung machen die Kernlage zu einem der größten zusammenhängenden Südhänge der Mosel. Der Ort Klüsserath - als klassisches Straßendorf - erstreckt sich zwischen diesem Prallhang und der Mosel auf zwei Kilometer Länge. Die langen Parallelstraßen sind durch kleine Gässchen miteinander verbunden. Die Ausdehnung Klüsseraths hat sprichwörtlichen Charakter: „So lang wie Klüsserath“.

Bei Klüsserath mündet die Salm in die Mosel.

Zwischen Ort und Moselvorland führt die B53 als ehemalige Mittelmoselstraße über einen Hochwasserschutzdamm entlang, der von 1927 bis 1933 errichtet wurde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn beginnend im Norden; Klüsserath liegt an der östlichen Grenze des Landkreises Trier-Saarburg; es schließt sich der Landkreis Bernkastel-Wittlich an;

Rivenich, Klausen (beide Verbandsgemeinde Wittlich-Land), Piesport, Neumagen-Dhron (beide Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues) (diese gehören jeweils zum Landkreis Bernkastel-Wittlich); Trittenheim, Köwerich, Thörnich, Ensch, Bekond (Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße, Landkreis Trier-Saarburg).

Geschichte[Bearbeiten]

Bedeutung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Der Ortsname Klüsserath war unterschiedlichsten Deutungen ausgesetzt. Die Endsilbe „-rath“ spricht für einen Rodungsort (eine Siedlung, die durch Rodung entstanden ist). Der erste Teil des Ortsnamens könnte von Chlodwig oder Chlothar abgeleitet sein. Ebenso könnte die Endung „-rada“ auch auf Sumpfgebiet im Zusammenfluss von Mosel und Salm hindeuten.

Vorrömische und römische Zeit[Bearbeiten]

Verschiedene regionale Geschichtsforscher stimmen überein, dass Klüsserath ursprünglich von Kelten angelegt und bewohnt worden sei, obwohl keine gesicherten Beweise dazu vorliegen. Demnach gehörte die einheimische Bevölkerung dem keltischen Stamm der Treverer an. Auf seiner Reise nach Trier besuchte der berühmte Rhetor und Dichter Ausonius das Gebiet am Zusammenfluss von Salm und Mosel und berichtet davon in seiner Mosella: „Da, wo längs des Stromes grünende Matten sich dehnen, wo schäumend die Salm, ungebärdig, kein verächtlich Wässerlein, sich mit Mosella eint, ist, sonst in der Landschaft Friede, mein Heimatland, mein neues. Mit Wild und Fisch und Reben, wo wären sie reicher zu finden! Diana, Göttin der Jagd, schütze du die Heimat, die neue.“

Mittelalter[Bearbeiten]

Ende des 5. Jahrhunderts stießen die Franken bis nach Trier vor, in der Folgezeit nahmen sie das Land im Moseltal in Besitz. So ließen sie sich auch in Klüsserath im östlich gelegenen Teil des Ortes nieder, während die galloromanischen Einwohner an der Salm gesiedelt hatten. An der Stelle der hiesigen Burg soll sich ein fränkischer Herrenhof befunden haben, zu dem auch die erste Klüsserather Kirche (Michelskirche) gehörte. Frühe Herrschaftsverhältnisse sind für Klüsserath schon für das Jahr 634 belegt. Die Abtei Echternach dürfte von Irmina von Oeren Weinberge samt Winzer und allem Zubehör erhalten haben. 698 schenkte Gerelind, Tochter des Hausmeiers Odo, und Plektruds Enkel Arnulf, dem Gründer der Abtei in Echternach, dem Heiligen Willibrord, Güter in Klüsserath. Der Echternacher Hof am östlichen Ortsende ist der Nachfolger eines Hofs aus dem achten Jahrhundert. Chrodegang, Bischof von Metz, schenkte am 20. Mai 748 der von ihm gegründeten Abtei Gorze viele Besitzungen der Metzer Domkirche, u. a. auch „das Dorf Cluserado“. Am 12. November 826 tauschte die Abtei Prüm mit dem Graf Sigard verschiedene Güter und erhielt dafür unter anderem Ländereien und Weinberge in Klüsserath. Ebenso besaß das Bistum Trier Grundbesitz in Klüsserath. Es scheint so, dass in Klüsserath mehrere Grundherrschaften zur gleichen Zeit bestanden. Um 1200 erlangte das Kloster Sankt Thomas an der Kyll ebenfalls verschiedene Güter in Klüsserath. Ab Ende des 13. Jahrhunderts traten die Herren von Bruch als Grundherren in Klüsserath auf, bekamen dort unter anderem ein „Haus“, bei dem es sich wohl um die heute noch erhaltene Wasserburg handeln dürfte. Diese wird erstmals 1270 urkundlich erwähnt. Die steinerne Brücke wurde über dem zugeschütteten Graben anstelle der ehemals überdachten hölzernen Brücke errichtet. Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz.

1295 wird zum ersten Mal von einer Pfarrkirche berichtet, die St. Remigius und später auch St. Michael geweiht war. Aus dem Jahre 1304 gibt es Aufzeichnungen vom Bau einer neuen größeren Kirche, dessen gotischer Chor in der heutigen Pfarrkirche noch zu sehen ist.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Am 15. Dezember 1468 übernahm der Trierer Kurfürst Johann II. „das Dorf Clüsserath in aller Form in seinen Schutz und seine Verwaltung“. 1512 unterbrach Kaiser Maximilian I. in Klüsserath seine Reise nach Trier zum Reichstag.

Der in Klüsserath amtierende Pfarrer Johann Gerhard von Manderscheid gründete 1681 eine Rosenkranzbruderschaft und stiftete dazu dieser Vereinigung neun Weinberge. Die Weinberge stellten Einkünfte dar, mit deren Hilfe man regelmäßige und dauernde Besetzung der Pfarrstelle anstrebte. Daher rührt der Name der heute bekannten Weinlage. Um 1700 ersetzt ein Neubau den alten Echternacher Hof, der bis heute erhalten ist.

18. Jahrhundert bis 1945[Bearbeiten]

Am 15. Mai 1783 fand die Grundsteinlegung für den Neuaufbau der Pfarrkirche statt, die am 27. Mai 1787 eingeweiht wurde. Nach der Französischen Revolution wurde 1794/95 das Linke Rheinufer und damit die hiesige Region an Frankreich abgetreten. Aufgrund eines Gesetzes vom 26. März 1798 hoben die Franzosen die Feudalrechte auf. Der Besitz des Adels, der Klöster und Kirchen wurde zum Nationaleigentum erklärt. Die hiesige Burg wurde 1803 versteigert.

Im Jahre 1909 ersetzte eine Ponton-Fähre die alte Nachenfähre nach Köwerich. 1922 wurde im Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs ein Kriegerdenkmal auf dem Friedhof errichtet. Im Jahre 1923, im Zuge der Besetzung des Ruhrgebiets durch die Alliierten, und durch die Inflation wurde in Klüsserath nur noch mit französischen Francs bezahlt. 1933/34 wurde die Pfarrkirche auf die heutige Größe erweitert.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebten die Klüsserather Bürger am 18. März 1945. Die Amerikaner besetzten das Dorf in den frühen Morgenstunden des 10. März, nachdem die letzten deutschen Soldaten am Abend zuvor über die Mosel nach Köwerich und Trittenheim abgezogen waren. Am 11. März eröffneten jedoch deutsche Geschütze bei Heidenburg das Feuer auf das besetzte Klüsserath, das bis zum 18. März mehr oder weniger anhielt. Während dieser Kämpfe hatte die Zivilbevölkerung die schwersten Verluste. Viele Häuser wurden durch Granaten schwer beschädigt, unter anderem die Kirche und die Burg.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Bis 1960 setzt rege Bautätigkeit ein, sodass die Kirche instand gesetzt, Wasserleitungen gebaut, die Salmbrücke neugebaut und alle Dorfstraßen ausgebaut werden konnten. 1963 wurde die neue Schule, die als Mittelpunktschule (später als Grund- und Hauptschule) fungierte, eingeweiht. Im Juni 1964 ist die Kanalisierung der Mosel abgeschlossen. 1966 wurde der Kindergarten seiner Bestimmung übergeben.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 9. November 1970 die Verbandsgemeinde Klüsserath aufgelöst, die Ortsgemeinde wurde der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße angegliedert. Zum Schuljahr 1974/75 wurde die Hauptschule aufgelöst, es wurde eine Grundschule gebildet. Am 30. Mai 1986 wurde die neue Sport- und Mehrzweckhalle feierlich eingeweiht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahlen
1654 geschätzt 360-400
1837 geschätzt 500
1876 1040
1910 1060
1919 1082
1926 1105
1933 1150
1936 1143
1938 1145
1992 1143
2004 1166

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Klüsserath besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl 2014 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum Ortsbürgermeister wurde 2009 Norbert Friedrich und 2014 Günter Herres (CDU) gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung

Das Wappen Klüsseraths zeigt im oberen Bereich ein rotes Balkenkreuz auf silbernem Grund, belegt mit goldener Lilie mit silbernem Bund. Das Wappen schließt unten ein roter Schildfuß ab, darin sechs (3:2:1) goldene Längsschindeln.

Erklärung

Klüsserath gehörte früher zur Landesherrschaft des Kurfürstentums Trier (daher das kurtrierische rote Kreuz in Silber). Die Lilie weist auf Maria, die Mutter Jesu als Pfarrpatronin von Klüsserath. Der Schildfuß ist dem Wappen der Ritter von Hagen zur Motte entnommen (vom Grabstein des 1558 verstorbenen Junkers Richard von Hagen).

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche mit dem Grab des Kreuzfahrers Burgherrn Richard von Hagen (1449) und spätgotischem Chor
  • Die ehemalige Wasserburg Klüsserath, heute privat bewohnt, erstmals 1270 urkundlich erwähnt, großer gotischer Gewölbekeller
  • Ehemalige Gerichtslinde, an der sich noch die alten Eisenringe für die Häftlinge befinden
  • Manche Winzerhäuser in Klüsserath besitzen Bausubstanz aus dem 17. Jahrhundert
  • Echternacher Hof, ein Weingut aus dem 18. Jahrhundert, aus Bruchsandstein errichtet
  • Seit Ende Mai 2010 ist das Krippenmuseum geöffnet: „Haus der Krippen - Domus Praesepiorum“
Der „Klüsserather Keltertreter“, Glasmalerei von Andreas Armin d´Orfey im Krippenmuseum „Domus praesepiorum“

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Klüsserath

Freizeitangebote[Bearbeiten]

  • Kegelbahnen im Ort
  • Drei Tennisplätze
  • Bootsanlegestellen
  • Angeln an Salm und Mosel
  • Moto-Cross-Strecke
  • Wandern, z. B. durch den kommentierten Weinlehrpfad, ausgedehntes Wanderwegenetz mit landschaftlich sehr reizvollen Punkten, oft mit idyllischem Blick aufs Moseltal
  • Startplatz für Gleitschirmflieger
  • Mosel-Radweg und Salm-Radweg

Regelmäßige Veranstaltungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Klüsserath bietet sowohl für seine Einwohner als auch Gästen von fern und nah ein reichhaltiges abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. An Festlichkeiten sollen nur folgende Veranstaltungen genannt werden, die weit über die Ortsgrenzen bekannt sind:

  • Großes Fischessen, letztes Wochenende Juli, organisiert vom Angelverein
  • Weinfest in der Ortslage, jedes Jahr Ende August
  • Krippenausstellung, alle drei Jahre, vom ersten bis vierten Advent, nächstes Mal im Jahr 2014
  • Klüsserather Passionsspiel, alle fünf Jahre, nächstes Mal im Jahr 2015
  • Internationale ADAC-Rallye Deutschland in den Weinbergen über der Gemeinde, jedes Jahr Ende August
  • Seifenkistenrennen am dritten Maiwochenende
  • Viezparty auf der Grillhütte Klüsserath
  • Adventmarkt, 1. Advent, rund um die Kirche

Vereinsleben[Bearbeiten]

Klüsserath hat trotz seiner geringen Einwohnerzahl ein sehr aktives Vereinsleben. Etwa 15 Vereine bieten Abwechslung in Freizeit und Ehrenamt.

Weinlagen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinde Klüsserath (Hrsg.): Chronik des Winzerortes Klüsserath, zusammengestellt und ergänzt von Oskar Link. Weyand-Verlag, Trier: 1993, ISBN 3-924631-43-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klüsserath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 268
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2014, Gemeinderat