Hermeskeil

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hermeskeil
Hermeskeil
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hermeskeil hervorgehoben
49.6572222222226.9488888888889542Koordinaten: 49° 39′ N, 6° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Hermeskeil
Höhe: 542 m ü. NHN
Fläche: 30,85 km²
Einwohner: 5770 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54411
Vorwahl: 06503
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 045
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Langer Markt 17
54411 Hermeskeil
Webpräsenz: www.hermeskeil.de
Stadtbürgermeister: Matthias Queck (CDU)
Lage der Stadt Hermeskeil im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
Über dieses Bild
Hermeskeil
Fußgängerzone und römisch-katholische Kirche

Hermeskeil ist eine Stadt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Hermeskeil ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Schwarzwälder Hochwald im Südwesten des Hunsrücks. Die Gemarkung erstreckt sich in 500 bis 600 Metern Höhe in einer Mulde des Hochwalds, die den geographischen Mittelpunkt des Naturparks Saar-Hunsrück bildet.

Stadtteile[Bearbeiten]

Stadtteile sind Abtei, Höfchen und Lascheiderhof sowie Blasiusmühle, Industrie- und Gewerbepark Grafenwald, Gewerbegebiet Adrian, Katzenmühle, Lascheider Neuhaus, Laurentiushof, Markushof, Nickelsmühle, Römerhof, Rückersbergerhof, Vor Buchenwald, Wendelshof, Gewerbegebiet Raiffeisenstraße und Industrie- und Gewerbegebiet Dörrenbach.[3]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1079 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 88 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren stark. An 69 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde in der Gegend von Hermeskeil verweisen auf vorchristliche Siedlungen, wie keltische Gräberfelder, keltische Wege und römische Straßen, an denen Gutshöfe lagen.

2012 konnten Archäologen der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz nahe Hermeskeil das bis zu diesem Zeitpunkt älteste römische Militärlager in Deutschland nachweisen. Das zwischen 2010 und 2012 ergrabene Militärlager soll am Ende des Gallischen Krieges zwischen 53 und 51 v. Chr. von den Truppen Julius Cäsars errichtet worden sein. Die knapp 26 Hektar große Anlage mit Befestigungswall bot Platz für 5.000 bis 10.000 Soldaten.[4][5]

Eine erste schriftliche Erwähnung des Ortes könnte in dem 634 entstandenen Testament des Adalgisel Grimo vorliegen,[6] in dem ein Ort Callido genannt wird, wobei allerdings unsicher bleibt, ob damit Kell, Niederkell oder Hermeskeil gemeint ist. Die erste zweifelsfreie Nennung von Hermeskeil entstammt dem Jahr 1220, wo der Name als Hermannis Kellede überliefert ist.[7]

Nach dem Feuerbuch des Amtes Grimburg aus dem Jahr 1563 war der Trierer Kurfürst Hauptgrundeigentümer und Gerichtsherr. Verwaltungsmäßig gehörte Hermeskeil zum Hochgericht Reinsfeld. 1625 bestanden in Hermeskeil 35 Haushaltungen (Herdstellen). Bedingt durch den Dreißigjährigen Krieg kam es zu Brandschatzungen und Plünderungen,[8] sodass 1651 nur noch vier Hausstellen bestanden. Ab dem 18. Jahrhundert entwickelte sich Hermeskeil erneut und war 1787 mit 471 Personen der größte Ort im Amt Grimburg.[9]

In der Franzosenzeit war Hermeskeil chef-lieu des gleichnamigen Kantons und gehörte zum Arrondissement Birkenfeld im Saardepartement.[10] Nach kurzfristiger österreichisch-bayerischer Verwaltung (1814) und preußischer Besitznahme (1815) wurde Hermeskeil in den 1816 gebildeten Landkreis Trier eingegliedert und Sitz einer Bürgermeisterei,[11] deren Verwaltungsbezirk etwa die Ausdehnung der heutigen Verbandsgemeinde hatte. 1858 erhielt Hermeskeil das Marktrecht. 1931 wurden die Ortsteile Abtei und Höfchen eingemeindet.

In Hermeskeil bestand seit den Zuzügen im 19. Jahrhundert neben der katholischen Pfarrei eine kleine evangelische Gemeinde mit einer 1852–1853 erbauten Kirche und eine jüdische Gemeinde. Die Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 geschändet und 1945 zerstört.[12]

Von 1962 bis 2006 gab es in Hermeskeil eine Bundeswehr-Kaserne, die seit 1967 Hochwald-Kaserne genannt wurde,[13] mit ungefähr 1400 Soldaten. Sie wurde noch zwischen 1993 und 1996 umfangreich saniert, doch Ende 2006 aufgelassen.[14] Einige Gebäude der Kaserne und der benachbarte ehemalige Truppenübungsplatz an der B52 zwischen Hermeskeil und Trier sind bis heute ungenutzt. Ein auf dem Kasernengelände ursprünglich geplantes Tourismusprojekt „Dorf Hochwald“ konnte aufgrund der Insolvenz des ursprünglichen Investors nicht realisiert werden. Die Kaserne wurde 2011 für 1,6 Millionen Euro an einen anderen Investor verkauft.[15][16] Ein Hochregallager für die zur Zedach-Gruppe gehörende Dachdecker-Großhandlung DEG wurde 2012 auf dem Gelände der Kaserne errichtet; einige Gewerbebetriebe haben Flächen angemietet.[17][18]

Am 4. Juli 1970 wurde Hermeskeil zur Stadt erhoben.[19]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hermeskeil, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 679
1835 1.829
1871 1.892
1905 2.518
1939 4.219
1950 3.711
Jahr Einwohner
1961 4.535
1970 5.730
1987 5.486
1997 6.100
2005 5.735
2012 5.770

Religion[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Hermeskeil besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[20]

Wahl SPD CDU LINKE PIRATEN BfB FWG Gesamt
2014 6 9 1 1 3 2 22 Sitze
2009 5 8 2 4 3 22 Sitze
2004 6 9 4 3 22 Sitze
  • BfB = Bürger für Bürger e.V.
  • FWG = Freie Wählergruppe Stadt Hermeskeil

Dabei haben sich das Stadtratsmitglied der Piratenpartei sowie das der Der Linken zur Fraktion "Piraten & Linke" zusammengeschlossen.[21]

Stadtbürgermeister[Bearbeiten]

  • von 1994 bis 2009: Ilona König (CDU)
  • von 2009 bis 2014: Udo Moser (BfB)
  • seit 2014: Matthias Queck (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Unter silbernem Schildhaupt mit rotem Balkenkreuz gespalten. Vorn in Silber ein blauer Keil, darin ein gestürztes silbernes Schwert mit goldenem Griff und Parierstange. Hinten in Silber mit blauem Bord eine rote Lilie mit blauem Bund.“

Das rote Kreuz entstammt dem Wappen von Kurtrier, dem ehemaligen Landesherren. Das Schwert erinnert an St. Martin, den Patron der Pfarrkirche. Der Keil verweist redend auf den Ortsnamen und die Lilie erinnert an die Abtei Tholey, die Kollator der Pfarrkirche war.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Hermeskeil pflegt seit 1975 eine Partnerschaft mit Saint-Fargeau im französischen Burgund und seit 2002 mit Hel in Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rheinland-Pfälzisches Feuerwehrmuseum Hermeskeil

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Hermeskeil

Museen[Bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten]

Freizeithallenbad, Freibad, Turn- und Sporthallen, Sportplätze, Squash- und Tennishalle, Tennisplätze, Fitnesszentren in Hermeskeil und Höfchen, Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherberge, Pfadfinderhütte, Musikverein.

Hermeskeil liegt am Hunsrück-Radweg (Saarburg - Bacharach), am Ruwer-Hochwald-Radweg (Hermeskeil - Trier-Ruwer) sowie am Primstal-Radweg (Hermeskeil - Nonnweiler).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Metallverarbeitende Industrie[Bearbeiten]

Werk der SIEGENIA-AUBI KG (Hersteller von Fensterbeschlägen)

Verkehr[Bearbeiten]

Westlich von Hermeskeil verläuft die Bundesautobahn 1. Außerdem liegt Hermeskeil an den Bundesstraßen 52 (in Richtung Trier-Ehrang), 327 (in Richtung Koblenz) und 407 (in Richtung Perl) sowie an weiteren Landes- und Kreisstraßen.

Durch den Bau von Eisenbahnstrecken nach Trier (1889 fertiggestellt), Türkismühle (1897 fertiggestellt) und Simmern (1903 fertiggestellt) war der Bahnhof Hermeskeil zeitweilig ein Eisenbahnknotenpunkt.[22] Der Bahnhof Hermeskeil liegt an der eingleisigen Nebenbahn Hunsrückbahn und am Ruwer-Hochwald-Radweg auf der Trasse der ehemaligen Hochwaldbahn.

Von Hermeskeil verkehren stündlich (am Wochenende 2-stündlich) Busse der Linie R200 nach Trier und nach Türkismühle.

Örtliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Rathaus der Verbandsgemeinde, u. a. mit Standesamt, Stadtbücherei, KFZ-Zulassungsstelle und Tourist-Information, TÜV-Niederlassung, Amtsgericht Hermeskeil, Notariat, Polizeiinspektion, Agentur für Arbeit, Forstamt mit forsttechnischem Stützpunkt, Holz-Markt-Service der Forstdirektion Trier, Informationszentrum des Naturparks Saar-Hunsrück Rheinland-Pfalz e. V. und Straßenmeisterei, Geschäftsstellen der Sparkasse Trier und der Volksbank Hochwald-Saarburg.

Soziale Versorgung und Sicherheit[Bearbeiten]

St. Josef-Krankenhaus, Hochwald-Altenzentrum St. Klara, DRK-Sozialstation, Freiwillige Feuerwehr, AWO-Sozialzentrum, ambulante Dienste und Technisches Hilfswerk.

Bildung[Bearbeiten]

Die Rektor-Bach-Hauptschule und die Erich Kästner Realschule bilden seit dem Schuljahr 2010/11 die Integrierte Gesamtschule Hermeskeil.[23]

Weitere Einrichtungen sind die Kindergärten Adolf Kolping, Rosa Flesch sowie Villa Kunterbunt, Grundschule, Gymnasium Hermeskeil (im Jahr 2013 einhundertjähriges Bestehen), Geschwister-Scholl-Schule - Berufsbildende Schule, Erwachsenenbildungseinrichtungen, Kreismusikschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Hermeskeil geboren[Bearbeiten]

Mit Hermeskeil verbunden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Backes, Günther Barthel, Georg Marx: Hermeskeil: Stadt im Hochwald. 1970
  • Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-781-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermeskeil – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Hermeskeil – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 75 (PDF; 2,3 MB)
  4. Römisches Militärlager aus der Zeit der Eroberung Galliens erhellt ein Stück Weltgeschichte
  5. Ältestes römisches Militärlager entdeckt. In: Schwäbische Zeitung vom 10. September 2012
  6. Landeshauptarchiv Koblenz: Das Grimo-Testament.
  7. Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, S. 8.
  8. Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, S. 17.
  9. Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, S. 13.
  10. Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, S. 14.
  11. Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, S. 27.
  12. Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, S. 68.
  13. Chronik der Hochwaldkaserne
  14. Hermeskeil: Soldaten haben Hochwaldkaserne verlassen Trierischer Volksfreund, 14. Dezember 2006
  15. 1,6 Millionen: Kaserne Hermeskeil ist verkauft
  16. Hochwaldkaserne: Grundstückskäufe kurz vor Abschluss Trierischer Volksfreund, 7. Dezember 2011
  17. Ex-Kaserne wird zum Energiepark Trierischer Volksfreund, 22. November 2012
  18. Bericht der Landesregierung über die Umsetzung des Konversionsprogramms des Landes zur Bewältigung der Folgen des Truppenabzugs in den Jahren 2010 und 2011, S. 15
  19. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 204 (PDF; 2,6 MB)
  20. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  21. Gemeindeorgane Hermeskeil
  22. Kurt Bach, Edmund Schömer: Hermeskeil. Aufstieg zum zentralen Ort. Horb am Neckar 1993, S. 39.
  23. IGS Hermeskeil