Geisterbahnhof

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Der wiedereröffnete ehemalige Geisterbahnhof Potsdamer Platz

Geisterbahnhof ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Bahnhof, der nie in Betrieb genommen wurde oder baulich in betriebsbereitem Zustand, aber nicht mehr in Betrieb ist. Dazu gehören vor allem unterirdische Bahnhöfe, die besonders unheimlich wirken, wenn sie schwach beleuchtet sind.

Üblicherweise entstehen Geisterbahnhöfe aus verkehrstechnischen oder sonstigen organisatorischen Gründen. Einen Sonderfall stellte Berlin zwischen dem Bau der Mauer 1961 und ihrem Fall 1989 dar, als zahlreiche S- und U-Bahnhöfe innerhalb des Stadtgebiets wegen der politisch motivierten Teilung der Stadt völlig stillgelegt oder reine Durchgangsstationen waren.

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Innerhalb Berlins[Bearbeiten]

Gesperrter Zugang zum U-Bahnhof Stadtmitte, 1989

In Berlin wurde der Ausdruck Geisterbahnhof vor allem von den Tunnelbahnhöfen der S-Bahn und U-Bahn geprägt, die am Sonntag, 13. August 1961 für den Fahrgastwechsel gesperrt wurden und an denen nach dem Bau der Berliner Mauer seit 1961 West-Berliner Linien ohne Halt unter Ost-Berliner Gebiet durchfuhren. Bedingt war dies durch die Lage des Bezirks Mitte, der zum Ostteil der Stadt gehörte und im Norden, Westen und Süden an West-Berlin grenzte. Er wurde durch zwei U-Bahn-Linien (U6, U8) und eine S-Bahn-Tunnelstrecke (ab 1984: S2) durchschnitten, die vom Westteil durch den Ostteil wieder in den Westteil fuhren.

Die Bezeichnung „Geisterbahnhof“ spielt auf den Eindruck an, den Fahrgäste der West-Berliner Linien bekamen, wenn sie mit langsamer Geschwindigkeit (nur bei der U-Bahn: 25 km/h) durch einen kaum beleuchteten, aber sichtbar bewachten Bahnhof fuhren. Auf den Netzspinnen der BVG-West waren diese Bahnhöfe mit von regulären Bahnhöfen abweichender Signatur und der Legende „Bahnhöfe, auf denen die Züge nicht halten“ gekennzeichnet, auf Ost-Berliner Plänen wurden die Bahnhöfe nicht dargestellt. Die Fahrgäste wurden an den Grenzbahnhöfen durch Schilder und Durchsagen informiert: „Voltastraße. Letzter Bahnhof in Berlin-West. Letzter Bahnhof in Berlin-West.“ Bis zum Berlin-Abkommen 1972 lautete die Warnansage „Letzter Bahnhof im Westsektor, letzter Bahnhof im Westsektor“. In den 1950er Jahren war die Nennung der Schutzmacht des jeweiligen Sektors üblich, zum Beispiel: „Kochstraße. Letzter Bahnhof im amerikanischen Sektor“.

S-Bahnhof Bornholmer Straße, 1992

Auf der oberirdischen Berliner Stadtbahn zwischen West- und Ost-Berlin (ab 1984: S3) mit dem Endbahnhof Friedrichstraße gab es keinen Geisterbahnhof, da zwischen ihrer Endstation in Ost-Berlin und dem letzten Bahnhof in West-Berlin (Lehrter Stadtbahnhof) kein weiterer Haltepunkt lag. Ein oberirdischer Geisterbahnhof war der Bahnhof Bornholmer Straße, der auf Ost-Berliner Gebiet lag und von der Nord-Süd-S-Bahn ohne Halt durchfahren wurde. Das Empfangsgebäude am Grenzübergang Bornholmer Straße wäre von West-Berliner-Seite aus zugänglich gewesen. Bereits vor dem Mauerfall gab es Planungen, den Halt für die West-Berliner-S-Bahn wiederzueröffnen. Östlich der Bahnsteige gab es hinter der Mauer eine Verbindungskurve, auf der Ost-Berliner S-Bahn- und Fernzüge durch das Grenzgebiet fuhren. Auch der nächste Bahnhof in Richtung Nordwesten, Bahnhof Wollankstraße lag auf Ost-Berliner Gebiet, war jedoch von West-Berliner Seite ohne Kontrolle zugänglich, die S-Bahn-Züge des Westnetzes (ab 1984 Linie S2) hielten dort. Die Mauer verlief unmittelbar östlich des Bahnhofs, dessen Zugänge Richtung Ost-Berlin waren versperrt. Auch nach der Übernahme der S-Bahn-Betriebsrechte in West-Berlin durch die BVG 1984 wurden die Züge auf dem S-Bahnhof Wollankstraße weiter durch Personal der Deutschen Reichsbahn abgefertigt.

Liste der Geisterbahnhöfe[Bearbeiten]

Stadion der Weltjugend (bis 1973: Walter-Ulbricht-Stadion, heute: Schwartzkopffstraße)
Nordbahnhof (1991 - 12/2009: Zinnowitzer Straße, heute: Naturkundemuseum)
Oranienburger Tor
Französische Straße
Stadtmitte
Bernauer Straße
Rosenthaler Platz
Weinmeisterstraße
Alexanderplatz
Jannowitzbrücke
Heinrich-Heine-Straße
Bornholmer Straße (oberirdisch)
Nordbahnhof
Oranienburger Straße
Unter den Linden (heute: Brandenburger Tor)
Potsdamer Platz

Bahnhof Berlin-Friedrichstraße[Bearbeiten]

Am Bahnhof Friedrichstraße hielten die Züge, er war also kein Geisterbahnhof. Hier konnten West-Berliner Fahrgäste ohne Grenzkontrollen zwischen der U6, der S2 (Nord-Süd-Tunnel) und der S3 (Stadtbahn) umsteigen oder zur Fernbahn gelangen. Dazu wurde der in Ost-Berlin gelegene Bahnhof in einen Ost- und West-Bereich geteilt und diente mit dem sogenannten Tränenpalast auch als Grenzübergangsstelle. Der Ostbereich war normaler Teil des Binnenverkehrsnetzes der DDR (S-Bahn). Der Westbereich war hermetisch vom umgebenden Ost-Berlin abgetrennt, vergleichbar mit der Transithalle internationaler Flughäfen. Die einzigen Möglichkeiten, ihn zu verlassen, waren das Besteigen einer Bahn Richtung West-Berlin oder das Durchqueren der DDR-Passkontrolle in Richtung Ost-Berlin. Der U-Bahnsteig konnte nur über einen langen Verbindungsgang vom unterirdischen S-Bahnsteig aus erreicht werden, alle anderen Ausgänge waren zugemauert. Auf den Bahnsteigen der S- und U-Bahn wurden Intershop-Verkaufsstellen mit speziellen Angeboten für West-Berliner − insbesondere zollfreie Spirituosen und Zigaretten − betrieben.

Wiedereröffnungen[Bearbeiten]

Der erste wiedereröffnete Geisterbahnhof war Jannowitzbrücke (U8), auf dem am 11. November 1989 − zwei Tage nach dem Mauerfall – wieder Züge hielten. Er wurde provisorisch mit handgezeichneten Zugzielanzeigen ausgestattet; ähnlich wie im Bahnhof Friedrichstraße wurde eine provisorische DDR-Passkontrolle auf der Mittelebene eingerichtet. Am 22. Dezember 1989 folgte als zweiter Bahnhof Rosenthaler Platz (U8) mit einer ebenso provisorisch eingerichteten Passkontrolle.

Der dritte Bahnhof war Bernauer Straße (U8) am 12. April 1990. Es wurde zunächst jedoch nur sein nördlicher Ausgang geöffnet, der direkt an West-Berlin grenzte, so dass die Einrichtung einer Grenzkontrolle nicht nötig war. Der südliche Ausgang wurde gleichzeitig mit den restlichen Bahnhöfen der U6 und U8 am 1. Juli 1990 geöffnet, dem Tag der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen den beiden deutschen Staaten, an dem auch alle Grenzkontrollen entfielen.

Am 2. Juli folgte dann Oranienburger Straße als erste S-Bahn-Station. Nach notwendiger Renovierung folgten am 1. September 1990 die Stationen Unter den Linden und Nordbahnhof. Der Bahnhof Bornholmer Straße folgte am 12. Dezember 1990, zunächst nur am Bahnsteig der Westlinien. Für die Ost-Berliner Linien wurde ein zweiter provisorischer Bahnsteig am 5. August 1991 dem Verkehr übergeben. Als letzter Geisterbahnhof wurde am 3. März 1992 der S-Bahnhof Potsdamer Platz nach einer umfangreichen Sanierung des Nord-Süd-Tunnels dem Verkehr übergeben.

Im Berliner Untergrund gibt es weitere angefangene Bauwerke, die nie im Betrieb gehen werden.

Außerhalb Berlins[Bearbeiten]

Ungenutzte Bahnsteige des Haltepunktes Augsburg Hirblinger Straße
  • Augsburg Hirblinger Straße: Der Haltepunkt wurde im Zuge der Neutrassierung der Bahnstrecke Augsburg–Ulm im Abschnitt Augsburg-Oberhausen–Neusäss Anfang der 1930er Jahre auf Höhe des späteren Stadtteils Augsburg-Bärenkeller errichtet. In den letzten Betriebsjahren hielten hier meist nur noch die Personenzüge von und nach Welden. Wegen der Ertüchtigung des Streckenabschnittes auf ICE-Tempo wurde der Haltepunkt Anfang der 1990er Jahre geschlossen. Eine Reaktivierung im Rahmen des Projektes Regional-S-Bahn Augsburg ist in Planung.
  • Detmold-Remmighausen: Der um 1895 fertiggestellte Bahnhof wurde 1975 aus Unrentabilität geschlossen. Das Empfangsgebäude und ein Nebengleis sind heute in Besitz der Lippischen Eisenindustrie. Der Bahnhof wird im Güterverkehr weiter bedient, ferner finden dort weiterhin Zugkreuzungen statt.
  • Detmold-Nienhagen: Der Bedienung dieses Bahnhofs im Personenverkehr wurde 1988 eingestellt. In September 2005 wurden die letzten drei Weichen ausgebaut und der Bahnhof außer Betrieb genommen; Züge fahren aber weiterhin durch.
  • Duisburg Angerbogen: An der Stadtbahn-Strecke zwischen Duisburg und Düsseldorf wurde 1974 im Süden der Stadt zur Erschließung einer Trabantenstadt ein Bahnhof gebaut. Erst 2002 wurde mit dem Bau einer Siedlung (mit bedeutend weniger Wohnraum als ursprünglich geplant) auf dem Gelände begonnen, der damals 10,5 Millionen Euro teure Bahnhof ist immer noch ungenutzt, Treppen wurden entfernt und Zugänge zugemauert.
  • Düsseldorf-Heinrich-Heine-Allee: Unterhalb des auf zwei Ebenen realisierten, stark frequentieren U-Bahnhofs befindet sich eine weitere dritte Ebene als Vorleistung aus dem Jahre 1983 für die momentan in Bau befindliche sogenannte Wehrhahn-Linie, deren Inbetriebnahme für das Jahr 2015 geplant ist.
  • Düsseldorf Flughafen Abflug E: ein Interimshalt für die S-Bahnlinien S1 und S21 im Jahr 1998, die auch nur in Richtung Düsseldorf-Flughafen Terminal bedient wurde. Heute erinnert nur noch die Plattform dran, die man bei einer Fahrt mit der Kabinenbahn SkyTrain betrachten kann.
  • Düsseldorf Kalkum: Der „Bahnhof Kalkum“ war ein seit 1846 genutzter Halt an der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft. Nach Eröffnung der S-Bahn Rhein-Ruhr war er zuletzt noch Halt der Linie der S1 (zeitweise auch S21) zwischen Angermund und Düsseldorf-Unterrath (bzw. dem Terminal des Düsseldorfer Flughafens). Reste des überdachten Bahnsteigs sind heute noch deutlich erkennbar. Am 27. Mai 1990 (zum Beginn des Sommerfahrplans) wurde dieser Bahnhof aufgrund des gering eingestuften Bedarfs aufgegeben.
Ungenutzte Haltestelle „Beimoor“ in Großhansdorf bei Hamburg
  • Großhansdorf-Beimoor: In der Verlängerung der Hamburger U-Bahn-Linie U1 befindet sich hinter der Endhaltestelle Großhansdorf auf ehemaligem Hamburger Gebiet die nie in Betrieb genommene Haltestelle Beimoor.
  • Gummersbach Derschlag: Der Bahnhof Derschlag liegt an der heute stillgelegten Teiltrasse der Bahnstrecke Siegburg–Olpe. Bis auf eine Schranke befinden sich noch alle zum Betrieb nötigen Gleise dort, ebenso diverse andere bauliche Besonderheiten, obwohl der Gesamtverkehr seit 1997 stillgelegt und die Trasse längst auf beiden Seiten, auch nahe dem Bahnhof nach Westen hin, zerstückelt und vom sonstigen Netz abgetrennt ist. Beim Betreten des Bahnhofs wirkt es aber, als könnte hier nach etwas Freischnitt durchaus noch ein Zug fahren.
  • Hamburg Hellkamp: Auf der Linie U2 befindet sich im Stadtteil Eimsbüttel zwischen den Haltestellen Osterstraße und Lutterothstraße die ehemalige Endhaltestelle Hellkamp, die 1914 eröffnet wurde. 1965 wurde die Linie als U2 zunächst bis Hagenbecks Tierpark verlängert. Zugunsten der Haltestelle Lutterothstraße wurde die unterirdische Station aufgegeben. Die Lage ist heute nur noch an der Aufweitung des Tunnels und einiger Kacheln an den Wänden zu erkennen.
Ungenutzte Nordröhre der Haltestelle Hauptbahnhof-Nord in Hamburg
  • Hamburg Hauptbahnhof Nord: Die Haltestelle wurde Ende der 1960er Jahre mit vier Bahnsteigröhren ausgestattet, von denen heute nur die beiden mittleren für die Linie U2 genutzt werden. Die beiden anderen wurden als Bauvorleistung für eine, seinerzeit geplante Linie zwischen Lurup und Winterhude erstellt, die bisher nicht gebaut wurde. Die ungenutzten Röhren wurden teilweise ausgestattet und sogar mit Werbeplakaten versehen, jedoch bereits kurz nach der Eröffnung der Haltestelle (29. September 1968) wieder verschlossen. Die Nordröhre ist seit den 1990er Jahren für eine Kunstinstallation genutzt.
  • Hattstedt Bahnhof: Nur 5 km von Husum entfernt steht ein weiterer Bahnhof, der seit Ende 1980 nicht mehr in Betrieb ist. Da der Bahnhof nicht wirtschaftlich war, wurde dieser geschlossen. Noch heute ist der Bahnsteig vorhanden. Bei einer Modernisierung des Geländes Ende der 1990er Jahre wurde die beiden Schrankenanlagen, zwischen denen die Züge hielten, auf eine in der Mitte reduziert, was einen möglichen künftigen Betrieb erschweren würde. Immer wieder wurde spekuliert, den Bahnhof wieder an das Netz zu nehmen. Der Bahnhof wird ebenso wie der Husumer Nordbahnhof von der Marschbahn ohne Zwischenhalt durchfahren.
    Geisterstation der D-Linie unter der Haltestelle Hauptbahnhof in Hannover
  • Hannover Hauptbahnhof: Unterhalb der sich in Betrieb befindlichen Ebene der U-Bahnhaltestelle Hauptbahnhof befindet sich eine weitere im Rohbau unvollendete Station, die einem (zurzeit nicht geplanten) unterirdischen Ausbau der D-Linie im Innenstadtbereich als Vorleistung dient.
Stillgelegte Stadtbahnstation Fixheider Weg in Köln
  • Köln Fixheider Weg: Diese Stadtbahnhaltestelle wurde 2003 durch die ca. 200 Meter weiter südlich errichtete Haltestelle Im Weidenbruch ersetzt. Die beiden Seitenbahnsteige und die ehemaligen Zugangstreppen sind bis heute erhalten geblieben.
  • Köln: Der Bahnhof Porz-Heumar an der Bahnstrecke Köln-Kalk–Overath ist mit Gleisen und Empfangsgebäude noch vorhanden, allerdings hält die Regionalbahn nach Marienheide seit der Stilllegung in den 1980er Jahren hier nicht mehr. Der Bahnhof wird nur noch benutzt, wenn wegen Bauarbeiten die anderen Bahnhöfe und Haltepunkte in der Nähe nicht in Betrieb sind.
  • Köln Bahnhof Deutz/Messe Kölnarena: Als die Stadtbahn Deutz in Ost-West-Richtung im Tunnel gebaut wurde, erstellte man als Vorleistung im Bereich Deutz/Messe die Tunnelstation für die Deutzer Nord-Süd-Stadtbahn in der dritten Ebene mit. Sie ist bis heute ungenutzt und wird nach aktuellem Planungsstand nicht mehr in Betrieb genommen.
  • Köln U-Bahnhof Heumarkt: Über der Ebene der Nord-Süd Stadtbahn wurde als Vorleistung für eine unterirdische Führung der Ost-West Stadtbahn eine Tunnelstation gebaut. Sie soll übergangsweise für die nächsten Jahre mit Ladenlokalen versehen werden.
  • Köln U-Bahnhof Severinstraße: Eine vollständig unterirdische Ost-West Streckenführung zwischen Poststraße und der Rampe der Severinsbrücke ist eingeplant.
Bahnhof Leuna 2009
  • Leuna: Bis 1998 verkehrten Züge der Bahnstrecke Merseburg–Leipzig; der Verkehr wurde jedoch am 23. Mai 1998 eingestellt und somit der Bahnhof Leuna nicht mehr bedient.
  • Ludwigshafen: Im Zuge der Stilllegung des ehemaligen Stadtbahntunnels aus Kostengründen wurde die Station Danziger Platz komplett, und die Stationen Rathaus und Hauptbahnhof teilweise stillgelegt.
  • München Olympiastadion: Er wurde im Zuge der Olympischen Sommerspiele 1972 errichtet, um neben der Münchner U-Bahn ein zweites leistungsfähiges Transportmittel zum Olympiagelände zur Verfügung zu stellen. Nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft 1988 wurde der Bahnhof 1988 geschlossen.
  • München: Am 12. Dezember 2004 wurde der Bahnhof im Mühlthal (zwischen Gauting und Starnberg) mit dem Fahrplanwechsel der S-Bahn München durch den neuen Bahnhof Starnberg Nord, rund einen Kilometer südlich ersetzt . Seitdem fährt die S6 durch diesen Bahnhof ohne Zwischenhalt durch.
  • Nothberg (Eschweiler): wird seit 2009 nicht mehr vom Regionalexpress angefahren. Die auf der Parallelstrecke verkehrende Euregiobahn fährt jedoch den etwa 500 m nördlich liegenden Haltepunkt Eschweiler-Nothberg an.
  • ehemaliger Bahnhof Solingen Süd: Am 28. Mai 2006 wurde im Rahmen der Regionale 2006 der neue Haltepunkt Solingen-Grünewald und am 10. Dezember 2006 der neue Haltepunkt Solingen-Mitte in Betrieb genommen. Der dazwischen liegende alte Solinger Hauptbahnhof (von 1890 bis 1913 „Solingen Süd“) wurde am 28. Mai 2006 stillgelegt, als Betriebsstelle aufgelassen und seitdem ohne Halt durchfahren. Die Bahnsteige und die Gleisbrücke sind aber noch zu erkennen. Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist nun ein Museum. Seit dem 10. Dezember 2006 ist unter der Bezeichnung "Solingen Hbf" der Fernbahnhof eingetragen, der bis dahin den Namen "Solingen-Ohligs" trug.
  • Saarbrücken Messebahnhof: Der in den 1960er Jahren errichtete Messebahnhof schloss die Pendler mit der Bahn an die Messe an. Seit dem Jahr 1997 wurde dies von der Saarbahn-Linie S2 übernommen. 2006 fuhr die S2 das letzte Mal und der Linienbetrieb wurde eingestellt, da auch die Messebusse den Fahrgastbetrieb auf sich nehmen konnten. Anlässlich der 65. Saarmesse erfolgte ein letzter Betrieb 2009. Seitdem ist der Messebahnhof und die dazugehörende Rosseltalbahn komplett stillgelegt, allerdings sind noch Bahnhofsschild und Bahnsteige sehr gut zu erkennen.
  • Stuttgart-Zuffenhausen: Der Bahnhof wurde im Zuge der Einführung der S-Bahn Stuttgart in den 1970er Jahren neu gebaut. Da es in der damaligen Zeit angedacht war, die Straßenbahn-Linie nach Stammheim durch eine U-Bahn zu ersetzen, die vom Haltepunkt Friedrichswahl unterirdisch in einer langen Kurve unter dem Bahnhof hindurch führt, wurden beim Bau des Bahnhofes Vorarbeiten für den Bau einer U-Bahn-Station geleistet. Nach Fertigstellung des Bahnhofes dauerte es jedoch über 25 Jahre, bis es überhaupt zu konkreten Plänen zur Konvertierung der Straßenbahnlinie 15 auf Stadtbahn-Betrieb kam. Mit dem Bau des nordwestlichen Astes zur neuen Linie U15 (Bau 2007 bis 2011) wurde die endgültige Trasse nicht über den Bahnhof in Zuffenhausen geführt.

Situation in Österreich[Bearbeiten]

Innerhalb Wiens[Bearbeiten]

Die Station Lerchenfelder Straße der Wiener U-Bahn-Linie U2 wurde am 27. September 2003 aufgelassen. Aufgrund der Verlängerung der Bahnsteige von 75 auf 115 Meter auf der gesamten Linie der U2 verkürzte sich der ohnedies knappe Stationsabstand zwischen den Stationen Lerchenfelder Straße und Volkstheater und führte zur Schließung der Station Lerchenfelder Straße. Es wurden zwar Verkleidungselemente, Stationsschilder und Sitzbänke entfernt, dennoch sind die Seitenbahnsteige dieses Geisterbahnhofs beim Durchfahren mit der U-Bahn nach wie vor gut zu erkennen.

Die Haltestelle Kahlenbergerdorf der S-Bahn Wien wurde am 12. Dezember 2004 außer Betrieb genommen, da die Auslastung der Station zu gering war bzw. parallel verkehrende Buslinien die Verkehrsleistung ausreichend erbringen. Die Haltestelle Strandbäder wurde im Zuge des Baus der U6 vom 4. Mai bis 1. Juni 1996 gesperrt, was dazu genutzt wurde, den Eingang von der Nordostseite auf die Südwestseite zu verlegen. Die gleich daneben liegende U6-Haltestelle Neue Donau führte aber zu einer weiteren Abnahme der ohnehin geringen Frequenz der S-Bahn-Station, so dass diese mit 24. September 2000 stillgelegt wurde. Sie ist aber auch heute noch vorhanden.

Außerhalb Wiens[Bearbeiten]

  • Da mit 31. Juli 2010 der Personenverkehr zwischen Bad St. Leonhard und Zeltweg eingestellt wurde und auf dieser Strecke nur noch Busse verkehren, ist der Bahnhof Reichenfels seither nicht mehr in Betrieb. Lediglich für betriebsinterne Zwecke wird der Geisterbahnhof Reichenfels/St. Peter, der sich im Besitz der ÖBB Immobilien GmbH befindet, genutzt.[1]
  • Ein weiterer Bahnhof im Gebiet von Reichenfels ist die Eisenbahnhaltestelle Taxwirt, die sich an der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark befindet.[1]

Weitere Geisterbahnhöfe[Bearbeiten]

  • Antwerpen: Die zweite Achse der Premetro Antwerpen wurde bisher nie eröffnet, weshalb es dort acht spookstations gibt.
  • Barcelona: Die Station Correos, auf der gelben Linie an der Hauptpost von Barcelona gelegen, wurde 1974 außer Betrieb genommen. Bis zur Außerbetriebnahme wurde dort auch Post per U-Bahn verladen.
  • Brüssel: Die Station Sainctelette zwischen Ribaucourt und Yser/IJzer wurde zwar im Rohbau zehn Jahre gebaut, aber bei Inbetriebnahme der dortigen Strecke 1988 nie eröffnet, da sie zu kurze Abstände zu den anderen Stationen hatte. Trotzdem sieht man während der Fahrt die Säulen und Treppen deutlich.
  • Charleroi: Die Stationen Neuville, Chet, Pensée und Centenaire der Stadtbahn Charleroi sind, ebenso wie die Strecke, seit 1987 betriebsfähig fertig gestellt, wurden aber noch nie im Fahrgastbetrieb genutzt. Weitere Stationen befinden sich im Rohbau.
  • London: In der britischen Hauptstadt gibt es zahlreiche ungenutzte Bahnhöfe, siehe Geschlossene Stationen der London Underground
  • Madrid: Station Chamberi auf der Linie 1 zwischen "Bilbao" und "Iglesia". Durch die Verlängerung der Bahnsteige von 60 auf 90 Meter betrug der Stationsabstand zwischen "Chamberi" und "Iglesia" nur noch um 250 Meter, so dass die Station geschlossen wurde.
  • Moskau: Der 1975 errichtete U-Bahnhof Wolokolamskaja der Tagansko-Krasnopresnenskaja-Linie wurde zwecks Anschluss eines letztlich nie realisierten Wohngebiets gebaut. Inzwischen gibt es Pläne, die Station als Stadion Spartak fertigzustellen, was 2015 erfolgen könnte. Der ursprüngliche Name Wolokolamskaja wurde inzwischen einem anderen Moskauer U-Bahnhof gegeben, der Ende 2009 eröffnet wurde.
  • New York City: Bei der New York City Subway wurden in den 1950er Jahren an einigen Strecken die Bahnsteige verlängert, so dass sie nunmehr Züge von zehn statt wie zuvor fünf Wagen Länge aufnehmen konnten. Dies hätte jedoch an einigen Stellen sehr geringe Stationsabstände bedeutet, was zur Schließung einiger Bahnhöfe führte, die von den Zügen heute ohne Halt durchfahren werden.[2]
Die Station Kostner im Westen Chicagos war nur von 1962 bis 1973 in Betrieb und ist seitdem geschlossen.
  • Ein ähnliches Phänomen gibt es in Chicago. Dort wurden zur technischen Beschleunigung im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche schwach frequentierte Stationen der örtlichen Hochbahn aufgelassen und abgebrochen. Einige aber blieben bis heute stehen, weil sie einst mit Fördermitteln des Bundes errichtet oder renoviert wurden, die im Falle des Abbruchs zurückgezahlt werden müssten.
  • Paris: Arsenal, Champ de Mars, Croix-Rouge, Gare du Nord (ein Bahnsteig), Haxo, Invalides (ein Bahnsteig), Porte des Lilas-Cinéma, Porte Maillot (ein Bahnsteig), Porte Molitor / Murat, Saint-Martin, Victor Hugo (alter Bahnhof)
  • Stockholm: Es gibt einen U-Bahnhof, genannt Kymlinge (Blaue Linie), der als Bahnhof beim Bau der Linie vorbereitet wurde, aber nicht benutzt wird, weil der Stadtteil noch nicht gebaut ist.
  • Toronto: Der U-Bahnhof Bay an der Bloor-Danforth Line der Toronto Subway besitzt unterhalb der heute genutzten Station noch eine zweite Bahnsteigebene. Sie diente als Zustiegsmöglichkeit für Züge, die ab Februar 1966 von Osten her kommend Richtung Museum auf die heutige Yonge-University-Spadina-Linie abbogen. Weil sich diese Linienführung aber schnell als technisch äußerst ungünstig erwies, nahmen bereits im September desselben Jahres keine Züge mehr diesen Weg. Die Station ist aber immer noch voll betriebsbereit.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Knobloch: Geisterbahnhöfe. Westlinien unter Ostberlin. Ch. Links Verlag, ISBN 3-86153-034-1
  • Ulrich Alexis Christiansen: Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt. Ch. Links Verlag, ISBN 3-86153-473-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geisterbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b "Geisterbahnhof" auf dem Abstellgleis > Kleine Zeitung
  2. Joe Brennan: Abandoned Stations