SV Sandhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SV Sandhausen
Logo
Voller Name Sportverein 1916
Sandhausen e.V.
Ort Sandhausen, Baden-Württemberg
Gegründet 1. August 1916
Vereinsfarben schwarz-weiß
Stadion Hardtwaldstadion
Plätze 15.300
Präsident DeutschlandDeutschland Jürgen Machmeier
Trainer DeutschlandDeutschland Alois Schwartz
Homepage www.svs1916.de
Liga 2. Bundesliga
Verbandsliga Baden (II.)
2013/14 12. Platz
5. Platz (II.)
Heim
Auswärts

Der SV Sandhausen 1916 ist ein deutscher Fußballverein mit rund 700 Mitgliedern[1] aus dem kurpfälzischen Sandhausen (Baden-Württemberg). Die erste Mannschaft des Vereins spielt seit der Spielzeit 2012/13 in der 2. Fußball-Bundesliga, die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste große Erfolg gelang dem am 1. August 1916 gegründeten SV Sandhausen in der Saison 1930/31 mit dem Aufstieg in die Bezirksliga Rhein/Saar, damals eine der höchsten deutschen Fußballklassen. In dieser Klasse hatte der SV schwere Spiele gegen damals namhafte Mannschaften wie den SV Waldhof, VfL Neckarau, VfR Mannheim, Phönix Ludwigshafen usw. zu bestreiten. Die Zugehörigkeit zu dieser starken Klasse währte nicht lange. Nach einem Jahr erfolgte der Abstieg. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs spielte der SV als Teil der Kriegssportgemeinschaft (KSG) Walldorf-Wiesloch eine Saison in der Gauliga Nordbaden, stieg jedoch ohne Punktgewinn wieder ab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich der SV Sandhausen zunächst in der Landes- bzw. 2. Amateurliga, bevor in der Saison 1956/57 der Aufstieg in die 1. Amateurliga Nordbaden erspielt wurde. Diese Klasse hielt man bis zur Qualifikation zur neu gegründeten Oberliga Baden-Württemberg im Jahr 1978. Der Verein konnte sich in der Folge fast immer in der Spitzengruppe der Liga behaupten. In den Spielzeiten 1977/78 und 1992/93 feierte der SV Sandhausen mit dem Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft seine bislang größten Erfolge. Ein weiterer Erfolg konnte der SV Sandhausen im DFB-Pokal 1985/86 verbuchen, nachdem man erst im Viertelfinale im heimischem Hardtwaldstadion dem Bundesligisten Borussia Dortmund 1:3 unterlag. 1994 qualifizierte sich der SV Sandhausen als 9. der Oberliga nicht für die neu eingerichtete Regionalliga Süd. Im Jahr 1995 wurde man Meister der Oberliga Baden-Württemberg und stieg in die Regionalliga Süd auf, stieg aber direkt wieder ab. In derselben Saison gelang dem SV Sandhausen eine Überraschung im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart. Das Spiel ging als längstes Elfmeterschießen (13:12) des Wettbewerbs in die Geschichte ein. 2000 scheiterte der SVS als Meister in der Relegation an SSV Jahn Regensburg, der in die Regionalliga aufstieg. Mit insgesamt 28 Jahren Ligazugehörigkeit zur Oberliga Baden-Württemberg führt der SV deutlich die „ewige Tabelle“ der Liga an.

2005/06 plante Dietmar Hopp den Regionalligisten TSG Hoffenheim mit dem Oberligisten SV Sandhausen sowie dem Verbandsligisten FC-Astoria Walldorf zu fusionieren, um in seiner Heimatregion so einen starken Klub aufzubauen, der in die Bundesliga aufsteigen sollte.[2] Der Deutsche Fußball-Bund begrüßte diese Fusionspläne und gab hierzu sein Einverständnis. Der Fusionsklub sollte demnach entweder als FC Kurpfalz Heidelberg oder HSW Heidelberg 06 firmieren.[3] Letztlich scheiterte diese Fusion jedoch und die Kooperation wurde beendet.[4] Am Ende der Saison 2006/07 stieg die erste Mannschaft des SV Sandhausen in die Regionalliga Süd auf. 2007/08 nahm der SV Sandhausen an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals teil, wo er gegen den Zweitligisten Kickers Offenbach mit 0:4 unterlag. In der Regionalligasaison 2007/08 verfehlte die Mannschaft zwar mit Platz 5 den Aufstieg in die 2. Bundesliga, war aber für die neue 3. Liga qualifiziert. Die erste Saison 2008/09, die erste im Profifußball, beendete der SV Sandhausen mit einer ausgeglichenen Bilanz auf Platz 8. Im Februar 2010 trennte sich der SV Sandhausen nach viereinhalb erfolgreichen Jahren von Trainer Gerd Dais. Nachfolger von Dais wurde Frank Leicht, der zuvor Eintracht Frankfurt II trainierte.

Am 11. Mai 2010 gewann der SV Sandhausen das Finale um den Pokal des Badischen Fußball-Verbandes gegen den FC Nöttingen im Elfmeterschießen mit 7:6. Der Verein war damit für die erste Runde des DFB-Pokals 2010/11 qualifiziert, in der er das Spiel gegen den FC Augsburg im Elfmeterschießen verlor.

Nach einem durchwachsenen Start in die Saison 2010/11 wurde am 12. September 2010 Trainer Frank Leicht beurlaubt. Sein Nachfolger wurde Pawel Dotschew,[5] der wegen Erfolglosigkeit am 14. Februar 2011 ebenfalls beurlaubt und unmittelbar darauf durch seinen Vor-Vorgänger Gerd Dais ersetzt wurde.[6]

In der ersten Runde des DFB-Pokals 2011/12 unterlag der SVS dem damaligen Deutschen Meister und späteren Pokalsieger Borussia Dortmund mit 0:3. In der Drittliga-Saison 2011/12 wurde der SV Sandhausen Meister und stieg in die 2. Bundesliga auf. Im November 2012 trennte sich der SV Sandhausen als Tabellenletzter der 2. Liga von Trainer Gerd Dais. Sein Nachfolger wurde Hans-Jürgen Boysen. Am 32. Spieltag der Spielzeit 2012/13 stieg der SV Sandhausen nach nur einem Jahr Zweitklassigkeit sportlich in die 3. Liga ab. Der am 29. Mai 2013 gegenüber dem MSV Duisburg seitens der DFL ausgesprochene Lizenzentzug für die 2. Bundesliga[7] wurde durch eine Schiedsgerichtsentscheidung am 19. Juni 2013 rechtskräftig. Damit trat der SV Sandhausen auch in der Spielzeit 2013/14 in der 2. Bundesliga an.

Seit der Saison 2013/14 ist Alois Schwartz Trainer beim SVS. Durch einen 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten 1. FC Nürnberg erreichte der Verein die zweite Runde des DFB-Pokals. Dort gab es einen erneuten Erfolg, mit 3:1 wurde gegen den SC Wiedenbrück 2000 gewonnen und damit erreichte der SV Sandhausen zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Achtelfinale des DFB-Pokals. Doch im Achtelfinale mussten sich die Sandhäuser dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt mit 2:4 geschlagen geben. Als Prämie erhielt der Verein für das Erreichen des Achtelfinales 500.000 Euro. Am Ende der Saison erreichte man Tabellenrang 12 und konnte die Klasse halten.

Sportlicher Verlauf[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

Saisonbilanzen seit 1967[Bearbeiten]

Saison Spielstufe Liga Platz Tore Punkte
1967/68 3. 1. Amateurliga Nordbaden 3. 57:38 36:24
1968/69 3. 1. Amateurliga Nordbaden 3. 46:45 37:23
1969/70 3. 1. Amateurliga Nordbaden 3. 57:38 36:24
1970/71 3. 1. Amateurliga Nordbaden 6. 31:28 34:26
1971/72 3. 1. Amateurliga Nordbaden 3. 71:39 45:19
1972/73 3. 1. Amateurliga Nordbaden 4. 55:55 33:27
1973/74 3. 1. Amateurliga Nordbaden 4. 69:37 38:22
1974/75 3. 1. Amateurliga Nordbaden 3. 60:34 40:20
1975/76 3. 1. Amateurliga Nordbaden 2. 53:29 42:18
1976/77 3. 1. Amateurliga Nordbaden 2. 78:43 45:15
1977/78 3. Amateurliga Nordbaden 2. 68:42 40:20
1978/79 3. Oberliga Baden-Württemberg 11. 60:61 39:37
1979/80 3. Oberliga Baden-Württemberg 8. 52:58 33:35
1980/81 3. Oberliga Baden-Württemberg 1. 83:36 49:19
1981/82 3. Oberliga Baden-Württemberg 7. 59:34 41:27
1982/83 3. Oberliga Baden-Württemberg 3. 87:45 49:23
1983/84 3. Oberliga Baden-Württemberg 3. 75:47 44:24
1984/85 3. Oberliga Baden-Württemberg 1. 67:35 47:21
1985/86 3. Oberliga Baden-Württemberg 4. 67:48 41:31
1986/87 3. Oberliga Baden-Württemberg 1. 56:36 44:24
1987/88 3. Oberliga Baden-Württemberg 3. 60:38 41:27
1988/89 3. Oberliga Baden-Württemberg 4. 55:41 40:28
1989/90 3. Oberliga Baden-Württemberg 6. 66:52 41:27
1990/91 3. Oberliga Baden-Württemberg 5. 53:44 40:28
1991/92 3. Oberliga Baden-Württemberg 11. 45:46 32:36
1992/93 3. Oberliga Baden-Württemberg 2. 57:35 45:23
1993/94 3. Oberliga Baden-Württemberg 9. 52:39 33:35
1994/95 4. Oberliga Baden-Württemberg 1. 72:30 50:14
1995/96 3. Regionalliga Süd 16. 42:59 34
1996/97 4. Oberliga Baden-Württemberg 4. 58:31 54
1997/98 4. Oberliga Baden-Württemberg 7. 52:45 44
1998/99 4. Oberliga Baden-Württemberg 2. 44:23 59
1999/2000 4. Oberliga Baden-Württemberg 1. 68:24 70
2000/01 4. Oberliga Baden-Württemberg 4. 69:44 57
2001/02 4. Oberliga Baden-Württemberg 2. 63:32 68
2002/03 4. Oberliga Baden-Württemberg 4. 59:46 56
2003/04 4. Oberliga Baden-Württemberg 7. 51:42 54
2004/05 4. Oberliga Baden-Württemberg 7. 64:39 50
2005/06 4. Oberliga Baden-Württemberg 5. 65:34 60
2006/07 4. Oberliga Baden-Württemberg 1. 91:36 77
2007/08 3. Regionalliga Süd 5. 48:38 57
2008/09 3. 3. Liga 8. 58:52 50
2009/10 3. 3. Liga 14. 54:63 47
2010/11 3. 3. Liga 12. 43:46 46
2011/12 3. 3. Liga 1. 57:42 66
2012/13 2. 2. Bundesliga 17. 38:66 26
2013/14 2. 2. Bundesliga 12. 29:35 44
2014/15 2. 2. Bundesliga
  • Aufstieg
  • Abstieg

Stadion[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hardtwaldstadion

Der SV Sandhausen trägt seine Heimspiele im am südlichen Ortsausgang direkt am Wald gelegenen Hardtwaldstadion aus. Zur Saison 2008/09 wurde das Hardtwaldstadion aufgrund der Qualifikation für die 3. Liga umgebaut und die Sitzplatzkapazität erhöht. Das Stadion verfügte über 10.231 Plätze, davon 2954 überdachte Sitzplätze. Im Sommer 2012 wurde das Stadion, nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga, auf ca. 12.000 Plätze ausgebaut. Zur Saison 2014/15 wurde das Stadion erneut ausgebaut und weist nunmehr eine Kapazität von 15.300 Plätzen auf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Aktueller Kader 2014/15[Bearbeiten]

Stand 4. Februar 2015[8]

Nr. Spieler Nationalität Geburtstag
Torhüter
1 Marco Knaller Österreicher 26. März 1987
22 Michael Hiegl Deutscher 8. April 1993
33 Manuel Riemann Deutscher 9. September 1988
36 Dominik Machmeier Deutscher 3. November 1995
Abwehr
4 Max Müller Deutscher 16. Mai 1994
5 Daniel Schulz Deutscher 21. Februar 1986
14 Tim Kister Deutscher 30. Dezember 1986
17 Florian Hübner Deutscher 1. März 1991
27 Seyi Olajengbesi Nigerianer 17. November 1980
30 Lukas Kübler Deutscher 30. August 1992
32 Timo Achenbach Deutscher 3. September 1982
Mittelfeld
6 Denis Linsmayer Deutscher 19. September 1991
7 Marco Thiede Deutscher 20. Mai 1992
10 Robert Zillner Deutscher 4. August 1985
11 Moritz Kuhn Deutscher 1. August 1991
15 Alexander Bieler Deutscher 5. September 1992
18 Steven Zellner Deutscher 14. März 1991
19 Leart Paqarada Albaner 8. Oktober 1994
21 Manuel Stiefler Deutscher 25. Juli 1988
23 Kevin Kratz Deutscher 21. Januar 1987
24 Nono Spanier 30. März 1993
29 Eric Schaaf Deutscher 29. Mai 1990
31 Stefan Kulovits Österreicher 19. April 1983
34 Marc Pfertzel Franzose 25. Mai 1981
Angriff
8 Nicky Adler Deutscher 23. Mai 1985
9 Aziz Bouhaddouz Deutscher Marrokaner 30. März 1987
12 Andrew Wooten Deutscher Amerikaner 30. September 1989
13 Rene Gartler Österreicher 21. Oktober 1985
20 Solomon Okoronkwo Nigerianer 2. März 1987
26 Ranisav Jovanović Deutscher Serbe 5. November 1980

Aktueller Trainerstab[Bearbeiten]

Name Funktion
Alois Schwartz Cheftrainer
Gerhard Kleppinger Co-Trainer
Daniel Ischdonat Torwarttrainer

Wechsel zur und während der Saison 2014/15[Bearbeiten]

Stand: 24. Juni 2014

Zugänge

Winter 2014/15

Abgänge

Winter 2014/15

 

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetauftritt des SV Sandhausen, abgerufen am 26. Oktober 2010
  2. Hopp, Hopp in die Bundesliga. SPIEGEL ONLINE GmbH, 28. Oktober 2005, abgerufen am 9. Dezember 2012.
  3. DFB genehmigt Hoffenheimer Fußballfusion. SPIEGEL ONLINE GmbH, 30. November 2005, abgerufen am 9. Dezember 2012.
  4. Oliver Trust: Aus Hopps Schatten in die Zweite Liga. Der Tagesspiegel, 21. April 2012, abgerufen am 22. April 2012.
  5. http://de.eurosport.yahoo.com/13092010/30/dotchew-loest-leicht-trainer-sandhausen.html
  6. Gerd Dais kehrt an den Hardtwald zurück. Website des SV Sandhausen, 14. Februar 2011. Abgerufen am 15. Februar 2011.
  7. http://www.svs1916.de/berraschende-entwicklung-im-lizenzierungsverfahren-36561.html
  8. http://www.svsandhausen.de/profis/kader.html Kader SV Sandhausen