Innichen
| Innichen | |||
|---|---|---|---|
| (ital.: San Candido) | |||
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| Staat: | Italien | ||
| Region: | Trentino-Südtirol | ||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | ||
| Bezirksgemeinschaft: | Pustertal | ||
| Einwohner: (VZ 2011/31.12.2011) |
3.206/3.218 | ||
| Sprachgruppen: (laut Volkszählung 2011) |
85,06 % deutsch 14,64 % italienisch 0,30 % ladinisch |
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| Koordinaten | 46° 44′ N, 12° 16′ O46.73333333333312.2666666666671175Koordinaten: 46° 44′ N, 12° 16′ O | ||
| Meereshöhe: | 1.113–3145 m s.l.m. (Zentrum: 1175 m s.l.m.) | ||
| Fläche: | 80,1 km² | ||
| Dauersiedlungsraum: | 9,6 km² | ||
| Fraktionen: | Innichberg, Vierschach, Winnebach | ||
| Nachbargemeinden: | Innervillgraten (AT), Sexten, Sillian (AT), Toblach | ||
| Partnerschaft mit: | Freising | ||
| Postleitzahl: | 39038 | ||
| Vorwahl: | 0474 | ||
| ISTAT-Nummer: | 021077 | ||
| Steuernummer: | 81006750210 | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister (2010): | Werner Tschurtschenthaler (SVP) | ||
Innichen (italienisch San Candido) ist eine Marktgemeinde mit 3218 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) im Südtiroler Pustertal in Italien an der Grenze zu Österreich. Zu Innichen gehören die beiden Fraktionen Vierschach und Winnebach.
Inhaltsverzeichnis |
Lage [Bearbeiten]
Der Ort liegt auf 1175 m Höhe. Innichen wird von der Drau durchflossen, welche bei der Wasserscheide am Toblacher Feld entspringt.
Geschichte [Bearbeiten]
Im 4. Jahrhundert v. Chr. ließen sich keltische Stämme dort nieder, sie betrieben neben der Viehzucht bereits auch Ackerbau und gründeten eine kleine befestigte Ortschaft. Der Name Innichen stammt aus keltischem Substrat (Gebiet des Indius[1])
15 v. Chr. eroberten die Römer die Provinzen Rätien und Noricum, also auch die Gegend von Innichen. Nachdem die Römerstraße (Via Iulia Augusta), die Aquileia mit Augsburg (Augusta Vindelicorum) verband, durch diese Gegend geführt hatte, gründeten die Römer mit größter Wahrscheinlichkeit hier die Militärstation Littamum.
Am Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. lieferten sich im Hochpustertal die aus dem Osten vorrückenden Slawen mit den aus dem Norden vorrückenden Bajuwaren erbitterte Kämpfe. Die damalige Ortschaft (Littamum?) wurde zerstört, ob durch kriegerische Ereignisse, durch eine Überschwemmung oder durch einen Großbrand, ist nicht geklärt.
769 schenkte der Bayernherzog Tassilo III. dem Abt Atto von Scharnitz einen Landstrich zwischen dem heutigen Welsberg im Westen und Abfaltersbach im Osten mit der Auflage, im campus gelau (= eisiges Land) ein Benediktinerkloster zur Missionierung zu gründen; daraus entstand das heutige Innichen. Innichen ist somit das älteste Stift und eine der ältesten bajuwarischen Siedlungen Tirols.
783 wurde Abt Atto von Scharnitz Bischof von Freising. Seitdem gehörte Innichen mit einer kurzen Unterbrechung bis zur Säkularisation im Jahre 1803 zum Hochstift Freising und bis 1919 zur gefürsteten Grafschaft Tirol.
Um 1140 wurde das Benediktinerstift in ein weltliches Kollegiatstift umgewandelt, an die Stelle der Benediktinermönche traten „weltliche“ Geistliche, die Kanoniker. Seit dem Hochmittelalter entrissen die Vögte (Grafen von Görz, dann Grafen von Tirol), die eigentlich zum Schutz der freisingischen Herrschaft bestimmt waren, dieser fast sämtliche Ländereien, so dass am Ende (1803) davon nur ein Teil der Ortschaft Innichen übrig geblieben war.
Bis zum Ersten Weltkrieg war Innichen Garnison der k.u.k. Österreich-Ungarischen Armee. 1914 waren hier der Stab und das IV. Bataillon des Landesschützen-Regiments Nr. III stationiert.
Nach dem Ersten Weltkrieg errichteten die italienischen Faschisten als Denkmal ein Beinhaus. Das Denkmal ist bis heute umstritten, weil die bestatteten Soldaten von weit entfernten Kriegerfriedhöfen dorthin umgebettet wurden.
Die Fraktionen Vierschach, Winnebach und Innichberg waren bis 1929 selbständige Gemeinden.
Partnerstadt [Bearbeiten]
- Freising (Deutschland) seit 1969
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Stift Innichen (Stiftskirche und Museum)
- Franziskanerkloster Innichen
- Dolomythos-Museum
Tourismus [Bearbeiten]
Innichen gilt als einer der beliebtesten Urlaubsorte im Südtiroler Hochpustertal. Im Sommer wie im Winter bietet es vielfältige Aktivitäten: Im Sommer vor allem Wandern und Klettern sowie Radfahren am Drauradweg und Mountainbiken. Bei Familien besonders beliebt ist der grenzüberschreitende Radweg von Innichen nach Lienz im benachbarten Österreich. Im Winter ist das Skigebiet Haunold in Betrieb, das u. a. auch über eine Rodelbahn verfügt. Seit der Wintersaison 2011/2012 bietet das Skigebiet den Nachtskilauf an.[2] Innichen ist an das Loipennetz des Hochpustertales, das über 200 präparierte Loipen umfasst, angeschlossen. Zudem gibt es Möglichkeiten zum Eislaufen. Die Landschaft ist im Winter für Ausflüge mit Schneeschuhen oder für Skitouren geeignet. Außerdem verfügt Innichen über ein Hallenschwimmbad. Innichen hat ca. 2.500 Fremdenbetten in gastgewerblichen Betrieben. Privatzimmervermieter und Landwirte (Urlaub auf dem Bauernhof) zählen zu zusätzlich ca. 500 Betten.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Bartlmä Firtaler (1480?–1535?), spätmittelalterlicher Architekt und Baumeister mit charakteristischer Gewölbekunst
- Leopold Ganzer (1929-2008), Maler
- Diana Gaspari (* 1984), Curlerin
- Hans Glauber (1933–2008), Soziologe, Künstler, Umweltschützer, Bergsteiger
- Egon Kühebacher (* 1934), Historiker und Sachbuchautor
- Thomas Prugger (* 1971), Snowboarder
- Matthäus Rader (1561-1634), Philologe und Historiker
- Peter Paul Rainer (1885-1938), Dichter und Schriftsteller
- Paul Ram(b)lmayr (von Taufers), Stiftsdekan in Innichen von 1679 bis 1689
- Kurt Sulzenbacher (* 1976), alpiner Skirennläufer
- Michael Wachtler (* 1959), Buchautor und Forscher
Schulen [Bearbeiten]
- zwei deutschsprachige Kindergärten
- ein italienischsprachiger Kindergarten
- eine italienischsprachige Grundschule
- drei deutschsprachige Grundschulen
- eine deutschsprachige Mittelschule
- eine deutschsprachige Fachoberschule
Wappen [Bearbeiten]
Im Jahr 1303 wurde von König Albert I. das Wappen verliehen. Auf den Wappen befindet sich ein roter Grund darauf ein silberfarbiges Kastell, das auf grünen Rasen steht. Über dem Tor findet sich das Wappen des Hochstiftes Freising.
Literatur [Bearbeiten]
- Egon Kühebacher: Die Hofmark Innichen. Ein Heimatbuch für Einheimische und Gäste, hrsg. vom Festkomitee "1200 Jahre Innichen". Bozen 1969
- Egon Kühebacher: Kirche und Museum des Stiftes Innichen. Bozen: Athesia 1993. ISBN 978-8870147216
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Egon Kühebacher, Die Hofmark Innichen (1969), Seite 38
- ↑ Nachtskilauf am Haunold
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