Sender Langenberg

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Sender Langenberg
Sendemast Langenberg-Hordt
Sendemast Langenberg-Hordt
Basisdaten
Ort: Langenberg
Land: Nordrhein-Westfalen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 241 m ü. NN
Verwendung: Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeanlage öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Westdeutscher Rundfunk
Daten der Sendeanlage
Anzahl der Türme/Masten: 2
Höhe der Türme/Masten: 301 m, 170 m
Bauzeiten der Türme/Masten: (1.) 1990
(2.) 2000
Betriebszeiten der Türme/Masten: (1.) seit 1990
(2.) seit 2000
Wellenbereiche: MW-Sender, UKW-Sender
Rundfunk: MW-Rundfunk, UKW-Rundfunk
Sendetyp: DAB
Positionskarte
Sender Langenberg (Nordrhein-Westfalen)
Sender Langenberg
Sender Langenberg
51.35637.1341Koordinaten: 51° 21′ 22,7″ N, 7° 8′ 2,8″ O

Der Sender Langenberg ist der zentrale Sender des Westdeutschen Rundfunks für Mittelwelle, UKW und Fernsehen. Er befindet sich seit 1927 auf dem ca. 240 m.ü.NN hohen Hordberg, auf dem Gemeindegebiet des heute zu Velbert gehörenden Langenberg.

Allgemeines[Bearbeiten]

Größenvergleich der Masten Rommel (links) und Hordtberg (rechts)
Der 170 Meter hohe Sendemast Langenberg-Rommel

Der Sender Langenberg wird für die Ausstrahlung einiger DVB-T-Bouquets, der Mittelwellenfrequenz 720 kHz, eines Lokalfunkprogramms, aller WDR-Hörfunkprogramme sowie von Deutschlandradio Kultur genutzt. Die von der Anlage abgestrahlten UKW-Programme sind in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens mit einem Einzugsgebiet von weit über 10 Millionen Einwohnern in guter Qualität zu empfangen. Damit ist Langenberg der UKW-Sender mit der höchsten „technischen Reichweite“, also der Anzahl der erreichbaren Personen, in ganz Deutschland.

Bis zur Einstellung des Betriebes auf der Frequenz 1593 kHz zum Jahresende 1993 war der Sender Langenberg am „oberen Ende“ des Mittelwellenbereichs einer der markantesten Mittelwellensender in Mitteleuropa. Heute ist ein Empfang auf Mittelwelle nachts auf 720 kHz in ganz Deutschland leicht möglich, allerdings ist er kein dominierender Sender in diesem Frequenzbereich.

Die Sendeanlage verfügt über zwei Sendemasten. Der größere der Masten mit einer Höhe von 301 m ist weithin sichtbar, da er auf dem 245 m hohen Hordtberg steht. Aufgrund seiner Lage ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Der kleinere Sendemast (51° 21′ 4″ N, 7° 8′ 18″ O51.3511111111117.1383333333333) erhebt sich 170 m über den Boden und liegt in der Nähe der Ortschaft Rommel. Die beiden Maste sind etwa 650 m voneinander entfernt.

Am Standort Langenberg befindet sich auch die Zentrale Sendernetz-Überwachung des WDR. Von hier aus werden weite Teile des WDR-Senderbetriebes fernüberwacht und -gesteuert.

Geschichte[Bearbeiten]

1927 bis 1945[Bearbeiten]

Der Sender Langenberg wurde im Jahr 1927 in Betrieb genommen Bis 1934 benutzte dieser Sender als Antennenträger eine T-Antenne, aufgehängt an zwei 100 m hohen gegen Erde isolierten Sendetürmen, und arbeitete mit einer Leistung von 60 kW.

Zu Beginn der 1930er Jahre gab es mehrfach Versuche von kommunistischen Gruppen, die Modulationsleitung des Senders anzuzapfen und somit über den Sender einen Aufruf zum Weltkommunismus auszustrahlen. Eines nachts wurde heimlich ein roter Stern auf einen der beiden Türme aufgehängt.

1934 wurde die Sendeleistung auf 100 kW erhöht und die beiden Stahltürme durch einen 160 m hohen Holzsendeturm, in dessen Mitte die Antenne aufgehängt war, ersetzt. Doch dieser Turm sollte kein langes Leben haben. Er wurde am 10. Oktober 1935 durch eine Windhose zerstört. Als Ersatz wurde eine Dreieckflächenantenne, die an drei 45 m hohen Holzfachwerktürmen aufgehängt war, errichtet, die im Dezember 1935 fertig wurde.

1940/41 wurde diese durch einen 240 m hohen gegen Erde isolierten Stahlrohrmast ergänzt. Am 12. April 1945 wurde die gesamte Antennenanlage des Senders Langenberg von Angehörigen des SS-Postschutzes gesprengt.

1945 bis 1975[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von der britischen Besatzungsmacht zwei Dreieckflächenantennen errichtet, die an je drei 50 m hohen abgespannten Stahlrohrmasten befestigt waren. Eine dieser Anlagen wurde 1948 abgebaut, da an ihrer Stelle ein 160 m hoher gegen Erde isolierter Sendemast errichtet wurde. Bei der anderen Anlage wurden 1949 zwei Masten durch einen Sturm zerstört, der dritte Sendemast wurde in einen selbststrahlenden Sendemast umgebaut, der bis 1957 seinen Dienst versah.

1949 wurde noch ein zweiter Sendemast mit 120 m Höhe gebaut, dem 1952 ein 210 m hoher Sendemast für UKW und Fernsehen folgte. Während der 120 m hohe Sendemast als Sendemast für Mittelwelle gegen Erde isoliert war, war der 210-m-Mast geerdet.

Mitte der 1960er Jahre wurde der Mittelwellensender stark aufgerüstet und auf die Frequenz 1586 kHz umgestimmt. Dies ermöglichte während der Nachtstunden häufig einen Empfang bis in die USA. Im Zuge dieser Maßnahme wurde der 120 m hohe Sendemast auf 95 m Höhe reduziert und mittels zweier Trennisolatoren unterteilt.

1975 bis 1995[Bearbeiten]

Im Zuge der Ausarbeitung des Genfer Wellenplans (1974/75) musste der WDR seine Exklusivfrequenz 1586 kHz aufgeben und den MW-Sender auf 1593 kHz umstimmen. Da diese Frequenz auch von anderen Stationen genutzt wurde, traten trotz der hohen Sendeleistung von 800 kW nachts gelegentlich Interferenzprobleme auf. Zum Ausgleich erhielt der Westdeutsche Rundfunk die zweite Mittelwellenfrequenz 720 kHz, die aber nur im Tagbetrieb genutzt werden durfte. Zwischen 1988 und 1990 wurden der 95 m hohe MW-Sendemast und der 210 m hohe UKW- und Fernseh-Sendemast durch einen 301 m hohen geerdeten abgespannten Stahlfachwerkmast mit einer Reusenantenne für die Mittelwelle im unteren Teil ersetzt.

Ende 1993 wurde der MW-Sender für die Frequenz 1593 kHz stillgelegt, da er PCB-haltige Bauteile enthielt. Die MW-Frequenz 720 kHz blieb weiterhin in Betrieb, durfte aber bis zu einer Nachkoordinierung 1995 nur tagsüber betrieben werden. Zu dieser Zeit gab es in Langenberg zwei Sendemasten: den 1948 errichteten 160 m hohen Sendemast für Mittelwelle und den 301 m hohen Sendemast für MW, UKW und Fernsehen.

Ab 1995[Bearbeiten]

Der Sender von Wuppertal aus gesehen (Toelleturm)
Nachtaufnahme des Sendemastes

Der 160 m hohe Sendemast musste 1996 saniert werden. Bei diesen Arbeiten riss ein Hilfsseil, und so stürzte er am 2. September 1996 ein.

1995 musste aus EMVU-Gründen die Sendeleistung der Mittelwellensender in Langenberg drastisch reduziert werden. Waren es zu Beginn der 90er Jahre noch 1.000 kW (800 kW für 1593 kHz und 200 kW für 720 kHz), so waren nur noch 85 kW zulässig. Nach dem Einsturz des 160-m-Mastes musste diese sogar auf 20 kW reduziert werden.

Schon bald danach plante der WDR, den eingestürzten Mast durch eine Neukonstruktion in Form eines abgespannten geerdeten Stahlfachwerkmasten mit einer Reusenantenne für Mittelwelle zu ersetzen. Da für den Nachtbetrieb der Mittelwellenfrequenz 720 kHz (die Mittelwellenfrequenz 1593 kHz wurde an Radio Free Europe abgegeben) eine Ausblendung in westlicher Richtung erforderlich ist, musste eine dieser Reusen separat speisbar gebaut werden.[1] Mit dem Bau des Sendemasten wurde Mitte 1999 begonnen, doch verzögerte sich die Fertigstellung wegen eines fehlerhaften Fundaments bis in den Juli 2000. Mit der Inbetriebnahme des neuen 170 m hohen Sendemastes wurde die Sendeleistung der Mittelwelle wieder auf 63 kW erhöht.

Von 2006 bis einschließlich 31. Dezember 2011 wurden auf der Frequenz 1593 kHz verschiedene WDR-Hörfunkprogramme (WDR 2 Klassik, KiRaKa) im DRM-Modus abgestrahlt. Hierfür verwendete man eine am 301 m hohen Mast angebrachte und speziell auf DRM-Betrieb abgestimmte Reusenantenne.[2]

Am 20. November 2007 wurde um 1:00 Uhr der analoge Fernsehsender (Kanal 9, ARD) des Senders Langenberg abgeschaltet, der bis dahin weite Teile des Rheinlands und Ruhrgebiets mit dem analogen Programm der ARD versorgt hatte. Auf diesem Kanal wurde seit 1954 von Langenberg aus Fernsehen gesendet, es handelte sich somit um einen der ältesten und am längsten durchgehend betriebenen Fernsehsender Europas.

Analoger Hörfunk (UKW)[Bearbeiten]

Frequenz 
(in MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
88,8 WDR 5 WDR_5___ D395 100 ND H
95,1 WDR 3 WDR_3___ D393 100 ND H
96,5 Deutschlandradio Kultur DKULTUR_ D220 45 ND H
97,6 Radio Neandertal NEANDER_ D359 4 D (190–240°) H
99,2 WDR 2 WDR_2___ D392 Rhein-Ruhr 100 ND H
101,3 WDR 4 WDR_4___ D394 100 ND H
103,3 Funkhaus Europa __WDR___/FUNKHAUS/_EUROPA_ D496 100 ND H
106,7 1 Live _1LIVE__ D391 70 ND H

Digitaler Hörfunk (DAB)[Bearbeiten]

Seit dem 29. Juli 2011 strahlt der Rundfunksender Langenberg digitale Radioprogramme auch in DAB+ aus. Die Abstrahlung des bundesweiten Multiplex erfolgt in horizontaler Polarisation auf DAB-Kanal 5C. Am 29. August 2012 erfolgte der Wechsel von DAB-Kanal 12D auf DAB-Kanal 11D. Über diesen wird derzeit der Multiplex Radio für NRW mit den Programmen des WDR, dem Domradio sowie Radio Impala mit einer Leistung von 10 kW ERP übertragen.

Block Programme
(Datendienste)
ERP 
(kW)
Antennen- diagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+-Multiplex der Media Broadcast: 10 ND H


11D 
Radio für NRW
(D__00236)
DAB+-Multiplex des WDR/LfM: 10 ND H Aachen (Stolberg-Donnerberg),

Arnsberg (Schloßberg), Bad Oeynhausen (P.Westf.-Wittekindsberg), Bonn (Venusberg), Dortmund (Florianturm), Düsseldorf (Rheinturm), Ederkopf (Oberste Henn), Eifel (Dahlem-Bärbelkreuz), Herford (Eggeberg), Gummersbach (Engelskirchen-Hohe Warte), Ibbenbüren (Blomenkamp), Kleve (Bresserberg), Köln (Kölnturm), Langenberg (Hordtberg), Münster (Nottuln-Baumberge), Nordhelle / Ebbegebirge, Oelde (Mackenberg), Olsberg, Siegen (Giersberg), Stemwede (Arrenkamp), Teutoburger Wald (Bielstein), Wuppertal (Auf der Königshöhe)

Analoger Hörfunk (MW)[Bearbeiten]

Frequenz 
(kHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Regionalisierung
720 WDR 2, zeitweise WDR VERA, WDR Event 63,5 ND (Tag), D (Nacht) Rheinland

Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten]

Seit dem 8. November 2004 strahlt der Rundfunksender Langenberg bis zu 24 digitale Fernsehprogramme aus.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
25 506 WDR (Dortmund) 50 D (40–90°) V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
29 538 RTL-NRW1) 50 D (210–90°) V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
35 586 ZDFmobil 50 ND V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
46 674 WDR (Düsseldorf/Duisburg) 50 D (210–10°) V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
48 690 ARD Digital 50 D (210–90°) V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
52 722 LfM 50 D (210–90°) V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
55 746 ProSiebenSat.1 Media AG 50 D (210–90°) V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
1) eventuelle Abschaltung zum 31. Dezember 2016
[3]

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten]

Bis zur Umstellung auf DVB-T wurden folgende Programme in analogem PAL gesendet:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
9 203,25 Das Erste (WDR) 100 ND H

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste bekannter Sendeanlagen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rundfunksender Langenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernd Waniewski: Langenberg-Rommel MW Diplexer Abgerufen am 2. März 2013.
  2. Bernd Waniewski: Langenberg Hordt MW ENW. Abgerufen am 2. März 2013.
  3. LfM/Media Broadcast: Media Broadcast treibt Aufbau einer DVB-T2-Plattform für die terrestrische Verbreitung von HD-Programmen voran. 3. Juni 2014, abgerufen am 3. Dezember 2014.