Frankenwarte

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Dieser Artikel befasst sich mit der Frankenwarte Würzburg. Es gibt auch eine Frankenwarte im Frankenwald.
Frankenwarte
Funkübertragungsstelle Würzburg 2
Die Sendemasten von Nordwesten gesehen
Die Sendemasten von Nordwesten gesehen
Basisdaten
Ort: Würzburg
Land: Bayern
Staat: Deutschland
Höhenlage: 359 m ü. NHN
Verwendung: Fernmeldeanlage, Rundfunksender
Besitzer: Deutsche Funkturm, Bayerischer Rundfunk
Daten der Sendeanlage
Bauzeiten der Türme/Masten: (1.) 1961
(2.) 1985
(3.) 1993
(4.) 2009-2010
Wellenbereiche: MW-Sender, UKW-Sender
Rundfunk: MW-Rundfunk, UKW-Rundfunk
Sendetypen: DVB-T, Mobilfunk, Richtfunk, NTSC, DAB
Positionskarte
Frankenwarte (Bayern)
Frankenwarte
Frankenwarte
49.7805449.906283Koordinaten: 49° 46′ 50″ N, 9° 54′ 22,6″ O
Alter Sendemast (links, mittlerweile demontiert) und neuer Sendeturm (rechts)
Blick über den Südwestteil von Würzburg.
Die Sendemasten im Hintergrund gehören zur Frankenwarte.

Die Frankenwarte ist ein Gelände auf dem südwestlich der Würzburger Innenstadt gelegenen Nikolausberg (Höhe 359 m ü. NN). Dort befinden sich mehrere Sendeanlagen, ein Aussichtsturm (errichtet 1894) und die Akademie Frankenwarte.

Senderstandort Frankenwarte[Bearbeiten]

Bei den Sendeanlagen / der Sendeinfrastruktur handelt es sich um

  1. einen von 2009 bis 2010 errichteten und 125 Meter hohen Stahlgitterturm der Bayerischen Rundfunks. Er ersetzte einen älteren, 1952 errichteten 111 Meter hohen Sendemast. Der alte Sendemast wurde am 31. Mai 2011 gesprengt.
  2. einen 1961 erbauten, 118 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmast als Sendemast für Richtfunk, UKW-Hörfunk und TV der Deutschen Telekom AG. Dieser Sendemast dient zur Verbreitung der Radioprogramme privater Programmanbieter und dem DVB-T-Multiplex des ZDF.
  3. einen 85 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmast der Deutschen Telekom AG. Er wurde 1985 errichtet, da die Aufnahmekapazität des alten Sendemastes schon erschöpft war und weil der Bau eines Sendeturms in Stahlbetonbauweise auf dem Antennen für alle Funkdienste, welche die Deutsche Telekom AG auf der Frankenwarte betreibt, nicht zustande kam.
  4. einen Turm für den Mobilfunk in Fertigbetonbauweise auf dem Gelände des Bayerischen Rundfunks, der 1993 errichtet wurde und einen vorhandenen kleineren Schleuderbetonmast ersetzte.
  5. einen kleinen freistehenden Stahlturm für Richtfunkantennen für die Zuspielung von Fernsehprogrammen auf dem Areal der Sendeanlage der Deutschen Telekom AG auf der Frankenwarte.

Es muß früher noch mindestens einen weiteren Sendemast auf der Frankenwarte gegeben haben, denn neben dem Richtfunkturm - außerhalb des Areals der Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks - existiert noch ein ehemaliges Pardunenfundament.

Abspannfundament eines einstigen Sendemasten auf der Frankenwarte

1985 gab es einen Vorstoß von seiten der damaligen Bundespost auf der Frankenwarte einen Sendeturm aus Stahlbeton zu errichten. Das Vorhaben wurde aber wegen zahlreicher Einsprüche nicht realisiert.

Die Sendeinfrastruktur (Sendergebäude, Sendemast) welche sich im Besitz der Deutschen Telekom AG befinden, werden von der zum Konzern gehörenden Deutsche Funkturm GmbH verwaltet.

Neuer Sendeturm[Bearbeiten]

Der neue Sendemast (2011)

Im Juli 2010 ging der neue Sendeturm des Bayerischen Rundfunks in Betrieb.[1] Der 125 m hohe freistehenden Stahlgitter-Sendeturm wird auf Grund seiner Form im Volksmund auch „kleiner Eiffelturm“ genannt. Er übernimmt die Funktion des 1952 erbauten früheren Sendemastes und verbessert den Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen über terrestrische Antennen (DVB-T). Seitlich am Turm befindet sich ein Draht, über den die Sendeenergie des zur Übertragung des Mittelwellen-Programms Bayern plus auf der Frequenz 729 kHz eingesetzten Mittelwellensenders zur Abstrahlung über den Turm eingespeist wird. Der alte Mast wurde am 31. Mai 2011 um 14.00 Uhr gesprengt.[2]

Frequenzen und Programme[Bearbeiten]

Analoges Radio (UKW)[Bearbeiten]

Programme des Bayerischen Rundfunks[Bearbeiten]

Die nachfolgend aufgeführten Programme werden vom Stahlgittermast des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt.

Frequenz 
(in MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
90,9 Bayern 1 Bayern_1
B1_Main
Bayern_1N
D311
D711 (regional)
Mainfranken; Nordbayern 5 ND H
90,0 Bayern 2 Bayern_2
Bayern2N
D312
D712 (regional)
Nordbayern 5 ND H
97,6 Bayern 3 BAYERN_3 D313 5 ND H
89,0 BR-Klassik BR-Klass D314 5 ND H
105,7 B5 aktuell B5_akt__ D315 0,2 D (210°-160°) H

Programme des Sendenetzbetreiber Media Broadcast[Bearbeiten]

Die nachfolgend aufgeführten Programme werden von der Media Broadcast über die Sendeinfrastruktur der Deutschen Funkturm GmbH ausgestrahlt.

Frequenz 
(in MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
100,3 Deutschlandfunk __DLF___ D210 0,1 D (330°-100°) H
101,3 Deutschlandradio Kultur DKULTUR_ D220 0,1 D (330°-100°) H
104,4 Antenne Bayern ANTENNE_ D318 5 ND H
92,1 Klassik Radio KLASSIK_ D75B 0,3 D (340°-320°) H
95,8 egoFM _egoFM__ 1014 0,3 D (330°-300°) H
102,4 Charivari.fm _CHARI__ D41A 0,3 ND H
106,9 106,9 Radio Gong __GONG__ D78C 5 ND H
97,1 derzeit ungenutzt 0,3 ND H

Analoges Radio (MW)[Bearbeiten]

Draht zur Einspeisung der Hochfrequenzenergie des Mittelwellensenders in die Turmkonstruktion

Der Sendeturm selbst dient als Sendeantenne für den Mittelwellensender. Da er geerdet ist, muß die abzustrahlende Sendeenergie in einer gewissen Höhe in den Turm eingespeist werden. Hierzu verläuft vom Abstimmhaus ein Draht zum Turm, der in 38 Meter Höhe mit der Turmkonstruktion elektrisch leitend verbunden ist.

Frequenz
(kHz)
Programm Regionalisierung EMRP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
729 Bayern plus 1 ND V

Bis 1999 wurde der Mittelwellensender des Bayerischen Rundfunks auf der Frankenwarte auf der außerhalb des offiziellen Mittelwellenbandes gelegenen Frequenz 520 kHz betrieben, welche zwar wegen der guten Bodenwellenausbreitung eine große Reichweite besaß, aber von modernen Rundfunkempfängern oft nicht empfangen werden konnte.

Digitales Radio (DAB)[Bearbeiten]

Die Ausstrahlung erfolgt über den Stahlgittermast des Bayerischen Rundfunks in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern. Seit dem 1. April 2013 wird durch den Sendenetzbetreiber Media Broadcast der Stahlgittermast zur Verbreitung der Programme des bundesweiten Multiplex auf DAB-Kanal 5C mitbenutzt.

Block Programme
(Datendienste)
ERP 
(kW)
Antennen- diagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast: 10 ND V


11D 
BR Bayern 
(D__00165)
DAB-Block des Bayerischen Rundfunks 10 ND V
12D 
Bayern
(D__00008)
DAB-Block der Bayern Digital Radio : 10 ND V
  • Unterfranken:
Kreuzberg (Rhön), Pfaffenberg (Aschaffenburg), Würzburg (Frankenwarte)
  • Oberfranken:
Bamberg (Geisberg), Ochsenkopf (Fichtelgebirge)
  • Mittelfranken:
Büttelberg (Burgbernheim/Frankenhöhe), Nürnberg (Fernmeldeturm)
  • Oberpfalz:
Amberg, Dillberg (Neumarkt), Hohe Linie (Regensburg), Hoher Bogen (Furth im Wald)
  • Niederbayern:
Brotjacklriegel (Deggendorf), Dingolfing (BMW), Landshut (Altdorf-Gstaudacher Str.), Passau (Dommelstadl-Hainberg),
  • Schwaben:
Augsburg (Hotelturm), Grünten (Sonthofen), Ulm (Kuhberg) [Baden-Württemberg], Pfänder (Vorarlberg)
  • Oberbayern:
Gelbelsee (Ingolstadt), Herzogstand (Fahrenbergkopf), Hochberg (Traunstein), Ismaning, München (Olympiaturm), Oberammergau (Laber), Wendelstein (Bayrischzell)

Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten]

Multiplexe des Bayerischen Rundfunks[Bearbeiten]

Ausstrahlung erfolgt vom Stahlgittermast des Bayerischen Rundfunks.

Kanal Frequenz 
(in MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(in MBit/s)
SFN
36 594 ARD Digital 50 ND H 16-QAM 3/4 1/4 13,06 / 13,27 Pfaffenberg, Kreuzberg (Rhön), Würzburg
45 666 ARD regional (BR Nordbayern) 50 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Würzburg

Multiplexe des Sendenetzbetreiber Media Broadcast[Bearbeiten]

Ausstrahlung erfolgt von der Media Broadcast über die Sendeinfrastruktur der Deutschen Funkturm GmbH.

Kanal Frequenz 
(in MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(in MBit/s)
SFN
25 506 ZDFmobil 50 ND H 16-QAM 2/3 1/4 13,47 Heidelstein (Rhön), Pfaffenberg, Würzburg

Analoges Fernsehen (NTSC)[Bearbeiten]

Ausstrahlung erfolgte bis 2008 von der Media Broadcast über die Sendeinfrastruktur der Deutschen Funkturm GmbH.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
47 679,25 AFN Prime Atlantic 0,5 ND V

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten]

Vor der Umstellung auf DVB-T wurden weiterhin folgende analoge Fernsehsender ausgestrahlt:

Programme des Bayerischen Rundfunks[Bearbeiten]

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
10 210,25 Das Erste (BR) 5 ND H

Programme des Sendenetzbetreiber Media Broadcast[Bearbeiten]

Ausstrahlung erfolgte von der Media Broadcast über die Sendeinfrastruktur der Deutschen Funkturm GmbH.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
23 487,25 DSF 0,316 D H
25 503,25 ZDF 410 ND H
34 575,25 RTL II 0,3 D H
38 607,25 Sat.1 (Bayern) 0,316 D H
41 631,25 ProSieben 0,316 D H
45 663,25 Bayerisches Fernsehen (Franken) 360 ND H
60 783,25 RTL (Würzburg) 0,3 D H

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankenwarte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung des BR zur Inbetriebnahme des neuen Sendemasts
  2. Artikel der Mainpost zur Sprengung