Böel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Böel
Böel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Böel hervorgehoben
Koordinaten: 54° 39′ N, 9° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Süderbrarup
Höhe: 21 m ü. NHN
Fläche: 13,66 km2
Einwohner: 723 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 24401,
24405 (Böelnorderfeld, Borrishaag, Stoltoft, Thiesholz),
24891 (Rabenholzlück)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 04641 und 04646Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 006
Adresse der Amtsverwaltung: Königstraße 5
24392 Süderbrarup
Webpräsenz: www.boeel.de
Bürgermeister: Rainer Stahmer (FWG)
Lage der Gemeinde Böel im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklungBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
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Böel (dänisch: Bøl) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Sie entstand durch die Zusammenlegung von Böel und Böelschuby (dän. Bøl und Bøl Skovby).

St. Ursula

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde teilt sich in folgende Ortsteile und Orte:[2]

  • PLZ 24401: Billmoor, Billwatt (dän. Bilvad), Böel (Bøl), Böelkamp, Böelschuby (Bøl Skovby), Böelschubyhof (Bølskovbygaard), Böelschubymühle, Böelstamm, Böelulegraff (Ulvegrav), Böelwesterfeld (Bølvestermark), Hattschau (Hatskov), Lehmberg (Lerbjerg), Möllmoos (Møllemose), Neuböelschuby (Ny Bøl Skovby)
  • PLZ 24405: Borrieshaag, Böelnorderfeld (Bølnørremark[3]), Stoltoft, Thiesholz (Tisholt)
  • PLZ 24891: Dingwatt (Tingvad), Rabenholzlück (Ravnholtløkke)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Böel 1231 als Böla (Bølæ). Zeitweise kamen die Bezeichnungen Boel oder Bohl vor. Der Name stammt vom altdänischen boeli (altnordisch: ból, neudänisch bøl, möglich auch altnordisch býli) für Siedlung, Wohnstätte, Gehöft ab[4][5].

Die spätromanische Backsteinkirche St.-Ursula-Kirche wurde im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts gebaut. Der Turm hat mit dem achteckigen Zeltdach wurde im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Christian I. übereignete die Kirche 1477 dem Mohrkircher Antoniter-Klosters, das nach Einführung der Reformation in Schleswig-Holstein 1544 aufgelöst wurde.[6] Die Kirche bildete den Mittelpunkt des Kirchspiels Böel (Bøl Sogn).

1478 wurde das Gut Böelschubyhof erstmals als Bole Schowby erwähnt. Das heutige Herrenhaus, das von einem unregelmäßig rechteckigen Wassergraben umgeben ist, wurde 1864 erbaut.

Im 19. Jahrhundert vollzog sich in Angeln der Sprachwechsel vom Dänischen zum Deutschen, infolgedessen das bis dahin verbreitete Angeldänische sukzessiv als Umgangssprache verschwand. Die alleinige Schul- und Kirchensprache war bereits längere Zeit Hochdeutsch. Mit den von 1851 bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 geltenden Sprachreskripten bemühte sich die dänische Regierung schließlich den Sprachwechsel zu bremsen. Die Reskripte sahen vor, dass in den Teilen des südlichen Schleswigs, in denen sowohl Deutsch als auch Dänisch verbreitet gewesen waren, das Dänische das Deutsche als Schulsprache ablösen sollte. Die Kirchensprache sollte abwechselnd Deutsch und Dänisch sein[7]. Der südlich von Böel verlaufende Bach Oxbek bildete hierbei die Grenze zu dem Gebiet mit weiterhin rein deutscher Schul- und Kirchensprache. Viele Eltern empfanden die Reskripte jedoch als Zwang. Aus Böel ist überliefert, dass viele Eltern in jener Zeit ihre Kinder nicht in der Volksschule Böel, sondern auf der Südseite anmeldeten, um dem dänischen Schulgang ausweichen zu können [8][9][10]

Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Böelschuby eingegliedert.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft FWG seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze und die CDU fünf.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen blau-goldenen Wellenpfahl von Gold und Grün gespalten. Rechts ein grünes Flügelkreuz einer Windmühle, links ein goldener Lindenfruchtstand.“[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, weist jedoch auch viele Wohngebiete auf.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Böel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Böel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Böel beim Genealogischen Ortsverzeichnis (Mohrkirchmühle gehört aber zu Mohrkirch)
  3. M. Mørk Hansen, C. L. Nielsen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift : Med historiske og topographiske Bemarkninger. Band 2, Kjøbenhavn 1864, S. 384
  4. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 161
  5. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, Kopenhagen 1867, S. 106
  6. Ursula-Kirche Böel@1@2Vorlage:Toter Link/kirchenkreis-schleswig-flensburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Grænseforeningen: 1851 Sprogreskripter
  8. Homepage der Gemeinde Böel; abgerufen am: 26. Juli 2017
  9. Nationale Entwicklung im 19. Jahrhundert. Die dänische Bewegung in Südschleswig, abgerufen am: 26. Juli 2017
  10. Frank Jung. 1864. Der Krieg um Schleswig-Holstein, 2014
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  12. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein