Erfde

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Erfde
Erfde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Erfde hervorgehoben

Koordinaten: 54° 19′ N, 9° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Kropp-Stapelholm
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 33,95 km2
Einwohner: 1984 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24803
Vorwahl: 04333
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 024
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 10
24848 Kropp
Website: Unsere Gemeinde: Erfde
Bürgermeister: Thomas Klömmer (CDU)
Lage der Gemeinde Erfde im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklundBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

Erfde (dänisch Ervde, niederdeutsch Arf) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Erfde erstreckt sich am östlichen Ufer einer Eider­schleife im Bereich der Flusskilometer 46 bis 56 im Naturraum der Eider-Treene-Niederung.[2][3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Kirchdorf gleichen Namens, befinden sich als weitere amtliche Wohnplätze auch die Dorflagen Bargen, Ekel und Scheppern, sowie die Häusergruppen Erfderfeld, Grevenhorst und Hanrade im Gemeindegebiet.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar angrenzende Gemeindegebiete von Erfde sind:[5]

Stapel Bergenhusen Meggerdorf
Delve,
Wallen
Nachbargemeinden
PahlenTielen

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt in dem zum Landschaftsraum Schleswigsche Geest gehörenden Altmoränenbereich, der sich ab der Zeit des Saale-Komplexes ausgebildet hat. Nach dem Abschmelzen der Gletscher in der Eem-Warmzeit wurde er von Schmelzwasser umströmt. Durch den Anstieg des Grundwasserspiegels im Holozän befinden sich heute viele Moore und Feuchtgebiete im Umland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Erfde
Kanzeluhr in der Kirche St. Marien Magdalenen

Auf der Geestinsel wurden Gegenstände gefunden, die darauf hindeuten, dass diese bereits um 2800 v. Chr. besiedelt war.

Die St.-Marien-Magdalenen-Kirche im Ortszentrum wurde im 12. Jahrhundert als romanische Feldsteinkirche errichtet. In der Kirche befinden sich ein Votivschiff, das an die Schifffahrt auf der Eider erinnert, und – als Rarität – eine Kanzeluhr. Die Dithmarscher zerstörten die Kirche bei einem Überfall 1402 teilweise, so dass ihr Dach in der heutigen Form erst beim Wiederaufbau entstand.[6]

Da Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf die Treene 1570 bei Friedrichstadt abdämmen ließ, veränderte sich der Wasserhaushalt der Region, und die Region um Erfde wurde noch bis 1935 bei Sturmfluten unter Wasser gesetzt.

Der Ort Erfde wurde zweimal von großen Bränden heimgesucht: 1698 wurden 42 Gebäude und das Pastorat zerstört und bei einem Feuer 1768, das drei Tage lang andauerte, fast das ganze Dorf.

Im Ort befindet sich eine der für die Landschaft Stapelholm typischen Bauernglocken, mit der der Bauernvogt die Einwohner zu Versammlungen oder zum Verdingen von Arbeit rief. Bei Gefahr dienten die Glocken als Warnsignal.

Der heutige Zuschnitt des Gemeindegebiets besteht seit 1971, als die vormalig eigenständige Gemeinde Bargen Erfde zugeschlagen wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. September 1971 wurde die Gemeinde Bargen eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den seit der Kommunalwahl 2013 noch 13 statt zuvor 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft EWG sechs Sitze, die CDU fünf und die SPD zwei.

Seit der Kommunalwahl 2018 hat die Wählergemeinschaft EWG drei Sitze, die CDU acht, die SPD einen und die ZfE einen.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün eine goldene Bauernglocke, bestehend aus einem wachsenden, oben gegabelten Stamm, verziertem Riegel und dem an diesem befestigten Glockenkörper; dem Stamm hinterlegt zwei silberne Wellenleisten.“[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, weist als ländlicher Zentralort aber zugleich auch ein Gewerbe- und Dienstleistungsangebot auf. Entlang der Eider gibt es ebenfalls einige touristische Angebote.

Nachdem der Öffentliche Personennahverkehr auf der ehemaligen Bahnstrecke Husum–Erfde–Rendsburg im Mai 1974 eingestellt wurde, erfolgt heute die Anbindung im Öffentlichen Personennahverkehr durch die Regionalbuslinie R149[10] des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein. Konzessionsnehmer dieser Linie ist derzeit (Stand: 2019) das Busunternehmen Autokraft. Von Rendsburg aus verkehrt ebenfalls die Autokraft auf der Linie nach Stapel über Erfde.[11]

Die Freiwilligen Feuerwehren Erfde und Bargen sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe insbesondere im Gemeindegebiet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. Sürig: Bargen, Erfde. Einblicke in das Leben zweier Dörfer. Hrsg. von der Gemeinde Erfde. Husum 1999.
  • G. Quedenbaum: "Vorflut" – Ein Beitrag zur Geschichte des Deich- und Entwässerungswesens in der mittleren Eider-Region (incl. Sorge und Treene).
  • Jürgen Muhl: Zentrale Insellage. In: Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 3: Ellerbek - Groß Rönnau. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2003, ISBN 978-3-926055-73-6, S. 58–61.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Erfde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2020 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Flusskilometer entnommen der Topographischen Karte im Digitalen Atlas Nord. Abgerufen am 16. August 2021.
  3. Liste: Zuordnung der Gemeindegebiete zu den Naturräumen. (PDF) S. 11, abgerufen am 16. August 2021.
  4. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 88, abgerufen am 16. August 2021.
  5. Relation: Erfde (1157804) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 16. August 2021.
  6. Martin Becker, Gert Kaster: Kulturlandschaft Eider – Treene – Sorge. Wachholtz Verlag, Neumünster 2005, S. 48.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  8. Fraktionen. In: kropp.ris-portal.de. Abgerufen am 15. Januar 2020.
  9. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  10. Kursbuch Linie R149 auf der Website der Autokraft. (pdf) Abgerufen am 8. September 2019.
  11. Kursbuch Linie 3210 auf der Seite der Autokraft. (pdf) Abgerufen am 8. September 2019.