Havetoft

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Wappen Deutschlandkarte
Havetoft
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Havetoft hervorgehoben

Koordinaten: 54° 39′ N, 9° 31′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Südangeln
Höhe: 39 m ü. NHN
Fläche: 14,53 km2
Einwohner: 919 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24873
Vorwahl: 04603
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 037
Adresse der Amtsverwaltung: Alte Dorfstraße 38
24894 Tolk
Website: www.havetoft.de
Bürgermeister: Peter Hermann Petersen (AKW)
Lage der Gemeinde Havetoft im Kreis Schleswig-Flensburg
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Über dieses Bild
Marienkirche zu Havetoft (2018)

Havetoft (sønderjysk: Håwtåwt) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Havetoft erstreckt sich am Havetofter See im Naturraum Angeln (Haupteinheit Nr. 700).[2][3] Die Niederung der Hostruper Au erstreckt sich in Ost-West-Richtung im Gemeindegebiet.[4] Ein Zufluss bildet der vom Havetofter See heran führende Havetofter Mühlenstrom, dessen Name auf eine Wassermühle zurückgeht.[4]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Havetoft besteht aus mehreren Ortsteilen, sogenannte Wohnplätze. Neben dem namenstiftenden Kirchdorf befinden sich ebenfalls das weitere Dorf Hostrup, die Häusergruppen Havetoftfeld (dänisch Havetoftmark), Holming, Holmingfeld (dänisch Holmingmark), Hostrupfeld (dänisch Hostrupmark), Hostrupholz (dänisch Hostrupskov), Kroxbüll (dänisch Krogsbøl) und Süderhavetoft, die Hofsiedlungen Gardinenhof, Kallehau und Neuhof (dänisch Nygård), die Haussiedlung Neuheim sowie die Streusiedlungen Holmingfeld und Osterhavetoft im Gemeindegebiet.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1302 erstmals erwähnt (Dipl. Dan.). Der Ortsname bedeutet Siedlung mit kleinen umzäunten Landstücken zu dän. have[6]. Hostrup wurde erstmals 1425 (Dipl. Flensb.) erwähnt und bedeutet Dorf des Horsi, ein Rufname. der zu hors (≈Pferd, altnordisch: hross) gehört und mehrere Parallelen in Dänemark hat[7][8].

Der Ort bildet den Mittelpunkt des Kirchspiels Havetoft (Havetoft Sogn). Bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 lag der Kirchort in der Struxdorfharde (Strukstrup Herred) im Amt Gottorf (Gottorp Amt) im Herzogtum Schleswig (Sønderjylland).

Die aus Granitquadern und Feldsteinen erbaute Marienkirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Der separate hölzerne Glockenstapel wurde 1763 erbaut.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 1974 wurde die Gemeinde Hostrup eingegliedert.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft AKW seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze, der SSW hat drei und die CDU zwei Sitze.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Gold durch einen roten Schrägwellenbalken geteilt. Oben ein roter Pferdekopf mit silberner Blesse und unten ein rotes Hecktor.“[10]

Die Gemeinde Havetoft besteht aus den Ortsteilen Havetoft und Hostrup. Sie waren bis in die 1950er Jahre reine Bauerndörfer, in denen überwiegend das Pferd als Zugtier auf den Höfen eingesetzt wurde. Der Namen des Ortsteils Hostrup (Host = Hors = Pferd) verweist ebenfalls auf das Pferd, so dass für das Wappen ein Pferdekopf gewählt wurde. Das Hecktor, Einlass auf ein eingefriedetes Feld, steht für den Namensbestandteil des Ortsteils Havetoft (Have = Einhegung). Der Wellenbalken erinnert an die Bollingstedter Au, welche die Ortsteile trennt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchengemeinde Havetoft betreut neben den christlichen Gläubigen in der politischen Gemeinde Havetoft auch diejenigen in den weiteren Gemeinden Klappholz und Havetoftloit. Die hat rund 1600 Gemeindeglieder und ist Teil der Kirchenregion „Angeln Nord-West“.

Wertvolle Jugendarbeit für Havetoft und die umliegenden Gemeinden in Mittelangeln leistet seit über 20 Jahren der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, VCP Havetoft-Satrup, Stamm Nimrod.[11]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft im Gemeindegebiet ist überwiegend von der Urproduktion der Landwirtschaft geprägt. Daneben weist der Ort auch reine Wohngebiete auf.

Eine bekannte Einrichtung im Ort ist das 1888 von Pastor Johannes Witt als Waisenhaus gegründete Elisabethheim. Es ist eine heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung. Benannt wurde es nach der 1885 verstorbenen Tochter Elisabeth Witt, die sich sehr für Waisenkinder der Region einsetzte.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Thomsen: Heimatgeschichte um St. Marien Havetoft. In: Jahrbuch des Angler Heimatvereins. Band 33, 1969, S. 109–115.
  • Frauke Bühmann: Im Herzen von Angeln. In: Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 4: Groß Sarau - Holstenniendorf. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2004, ISBN 978-3-926055-75-0, S. 171–173.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Havetoft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Relation: Havetoft (1149341) bei OpenStreetMap (Version #11). Abgerufen am 11. September 2022.
  3. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 12, abgerufen am 11. September 2022.
  4. a b Verwaltungsbezrik "Havetoft (01059037) - [Gemeinden] in "Toopographische Karten" im "Digitaler Atlas Nord". Abgerufen am 11. September 2022.
  5. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. S. 89 (statistischebibliothek.de [PDF; abgerufen am 11. September 2022]).
  6. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 315
  7. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 350
  8. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, S. 190
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  10. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  11. https://vcp.sh/index.php/ueber-uns/staemme-im-land/nimrod