Munkbrarup

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Munkbrarup
Munkbrarup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Munkbrarup hervorgehoben
Koordinaten: 54° 48′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Langballig
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 13,27 km2
Einwohner: 1115 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24960
Vorwahl: 04631
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 145
Adresse der Amtsverwaltung: Süderende 1
24977 Langballig
Webpräsenz: www.munkbrarup.de
Bürgermeisterin: Margrit Jebsen (CDU)
Lage der Gemeinde Munkbrarup im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Munkbrarup ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Munkbrarup liegt in der Nähe von Flensburg in Nordangeln und ist ein anerkannter Erholungsort. Östlich vom Ort Munkbrarup liegt die Nachbargemeinde Ringsberg. Im Norden liegt die Stadt Glücksburg, mit der Munkbrarup insbesondere geschichtlich eng verbunden ist. Im Westen liegt Wees.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet liegen neben dem Ort Munkbrarup die Ortsteile Balm, Bockholmwik (dänisch: Bogholmvig), Geil (Gejl), Iskiersand (Eskærsande), Kragholm, Rüde (Ryde), Siegum (Sigum) und Siegumlund (Sigumlund).[2] Das benachbarte Glücksburg besitzt im Übrigen offenbar einen namensgleichen Ortsteil namens Iskiersand.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine Besiedlung der Region in der Jungsteinzeit deutet das Großsteingrab Siegum hin. Im Kirchspiel Munkbrarup stand von 1209 bis 1582 das Zisterzienserkloster Rüde, Rus Regis (Rude-Kloster). Im Zusammenhang mit der Klostergründung wurde der Ort zum ersten Mal erwähnt und zwar als Holdernes-Brotorp. Den Namenszusatz „Munk“ verdankt sich den Mönchen. Der Grundriss des Klosters wurde im Jahr 2005 im Grund des Glücksburger Schlosssees entdeckt.

Die im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts erbaute St.-Laurentius-Kirche ist eine jütländische Granitquaderkirche und hatte ursprünglich eine runde Apsis, aber keinen Turm. Das Südportal ist dem Petri-Portal des Schleswiger Doms nachempfunden. 1565 brannte die Kirche aus. 1582 wurde sie, kurz vor dem Bau des Glücksburger Schlosses, wiederhergestellt. Aus der Klosterkirche wurde das mächtige Triumphkreuz nach Munkbrarup überführt. Der Renaissance-Altar in der Kirche ist einer der ältesten evangelischen Altäre im Bundesland. 1936/37 wurde die Kirche im romanischen Stil renoviert.[4]

Die 1870 errichtete Windmühle „Hoffnung“ stand zuvor in Meierwik. Sie ist ein Erdholländer und diente zum Mahlen von Getreide. Heute wird sie für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

Seit ungefähr 2015 ist Flensburg so stark nachverdichtet, dass dort kein neuer Wohnraum mehr geschaffen werden kann. Das Wachstum der Stadt und des Umlandes wird dadurch gehemmt und das Thema Eingemeindung spielt folglich wieder eine Rolle.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze, die Wählergemeinschaft FWMR und die SPD haben jeweils drei Sitze.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin ein schreitender, rot gezungter goldener Löwe, in Gold ein senkrecht gestellter blauer Rost mit dem Griff nach oben.“[6]

Das Wappen vereinigt Symbole des Wappens des Herzogtum Schleswigs und des Zeichens der Munkbrarupharde, dem Rost des Heiligen Laurentius, welches auch die Nachbargemeinde Glücksburg in seinem Wappen trägt. Zudem orientiert sich der Aufbau des Wappen, an dem Aufbau des Wappens des ehemaligen Landkreises Flensburg, zu welchen Munkbrarup bis zum Jahr 1974 gehörte. Der schleswigscher Löwe ist dem Wappen des Herzogtums entlehnt, wobei wie beim Wappen des Landkreises Flensburg nur ein Löwe übernommen wurde. Im Gegensatz zum Wappen Schleswig-Holsteins läuft der Löwe wie beim Wappen des Landkreises Flensburg nach links. Das Rost des heiligen Laurentius, der Patron der Munkbrarups, wurde als Zeichen beibehalten, also ins Wappen übernommen. Wie beim Wappen des Landkreises Flensburgs wurde dieses zweite Elemente ebenfalls unterhalb des Löwen eingefügt. Das Wappen ist zudem in den schleswigschen Farben blau und gelb gehalten, so wie es auch beim Wappen des Landkreises Flensburg der Fall war. Im Gegensatz zum Wappen Schleswig-Holsteins sowie des Wappen des Landkreises Flensburg, wurden die Farben getauscht. Der Löwe wurde gelb gefärbt und er läuft auf blauen Untergrund. Der untere Bereich erhielt daher einen gelben Untergrund. Das Wappen wurde am 12. Februar 1985 genehmigt.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet sind noch ausgeprägte ländliche Strukturen vorhanden, die Nähe zu Flensburg und zur Flensburger Förde haben jedoch auch dazu geführt, dass die Zahl der Wohngebiete immer weiter zunimmt. Es gibt jedoch auch ein Gewerbe- und Dienstleistungsangebot, das weiter ausgebaut werden soll.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Munkbrarup stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Eingetragene Kulturdenkmale sind die Windmühle „Hoffnung“ und die Munkbraruper Kirche. Die Sage vom Bau der Munkbraruper Kirche berichtet über sie.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV Munkbrarup wurde 1921 gegründet und hat über 1300 Mitglieder. Er wurde in den Jahren 2005, 2006 und 2007 jeweils mit dem GEK-Breitensportpreis des Landessportverbands Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Fußballabteilung spielt seit 2005 in der SG Nordangeln. Die Handballer hatten in den 1980er und 1990er Jahren große Erfolge in einer Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein Glücksburg 09 zu verzeichnen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorsitzende des TSV Munkbrarup Hans-Joachim Thadewaldt ist seit 2006 Ehrenbürger der Gemeinde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Vgl. http://munkbrarup.de/pages/gemeinde.php
  3. Vgl. LG Flensburg: "sandwig.de", vom: 8. Januar 2002; abgerufen am: 22. Mai 2015
  4. Geschichte der Kirche
  5. Flensburger Tageblatt: Wohnraum-Kontingente: Stadt-Umland-Frieden vor dem Ende, vom: 4. Juni 2015; abgerufen am: 4. Juni 2015
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Munkbrarup, Ein Dorf in Schleswig-Holstein, Wappen; abgerufen am: 14. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Munkbrarup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien