Diconne

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Diconne
Wappen von Diconne
Diconne (Frankreich)
Diconne
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Revermont 71
Koordinaten 46° 46′ N, 5° 8′ OKoordinaten: 46° 46′ N, 5° 8′ O
Höhe 188–215 m
Fläche 15,94 km2
Einwohner 354 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km2
Postleitzahl 71330
INSEE-Code

Diconne ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 354 Einwohner (Stand 1. Januar 2015), sie werden Diconnois, resp. Diconnoises genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VillegaudinMervansDevrouzeThureySaint-Martin-en-BresseDiconne mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse, im Westen des nördlichen Drittels des Arrondissement Louhans und stößt mit seiner Nord- und Westgrenze an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Im zentralen Gemeindegebiet entspringt die Florence[2], sie nimmt etliche Biefs auf, die Étangs entwässern, bis sie die Gemeinde nach Osten verlässt und nach kurzem Lauf durch Devrouze die nordöstliche Gemeindegrenze bildet. Im Westen der Gemeinde bildet La Cosne d’Épinossous[3] ein Stück der nordwestlichen Gemeindegrenze. Offiziell werden heute noch sechs Étangs auf dem Gemeindegebiet aufgeführt, Flurnamen weisen jedoch darauf hin, dass ehemals weitere Étangs bestanden, die heute zugeschüttet oder verlandet sind. Die Gemeinde liegt an keiner wichtigen Straße, die Siedlungen werden lediglich durch Nebenstraßen erschlossen. Große Teile des Gemeindegebietes sind bewaldet. Im Norden liegt der Bois de Malgrand, im Westen der Forêt de la Marche und im Süden der Bois de l’Épinglier. Der Ort ist stark zersiedelt, zur Gemeinde gehörten folgende Weiler und Fluren: Barberet, Bondenant, Bouterant, Croix, Étang-Girard, Feuilles, Florence, Forêt, Gautheys, Jacquards, Lorys, Montarbaut, Motte, Moulin-à-Vent, Peltrats, Petite-Villeneuve, Recordeaux, Reppe, Reversey, Rues-Bourdillons, Saint-Sulpice, Seroux, Tailleferts, Villeneuve, Vouilleau[4].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Diconne ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 10,9 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 805 mm.

Diconne
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Diconne
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,8 12,4 15,9 19,9 23,3 25,5 25,0 21,6 15,6 9,4 5,3 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,4 2,6 5,5 9,1 12,4 14,3 13,9 11,3 6,9 3,1 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,5 10,7 14,5 17,8 19,9 19,4 16,4 11,2 6,2 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 61 58 56 57 78 77 58 77 77 65 76 65 Σ 805
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird erstmals im 13. Jahrhundert genannt als Curatus de Dygona, während bereits 1362 die Ecclesia de Diycona erwähnt wird. Eine Theorie über die Entstehung des Namens lautet wie folgt: im bressanischen Dialekt werden die Étangs cônes genannt. Da sich im Einzugsgebiet der Florence und rund um die Siedlung deren zehn (französisch dix) befanden, könnte aus dix cônes der Ortsname Diconne entstanden sein.

Eine bedeutend ältere Namensnennung im Gemeindegebiet betrifft den Weiler Reversey, der bereits 1190 im Zusammenhang mit einem Hugo de Reversure auftaucht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Diconne gehörte zur Baronie Mervans, zusammen mit Devrouze und war im Besitz von verschiedenen Familien. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte sie Léonarde de Beaumont, die 1530 Jean Bataille heiratete. Später gelangte sie an Hugues de Mâlain, dann an Jeanne de Mâlain, die sie 1579 ihrem Neffen Jérôme de Biollet vermachte. In der Folge übernahmen die Fyot 1660 die Herrschaft. Nach weiteren Besitzerwechseln innerhalb der Familie wurde Claude Fyot, Graf von Bosjean, Eigentümer. Er war der erste Präsident des Parlement von Burgund, zu seinen Gunsten wurde 1736 sein Besitz in ein Marquisat erhoben. Das Schloss bestand nahe der Kirche im Weiler Motte, von dem 1743 nur noch Ruinen vorhanden waren. 1804 wurde die Herrschaft aufgeteilt in Diconne und Devrouze. 1849 entdeckte ein Landwirt auf einem Feld einen Topf mit rund 500 römischen Münzen aus dem 3. Jahrhundert, eine große Zahl davon aus der Zeit Gordians und Philipps des Arabers. Die Kirche (dem Heiligen Petrus geweiht) wurde 1851/1852 im Stil des 12. Jahrhunderts neu erbaut. Die Mairie war ursprünglich die Knabenschule, datiert aus 1864 und 1906 erweitert. 1898 wurde die Mädchenschule erbaut, die heute als Schulhaus dient. In der Gemeinde bestanden zudem eine Wind- und eine Wassermühle. 1988 wurden noch 34 Landwirtschaftsbetriebe gezählt.

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Diconne benutzt ein Wappen, das in neuerer Zeit kreiert wurde und die Besonderheiten der Gemeinde wiedergeben soll. Der Schild weist einen Wellenschnitt auf, in Feld 1 finden sich auf blauem Grund zwei Rohrkolben mit einer fliegenden Ente im Haupt. Dies mag die große Zahl von Étangs symbolisieren, dank der Rohrkolben auch auf deren Verlandung hinweisen. Feld 2 weist auf die Bewaldung hin, nicht zuletzt auf die Eichenwälder, während der Schildfuß ein bressanisches Bauernhaus zeigt, wie sie typisch sind für die Gemeinde.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [6])
17931800182118311836184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
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Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich eine Mairie, eine Kirche und eine Metzgerei, ferner neun Landwirtschaftsbetriebe, ein Gartenbaubetrieb und zwei Betriebe der Forstwirtschaft. Als AOC-Produkte sind in Diconne Crème et beurre de Bresse[7][8], Volaille de Bresse[9] und Dinde de Bresse[10] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[11] untersteht und von 22 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[12].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diconne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Diconne. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Diconne. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Diconne. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Diconne. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diconne. auf habitants.fr. Abgerufen am 25. Mai 2015 (französisch).
  2. La Florence, Länge 11.3 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 46′ 23,5″ N, 5° 6′ 6,1″ O in Diconne auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 49′ 49,8″ N, 5° 10′ 21,7″ O in La Racineuse auf ca. 182 m, La Florence auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Cosne d’Épinossous, Länge 21,7 km, Zufluss zu Saône, Quelle bei 46° 46′ 9,8″ N, 5° 4′ 14,5″ O in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 231 m, Mündung bei 46° 51′ 23,8″ N, 4° 57′ 48,2″ O in Verjux auf ca. 174 m, La Cosne d’Épinossous auf sandre.eaufrance.fr
  4. Diconne. im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 17. Mai 2015 (PDF, französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Diconne).
  5. Armorial des communes. Diconne. L’Armorial des villes et des villages de France, abgerufen am 16. Januar 2016 (französisch, Originalblasonierung: Coupé ondé: au 1er parti au I d'azur à deux roseaux tigés et feuillés d'or accompagnés en chef d'un canard volant d'argent et au au II d'or au chêne au naturel, au 2e de sinople à la ferme bressane d'or).
  6. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 9. Mai 2015 (französisch).
  7. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  8. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  9. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  10. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  12. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Diconne. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).