Authumes

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Authumes
Authumes (Frankreich)
Authumes
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’
Koordinaten 46° 53′ N, 5° 18′ OKoordinaten: 46° 53′ N, 5° 18′ O
Höhe 180–213 m
Fläche 12,88 km2
Einwohner 254 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km2
Postleitzahl 71270
INSEE-Code

Authumes ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 254 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Die Einwohner werden Authumois, resp. Authumoises[1] genannt. Scherzhaft werden die Bewohner r’noillats (Frosch im Patois) genannt, in Erinnerung an die Zeiten, als die Bauern das Wasser im Schlossgraben mit Ruten schlagen mussten, damit die Herrin im Schlaf nicht durch die quakenden Frösche gestört wurde.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FretteransNeublans-AbergementMouthier-en-BresseTorpesPierre-de-BresseAuthumes mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt an der nördlichen Grenze der Landschaft der Bresse, im Nordosten grenzt sie an das Département Jura. Entlang der südlichen Gemeindegrenze fließt der Ruisseau des Tenaudins[3], der entlang der südlichen Gemeindegrenze zahlreiche Étangs entwässert. Im Norden der Gemeinde entspringt La Breux[4] und im Osten bildet die Coursière de Brenae[5] die nordöstliche Gemeindegrenze. Die Gemeinde bildet eine deutliche Wasserscheide zwischen Doubs und Brenne. Von der Gesamtfläche sind knapp 40 % mit Wald bedeckt, die Flächen liegen vorwiegend südlich und östlich des Bourg. In Nord-Süd-Richtung verläuft die Départementsstrasse D373 von Fretterans Richtung Pierre-de-Bresse, In Ost-West-Richtung die Départementsstraße D29, auf der Trasse der Römerstraße, die Pierre-de-Bresse mit Chalon-sur-Saône, Tavaux und Besançon verband. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bois, Crotte, Faubourg, Forêt, Fay, Grands-Prés, Hays, Hauts-et-Bas, Malatière, Pérouse, Quenoncère, Ramouille, Rippes-Saint-Paul[6].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Authumes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 10,8 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 833 mm.

Authumes
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Authumes
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,6 6,7 12,1 15,8 19,8 23,2 25,4 24,9 21,5 15,5 9,4 5,1 Ø 15,4
Min. Temperatur (°C) -1,2 -0,4 2,4 5,4 8,9 12,3 14,2 13,8 11,2 6,8 3,0 0,0 Ø 6,4
Temperatur (°C) 1,7 3,1 7,2 10,6 14,3 17,7 19,8 19,3 16,3 11,1 6,2 2,5 Ø 10,9
Niederschlag (mm) 65 62 58 59 79 79 60 80 78 66 79 68 Σ 833
T
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m
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8,9
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12,3
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14,2
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11,2
15,5
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9,4
3,0
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0,0
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name geht auf die gallorömische Besiedlungszeit zurück, ursprünglich altus tumulus, mit der Bedeutung eines hohen Hügels. Tatsächlich erscheint das Gebiet von Authumes als deutliche Erhebung, wenn man es von der Römerstraße aus betrachtet, die auf rund 180 Metern liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Authumes grenzt an die Franche-Comté und liegt am Rand der Bresse, auf einem kleinen Höhenzug, genannt Tertre (kleine Anhöhe). Es lag im Grenzgebiet der Sequaner zu den Häduern. In der Gegend wurden Überreste von römischen Gebäuden, Scherben und Gegenstände gefunden, darunter eine kleine Bronzestatuette. Die Fundgegenstände legen nahe, dass sich hier eine gallo-römische Siedlung befand, die durch die einwandernden Franken zerstört wurde. Der Pfarrei war eine Familiarité angegliedert. Es bestand ein Leprosorium, worauf der alte Flurname La Malatière hinweist.

1302 verkaufte Jean de Vienne seinen ganzen Besitz in Authumes an Herzog Robert II. Im 15. Jahrhundert übergab Philipp der Gute die Baronie seinem Kanzler Nicolas Rolin. Der Ort hatte eine Stadtmauer mit zwei Toren und eine Burg mit Türmen. Sie geht auf das Jahr 950 zurück, wurde unter Rollin erweitert und zu einer wahren Festung ausgebaut. Bedingt durch die Grenzlage hatte die Bevölkerung während der Hugenottenkriegen und dem Devolutionskrieg viel zu leiden. 1637 wurde Authumes durch die Comtois erobert, 1638 erfolgte die Rückeroberung durch die Franzosen. Auf Befehl des Königs wurde das Schloss geschleift, übrig blieb lediglich ein alter Turm und Spuren der ehemaligen Gräben. Die Häuser wurden ebenfalls zerstört und die Siedlung am heutigen Ort wieder aufgebaut.

Von Nicolas Rolin erbte seine Tochter Philipote die Herrschaft Authumes, die sie wiederum an Anne d'Oiselet vererbte, die Gattin von Emart Bouton, Kammerherr des Herzogs von Burgund und Marktvogt von Chalon-sur-Saône. 1534 verkaufte Charles Bouton die Herrschaft von Authumes an Philippe Chabot, Admiral von Frankreich. 1666 besaß Catherine de Neuville, Gräfin von Armagnac, die Herrschaft Authumes, nach etlichen Besitzerwechseln gelangte sie in den Besitz der Familie de Thiard.

Zwischen dem Friedhof und dem Dorf befindet sich die Fontaine des Trois-Rois (Drei-Königs-Brunnen). Dorthin pflegten die Eltern die an Skrofulose erkrankten Kinder zu bringen, bevor sie in der Kirche beteten und Weihgaben stifteten. Die Kirche wurde 1686 aus dem Material des alten Schlosses erbaut und Mariä Geburt geweiht. 1988 bestanden noch 14 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [7])
17931800182118311841184618511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
440521551587660667651593667611536523497432412376330304250209199215262
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angebot zur Deckung der täglichen Bedürfnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garage

Zahl und Art von Betrieben und Ladengeschäften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche fünf Landwirtschafts- und neun sonstige Betriebe

Landwirtschaftsbetriebe[8]
Betriebsbereich Anzahl davon davon
Landwirtschaft 5
Ackerbau und Forstwirtschaft 4
Getreidebau 1
Hülsenfrüchte 1
ölhaltige Pflanzen 1
Gartenpflege 3
Zucht- und Fischereibetriebe 1
Rinderzucht 1
Übrige Betriebe[9]
Branche Anzahl
Herstellung and. Industrieproduklte 1
Bauhandwerk 1
Handel + Reparatur von Motorfahrzeugen 3
Immobilienwirtschaft 1
Wissenschaft Verwaltung Beratung 3
Ladengeschäfte[10]
Art des Ladens Anzahl
keine Ladengeschäfte

Mit Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einheimischen im benachbarten Pierre-de-Bresse (3 km). Beim Étang de Fay befindet sich ein öffentlicher Picknickplatz.

Kirche von Authumes, geweiht der Geburt der Jungfrau Maria

Geschützte Produkte in der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als AOC-Produkt sind in Authumes Volaille de Bresse[11] und Dinde de Bresse[12] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Authumes verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Authumes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Authumes. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Authumes. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Authumes. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Authumes. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Authumes. auf habitants.fr. Abgerufen am 25. März 2015 (französisch).
  2. Philippe Bétry: Les Villages de la Bresse. 2008, ISBN 978-2-916109-14-5, S. 38.
  3. Ruisseau des Tenaudins, Länge 13,4 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 53′ 30,1″ N, 5° 22′ 57″ O in Mouthier-en-Bresse (als Bief Fourneau) auf ca. 212 m, Mündung bei 46° 50′ 24,4″ N, 5° 19′ 32,2″ O in Torpes auf ca. 186 m, Ruisseau des Tenaudins auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Breux, Länge 7,7 km, Zufluss zu La Charetelle, Quelle bei 46° 54′ 28,8″ N, 5° 18′ 23,4″ O in Authumes auf ca. 183 m, Mündung bei 46° 54′ 14″ N, 5° 12′ 56,2″ O in Charette-Varennes auf ca. 178 m, La Breux auf sandre.eaufrance.fr
  5. Coursière de Brenae, Länge 4,6 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 53′ 43,4″ N, 5° 19′ 14,9″ O in Authumes auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 55′ 43″ N, 5° 18′ 7,6″ O in Fretterans auf ca. 179 m, Coursière de Brenae auf sandre.eaufrance.fr
  6. Authumes. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 25. März 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Authumes).
  7. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 23. März 2015 (französisch).
  8. Unternehmen in Authumes. Kompass.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  9. Unternehmen in Authumes. Nombre d’établissements par secteur d’activité et par taille en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  10. Unternehmen in Authumes. Nombre d’équipements et de services dans le domaine du commerce en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  11. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).