Devrouze

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Devrouze
Devrouze (Frankreich)
Devrouze
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Revermont 71
Koordinaten 46° 46′ N, 5° 9′ OKoordinaten: 46° 46′ N, 5° 9′ O
Höhe 187–212 m
Fläche 14,64 km2
Einwohner 311 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km2
Postleitzahl 71330
INSEE-Code

Devrouze ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 311 Einwohner (Stand 1. Januar 2017), sie werden Devrouziens, resp. Devrouziennes genannt und als Übername mit Les Ébaqués gefoppt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MervansSaint-Germain-du-BoisSimardThureyDiconneDevrouze mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, im nördlichen Drittel des Arrondissement Louhans und grenzt im Süden an den Kanton Louhans. Die Ostgrenze der Gemeinde wird durch den Ruisseau Briant[2] gebildet, das südliche Gemeindegebiet wird durch den Ruisseau de la Chassaigne[3] entwässert. Er nimmt etliche Biefs auf, künstliche Wasserläufe, die zur Bewirtschaftung der Étangs dienen. Im nördlichen Gemeindegebiet entspringen zudem La Florence[4] und Le Colombier[5]. Offiziell werden sechs Étangs in der Gemeinde aufgeführt. Östlich von Devrouze zieht sich in Nord-Süd-Richtung die Departementsstraße D996[6] durch das Gemeindegebiet, südlich des Ortes die Departementsstraße D24[7], die beiden Straßen kreuzen sich im Weiler Quain. Das nördliche Gemeindegebiet weist einen ausgeprägten Waldgürtel auf, der südliche Teil wird fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzt. Die Gemeinde ist stark zersiedelt, zu ihr gehören folgende Weiler und Fluren: Barrière, Bouchat, Champ-Morey, Chandelux, Chassagne, Diombe, Epinglier, Euvrards, Henrys, Meix-Colin, Montflin, Moulin-Mercey, Quain, Quatre-Chemins, Ronfand, Trois-Demoiselles, Voite, Vyons[8].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Devrouze ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 10,9 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 811 mm.

Devrouze
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Devrouze
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,8 12,3 15,9 19,9 23,3 25,6 25,0 21,6 15,6 9,4 5,2 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,4 2,5 5,5 9,1 12,4 14,4 13,9 11,3 6,9 3,1 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,4 10,7 14,5 17,8 20,0 19,4 16,4 11,2 6,2 2,6 Ø 11
Niederschlag (mm) 62 59 57 58 78 77 58 78 77 66 76 65 Σ 811
T
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m
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a
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15,6
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0,1
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird erstmals 1454 als Debvrouse erwähnt. Die Herkunft des Namens ist nicht klar, allenfalls kann er auf den keltischen Begriff Dubro für fließendes Wasser zurückgeführt werden.

Es ist davon auszugehen, dass der Ort Devrouze nicht die älteste Siedlung im Gemeindegebiet ist, bereits 1364 wird Dyombes (heute Diombe) erwähnt. 1374 tauchen Cuens auf (heute Quain) und Hugue de Vartes (heute Voite) wird genannt. 1376 wird zudem Ronfand erstmals erwähnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Devrouze gehörte zur Baronie Mervans, zusammen mit Diconne und war im Besitz von verschiedenen Familien. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte sie Léonarde de Beaumont, die 1530 Jean Bataille heiratete. Später gelangte sie an Hugues de Mâlain, dann an Jeanne de Mâlain, die sie 1579 ihrem Neffen Jérôme de Biollet vermachte. In der Folge übernahmen die Fyot 1660 die Herrschaft. Nach weiteren Besitzerwechseln innerhalb der Familie wurde Claude Fyot, Graf von Bosjean, Eigentümer. Er war der erste Präsident des Parlement von Burgund, zu seinen Gunsten wurde 1736 sein Besitz in ein Marquisat erhoben. 1804 wurde die Herrschaft aufgeteilt in Diconne und Devrouze. Devrouze war ein Kirchensprengel von Diconne, 1863 wurde die Kirche erbaut und dem Heiligen Martin geweiht. Im Weiler Henrys bestand zudem eine Kapelle. Ronfand bildete eine eigene Herrschaft. Einer der Besitzer, Arnoux de Ronfand ließ dort ein modernes Schloss erbauen, das 1863 vollständig neu erbaut wurde. Der Bahnhof St-Germain-Devrouse wurde 1997 geschlossen. In den Weilern Quain und Mercey bestanden Mühlen am Flüsschen Briant, im Ort und in Quatre Chemins bestanden Schmieden. In Quain bestand ein Betrieb der Hühnerfedern verarbeitete und einer der Mauersteine herstellte, die zum Bau der bressanischen Häuser benötigt wurden. 1901 wurde die Mairie-École erbaut. 1988 wurden noch 24 Landwirtschaftsbetriebe gezählt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner
(Quelle: [9])
Jahr 1793180018211831184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
Einwohner 900897904976819800789796800825783785694643575510341305275251273314
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich eine Mairie, die Kirche und 17 Landwirtschaftsbetriebe, ein Betrieb der Baubranche und ein Gastronomiebetrieb. Als AOC-Produkte sind in Devrouze Crème et beurre de Bresse[10][11], Volaille de Bresse[12] und Dinde de Bresse[13] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[14] untersteht und von 45 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[15].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maurice Blanchot (* 22. September 1907 im Weiler Quain; † 20. Februar 2003 in Paris-Yvelines) war ein französischer Journalist, Literaturtheoretiker und Schriftsteller.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Devrouze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Devrouze. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Devrouze. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Devrouze. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Devrouze. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Devrouze. auf habitants.fr. Abgerufen am 26. Mai 2015 (französisch).
  2. Ruisseau Briant, Länge 12,5 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 43′ 15,2″ N, 5° 9′ 9,4″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 48′ 5,8″ N, 5° 11′ 15,7″ O in Mervans, auf ca. 185 m Ruisseau Briant auf sandre.eaufrance.fr
  3. Ruisseau de la Chassaigne, Länge 3,5 km, Zufluss zum Ruisseau Briant, Quelle bei 46° 44′ 21,5″ N, 5° 9′ 5,4″ O in Thurey auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 45′ 32,4″ N, 5° 10′ 45,5″ O in Devrouze auf ca. 189 m, Ruisseau de la Chassaigne auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Florence, Länge 11.3 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 46′ 23,5″ N, 5° 6′ 6,1″ O in Diconne auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 49′ 49,8″ N, 5° 10′ 21,7″ O in La Racineuse auf ca. 182 m, La Florence auf sandre.eaufrance.fr
  5. Le Colombier, Länge 3.1 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 46′ 39,4″ N, 5° 10′ 5,9″ O in Devrouze auf ca. 201 m, Mündung bei 46° 48′ 5,8″ N, 5° 11′ 15,7″ O in Mervans auf ca. 185 m, Le Colombier auf sandre.eaufrance.fr
  6. Departementsstrasse D996. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 26. Mai 2015 (französisch).
  7. Departementsstraße D24. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 26. Mai 2015 (französisch).
  8. Devrouze. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 17. Mai 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Devrouze).
  9. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 9. Mai 2015 (französisch).
  10. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  11. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  12. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  14. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  15. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Devrouze. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).