Simard

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Simard
Wappen von Simard
Simard (Frankreich)
Simard
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Louhans
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 43′ N, 5° 11′ OKoordinaten: 46° 43′ N, 5° 11′ O
Höhe 187–212 m
Fläche 22,12 km2
Einwohner 1.226 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 55 Einw./km2
Postleitzahl 71330
INSEE-Code
Website http://www.mairie-simard.fr/

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Simard ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Louhans. Die Gemeinde hat 1226 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden Simardins, resp. Simardines genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DevrouzeSaint-Germain-du-BoisSaint-UsugeJuifVérisseyThureySimard mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Simard liegt in der Landschaft Bresse, rund 6 Kilometer südwestlich von Saint-Germain-du-Bois und wird in Nord-Süd-Richtung von der Departementsstraße D678[2] (Abschnitt ThureyLouhans) durchzogen. In Simard nimmt sie die Departementsstraße D996[3] von Mervans auf. Ein kurzes Stück der westlichen Gemeindegrenze bildet der Ruisseau Briant[4], er durchfließt anschließend das nördliche Gemeindegebiet und mündet letztlich bei Mervans in die Guyotte. Er nimmt etliche Biefs auf und entwässert das Gebiet nördlich des Bourg nach Norden. Bei Moure, südwestlich des Bourg, entspringt La Servonne[5], sie bildet kurz die südwestliche Gemeindegrenze und nimmt den Ruisseau des Roths[6], den Ruisseau de Promby[7] und den Ruisseau de Chaintre[8] auf. Simard liegt auf der Wasserscheide zwischen Doubs und Seille. Heute befinden sich knapp zehn Étangs auf dem Gemeindegebiet, ältere Quellen erwähnen jedoch 15 Etangs, was darauf schließen lässt, dass es sich bei den meisten Gewässern um Biefs handelt, künstlichen Wasserläufen für die Bewirtschaftung der Étangs, die heute verlandet und urbar gemacht worden sind. Das Gemeindegebiet ist praktisch waldlos, lediglich im Süden finden sich kleine zusammenhängende Waldgebiete. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Agrillon, Arsières, Basse-Cour, Bessandrey, Bessimont, Bois-Brûlé, Bons-Amis, Bruyères, Brudins, Champ-du-Quain, Champ-Guines, Chandelux, Commarets, Communauté, Corbot, Cornillons, Duchamps, Gallet, Grand-Cerisier, Grande-Chaux, Grange-Neuve, Grigots, Grosjean, Grubis, Gruères, Guichards, Hugonneaux, Marenoire, Mares-Boucaut, Meix-à-Longlet, Meix-Chantereau, Meix-Pernot, Meix-Vallant, Montfleury, Motte, Moure, Perroir, Petit-Cerisier, Petite-Chaux, Peutots, Planche-Callot, Pont-de-Briant, Pont-Jallot, Princes, Promby, Putigny, Roches, Toines, Toppes, Tuilerie, Venessereau, Vernotte, Villeveuve, Voirie[9].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Simard ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 815 mm Niederschläge.

Simard
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Simard
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,8 12,3 15,9 19,9 23,3 25,6 25,1 21,6 15,6 9,5 5,3 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,4 2,5 5,5 9,1 12,4 14,4 13,9 11,3 6,9 3,1 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,4 10,7 14,5 17,8 20,0 19,5 16,4 11,2 6,3 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 62 59 57 58 78 78 59 78 78 66 77 65 Σ 815
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simard wird 1299 erstmals erwähnt, im Zusammenhang mit einem Stephanus de Simard. Allgemein wird angenommen, der Ortsname gehe zurück auf den germanischen Namen Sigmar. Die Familie Symard entstammte der Vogtei Baume in der Franche-Comté und starb erst während der Revolution aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bestand im Mittelalter aus drei Lehen, Bessandrey, Chaux und Simard, das der Familie der Symard gehörte. Im 15. und 16. Jahrhundert war es im Besitz der Familie Rupt, im 17. Jahrhundert der Thésut, die aus dem Charolais stammten. Durch die Heirat mit Jeanne-Marie de Thezut ging die Herrschaft 1728 über an Philibert Bernard Gagne de Perrigny. In Bessandrey, das zum Lehen Mervans gehörte, bestand ein Schloss, das 1785 zerstört wurde. Kirche und Pfarrhaus wurden 1820 erbaut, die Kirche 1869 bis 1886 renoviert und umgebaut. 1883 wird der Bahnhof der Linie DijonBourg-en-Bresse eröffnet, die Knabenschule und die Mairie wurden 1889 erbaut, 1892 die Mädchenschule und die Post 1903. In Bessandrey bestand eine Ziegelei und eine Mühle, 1988 waren 53 Landwirtschaftsbetriebe in der Gemeinde.

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verwendet das Wappen, das auf Jeanne-Marie de Thezut zurückgeht. Sie hat 1764 im Hospital von Louhans ein Bett für die Armen der Gemeinde Simard gespendet und war Wohltäterin zugunsten der Kirche von Simard. Das Wappen findet sich auf dem Gebäude des Cafés und im Saal des Jugendzentrums. Blasonierung: In Blau drei goldene Spornräder, angeordnet 2:1.[10]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner
(Quelle: [11])
Jahr 1793180018211831184118511861187218761881189119011911192119311946196219751990199920062011
Einwohner 1291134314871499151115571495156915831579158315291502133112391092105694294487710581157
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 25 Landwirtschaftsbetriebe, eine Bäckerei, eine Metzgerei, acht Betriebe der Baubranche, vier Garagenbetriebe und sieben Gastronomiebetriebe. In Simard befindet sich ein Schlachterei- und Verwertungsbetrieb für Geflügel, insbesondere Poulet de Bresse. Als AOC-Produkte sind in Simard Volaille de Bresse[12] und Dinde de Bresse[13], ferner Crème et beurre de Bresse[14][15] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde bestehen folgende Bildungseinrichtungen:

die beide der Académie de Dijon[16] unterstehen. Für die Schulen gilt der Ferienplan der Zone A.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Simard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Simard. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Simard. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Simard. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Simard. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simard. auf habitants.fr. Abgerufen am 11. Januar 2015 (französisch).
  2. Departementsstraße D678. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 30. Januar 2016 (französisch).
  3. Departementsstraße D996. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 31. Januar 2016 (französisch).
  4. Ruisseau Briant, Länge 12,5 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 43′ 15,2″ N, 5° 9′ 9,4″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 48′ 5,8″ N, 5° 11′ 15,7″ O in Mervans, auf ca. 185 m Ruisseau Briant auf sandre.eaufrance.fr
  5. La Servonne, Länge 14,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 42′ 46,4″ N, 5° 9′ 44,6″ O in Simard auf ca. 210 m, Mündung bei 46° 39′ 14,4″ N, 5° 13′ 26,4″ O in Louhans auf ca. 178 m, La Servonne auf sandre.eaufrance.fr
  6. Ruisseau des Roths, Länge 2,9 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei 46° 42′ 28,8″ N, 5° 9′ 52,6″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 41′ 1,7″ N, 5° 10′ 5,9″ O in Juif auf ca. 187 m, Ruisseau des Roths auf sandre.eaufrance.fr
  7. Ruisseau de Promby, Länge 4,6 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei 46° 43′ 3,7″ N, 5° 11′ 42,7″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 40′ 50,5″ N, 5° 11′ 42″ O in Saint-Usuge auf ca. 186 m, Ruisseau de Promby auf sandre.eaufrance.fr
  8. Ruisseau de Chaintre, Länge 7,2 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei 46° 43′ 3,4″ N, 5° 12′ 37,8″ O in Simard auf ca. 204 m, Mündung bei 46° 39′ 47,2″ N, 5° 13′ 56,3″ O in Vincelles (Saône-et-Loire) auf ca. 178 m, Ruisseau de Chaintre auf sandre.eaufrance.fr
  9. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 3. Dezember 2015 (französisch, Suchbegriff: <CTRL>-f Simard).
  10. Armorial des communes. Simard. In: Archives départementales. Le Département Saône-et-Loire, abgerufen am 16. Januar 2016 (französisch, Originalblasonierung: D'azur à 3 molettes d'or posées 2 et 1.).
  11. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 11. Januar 2015 (französisch).
  12. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  14. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  15. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  16. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  17. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Simard. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).