Le Fay

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Le Fay
Wappen von Le Fay
Le Fay (Frankreich)
Le Fay
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Louhans
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 40′ N, 5° 20′ OKoordinaten: 46° 40′ N, 5° 20′ O
Höhe 189–215 m
Fläche 20,88 km2
Einwohner 640 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 31 Einw./km2
Postleitzahl 71580
INSEE-Code
Website http://www.lefay.fr/

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Le Fay ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Louhans. Der Ort hat 640 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden scherzhaft als Les Saqués bezeichnet[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frangy-en-BresseSaillenardBeaurepaire-en-BresseSavigny-en-RevermontSagyRatte (Saône-et-Loire)Montagny-près-LouhansSaint-UsugeMontconyLe Fay mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, im Osten des Arrondissements Louhans. Das südliche Gemeindegebiet wird von der Departementsstraße D 678[2] in ost-westlicher Richtung durchzogen, sie bildet die Verbindung zwischen Louhans und Lons-le-Saunier und geht schon auf die Römerstraße zurück. Der Bourg selber liegt allerdings an der Departementsstraße D170, die nach Saillenard führt. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche Étangs, die durch den Ruisseau de l’Étang du Villard[3] im Nordwesten, den Ruisseau de l’Étang des Claies[4] im Süden und Osten und schließlich den zentralen Bief de Crépot[5] nach Südwesten in die Seille[6] entwässert werden. Im Norden der Gemeinde entspringt zudem La Boissine[7], die nach Norden entwässert und erst nach einem großen Bogen die Seille erreicht. Die Gemeinde weist nur wenige und kleine Waldflächen auf. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Blancs, Bois-Oudot, Bois-Saint-Maurice, Bois-Sire, Bonot, Boucheru, Buissons, Chaligny, Champ-du-Vernay, Charrières, Claies, Courlart, Crépot, Dombe, Enrageois, Folliets, Gêne, Genot, Grand-Molambief, Grués, Guillotière, Haut-du-Fay, Maître-Camp, Montbertière, Montceau, Petit-Molambief, Pontot, Pont-Rouge, Prudents, Rippe, Ruesses, Seillère, Villerots[8]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Le Fay ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 10,9 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 839 mm.

Le Fay
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Le Fay
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,8 12,3 15,7 19,9 23,3 25,6 25,1 21,7 15,6 9,5 5,3 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,4 2,5 5,4 9,0 12,4 14,3 13,9 11,3 6,9 3,1 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,4 10,5 14,4 17,8 19,9 19,5 16,5 11,2 6,3 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 64 62 60 60 79 79 61 80 80 67 80 67 Σ 839
T
e
m
p
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a
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u
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Courtépée erwähnt den Ort als A Fago (lat: bei der Buche), deren Vorkommen wohl namensgebend sein dürfte. Le Fay wird bereits 1190 in den Urkundenbüchern von Baume-les-Messieurs erwähnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le Fay wird 1075 erstmals urkundlich erwähnt, im Zusammenhang mit einem Hugo de Fay, Mitte des 14. Jahrhunderts wird Jean du Fay in der Abtei von Le Miroir beerdigt. Durch die Heirat von Marguerite du Fay, seiner einzigen Tochter, mit Philippe Bouton gelangt die Herrschaft 1358 in deren Besitz. Jean Bouton stiftete die Kapelle von Le Fay und wurde 1436 dort begraben. Er war, wie viele seiner Vorfahren, Kastellan von Sagy. Das wurde auch sein Sohn Jacques, Vater von Émart Bouton, der seinerseits Berater und Kammerherr von Herzog Philipp dem Guten und Karl dem Kühnen, später von König Louis XI. le prudent wurde. Das Schloss von Fay, das Sitz der Boutons und anderer Adliger war, hatte elf Türme und war stark befestigt. Man erzählt sich, es habe ein Gang vom Schloss zur Kapelle bestanden. Dazu hätte es Oublietten (von französisch: oublier = vergessen) gehabt, also Kerkerräume, in denen die lebenslang Verurteilten vergessen wurden. Es seien auch Brunnen und Löcher im Keller vorhanden gewesen, in denen man sich Ungeliebter unbemerkt entledigen konnte. Das Schloss war bereits zu Zeiten von Courtépée zerstört. Hingegen erwähnt er, das Gemeindegebiet sei außerordentlich waldreich gewesen, es hätten vier Mühlen bestanden und bei der Trockenlegung des Étang des Claies seien 1760 die Reste einer Römerstraße entdeckt worden, die offensichtlich von Châteaurenaud über Savigny-en-Revermont nach Montmorot führte.[9][10] Die Kirche ist dem Heiligen Christophorus geweiht und stammt aus dem Jahr 1525, sie wurde 1864 mit Seitenkapellen und Chor ergänzt[11].

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verwendet das Wappen, das auf die Familie Bouton zurückgeht. Angehörige eines Zweiges der Familie, die Bouton de Fay, waren vom 14. bis 18. Jahrhundert die Herren von Le Fay. Anscheinend ist die Familie ausgestorben, so dass die Gemeinde das Wappen verwenden darf. Blasonierung: In Rot ein goldener Balken.[12]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner
(Quelle: [13])
Jahr 1793180018211831184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
Einwohner 129611701546166715221487133713001283124312441277116111341027826624575552541592629
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Kirche von Le Fay

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche, 20 Landwirtschaftsbetriebe, 1 Bäckerei, 1 Metzgerei, 6 Betriebe der Baubranche, 1 Garagen- und 5 Dienstleistungsbetriebe. Als AOC-Produkte sind in Le Fay Crème et beurre de Bresse[14][15], ferner Volaille de Bresse[16] und Dinde de Bresse[17] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[18] untersteht und von 46 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).
  • Paul-Louis Fonrojat: La Bresse bourgignonne à travers les âges. L’écomusée de la Bresse bourgignonne, Pierre-de-Bresse, 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Le Fay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Le Fay. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Le Fay. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Le Fay. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Le Fay. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Fay. auf habitants.fr. Abgerufen am 27. November 2015 (französisch).
  2. Départementsstraße D678. auf routes.wiki.com. Abgerufen am 28. November 2015 (französisch).
  3. Ruisseau de l’Étang du Villard, Länge 6,8 km, Zufluss zum Ruisseau de Blaine, Quelle bei 46° 40′ 38,3″ N, 5° 18′ 22,7″ O in Le Fay auf ca. 198 m, Mündung bei 46° 37′ 44″ N, 5° 16′ 35″ O in Louhans auf ca. 184 m, Ruisseau de l’Étang du Villard auf sandre.eaufrance.fr
  4. Ruisseau de l’Étang des Claies, Länge 13,0 km, Zufluss zum Ruisseau de l’Étang du Villard, Quelle bei 46° 40′ 22,8″ N, 5° 23′ 12,5″ O in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 203 m, Mündung bei 46° 38′ 7,8″ N, 5° 16′ 54,8″ O in Ratte auf ca. 183 m, Ruisseau de l’Étang des Claies auf sandre.eaufrance.fr
  5. Bief de Crépot, Länge 4,9 km, Zufluss zum Ruisseau de l’’Étang des Claies, Quelle bei 46° 40′ 35,8″ N, 5° 20′ 32,3″ O in Le Fay auf ca. 206 m, Mündung bei 46° 38′ 32,6″ N, 5° 19′ 5,9″ O in Ratte auf ca. 188 m, Bief de Crépot auf sandre.eaufrance.fr
  6. La Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 52,2″ N, 5° 41′ 30,8″ O in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei 46° 31′ 10,6″ N, 4° 56′ 20,8″ O in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr
  7. La Boissine, Länge 7.6 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 41′ 1″ N, 5° 19′ 53″ O in Le Fay auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 42′ 52,9″ N, 5° 17′ 1,3″ O in Saint-Germain-du-Bois auf ca. 180 m, La Boissine auf sandre.eaufrance.fr
  8. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: <CTRL>-f Le Fay).
  9. Lucien Guillemaut, Histoire de la Bresse louhannaise, Band I, Seite 386f., 1897
  10. Claude Courtépée, Description générale et particulière du Duché de Bourgogne, Seite 223f., 1774
  11. Kurzbeschrieb der Kirche. (PDF) von Le Fay. La Pastorale du Tourisme en Saône et Loire, abgerufen am 30. Mai 2015 (französisch).
  12. Armorial des communes. Le Fay. In: Archives départementales. Le Département Saône-et-Loire, abgerufen am 24. Januar 2016 (französisch, Originalblasonierung: De gueules à la fasce d'or).
  13. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 27. November 2015 (französisch).
  14. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  15. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  16. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  17. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  18. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  19. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Le Fay. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).