Pourlans

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Pourlans
Pourlans (Frankreich)
Pourlans
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’
Koordinaten 46° 57′ N, 5° 14′ OKoordinaten: 46° 57′ N, 5° 14′ O
Höhe 177–196 m
Fläche 16,04 km2
Einwohner 205 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 13 Einw./km2
Postleitzahl 71270
INSEE-Code

Pourlans ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 205 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Die Einwohner werden Pourlantins, resp. Pourlantines genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LanthesBousselangeAnnoireLays-sur-le-DoubsLongepierreClux-VilleneuvePourlans mit seinen Nachbarorten

Die Gemeinde ist die nördlichste des Kantons Pierre-de-Bresse und damit des Arrondissements Louhans und liegt als einzige nördlich des Doubs. Die Gemeinde grenzt im Norden an das Département Côte-d’Or, im Nordosten an das Département Jura, im Westen an das Arrondissement Chalon-sur-Saône und lediglich im Süden hat sie eine kurze gemeinsame Grenze mit Lays-sur-le-Doubs. Die östliche Gemeindegrenze bildet der Fluss Sablonne[2]. Die Gemeinde wird in West-Ost-Richtung von der Départementsstraße D673[3] (Clux-VilleneuveAnnoire) durchzogen, im Ort zweigt die Départementsstraße D203[4] (Pourlans–Pierre-de-Bresse) nach Süden ab. Pourlans liegt auf einer Anhöhe, die sich rund 15 Meter über das Doubstal erhebt. Nördlich der D673 beginnt der Staatswald Forêt Domaniale de Pourlans, der sich als Hoch- und Nieder-Laubwald bis Pagny-le-Château zieht. Aus diesem Wald wurde das Holz für Flöße, Fähren und Schiffe auf dem Doubs beschafft, heute ist Holzverarbeitung für die Küferei eine der wichtigsten Industrien Pourlans. Der Wald weist einige monumentale Bäume auf, insbesondere eine Esche. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler: Caire, Carcabot, Crôte, Gravière, Mares, Rougemont, Tuilerie, Sellière[5].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Pourlans ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 801 mm Niederschläge.

Pourlans
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Pourlans
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,8 12,4 16,0 20,1 23,4 25,6 25,1 21,6 15,7 9,5 5,3 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,3 2,5 5,6 9,1 12,5 14,4 13,9 11,3 6,9 3,2 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,4 10,8 14,6 17,9 20,0 19,5 16,4 11,3 6,3 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 62 59 55 56 77 76 58 77 76 64 76 65 Σ 801
T
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15,7
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pourlans wird erstmals 787 erwähnt: In pago Amaorum… in villa Porlingus (deutsch: Im Gau des Amaus, im Ort Porlingus). Im September des Jahres 787 schenkte Fridericus Graf von Amoux Ländereien seiner Grafschaft dem Kloster Saint-Claude, darunter Pourlans. Der Name geht vermutlich auf die burgundische Besiedlung und damit auf eine germanische Namensgebung zurück.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Départementsstraße D673 handelt es sich ursprünglich um die Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Besançon verband. Denkbar ist, dass die Verbindungsstraße D203 nach Süden ebenfalls auf die späte Römer- oder frühe Merowingerzeit zurückgeht. Eine erste Besiedlung kann durchaus um die Zeitenwende erfolgt sein.

Im 13. Jahrhundert gehörte Pourlans dem Hause de Vienne und war ein Afterlehen von Longwy. Die de Viennes schenkten den Besitz dem Herzog von Burgund Robert II., im 15. Jahrhundert waren die de Courcelle Lehensnehmer und 1656 gelangte es schließlich an die Jesuiten von Dijon[6]. 1332 erließ Jean de Vienne eine Grundordnung mit 50 Artikeln, die weitgehend jener von Seurre entsprach. Pourlans gehört seit 1905 zum Kanton Pierre-de-Bresse, vorher war es Teil des Kantons Verdun-sur-le-Doubs.

Die ältesten Texte, in denen die Kirche erwähnt wird, stammen aus 1540, der Baustil scheint aus dem 14. Jahrhundert zu stammen, sie ist Johannes dem Täufer geweiht[7]. Das erste Pfarrhaus stand gegenüber dem Eingang zur Kirche, heute ist das Gebäude Gemeindesaal. Die Mairie-École wurde 1874 erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts bildete die Schweinezucht eine der Haupteinnahmequellen, dank des südlichen Abhangs ins Doubstal wurde zudem Weinbau auf rund 60 Hektaren betrieben. In der Gemeinde befand sich eine Käserei, eine Ziegelei und eine Mühle. Erst 1900 wurde die Brücke erbaut, die Pourlans mit Lays-sur-le-Doubs verbindet. 1988 bestanden noch 20 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [8])
Jahr 1793180018061821183118411851186118721881189119011911192119311946196219751990199920062011
Einwohner 515640699648690687600567528487480485436350311295282237175182205201
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Pourlans

Im Dorf gibt es acht Landwirtschaftsbetriebe, ein Betrieb der Forstwirtschaft, ein Betrieb der Holzverarbeitung, zwei Betriebe der Baubranche.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École maternelle, die der Académie de Dijon[9] untersteht und von 18 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[10].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pourlans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pourlans. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Pourlans. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Pourlans. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Pourlans. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pourlans. auf habitants.fr. Abgerufen am 31. Januar 2015 (französisch).
  2. La Sablonne, Länge 27,3 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 47° 2′ 40,2″ N, 5° 23′ 47,8″ O in Tavaux auf ca. 191 m, Mündung bei 46° 55′ 49,8″ N, 5° 14′ 55″ O in Lays-sur-le-Doubs auf ca. 177 m, La Sablonne auf sandre.eaufrance.fr
  3. Departementsstraße D673. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 31. Januar 2015 (französisch).
  4. Departementsstraße D203. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 31. Januar 2015 (französisch).
  5. Pourlans. (PDF) auf Dictionnaire topographique du département de la Saône-et-Loire. In: Dictionnaire topographique de la France. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 31. Januar 2015 (französisch, Suchbegriff: Strg+F Pourlans).
  6. Collège des Godrans in Dijon auf www.petit-patrimoine.fr, französisch, abgerufen 31. Januar 2015
  7. Kirche von Pourlans. (PDF) Kurzbeschreibung. sauvegardeartfrancais.fr, abgerufen am 20. März 2015 (französisch).
  8. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 31. Januar 2015 (französisch).
  9. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  10. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Pourlans. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).