Vérissey

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Vérissey
Vérissey (Frankreich)
Vérissey
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Louhans
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 43′ N, 5° 7′ OKoordinaten: 46° 43′ N, 5° 7′ O
Höhe 185–212 m
Fläche 11,80 km2
Einwohner 54 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 5 Einw./km2
Postleitzahl 71440
INSEE-Code

Vérissey ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Louhans. Die Gemeinde hat 54 Einwohner (Stand 1. Januar 2016).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lessard-en-BresseThureySimardJuifMontretSaint-Étienne-en-BresseTronchyVérissey mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Vérissey liegt in der Landschaft Bresse, rund 12 Kilometer nordnordwestlich von Louhans und grenzt im Westen an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Sie wird in Nord-Süd-Richtung von der Departementsstraße D156 (ThureyMontret) durchzogen. Im südöstlichen Gemeindegebiet finden sich etliche Étangs, die von 'Biefs entwässert werden (künstlichen Wasserläufen, die der Bewirtschaftung der Étangs dienen) und gemeinsam zum Flüsschen La Servonne[1] werden. Diese bildet einen Teil der südöstlichen Gemeindegrenze. Im Norden der Gemeinde entwässert der Bief de l’Étang de Noisy und in der Folge der Ruisseau du Moulin d’Amy[2] die Étangs, mündet in die Ténarre und schließlich bei Gigny in die Saône. Große Teile des Gemeindegebiets sind bewaldet. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Alouettes, Beussey, Etang, Fourneaux, Gerbeaux, Guillons, Moulin-Amy, Moulin-de-Noisy, Nissons, Noisy, Tuilerie, Vernotte[3].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Vérissey ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 806 mm Niederschläge.

Vérissey
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Vérissey
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,8 12,4 15,9 19,9 23,3 25,6 25,0 21,6 15,6 9,4 5,3 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,4 2,6 5,5 9,1 12,4 14,4 13,9 11,3 6,9 3,1 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,5 10,7 14,5 17,8 20,0 19,4 16,4 11,2 6,2 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 61 58 56 57 78 77 58 77 77 66 76 65 Σ 806
T
e
m
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a
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9,1
23,3
12,4
25,6
14,4
25,0
13,9
21,6
11,3
15,6
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0,1
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Erwähnung geht zurück auf das Jahr 1180, Jean-Jacques Guillemin erwähnt Viriacus, also eine Siedlung, die einem Virius gehörte und in gallo-römischer Zeit mit dem Possessivsuffix zu Viriacus geworden ist. Später wird Véricié erwähnt und insbesondere Ecclesia de Viresseyo. Diese Entwicklung lässt durchaus den Schluss zu, dass es sich beim heutigen Ortsnamen um den Besitz eines ersten gallo-römischen Gutsherrn handelte. Dafür spricht die Vermutung, dass durch das Gemeindegebiet eine Römerstrasse führte, die Seurre mit Cuisery verband[4].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vérissey war ein Lehen, das zur Herrschaft Lessard gehörte und im 17. und 18. Jahrhundert im Besitz der Familie Venot de Montcenis war. Ein herrschaftliches Schloss befand sich in Noisy, in alten Katasterplänen sind die rechteckigen Wassergräben noch sichtbar. 1830 wurde es endgültig zerstört. In Vernotte bestand ein Schloss, das anfangs 18. Jahrhundert gebaut wurde und 1978 abgerissen wurde. Der Weiler Fourneaux trägt seinen Namen wegen der Köhler, die dort tätig waren und in der Nähe von Noisy bestand eine Ziegelei. In Gerbeaux bestand eine Kapelle, die dem Heiligen Rochus geweiht war und 1791 zerstört wurde. Eine Kirche gehörte zum Kapitel von Saint-Vincent von Mâcon, war dem Heiligen Eligius geweiht und wurde 1848 abgerissen. 1863 wurde an ihrer Stelle ein (Kirch-)Gemeindehaus erstellt. Anfang des 20. Jahrhunderts waren in der Gemeinde lediglich vier Handwerker und Geschäftsleute angesiedelt, einer betrieb ein Kurhaus, ein anderer ein Café, das 1958 geschlossen wurde. 1988 bestanden noch 11 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner
(Quelle: [5])
Jahr 1793180018211831184118461851186118721881189119011911192119311946196219751990199920062011
Einwohner 2232262302412352552192161891742021851742091651601139769585351
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 7 Landwirtschaftsbetriebe, ein Betriebe der Waldwirtschaft. Als AOC-Produkte sind in Vérissey Volaille de Bresse[6] und Dinde de Bresse[7], ferner Crème et beurre de Bresse[8][9] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vérissey verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vérissey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Vérissey. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Vérissey. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Vérissey. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Vérissey. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. La Servonne, Länge 14,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 42′ 46,4″ N, 5° 9′ 44,6″ O in Simard auf ca. 210 m, Mündung bei 46° 39′ 14,4″ N, 5° 13′ 26,4″ O in Louhans auf ca. 178 m, La Servonne auf sandre.eaufrance.fr
  2. Ruisseau du Moulin d’Amy, Länge 5,5 km, Zufluss zu ‘’La Tenarre’’, Quelle bei 46° 43′ 24,6″ N, 5° 8′ 22,6″ O in Vérissey auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 42′ 45,7″ N, 5° 4′ 31,8″ O in Saint-Étienne-en-Bresse auf ca. 184 m, Ruisseau du Moulin d’Amy auf sandre.eaufrance.fr
  3. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Vérissey).
  4. Société d'histoire et d'archéologie de Châlon-sur-Saône: Mémoires de la Société d'histoire et d'archéologie de Châlon-sur-Saône 1850, S. Seite 333. Seite 333, französisch
  5. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 10. Januar 2015 (französisch).
  6. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  7. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  8. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  9. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).