Thurey

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Thurey
Thurey (Frankreich)
Thurey
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Revermont 71
Koordinaten 46° 45′ N, 5° 7′ OKoordinaten: 46° 45′ N, 5° 7′ O
Höhe 187–215 m
Fläche 18,22 km2
Einwohner 451 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 25 Einw./km2
Postleitzahl 71440
INSEE-Code

Thurey ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 451 Einwohner (Stand 1. Januar 2016).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DiconneDevrouzeSimardVérisseyTronchyLessard-en-BresseL’Abergement-Sainte-ColombeGuerfandThurey mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, im Nordwesten des Arrondissement Louhans und grenzt an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Die südöstliche Gemeindegrenze wird durch den Ruisseau Briant[1] gebildet. Im östlichen Gemeindegebiet entspringt der Ruisseau de la Chassaigne[2]. Ein kurzes Stück der westlichen Gemeindegrenze bildet zudem La Tenarre[3], die etliche Biefs aufnimmt, künstliche Wasserläufe, die der Bewirtschaftung der Étangs dienen. Offiziell bestehen acht Étangs auf dem Gemeindegebiet, werden die kleinen mitgezählt, sollen es etwa 15 Étangs sein. Von Westen her führt die Departementsstraße D678[4] von Lessard-en-Bresse nach Simard durch den Ort. Im Bourg selber zweigt die Departementsstraße D24[5] nach Osten ab, um Saint-Germain-du-Bois zu erreichen. Die Gemeinde weist einige Gehölze auf, vorwiegend in der Umgebung der Étangs. Der Ort ist stark zersiedelt, knapp 90 % der Bevölkerung wohnt in Weilern. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Agrons, Biardière, Bois-de-la-Corne, Borgeot, Bouillots, Boulandière, Boutière, Brocards, Champ-Frecaud, Champomey, Chanée, Corpot, Étang, Feuilles, Gonnière, Grivalotte, Grognette, Guichards, Guillons, Libeaux, Male-Vèvre, Malbazins, Pernins, Pillons, Princes, Réserves, Rolley, Tabourets, Troche, Varenne, Vernes, Villerot, Villey[6].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Thurey ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 10,9 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 807 mm.

Thurey
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Thurey
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,8 12,2 15,8 19,8 23,3 25,5 24,9 21,6 15,6 9,4 5,2 Ø 15,4
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,3 2,5 5,5 8,9 12,5 14,3 13,8 11,4 7,0 3,1 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,3 10,6 14,3 17,9 19,9 19,3 16,5 11,1 6,2 2,6 Ø 10,9
Niederschlag (mm) 62 58 56 57 78 77 58 77 77 66 76 65 Σ 807
T
e
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a
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4,7
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8,9
23,3
12,5
25,5
14,3
24,9
13,8
21,6
11,4
15,6
7,0
9,4
3,1
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1131. Ein Wilelmus de Thurium wird genannt und schon 1180 wird die Ecclesia de Tureyo erwähnt, somit muss damals eine erste Kirche bestanden haben. Der Name des Ortes dürfte gallorömischen Ursprungs sein und bezeichnete den Besitz eines Turius, in gallorömischer Form Turiacum, das schließlich zum heutigen Thurey wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1131 erfolgt die erste Nennung eines Wilelmus de Thurium. Dieser Familie entstammten wichtige Persönlichkeiten, vor allem im 14. und 15. Jahrhundert: Ritter, Kammerherren, Marschälle, Bischöfe, Erzbischöfe, Kardinäle, Kanoniker, Äbte und Äbtissinnen. Girard von Thurey, Stifter einer Kapelle in Cuisery, wurde 1358 Marschall von Bourgogne-Franche-Comté. Sein Bruder Guillaume wurde Bischof von Autun und 1358 Erzbischof von Lyon, ein Pierre de Thurey wurde 1385 Kardinal und Päpstlicher Legat, während 1370 eine Huguette Äbtissin des Klosters Saint-Pierre-les-Nonnains in Lyon wurde. In Champ-Frecaud stand ein Schloss, das im 16. Jahrhundert Louis de Nance gehörte. 1608 verkaufte es François Alixant an Charles de Saulx-Tavannes, der es wiederum an J. Gilbert, Herr von Champomey verkaufte. In diesem Weiler, der ebenfalls zu Thurey gehört, bestand ebenfalls ein altes Schloss. Beide waren jedoch schon im 18. Jahrhundert zerstört. Die beiden Herrschaften wurden 1644 durch N. de Tavannes mit Lessard vereinigt und bildeten eine Baronie. Das Lehen Villey gelangte zu Simard.

1777 wurde die Départementsstrasse D678 erstellt, gegen 1850 ein Jahrmarkt eingeführt. 1855 wurde die Mädchenschule gegründet, 1885 die Maire-École und 1909 ein Postamt. Das Baudatum der Kirche Saint-Denis ist nicht bekannt. Im östlichen Teil des Ortskerns steht das Bürgerhaus der Familie Mathey, die im 19. Jahrhundert eine große Zahl von wichtigen Persönlichkeiten stellte: Ärzte, Maires, Generalräte, Deputierte, Friedensrichter, Notare, Kommissare. In der Gemeinde bestanden zwei Getreide- und eine Ölmühle und 1988 noch 32 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [7])
Jahr 17931800182118311841185118611872188118911896190119111921193119461962197519821990199920062011
Einwohner 8078859079359449899499801034101610441017964873773647524391377354352376427
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich eine Mairie, die Kirche, ein Lebensmittelgeschäft, 17 Landwirtschaftsbetriebe, drei Betriebe der Baubranche und ein Betrieb für Landmaschinenunterhalt. Als AOC-Produkte sind in Thurey Crème et beurre de Bresse[8][9], Volaille de Bresse[10] und Dinde de Bresse[11] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[12] untersteht und von 46 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[13].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thurey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Thurey. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Thurey. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Thurey. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Thurey. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruisseau Briant, Länge 12,5 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 43′ 15,2″ N, 5° 9′ 9,4″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 48′ 5,8″ N, 5° 11′ 15,7″ O in Mervans, auf ca. 185 m Ruisseau Briant auf sandre.eaufrance.fr
  2. Ruisseau de la Chassaigne, Länge 3,5 km, Zufluss zum Ruisseau Briant, Quelle bei 46° 44′ 21,5″ N, 5° 9′ 5,4″ O in Thurey auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 45′ 32,4″ N, 5° 10′ 45,5″ O in Devrouze auf ca. 189 m, Ruisseau de la Chassaigne auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Tenarre, Länge 26,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 45″ N, 5° 4′ 12,4″ O in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 39′ 13,7″ N, 4° 57′ 16,6″ O in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr
  4. Departementsstraße D678. auf woutes.wikia.com. Abgerufen am 27. Mai 2015 (französisch).
  5. Departementsstraße D24. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 26. Mai 2015 (französisch).
  6. Thurey. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 27. Mai 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Thurey).
  7. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 27. Mai 2015 (französisch).
  8. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  9. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  10. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  13. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Thurey. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).