Saillenard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Saillenard
Saillenard (Frankreich)
Saillenard
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Revermont 71
Koordinaten 46° 41′ N, 5° 22′ OKoordinaten: 46° 41′ N, 5° 22′ O
Höhe 189–218 m
Fläche 17,88 km2
Einwohner 781 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km2
Postleitzahl 71580
INSEE-Code

Saillenard ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 781 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden Saillenardais, resp. Saillenardaises genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frangy-en-BresseBletteransFortainebruxLes RepôtsBeaurepaire-en-BresseLe FaySaillenard mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, fast in halber Höhe des Arrondissement Louhans an seiner Ostgrenze, und stößt im Osten an drei Gemeinden des Département Jura. Von Süden nach Norden durchzieht Le Teuil[2] das Gemeindegebiet, er nimmt den Bief de l’Étang de Coran[3] auf, der im Südosten der Gemeinde entspringt und im Norden den Bief du Renouillier[4], der entlang der nördlichen Grenze fließt. Die östliche Gemeindegrenze bildet der Ruisseau le Jeanbon[5], während im äußersten Westen der Ruisseau la Boissine[6] kurz die Gemeinde streift. Von Nordwesten nach Südosten durchzieht die Departementsstraße D87 die Gemeinde und verbindet Saint-Germain-du-Bois mit Beaurepaire-en-Bresse. Die Gemeinde ist recht stark bewaldet, vor allem im Süden und Westen. In den Niederungen des Teuil finden sich etliche Pappelplantagen. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bardollets, Bellevue, Bois-Clair, Bois-Maillot, Bordes, Chamottey, Coran, Coreau, Équemines, Forêt-de-Saillenard, Gouilles, Jambon, Maison-Neuve, Mare-Magnin, Marne, Moroge, Motte, Moulin-d’Allarme, Quatry, Rebuans, Renouillin, Ronce, Sauvagette, Tuilerie, Villemartin[7].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Saillenard ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 11,0 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 846 mm.

Saillenard
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
65
 
5
-1
 
 
63
 
7
0
 
 
60
 
12
3
 
 
61
 
16
6
 
 
79
 
20
9
 
 
80
 
24
13
 
 
61
 
26
14
 
 
81
 
25
14
 
 
80
 
22
11
 
 
67
 
16
7
 
 
81
 
10
3
 
 
68
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saillenard
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,8 12,2 15,9 19,9 23,5 25,7 25,1 21,7 15,7 9,6 5,3 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,3 2,5 5,5 9,0 12,5 14,3 13,9 11,3 6,9 3,2 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,3 10,7 14,4 18,0 20,0 19,5 16,5 11,3 6,4 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 65 63 60 61 79 80 61 81 80 67 81 68 Σ 846
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,8
−1,1
6,8
−0,3
12,2
2,5
15,9
5,5
19,9
9,0
23,5
12,5
25,7
14,3
25,1
13,9
21,7
11,3
15,7
6,9
9,6
3,2
5,3
0,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
65
63
60
61
79
80
61
81
80
67
81
68
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird erstmals erwähnt im Jahr 930 als … et in pago Scodingensi[A 1] villam unam, Salvamentum nuncupatam, cum ecclesia que est in Appugniaco, in honore Sancti Petri… (… im Gau der Scutinger ein Ort, genannt Salvamentum, mit einer Kirche in Apuniacum, zu Ehren des Heiligen Simon Petrus…). Der spätere Name Saillenard ist eine Verballhornung von Saint-Léonard und taucht um 1270 auf. Dabei handelte es sich um eine Klösterchen oder eher eine Einsiedelei, die sich diesem Heiligen widmete und zum Ortsnamen wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird erstmals im 10. Jahrhundert als Appuniacum erwähnt, gleichzeitig mit einer Kirche, die St. Peter geweiht war. Der Ort war eine Niederlassung von Saint-Vincent von Mâcon, später stand es unter dem Patronat des Klosters Château-Chalon. Nach dem Tausch zwischen den Grafen von Savoyen und Rudolf II. von Burgund lag er an der nordöstlichen Grenze der Kastellanei von Sagy und gehörte zum Besitz der De Vienne und später d'Antigny. Diese erließen 1275 einen Freibrief zugunsten der Bevölkerung. Später ging die Baronie als Afterlehen an die de Beaurepaire über. Dem Herzog von Burgund, dessen Schutz die Gegend anvertraut war, mussten pro Feuerstelle jährlich zwei Hühner abgegeben werden und jeder Einwohner hatte ein Pfund Wachs oder einen Cent in Silber abzuliefern.

auf dem Gemeindegebiet bestand noch eine weitere Herrschaft, Montroge (heute: Moroge), das Schloss mit seinen Gräben habe auf dem Weg zwischen Kirche und Friedhof gestanden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [8])
17931800182118311841184618511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
1356139315051575160716121575146715151429140013711368117410771013906582586546561671740
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Kirche Saillenard, geweiht dem Heiligen Leonhard

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich die Mairie, die Kirche[9] (heute dem Heiligen Leonhard geweiht), zwei Bäckereien, eine Tankstelle/Garage und ein Supermarkt, ferner 21 Landwirtschaftsbetriebe, vier Betriebe der Baubranche, ein Gastronomiebetrieb. Als AOC-Produkte sind in Saillenard Morbier[10], Comté[11] und Crème et beurre de Bresse[12][13] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[14] und Dinde de Bresse[15].

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[16] untersteht und von 70 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[17].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saillenard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Saillenard. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saillenard. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saillenard. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saillenard. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der pagus Scodingorum war einer der vier Gaue im Siedlungsgebiet der Sequaner, die die Burgunden nach ihrer Eroberung einführten. Es zog sich von der Gegend von Pontarlier dem Jura entlang nördlich bis Salins-les-Bains und in die Bresse.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saillenard. auf habitants.fr. Abgerufen am 28. Mai 2015 (französisch).
  2. Le Teuil, Länge 10,3 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 40′ 25″ N, 5° 22′ 30,4″ O in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 44′ 5,3″ N, 5° 19′ 20,3″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 184 m, Le Teuil auf sandre.eaufrance.fr
  3. Bief de l’Étang de Coran, Länge 4,0 km, Zufluss zu Le Teuil, Quelle bei 46° 40′ 48″ N, 5° 24′ 9″ O in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 215 m, Mündung bei 46° 41′ 49,2″ N, 5° 22′ 3,4″ O in Saillenard auf ca. 194 m, Bief de l’Étang de Coran auf sandre.eaufrance.fr
  4. Bief du Renouillier, Länge 0,9 km, Zufluss zu Le Teuil, Quelle bei 46° 43′ 7,7″ N, 5° 21′ 35,6″ O in Saillenard auf ca. 191 m, Mündung bei 46° 42′ 54,7″ N, 5° 21′ 0,4″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 189 m, Bief du Renouillier auf sandre.eaufrance.fr
  5. Ruisseau le Jeanbon, Länge 7,4 km, Zufluss zu La Seillette Amont, Quelle bei 46° 40′ 15,2″ N, 5° 25′ 51,2″ O in Courlaoux auf ca. 220 m, Mündung bei 46° 43′ 16″ N, 5° 23′ 44,5″ O in Frangy-en-Bresse auf ca. 191 m, Le Jeanbon auf sandre.eaufrance.fr
  6. Ruisseau la Boissine, Länge 8,3 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 45′ 56,9″ N, 5° 22′ 16,3″ O in Bosjean auf ca. 196 m, Mündung bei 46° 45′ 1,8″ N, 5° 17′ 32,3″ O in Sens-sur-Seille auf ca. 183 m, Ruisseau la Boissine auf sandre.eaufrance.fr
  7. Saillenard. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 27. Mai 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Saillenard).
  8. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 28. Mai 2015 (französisch).
  9. Kurzbeschrieb der Kirche. (PDF) von Saillenard. La Pastorale du Tourisme en Saône et Loire, abgerufen am 30. Mai 2015 (französisch).
  10. Morbier. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Comté. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  13. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine det de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  14. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  15. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  16. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  17. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Saillenard. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).