Joudes

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Joudes
Joudes (Frankreich)
Joudes
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 28′ N, 5° 22′ OKoordinaten: 46° 28′ N, 5° 22′ O
Höhe 199–441 m
Fläche 11,16 km2
Einwohner 384 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 34 Einw./km2
Postleitzahl 71480
INSEE-Code

Joudes ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Die Gemeinde hat 384 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden Joudois, resp. Joudoises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ChampagnatMontagna-le-ReconduitBalanodCondalDommartin-lès-CuiseauxJoudes mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Joudes liegt in der Landschaft Bresse, im Südosten der Region Burgund und stößt mit seiner südöstlichen und südlichen Gemeindegrenze an das Département Jura. Im Süden, an der Grenze zur Gemeinde Balanod entspringt der Ruisseau de Joudes, der später als Bief de Louvarel die Gemeinde nach Norden durchzieht. Er gilt als Quellfluss von La Dourlande[2]. Einen kurzen Teil der nordöstlichen Gemeindegrenze bilder der Ruisseau du Breuil[3]. Das östliche Gemeindegebiet schiebt sich in das Gebiet der Franche-Comté bis knapp an den Jurafuß vor. Das Gemeindegebiet ist stark bewaldet, in besonderem Maße der Westen, wo sich nur wenige Siedlungen finden. In den Feuchtgebieten entlang der Biefs finden sich ausgedehnte Pappelplantagen. Die Departementsstraße D1083[4] (Lons-le-SaunierBourg-en-Bresse) zieht sich dem Jurafuß entlang durch den Bourg. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Basse-Cour, Bourgneuf, Capettes, Charmelles, Cherand, Chevreuil, Combe, Gasseux, Grille, Laveratière, Machin, Marciat, Muret, Rosières, Sablière, Vigneux, Villard[5].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Joudes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 10,7 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 876 mm.

Joudes
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Joudes
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,5 6,5 11,8 15,4 19,5 23,0 25,5 24,8 21,5 15,4 9,3 5,0 Ø 15,2
Min. Temperatur (°C) -1,4 -0,6 2,1 5,2 8,7 12,1 14,1 13,6 11,1 6,8 2,9 -0,2 Ø 6,2
Temperatur (°C) 1,5 2,9 6,9 10,3 14,1 17,5 19,8 19,2 16,3 11,1 6,1 2,4 Ø 10,7
Niederschlag (mm) 67 65 65 64 82 82 63 82 82 71 83 70 Σ 876
T
e
m
p
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a
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5,2
19,5
8,7
23,0
12,1
25,5
14,1
24,8
13,6
21,5
11,1
15,4
6,8
9,3
2,9
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-0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1189, wo Jeldes in den Rödeln des Klosters Gigny erwähnt wird. Fast gleichzeitig, nämlich 1191 wird auch Villa Martiaci, das Haus des Mariacus erwähnt, die heutige Schwestersiedlung zu Joudes. Die Herkunft der Bezeichnung Joudes, das sich aus Jeldes entwickelt hat, ist unklar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joudes gehörte nur zum Teil zur Herrschaft Cuiseaux, sonst war es mit Varennes-Saint-Sauveur zusammen ein eigenes Lehen der Herren von Montjouvent, die die volle Gerichtsbarkeit besaßen. Gegen 1035 wurde sie an Pierre de Thorel verkauft, durch Heirat gelangte sie schließlich zur Familie Tholay, den Herren von Rancy. 1285 tauschte Amédée IV., Graf von Savoyen, dieses Gebiet mit Robert II., dem Herzog von Burgund, gegen das Gebiet des Revermont und Coligny. Dadurch wurde Joudes burgundisch und blieb ein herzogliches, später königliches Lehen. Die Vasallen hatten dadurch weitgehende Rechte: droit d’indire, de guet et garde, de treuil et pressoir, de banvin, de tangues[6]. Im Laufe des 17. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft durch Heirat an die Familie Thoisy, eine der angesehensten und ältesten Familien des Burgund, wo sie bis zur Revolution verblieb.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner
(Quelle: [7])
Jahr 1793180018211831184118511861187218811891190119111921193119461962196819751990199920062011
Einwohner 477578536556618574552508575548506490413391383348309355409407411407
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich elf Landwirtschaftsbetriebe, eine Bäckerei, zwei Gastronomiebetriebe, ein Betrieb für Waldwirtschaft. Als AOC-Produkte sind in Joudes Comté[8] und Morbier[9] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[10] und Dinde de Bresse[11], sowie Crème et beurre de Bresse[12][13]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[14] untersteht und von 37 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[15].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joudes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Joudes. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Joudes. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Joudes. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Joudes. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joudes. auf habitants.fr. Abgerufen am 24. Januar 2016 (französisch).
  2. La Dourlande, Länge 13,7 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei 46° 27′ 43,6″ N, 5° 21′ 16,9″ O in Balanod auf ca. 248 m, Mündung bei 46° 33′ 0,7″ N, 5° 17′ 25,8″ O in Frontenaud auf ca. 184 m, La Dourlande auf sandre.eaufrance.fr
  3. Ruisseau du Breuil, Länge 9,8 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei 46° 28′ 49,8″ N, 5° 23′ 28″ O in Champagnat auf ca. 316 m, Mündung bei 46° 31′ 35″ N, 5° 19′ 37,9″ O in Le Miroir auf ca. 192 m, Ruisseau du Breuil auf sandre.eaufrance.fr
  4. Departementsstrasse D1083 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen 1. Januar 2016
  5. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Joudes).
  6. Droit d’indire: Recht auf Verdoppelung der Abgaben in vier Fällen: Reise ins Heilige Land, Ausbau der Reiterei, Heirat der Tochter und zur Bezahlung von Lösegeld - Droit de guet et garde: Recht auf Unterhalt der Verteidigungsanlagen des Schlosses und auf Wachtdienst - Droit de treuil et pressoir: das Recht auf den Kelter - Droit de banvin: Recht, den Weinverkauf zu verbieten - droit de tangues: Recht auf den Schlamm aus den Étangs, der als Düngemittel verwendet wurde.
  7. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 13. Dezember 2014 (französisch).
  8. Comté. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  9. Morbier. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  10. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  13. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  14. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  15. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Joudes. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).