Loisy (Saône-et-Loire)

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Loisy
Wappen von Loisy
Loisy (Frankreich)
Loisy
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Terres de Bresse
Koordinaten 46° 35′ N, 5° 2′ OKoordinaten: 46° 35′ N, 5° 2′ O
Höhe 172–217 m
Fläche 14,64 km2
Einwohner 638 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km2
Postleitzahl 71290
INSEE-Code

Loisy ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Die Gemeinde hat 638 Einwohner (Stand 1. Januar 2015), sie werden Loisytais, resp. Loisytaises genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SimandreHuilly-sur-SeilleJouvençonBrienneCuiseryL’Abergement-de-CuiseryLoisy mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse im Südwesten des Arrondissement Louhans. Der Bourg liegt auf einer Anhöhe, rund 40 m über der Seille[2], welche die südwestliche Gemeindegrenze bildet. Ein Stück der nordöstlichen Gemeindegrenze bildet der Ruisseau du Moulin du Roi[3], das westliche Gemeindegebiet entwässert der Bief du Moulin Richy[4] nach Westen in die Saône. Das nördliche Gemeindegebiet ist stark bewaldet mit Laubwald, dazu findet sich im nördlichsten Teil des Gemeindegebietes ein Nadelwaldgebiet von nahezu einem Quadratkilometer Ausdehnung. Durch den südlichen Teil der Gemeinde führt die Departementsstraße (CuiseryHuilly-sur-Seille) hauptsächlich in West-Ost-Richtung, mit einem Bogen nach Norden vor dem Übergang nach Huilly. Das westliche Gemeindegebiet wird von der Departementsstraße D933[5] durchzogen. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Bourg-en-Bresse verband. Auf dem Gemeindegebiet liegt kein Übergang oder Brücke über die Seille. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Ballots, Bouchet, Boulets, Bruyères-de-la-Fay, Châtelet, Condemine, Crotte, Fay, Grandmont, Grand-Quartier, Grange-Gaule, Grelay, Jub, Moiroux, Motte-Grenier, Moulin, Niorde, Noue, Plainchamp, Regnaud, Roupoix, Votentenay.[6]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Loisy ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,2 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 786 mm Niederschläge.

Loisy
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Loisy
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,0 7,0 12,6 16,1 20,0 23,5 25,8 25,3 21,9 15,8 9,7 5,5 Ø 15,7
Min. Temperatur (°C) -0,9 -0,2 2,8 5,7 9,1 12,6 14,5 14,0 11,5 7,1 3,3 0,3 Ø 6,7
Temperatur (°C) 2,0 3,4 7,7 10,9 14,5 18,0 20,1 19,6 16,7 11,4 6,5 2,9 Ø 11,2
Niederschlag (mm) 58 55 55 56 77 77 57 76 76 65 73 61 Σ 786
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Loisy 950 in den Akten des Klosters Cluny als Castrum Loziaci, gegen 1015 erfolgt ein Eintrag In Cabilonensi pago… aecclesiam… in honore Sancti-Martini dicatam… in villa quae Lausiacum vocatur (deutsch: Im Gebiet von Chalon… eine Kirche… geweiht dem Heiligen Martin… im Ort, der Lausiacum genannt wird). Aufgrund dieser Nennungen kann davon ausgegangen werden, dass die Besiedlung auf gallo-römischer Zeit zurückgeht, indem ein Lausius dort siedelte. Zusammen mit dem Possessivsuffix -acum wurde sein Besitz zu Lausiacum. Zudem wird offensichtlich, dass bereits Mitte des 10. Jahrhunderts eine Burg (Castrum) bestand und zu Beginn des 11. Jahrhunderts eine Kirche, die dem Heiligen Martin geweiht war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen streift die Departementsstraße D933 die Gemeinde, in dieser Gegend wurden römische Grabhügel gefunden. Im Weiteren bestand zu römischer Zeit ein befestigter Posten zur Überwachung des Schiffsverkehrs auf der Seille, im 11. Jahrhundert eine Zollstation für die Kontrolle des Salzes aus dem Revermont.

In Loisy befand sich seit dem 12. Jahrhundert ein Schloss, das Hugues de Brancion 1150 erbauen ließ. Es stand auf einer Anhöhe über der Seille mit einer bemerkenswerten Weitsicht. Das Schloss gelangte in den Besitz der Familie de Loisy, einer der angesehensten Familien der Gegend. Joubert de Loisy war Kanoniker in Saint-Vincent in Chalon-sur-Saône und stiftete seiner Kirche 1268 Güter aus seinem Eigentum. Die de Vienne, ihre Lehensherren, ließen in Loisy eine Zollstation an der Seille erstellen. Dennoch huldigten die de Loisy dem Abt von Tournus. Die Baronie von Loisy umfasste außer Loisy noch Molaise, Le Thielley und Savigny-sur-Seille, ferner Granod und Diconne. 1533 begann Antoine de Loisy Teile seiner Baronie zu verkaufen und nach und nach wurde das Schloss von anderen Familien bewohnt. Philibert Quarré erwarb 1556 einen Teil der Herrschaft. 1575 erwarb Jean Massol, Bürger von Beaune und Präsident der Chambre des comptes, die Herrschaft Loisy. 1605 gelangte sie an Antoine Bretagne, Conseiller am Parlement von Dijon, anschließend 1650 an Pierre de Bretagne, erster Präsident des Parlement von Metz und an Marquis de Frouley de Tessé, Lieutenant Général, 1679 an Claude Boucher, Intendant für Burgund, und an Claude de la Michaudière, Conseiller am Parlement von Paris. 1748 gelangte Loisy durch Heirat an den Marquis de Bourbonne, der über den Ruinen des alten Schlosses ein neues erbauen ließ. Die Herrschaft gelangte 1761 an seinen Sohn, Marc-Antoine-Bernard-Claude Chartraire de Bourbonne, durch die Heirat von Reine-Claude Chartraire de Bourbonne an Paul-Albert, Graf von Avaut, der damit Marquis de Bourbonne, Baron von Loisy, Herr von Noiry, Huilly, La Frette, Saint-André wurde und als Wappen auf Rot einen goldenen Turm trug, der Grundlage des heutigen Gemeindewappens.

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verwendet seit 28. März 1994 das Wappen, das auf Paul-Albert, Graf von Avaut zurückgeht. Blasonierung: In Rot ein goldener, fünffach bezinnter Turm mit offener Tür, im Schildfuss ein silberner Balken. Der Turm geht möglicherweise auf das neuerbaute Schloss zurück, das silberne Band soll die Seille repräsentieren. Aufgrund der heraldischen Farbregel darf jedoch auf rotem Hintergrund kein blaues Band erscheinen, das den Fluss besser darstellten würde. In anderen Blasonierungen wird auch von einem Wellenbalken gesprochen. Das Wappen erscheint als Skulptur und Zeichnungen.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [8])
1793180018211831184118511861187218761881189119011911192119311946196219751990199920062011
887104210581122108911361125114811761089105510201014880808715644523489530553597
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martinskirche von Loisy mit Chor aus dem 15. Jahrhundert[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich 12 Landwirtschaftsbetriebe, zwei Gartenbaubetriebe, einer der Baubranche, ein Gastronomiebetrieb. Als AOC-Produkte sind in Loisy Crème et beurre de Bresse[10][11] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[12] und Dinde de Bresse.[13]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[14] untersteht und von 46 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[15].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Loisy (Saône-et-Loire) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Loisy. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Loisy. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Loisy. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Loisy. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Loisy. auf habitants.fr. Abgerufen am 23. Januar 2015 (französisch).
  2. La Seille, Länge 100.0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 52,2″ N, 5° 41′ 30,8″ O in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei 46° 31′ 10,6″ N, 4° 56′ 20,8″ O in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr
  3. V, Länge 4,8 km, Zuflusse zur Seille, Quelle bei 46° 35′ 49,9″ N, 5° 1′ 44,8″ O in Loisy auf ca. 210 m, Mündung bei 46° 36′ 14″ N, 5° 4′ 4,8″ O in Huilly-sur-Seille auf ca. 175 m, Ruisseau du Moulin du Roi auf sandre.eaufrance.fr
  4. Bief du Moulin Richy, Länge 8,3 km, Zufluss zum Bief du Moulin Bernard, Quelle bei 46° 34′ 12″ N, 4° 58′ 52″ O in Cuisery auf ca. 193 m, Mündung bei 46° 35′ 45,2″ N, 4° 56′ 7,4″ O in auf ca.  m, Bief du Moulin Richy auf sandre.eaufrance.fr
  5. Departementsstraße D933. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 14. Januar 2016 (französisch).
  6. Loisy. auf Dictionnaire topographique du département de la Saône-et-Loire. In: Dictionnaire topographique de la France. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 23. Januar 2015 (PDF, französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Loisy).
  7. Armorial des communes. Loisy. In: Archives départementales. Le Département Saône-et-Loire, abgerufen am 16. Januar 2016 (französisch, Originalblasonierung: De gueules à la tour d’or crénelée de cinq pièces et ouverte au champ soutenue d’une fasce d’argent).
  8. Loisy. auf cassini.ehess.fr. In: Des villages de Cassini aux communes d’aujourd’hui. École des Hautes Études en Sciences Sociales, abgerufen am 25. Januar 2015 (französisch).
  9. Kurzbeschrieb der Kirche. von Loisy. Paroisse Saint Jean-Baptiste en Bresse, abgerufen am 30. Mai 2015 (französisch).
  10. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  11. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  12. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  14. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  15. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Loisy. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).