Torpes (Saône-et-Loire)

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Torpes
Torpes (Frankreich)
Torpes
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’
Koordinaten 46° 51′ N, 5° 20′ OKoordinaten: 46° 51′ N, 5° 20′ O
Höhe 187–212 m
Fläche 15,70 km2
Einwohner 378 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 24 Einw./km2
Postleitzahl 71270
INSEE-Code

Torpes ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 378 Einwohner (Stand 1. Januar 2016).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AuthumesMouthier-en-BresseBellevesvreChapelle-VolandMontjayLa Chapelle-Saint-SauveurTorpes mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse, etwas erhöht über der Brenne[1], einem rechten Nebenfluss der Seille und stößt im Südosten und Süden an das Département Jura. Sie wird geprägt durch die Brenne, die des Öfteren Überschwemmungen und Murgang verursacht. Sie fließt von Bellevesvre her in das Gemeindegebiet, umfließt die Anhöhe von Torpes nördlich und bewegt sich dann südwärts, bereichert um die beiden Ruisseaux ins Gemeindegebiet von Montjay. Von Westen her fließt der Ruisseau des Armetières[2] in die Gemeinde, bedient den Étang de Neuillon, um dann in die Brenne zu münden. Der nördlichen Gemeindegrenze entlang fließt der Ruisseau des Tenaudins[3] von Mouthier-en-Bresse her, verlässt die Gemeinde und fließt weiter südlich wieder durch das Gemeindegebiet, um in die Brenne zu münden. Im äußersten Osten durchfließt schließlich noch La Darge[4] das Gemeindegebiet. Zusätzlich verfügt die Gemeinde über eine große Zahl von Biefs, künstlichen Wasserläufen, die der Entwässerung der Anbauflächen dienen. Bei starken Regenfällen steht die Ebene zwischen Torpes und Les Lorances oft unter Wasser und die Straße ist manchmal unpassierbar.

Das Gemeindegebiet erschließen nur unwichtige Nebenstraßen, die Départementsstraße D23[5] kommt von Bellevesvre her in das Gemeindegebiet, tangiert die Weiler Charnay und Le Portail, um streckenweise über das Gebiet des Département Jura schließlich Louhans zu erreichen. Diese Straße folgt der Trasse der alten Römerstraße, die Louhans mit Bellevesvre und Tavaux verband. Die Trasse war so geschickt angelegt, dass das Überschwemmungsgebiet von Les Lorances umgangen wurde.

Die Gemeinde ist stark landwirtschaftlich geprägt, verfügt jedoch nur über äußerst geringe Waldflächen. Hingegen finden sich recht ausgeprägte Pappelplantagen im Bereich der Überschwemmungsgebiete der Brenne im Norden und im Süden der Gemeinde.

Die Gemeinde ist stark zersiedelt, nur etwa 20 % der Bevölkerung leben im Bourg, die übrigen in den zahlreichen Weilern. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Baraques, Charnay, Cretey, Dombe, Duchault, Ecoley, Giroflée, Laurences, Mortier, Monnots, Moulin-des-Prés, Neuillon, Portail, Tenaudins, Utre, Vailliers[6].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Torpes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 827 mm.

Torpes
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Torpes
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,9 12,4 15,9 20,1 23,5 25,6 25,2 21,8 15,8 9,5 5,3 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,2 2,6 5,4 9,1 12,5 14,3 14,0 11,4 7,0 3,2 0,1 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,8 3,3 7,5 10,6 14,6 18,0 19,9 19,6 16,6 11,4 6,3 2,7 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 64 61 58 59 78 78 60 79 78 66 79 67 Σ 827
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Erwähnung findet sich im 12. Jahrhundert in den Verzeichnissen des Klosters Baume-les-Messieurs, wo Ecclesia de Torpa genannt und das Bestehen einer Kirche belegt wird. Der Name des Ortes scheint keltischen Ursprungs[7] zu sein. Ernest Nègre führt den Ortsnamen auf torp zurück, im Langues d’oïl der Begriff für taupe (Maulwurf), womit insbesondere die recht markante Anhöhe bezeichnet werden könnte, auf der die Siedlung Torpes liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torpes besaß 1111 eine Kirche, die dem Heiligen Veranus von Cavaillon († um 590)[8] geweiht ist.

Torpes war lange Bestandteil der Herrschaft Bellevesvre, zu der ebenfalls Mouthier-en-Bresse gehörte. Im 14. Jahrhundert erscheint eine Familie de Torpes als Herren des Ortes. Im 15. Jahrhundert gelangte die Herrschaft an Philippe Pot, der den Bewohnern im 15. Jahrhundert einen Freibrief ausstellte. 1554 gehörte Torpes Alexandre de Saulx und im 18. Jahrhundert schließlich gelangte es als Teil der Grafschaft Bellevesvre in den Besitz der Montessus. Der Weiler Le Portail gehörte jedoch zur Franche-Comté.

Nachdem das Haus Burgund 1477 in männlicher Linie ausgestorben war, ging das Herzogtum Burgund an Frankreich, die Freigrafschaft jedoch an den Burgundischen Reichskreis. Die Kriege im 16. und 17. Jahrhundert (Krieg gegen den savoyardischen Herzog Karl Emanuel I., Dreißigjähriger Krieg und Devolutionskrieg) bescherten dem Ort am äußeren Rand des Herzogtums Burgund schreckliche Katastrophen, die ganze Gegend war weitgehend entvölkert und erholte sich nur sehr langsam.

Das Schloss war schon im 18. Jahrhundert abgerissen worden; die heutige Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert, und das Schulhaus wurde 1956 fertiggestellt. 1988 bestanden in der Gemeinde noch 43 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [9])
17931800182118311841185118611872188118861891190119111921193119461962197519821990199920062011
10029291138116212641296128713581395140213381347129611451056840641486410351364383392
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westfassade der Kirche
Kirche über das Tal der Brenne
Mühle Lambey

Im Dorf gibt es einen Mühlenbetrieb (Schwerpunkt Pferdefutter), ein Bauunternehmen, ein Betrieb der Forstwirtschaft, eine Schreinerei. Von den rund 21 landwirtschaftlichen Betrieben sind zwei Geflügelzüchter für Bressehühner. Als AOC-Produkte sind in Torpes Comté[10] und Morbier[11] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[12] und Dinde de Bresse[13].

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[14] untersteht und von 18 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[15].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Torpes (Saône-et-Loire) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Torpes. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Torpes. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Torpes. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Torpes. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. La Brenne, Länge 53,8 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei 46° 47′ 46″ N, 5° 40′ 6,6″ O in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei 46° 44′ 12,8″ N, 5° 17′ 27,2″ O in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr
  2. Ruisseau des Armetières, Länge 6,1 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 48′ 59,4″ N, 5° 17′ 9,2″ O in La Chaux auf ca. 195 m, Mündung bei 46° 50′ 4,6″ N, 5° 19′ 39″ O in Torpes auf ca. 184 m, Ruisseau des Armetières auf sandre.eaufrance.fr
  3. Ruisseau des Tenaudins, Länge 13,4 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 53′ 30,1″ N, 5° 22′ 57″ O in Mouthier-en-Bresse (als Bief Fourneau) auf ca. 212 m, Mündung bei 46° 50′ 24,4″ N, 5° 19′ 32,2″ O in Torpes auf ca. 186 m, Ruisseau des Tenaudins auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Darge, Länge 10,2 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 50′ 36,2″ N, 5° 24′ 41,8″ O in Mouthier-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 48′ 46,4″ N, 5° 19′ 42,6″ O in Le Planois auf ca. 184 m, La Darge auf sandre.eaufrance.fr
  5. Départementsstrasse D23. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 11. April 2015 (französisch).
  6. Torpes. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 11. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Torpes).
  7. Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 191 Louhans 1897.
  8. Joachim Schäfer: Veranus von Cavaillon. aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon. Abgerufen am 14. April 2015.
  9. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 28. März 2015 (französisch).
  10. Comté. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Morbier. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  14. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  15. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Torpes. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).