La Racineuse

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La Racineuse
La Racineuse (Frankreich)
La Racineuse
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’
Koordinaten 46° 50′ N, 5° 9′ OKoordinaten: 46° 50′ N, 5° 9′ O
Höhe 182–197 m
Fläche 7,11 km2
Einwohner 172 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 24 Einw./km2
Postleitzahl 71310
INSEE-Code

La Racineuse ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Die Gemeinde hat 172 Einwohner (Stand 1. Januar 2015). Die Einwohner werden Racenousais, resp. Racenousaises genannt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampierre-en-BresseMervansSerrigny-en-BresseSaint-Didier-en BresseSaint-Bonnet-en-BresseLa Racineuse mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse, und grenzt mit einem Teil der nordwestlichen Grenze an Saint-Didier-en-Bresse und damit an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Die östliche Gemeindegrenze wird fast vollumfänglich durch die Guyotte[2] gebildet. Das zentrale und südliche Gemeindegebiet entwässert La Florence[3]. Die Gemeinde wird östlich des Ortes in Nord-Süd-Richtung von der Departementsstraße D996[4] durchzogen, die Saint-Bonnet-en-Bresse mit Mervans verbindet. Fast parallel dazu verläuft westlich davon die Bahnlinie DijonBourg-en-Bresse. La Racineuse weist keine bewaldeten Flächen auf. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bellecroix, Biefs, Bois-Guillot, Bois-de-la-Valle, Camelin, Chaudières, Chaume, Colombier, Cours, Fley, Guidon, Guillodières, Haies, Meix, Motte, Paquier, Rothey, Rue-Neuve, Vaugrenand, Verdelet, Vesvre[5].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in La Racineuse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 11,0 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 800 mm.

La Racineuse
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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7
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0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für La Racineuse
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,8 12,3 15,8 19,9 23,4 25,6 25,1 21,6 15,6 9,5 5,2 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,3 2,6 5,5 9,0 12,5 14,4 13,9 11,4 7,0 3,2 0,1 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,4 10,6 14,4 17,9 20,0 19,5 16,5 11,3 6,3 2,6 Ø 11
Niederschlag (mm) 61 58 55 57 77 76 58 77 76 65 75 65 Σ 800
T
e
m
p
e
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a
t
u
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4,7
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−0,3
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5,5
19,9
9,0
23,4
12,5
25,6
14,4
25,1
13,9
21,6
11,4
15,6
7,0
9,5
3,2
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0,1
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N
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name geht möglicherweise zurück auf die Rodungszeit (racineux = stark verwurzelt) und wird 1190 erstmals erwähnt als Terra Racinosa, 1310 als domus hospitalis de la Racenousse.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eigentliche Kern der Gemeinde, der auf eine gallorömische Besiedlung hinweist, scheint Fley gewesen zu sein, 1190 erstmals erwähnt als Terra de Flix. Der Weiler Bellecroix gehörte ursprünglich dem Templerorden, nach dessen Vernichtung folgte der Johanniterorden als Herren von la Racineuse. Seit dem 13. Jahrhundert wird La Racineuse erwähnt als Teil von Serrigny oder Mervans. 1255 bestand ein oppitaul (vermutlich eine Leprakolonie), ebenfalls erwähnt ist ein befestigtes Haus in Valgrenans (heute Vaugrenand) worauf auch der nahe gelegene Flurname Motte hinweist. Die Herrschaft Vaugrenand gehörte im 12. Jahrhundert Guy de Verdun, im 16. Jahrhundert der Familie Baillet. Weitere Herrschaftssitze scheinen sich in den Weilern Fley und les Cours befunden zu haben. Beim heutigen Friedhof befand sich ursprünglich eine Fachwerkkirche. Die heutige Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist, wurde 1897 erbaut. in unmittelbarer Nähe fand der größte Domestikenmarkt[6] der nördlichen Bresse, jeweils am Johannestag statt, letztmals im Jahre 1914. Die Mairie entstand gegen 1920 gegenüber der Kirche, sie wurde zum Lehrerhaus, als die neue Gemeindeverwaltung erbaut wurde. Gegen einen Drittel der Wohnhäuser sind Ferienhäuser. Die Gemeinde gehörte ursprünglich zum Kanton Mervans und wurde 1801 dem Canton de Pierre-de-Bresse zugewiesen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [7])
1793180018211831184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
500378356356432377342376349361372402401288278246174147127118145161
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Das Gemeindegebiet war im Jahre 1793 noch nicht dasselbe wie in späteren Jahren, die Bevölkerungszahl deshalb nicht direkt vergleichbar.

Kirche von La Racineuse
Gemeindeverwaltung von La Racineuse

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf gibt es unter anderem eine Kirche (erbaut 1897, Johannes dem Täufer geweiht), eine Mairie (Gemeindehaus), 10 Landwirtschaftsbetriebe, eine Firma für Straßen- und Wegunterhalt und den Clown Dadal. Die Schulen befinden sich in Mervans und Saint-Bonnet-en-Bresse. Bei der Ferme du Colombier befinden sich Stellplätze für Wohnmobile und Unterkünfte in kleinem Rahmen. Als AOC-Produkte sind in La Racineuse Volaille de Bresse[8] und Dinde de Bresse[9] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Racineuse verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Racineuse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • La Racineuse. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • La Racineuse. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • La Racineuse. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • La Racineuse. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Langage Populaire de Macon et des Environs Seite 58
  2. La Guyotte, Länge 41.1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 43′ 7″ N, 5° 14′ 26,9″ O in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 56′ 25,1″ N, 5° 8′ 26,9″ O in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Florence, Länge 11.3 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 46′ 23,5″ N, 5° 6′ 6,1″ O in Diconne auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 49′ 49,8″ N, 5° 10′ 21,7″ O in La Racineuse auf ca. 182 m, La Florence auf sandre.eaufrance.fr
  4. Départementsstrasse D996. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 2. April 2015 (französisch).
  5. La Racineuse. im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 6. April 2015 (PDF, französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Racineuse).
  6. Vieux métiers et pratiques oubliées à la Campagne von Georges Bertheau (französisch)
  7. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 18. September 2011 (französisch).
  8. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  9. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).