Gamesa

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Gamesa Corporación Tecnológica S.A.
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN ES0143416115
Gründung 1976
Sitz Zamudio, Spanien
Leitung Xabier Etxeberria (CEO)
Mitarbeiter 6.431 (2014)[1]
Umsatz 2,846 Mrd. Euro (2014)[1]
Branche Erneuerbare Energien
Website www.gamesacorp.com

Gamesa Corporación Tecnológica ist ein börsennotierter Hersteller von Windkraftanlagen mit Sitz in Zamudio bei Bilbao in der nordspanischen Provinz Vizcaya. Neben Windkraftanlagen stellt Gamesa auch Photovoltaikanlagen und Solarparks her. Gemessen an der neu installierten Leistung von 3100 Megawatt war Gamesa im Jahr 2015 nach Goldwind, Vestas und GE Wind Energy weltweit der viertgrößte Hersteller bei Onshore-Windkraftanlagen, zusammen mit Siemens Wind Power.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gamesa Innovationspark in Navarra
Gamesa Innovationspark in Navarra

Das Unternehmen wurde 1976 als Grupo Auxiliar Metalúrgico, SA als Maschinenbauunternehmen gegründet; ab den frühen 1990er Jahren ist das Unternehmen als Zulieferer in der Luftfahrtindustrie und im Bau von Windenergieanlagen tätig.

Im Bereich der Windenergie war zunächst der dänische Windenergieanlagenhersteller Vestas Wind Systems als technischer Partner mit 40 % an Gamesa beteiligt.[3] Der Vertrag über die technische Zusammenarbeit beider Unternehmen sah vor, dass Gamesa das Angebot der Windenergieanlagen auf Spanien, Lateinamerika und Nordafrika begrenzt. Mit Zustimmung von Vestas durften Gamesa-Anlagen auch in anderen Regionen angeboten werden. Die Anlagen beider Unternehmen aus dieser Zeit waren technisch vergleichbar. Im Jahr 2001 verkaufte Vestas seinen Anteil an Gamesa für umgerechnet 287 Mio. Euro.[4] Der Verkauf sah außerdem einen Technologietransfer zugunsten Gamesa für die Anlagen G52, G58, G66 und G80 vor.

Im Jahr 2000 erfolgte der Börsengang und wenig später wurden die historischen Aktivitäten in der Luftfahrt- und Automobilzuliefertätigkeiten abgegeben. Die Aktivitäten von Gamesa bestehen heute aus der Herstellung und Wartung von Windturbinen sowie der Entwicklung und Bau von Windparks.

Das Unternehmen ist in den Ländern Spanien, Argentinien, Australien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Mexiko, Polen, Portugal, Dominikanische Republik, Uruguai, Vereinigtes Königreich und in den Vereinigten Staaten tätig.[5] Die deutsche Tochterfirma mit Sitz in Oldenburg firmiert unter Gamesa Energie Deutschland GmbH.[6]

Gamesa ist seit Dezember 2013 wieder Teil des Börsenindex IBEX 35.[7]

Am 9. März 2015 wurde die Zusammenarbeit von Gamesa und dem französischen Industriekonzern Areva im Windenergie-Offshore-Bereich bekannt.[8] Die Offshore-Windenergieanlagen beider Unternehmen werden seitdem unter der Firma Adwen angeboten. Die Adwen GmbH hat ihren Sitz in Bremerhaven und ist Nachfolgerin der AREVA Wind GmbH (davor: MULTIBRID GmbH). Für den Offshore-Windpark Wikinger sind 70 Anlagen des Typs AD 5-135 (ehemals Areva M5000) vorgesehen.

Das spanische Energieversorgungsunternehmen Iberdrola hielt Anfang 2016 knapp 20 % an Gamesa. Im Juni 2016 wurde bekannt, dass sich Siemens und Gamesa grundsätzlich auf eine Fusion ihrer Windenergie-Geschäfte geeinigt haben. Abgeschlossen werden soll die Fusion zwischen Siemens Wind Power und Gamesa im ersten Quartal 2017 durch die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens, das zu einem der größten Hersteller bei Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen werden würde. An dem neuen Unternehmen soll Siemens mit 59 % und Gamesa mit 41 % beteiligt sein. Der Hauptsitz und die Zentrale für die Onshore-Aktivitäten werden weiterhin in Spanien bleiben. Die Offshore-Aktivitäten werden an den bisher von Siemens Wind Power genutzten Standorten in Hamburg und Veijle gebündelt. Das fusionierte Unternehmen soll, wie schon Gamesa, an der spanischen Börse notiert werden. Nach einer Entscheidung des Areva-Verwaltungsrats im September 2016, wird Areva seine Adwen-Anteile an Gamesa verkaufen.[9]

Windenergieanlagen an Land (onshore)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Gamesa[10]

2,0-MW-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

G87-2.0MW in USA, 2005
Anlagentyp G80-2.0MW G87-2.0MW G90-2.0MW G97-2.0MW G114-2.0MW G114-2.1MW
IEC IA IA/S IA IIA/IIIA/CS IIA/IIIA IIIA/CS
Nennleistung (kW) 2000 2000 2000 2000 2000 2100
Rotordurchmesser (m) 80 87 90 97 114 114
überstrichene Fläche (m²) 5027 5945 6362 7390 10207 10207
Umdrehungen pro Minute 9–19 9–19 9–19 9,6–17,8 7,8–14,8 7,8–14,8
Blattlänge (m) 39 42,5 44 47,5 56 56
Nabenhöhe (m) 60–100 78–90 55–90 78–120 80–125 80–125

G114-2.0MW: Im Dezember 2014 wurde die speziell für Schwachwindstandorte konzipierte Windkraftanlage von dem Fachmagazin Windpower Monthly zur Windkraftanlage des Jahres in der Kategorie „Onshore-Turbinen bis 2,9 MW“ ausgezeichnet.[11]

2,5-MW-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlagentyp G106-2.5MW G114-2.5MW G114-2.625MW G126-2.5MW G126-2.625MW
IEC IA IIA IIA IIIA IIIA
Nennleistung (kW) 2500 2500 2625 2500 2625
Rotordurchmesser (m) 106 114 114 126 126
überstrichene Fläche (m²) 8825 10207 10207 12469 12469
Umdrehungen pro Minute 7,7–14,6 7,7–14,6 7,7–14,6 7,1–12,9 7,1–12,9
Blattlänge (m) 52 56 56 62 62
Nabenhöhe (m) 72–93 68–125 68–125 84–129 84–129

G126-2.5MW: Im Oktober 2015 stellte Gamesa eine weitere Schwachwindkraftanlage vor, die 2017 in Serienfertigung gehen soll.[12] Im Dezember 2016 wurde die G126-2.5MW vom Fachmagazin Windpower Monthly zur Windkraftanlage des Jahres in der Kategorie „Onshore-Turbinen bis 2,9 MW“ ausgezeichnet.[13][14]

3,3-MW-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlagentyp G132-3.3MW G132-3.465MW
IEC IIA IIA
Nennleistung (kW) 3300 3465
Rotordurchmesser (m) 132 132
überstrichene Fläche (m²) 13685 13685
Umdrehungen pro Minute 6,82–10,9 6,82–10,9
Blattlänge (m) 64,5 64,5
Nabenhöhe (m) 84–134 84–134

5,0-MW-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlagentyp G128-5.0MW G132-5.0MW
IEC IA/IIA IIA
Nennleistung (kW) 5000 5000
Rotordurchmesser (m) 128 132
überstrichene Fläche (m²) 12868 13685
Blattlänge (m) 62,5 64,5
Nabenhöhe (m) 81–140 95–140

G128-5.0MW: Der erste Prototyp der G128-4.5MW mit dem Namen G10X wurde 2009 im Windpark Jaulín errichtet. Die Weiterentwicklung zum Anlagentyp G128-5.0MW wurde im Mai 2013 in Arinaga, Provinz Las Palmas, Gran Canaria in Betrieb genommen und ist Spaniens erste küstennahe Offshore-Windenergieanlage.[15]

Frühere Anlagentypen (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

G52-850KW in Frankreich
Anlagentyp G52-850KW G58-850KW G128-4.5MW
IEC IA IIIB IIA
Nennleistung (kW) 850 850 4500
Rotordurchmesser (m) 52 58 128
überstrichene Fläche (m²) 2124 2642 12868
Umdrehungen pro Minute 14,6–26,2 14,6–30,8
Blattlänge (m) 25,3 28,3 62,5
Nabenhöhe (m) 44–65 44–71 81–140

G52-850KW: Im Dezember 2013 wurde die Windkraftanlage von dem Fachmagazin Windpower Monthly zur Windkraftanlage des Jahres in der Kategorie „Turbinen bis 2 MW“ ausgezeichnet.[16]

Windenergieanlagen auf See (offshore)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Adwen[17]

5-MW-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AREVA M5000 in alpha ventus
Anlagentyp AD 5-135 AD 5-132
ehemals bekannt als AREVA M5000 G132-5.0MW
Nennleistung (kW) 5000 5000
Rotordurchmesser (m) 135 132
überstrichene Fläche (m²) 14362 13685
Umdrehungen pro Minute max. 13,5 max. 11,8
Blattlänge (m) 66 64,5

8-MW-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlagentyp AD 8-180
Nennleistung (kW) 8000
Rotordurchmesser (m) 180
überstrichene Fläche (m²) 25447

Am 21. Juni 2016 haben Adwen und Zulieferer LM Wind Power das mit 88,4 Meter seinerzeit längste Rotorblatt der Welt für die AD 8-180 vorgestellt.[18] Der Prototyp der AD 8-180 wird im Frühjahr 2017 auf dem stillgelegten Verkehrslandeplatz Bremerhaven-Luneort errichtet.[19] Der Betrieb des Prototyps wird als Forschungsprojekt durch das Fraunhofer IWES begleitet und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.[20]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gamesa Corporación Tecnológica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gamesa 2014 Annual Report, auf www.gamesacorp.com, abgerufen am 15. November 2015
  2. Goldwind verdrängt Vestas als Onshore-Marktführer, Siemens bleibt Offshore-Spitzenreiter. In: IWR. Abgerufen am 23. Februar 2016.
  3. Joachim Zentes, Bernhard Swoboda: Fallstudien zum Internationalen Management. 2., vollst. überarb. Auflage. Springer-Verlag, 2004, ISBN 3-409-21513-1 (google.com [abgerufen am 12. Januar 2016]).
  4. Ediciones El País: Gamesa compra a Vesta el 40% de Gamesa Eólica. In: EL PAÍS. 4. Dezember 2001, abgerufen am 12. Januar 2016 (spanisch).
  5. www.gamesacorp.com
  6. Gamesa / Gamesa / Global Presence. In: www.gamesacorp.com. Abgerufen am 9. Januar 2016.
  7. Bankia vuelve al IBEX 35 acompañado de Gamesa y salen del índice Endesa y Acerinox. 12. Dezember 2013, abgerufen am 23. Dezember 2013 (spanisch).
  8. Gamesa and AREVA create the joint-venture Adwen - Adwen. In: Adwen. Abgerufen am 11. Januar 2016 (de-de).
  9. comdirect bank AG: Atomkonzern Areva verkauft Windkraft-Geschäft - indirekt an Siemens. In: www.comdirect.de. 15. September 2016, abgerufen am 20. Oktober 2016.
  10. Gamesa / Products and services / Wind turbines / Catalogue. In: gamesacorp.com. Abgerufen am 9. Januar 2016.
  11. Turbines of the year - The best wind turbine products of 2014. In: Windpower Monthly, 31. Dezember 2014. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  12. Gamesa unveils 2.5MW low-wind turbine at China Wind Power 2015. In: Windpower Monthly, 14. Oktober 2015. Abgerufen am 14. Oktober 2015.
  13. Turbines of the year: Size matters for industry awards. In: Windpower Monthly, 31. Dezember 2016. Abgerufen am 3. Januar 2016.
  14. G126-2.5 MW named best turbine of the year in the up to 2.9 MW category by Windpower Monthly. Gamesa, 9. Januar 2017, abgerufen am 16. Januar 2017 (englisch).
  15. Gamesa completes assembly of the first offshore turbine installed in Spain. In: Gamesa. Abgerufen am 13. Januar 2016.
  16. Turbines of the year - Turbines up to 2MW. In: Windpower Monthly, 24. Dezember 2013. Abgerufen am 16. Januar 2016.
  17. Offshore Wind Turbines. In: Adwen. Abgerufen am 9. Januar 2016.
  18. Meet LM 88.4 P - the world's longest wind turbine blade. In: www.lmwindpower.com. Abgerufen am 22. Juni 2016.
  19. Jürgen Rabbel: 88,4-Meter-Rotorblatt im Schritttempo zur Baustelle. In: Nord 24. Nordsee-Zeitung, 16. Januar 2017, abgerufen am 17. Januar 2017.
  20. Förderbescheid Testfeld. In: Fraunhofer IWES. 20. Dezember 2016, abgerufen am 17. Januar 2017.