Gibret

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Gibret
Gibret (Frankreich)
Gibret
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Dax
Kanton Coteau de Chalosse
Gemeindeverband Terres de Chalosse
Koordinaten 43° 41′ N, 0° 49′ WKoordinaten: 43° 41′ N, 0° 49′ W
Höhe 31–102 m
Fläche 2,58 km2
Einwohner 102 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 40 Einw./km2
Postleitzahl 40380
INSEE-Code

Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste

Gibret ist eine französische Gemeinde mit 102 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Dax und zum Kanton Coteau de Chalosse (bis 2015: Kanton Montfort-en-Chalosse).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet ebenfalls Gibret und bezeichnet einen Ort, an dem Wacholder wächst.[1][2]

Die Einwohner werden Gibrétois und Gibrétoises genannt.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gibret liegt ca. 20 km östlich von Dax im Landstrich Chalosse der historischen Provinz Gascogne.

Umgeben wird Gibret von den Nachbargemeinden:

Montfort-en-Chalosse
Poyartin Nachbargemeinden Baigts
Donzacq

Gibret liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Der Ruisseau de Cazeaux, ein Nebenfluss des Luy, markiert die nördliche Grenze zur Nachbargemeinde Montfort-en-Chalosse.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die meisten Nachbargemeinden so kannte Gibret sicherlich die römische Besetzung. Nach den Römern wurde in der Folgezeit die südliche Region der Landes von den Westgoten zu Beginn des Mittelalters kurzzeitig erobert. Mit dem 11. Jahrhundert wurden die Geschicke der Region von der englischen Besetzung bestimmt, die mit dem Ende des Hundertjährigen Kriegs im Jahre 1453 endete und damit die Guyenne wieder zu einer Provinz der französischen Krone wurde. Die Hugenottenkriege zwischen protestantischen und katholischen Parteien tobten im 16. und 17. Jahrhundert. Am Ende befanden sich die Landes endgültig in einer Phase des Friedens und des wachsenden Wohlstands. Mit der Französischen Revolution wurde die Gemeinde in der heutigen Form gegründet und adelige Besitztümer als Nationalgüter verkauft. Im 19. Jahrhundert revolutionierte die Einführung von Kiefern und Mischkultur die Wirtschaft im ganzen Département. Gibret entwickelte seine landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf den Gebieten der Viehzucht, des Weinbaus und des Anbaus von Getreide.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 290. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zur Jahrtausendwende auf rund 85 Einwohner, bevor eine moderate Wachstumsphase einsetzte, die die Größe auf ein Niveau von rund 100 Einwohnern hob.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 127 118 109 107 102 83 91 103 102
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2010[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Johannes dem Täufer geweihte Pfarrkirche ist ursprünglich im romanischen Stil im 12. Jahrhundert errichtet worden. Der Eingang trägt eine Inschrift mit der der Jahreszahl „1683“. Das Hauptschiff ihres Langhauses wird von zwei kleineren Seitenschiffen flankiert. Es wird von einem halbrunden Chor verlängert, an dem in der Längsachse eine Sakristei angebaut ist. Das Gebäude ist aus hellgrauem Bruchstein errichtet und besitzt rechteckige oder rundbogenförmige Fenster. Im Westen überragt ein kurzer Glockenturm die Fassade. Er ist an drei Seiten aus Holz errichtet, an einer Seite gemauert und besitzt ein Zeltdach aus Schiefer. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche restauriert. Der ursprüngliche Fliesenbelag im Kircheninnern konnte bis heute bewahrt werden.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt auf der Geflügelzucht ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.[2]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[8]
Gesamt = 14

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gibret ist erreichbar über die Routes départementales 7 und 415.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gibret – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gibret (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 28. April 2018.
  2. a b c Gibret (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 28. April 2018.
  3. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 28. April 2018.
  4. Ma commune : Gibret (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 28. April 2018.
  5. Notice Communale Gibret (fr) EHESS. Abgerufen am 28. April 2018.
  6. Populations légales 2015 Commune de Gibret (40112) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. April 2018.
  7. Eglise Saint-Jean-Baptiste (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 28. April 2018.
  8. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Gibret (40112) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. April 2018.