Beyries

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Beyries
Beyries (Frankreich)
Beyries
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Dax
Kanton Coteau de Chalosse
Gemeindeverband Coteaux et Vallées des Luys
Koordinaten 43° 34′ N, 0° 38′ WKoordinaten: 43° 34′ N, 0° 38′ W
Höhe 77–163 m
Fläche 4,29 km2
Einwohner 125 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 40700
INSEE-Code
Website www.beyries.fr

Hauptstraße in Beyries

Beyries ist eine französische Gemeinde mit 125 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Dax und zum Kanton Coteau de Chalosse (bis 2015: Kanton Amou).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Veirias. Er ist eine Ableitung aus dem gascognischen Wort Veiria (deutsch Glas).[1]

Die Einwohner werden Beyrissois und Beyrissoises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beyries liegt ca. 40 km südöstlich von Dax im Landstrich der Chalosse der historischen Provinz Gascogne an der südlichen Grenze zum benachbarten Département Pyrénées-Atlantiques.

Umgeben wird Beyries von den Nachbargemeinden:

Castaignos-Souslens Argelos
Nachbargemeinden
Sault-de-Navailles
(Pyrénées-Atlantiques)
Bassercles

Beyries liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Ruisseau de Benzi, ein Nebenfluss des Luy de Béarn, fließt an der südlichen Gemeindegrenze entlang.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1530 feierte der französische König Franz I. in Beyries die Hochzeit mit Eleonore von Kastilien. Die Gemeinde liegt an der Via Lemovicensis, einem der Pilgerwegs nach Santiago de Compostela.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 245. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1960er Jahren auf rund 80 Einwohner, bevor eine moderate Wachstumsphase einsetzte, die heute noch andauert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 107 83 82 85 94 86 93 106 125
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Blaise
  • Pfarrkirche, gewidmet dem heiligen Blasius. Aufgrund der Schlichtheit ihres romanischen Grundrisses wird ihre Errichtung auf das 12. Jahrhundert datiert. Im Mittelalter gehörte sie zum Erzpriestertum von Sault-de-Navailles des Bistums Lescar. Das nördliche Seitenschiff und die Vorhalle kamen in einer späteren Zeit hinzu, vermutlich im 18. oder 19. Jahrhundert. Das Langhaus öffnet sich über einen rundbogenförmigen Triumphbogen zum Chor mit einer halbrunden Apsis, die leicht schmaler ist als das Langhaus. Das Hauptschiff ist mit dem schmalen Seitenschiff durch zwei große Rundbogenarkaden getrennt. Ein dreieckiger Glockengiebel dominiert die Westfassade. Er ist mit einer Öffnung für die Glocke unterbrochen, die mit einem kleinen Vordach geschützt wird. Das Betätigen der Glocke am Mittag und am Abend erfolgt manuell. Der Glöckner stellt sich hierfür auf einer Leiter und schlägt die Glocke mit zwei Kieselsteinen in einem Rhythmus, der sein Geheimnis ist. Eine kleine Vorhalle mit einem Eingang auf der Nordseite in an das Kirchengebäude gebaut. Fünf Glasfenster sind Werke des Glasmalers Jacques Leuzy aus Moissac (Département Tarn-et-Garonne) aus dem Jahr 1963. Sie stellen den leidenden Christus, die Unbefleckte Empfängnis sowie christliche Symbole und geometrische Motive dar. Die Arbeiten, die in jüngster Zeit durchgeführt wurden, haben im Chor in der Längsachse eine frühere Fensteröffnung aus der mittelalterlichen Zeit entdeckt.[8][9]
Schloss Beyries
  • Schloss Beyries. Es handelt sich um ein kleines Adelshaus aus dem 17. Jahrhundert mit einem zweigeschossigen Wohntrakt, der von zwei Pavillons eingerahmt wird. Neun Kamine aus dem 17. Jahrhundert konnten bewahrt werden, die zur Eintragung des Schlosses als Monument historique seit dem 12. April 2001 beigetragen haben.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ackerbau, Viehzucht und Bienenzucht sind traditionell die Schwerpunkte der Wirtschaft der Gemeinde.[4]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[11]
Gesamt = 10
Logo des Jakobswegs

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Saint-Jean-Pied-de-Port durchquert das Zentrum der Gemeinde. Er folgt der Via Lemovicensis, einem der vier Jakobswege in Frankreich.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beyries wird durchquert von der Route départementale 458.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beyries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beyries (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  2. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  3. Ruisseau de Benzi (Q3370500) (fr) Service d’Administration Nationale des Données et Référentiels sur l’Eau (SANDRE). Abgerufen am 2. Februar 2018.
  4. a b Beyries (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  5. Notice Communale Beyries (fr) EHESS. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  6. Populations légales 2006 Commune de Beyries (40041) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune de Beyries (40041) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  8. église paroissiale Saint-Blaise (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  9. Histoire et Patrimoine (fr) Gemeinde Beyries. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  10. Château de Beyries (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  11. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Beyries (40041) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  12. La voie de Vézelay (fr) Agence de Coopération Interrégionale et Réseau „Chemins de Saint-Jacques de Compostelle“. Abgerufen am 2. Februar 2018.