Grande-Synthe

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Grande-Synthe
Wappen von Grande-Synthe
Grande-Synthe (Frankreich)
Grande-Synthe
Region Hauts-de-France
Département Nord
Arrondissement Dunkerque
Kanton Grande-Synthe (Hauptort)
Gemeindeverband Communauté urbaine de Dunkerque
Koordinaten 51° 1′ N, 2° 18′ OKoordinaten: 51° 1′ N, 2° 18′ O
Höhe 0–17 m
Fläche 21,44 km2
Einwohner 23.634 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 1.102 Einw./km2
Postleitzahl 59760
INSEE-Code
Website www.ville-grande-synthe.fr

Stadtverwaltung von Grande-Synthe

Grande-Synthe (niederländisch: Groot-Sinten) ist eine französische Gemeinde mit 23.634 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Sie gehört administrativ zum Arrondissement Dunkerque, ist Hauptort des gleichnamigen Kantons Grande-Synthe und Mitglied im Gemeindeverband Communauté urbaine de Dunkerque.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist eine Hafenstadt an der südlichen Nordseeküste (am östlichen Ausgang des Ärmelkanals) im historischen westflämischen Sprachgebiet Französisch-Flandern. Grande-Synthe ist westlich und östlich von Stadtteilen Dünkirchens (Dunkerque) umgeben. Südwestlich liegen Loon-Plage und Craywick, südlich die Gemeinde Spycker und im Südosten Armbouts-Cappel.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die Autoroute A16 von Paris über Amiens und Abbeville nach Dunkerque und weiter nach Brügge in Belgien. Im Südosten der Gemeinde befindet sich das Autobahnkreuz mit der Route nationale 225, die zur Autoroute A25 führt. Der Bahnhof von Grande-Synthe liegt an der Bahnstrecke von Calais nach Dunkerque.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Dünkirchen kann Grande-Synthe ihre Erwähnung im 7. Jahrhundert vorweisen. 648 handelte es sich um ein kleines Dorf in der Nähe zum Meer. Die Benediktiner begannen früh mit der Trockenlegung des Gebiets.

Erst 1830 überschritt die Bevölkerung die Marke von 1.000 Einwohnern. Mit den Kriegen 1870/71, dem ersten und Zweiten Weltkrieg ging die Einwohnerzahl jeweils erheblich zurück und sank wieder unter diese Grenze. Ab den 1950er Jahren begann die Bevölkerung dann aber zu steigen, bis sie Anfang der 1980er Jahre ihren Spitzenwert mit über 26.000 Einwohnern erreichte, was eine Verzehnfachung innerhalb von 30 Jahren bedeutete. Seitdem sinkt die Einwohnerzahl wieder. Grund des Ansteigens der Bevölkerungszahl war die Ansiedlung von Industriebetrieben an den Hafenanlagen.

Migranten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 errichtete die Organisation Ärzte ohne Grenzen und Bürgermeister Damien Careme mit weiteren Gruppen, gegen den Widerstand der französischen Regierung, ein Flüchtlingslager mit Holzverschlägen für rund 2.500 Personen, um die Situation in einem wilden Lager von Flüchtlingen zu verbessern. Die Personen in dem Lager hatten sich im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 Zutritt nach Frankreich verschafft und versuchen seit dem nach England zu gelangen.[1] Das Camp wurde am 30. Mai 2016 zunächst geschlossen. Es sammelten sich aber weiter Personen und Anfang April 2017 galt das Lager bei Grande-Synthe als größte Ansammlung von Migranten in Frankreich, die sich Zugang ins Vereinigte Königreich erhoffen.[2] Das Lager geriet am 10. April 2017 im Zuge von Auseinandersetzungen zwischen Kurden und afghanischen Bewohnern in Brand und wurde zum großen Teil zerstört.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011
Einwohner 2.875 12.559 24.250 26.231 24.362 23.247 21.408 20.933

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakobuskirche
  • Josephuskirche
  • Bahnhof von Grande-Synthe

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grande-Synthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Shafik Mandhai: "Refugee crisis: Cautious welcome to Grande-Synthe camp" aljazeera.com vom 9. März 2016
  2. May Bulman: "Surge in child refugees trying to reach UK creates 'terrifying new market' for people traffickers" The Independent vom 3. April 2017
  3. Martin Farrer:"Blaze devastates Grand-Synthe migrant camp outside Dunkirk " Guardian vom 11. April 2017