Oxelaëre

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Oxelaëre
Wappen von Oxelaëre
Oxelaëre (Frankreich)
Oxelaëre
Region Hauts-de-France
Département Nord
Arrondissement Dunkerque
Kanton Bailleul
Gemeindeverband Flandre Intérieure
Koordinaten 50° 47′ N, 2° 28′ OKoordinaten: 50° 47′ N, 2° 28′ O
Höhe 29–103 m
Fläche 4,72 km2
Einwohner 542 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 115 Einw./km2
Postleitzahl 59670
INSEE-Code
Website http://www.oxelaere.fr/

Mairie Oxelaëre

Oxelaëre, niederländisch Okselare, westflämisch Okseloare, ist eine französische Gemeinde mit 542 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Dunkerque, zum Kanton Bailleul und zum 2014 gegründeten Gemeindeverband Flandre Intérieure. Die Bewohner nennen sich Oxelaërois. In Oxelaëre wird noch Westflämisch gesprochen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Oxelaëre im Arrondissement Dunkerque

Die Gemeinde Oxelaëre liegt in Französisch-Flandern im äußersten Norden Frankreichs, etwa 13 Kilometer östlich von Saint-Omer und 15 Kilometer westlich der Grenze zu Belgien (Gemeinde Poperinge). Der Süden des 4,72 km² umfassenden Gemeindegebietes ist weitgehend eben (30 bis 40 m über dem Meer), während der Norden im Bereich der Monts des Flandres (West-Vlaams Heuvelland / Westflämisches Hügelland) liegt. Die Gemeinde hat einen Anteil am Südhang der mit 176 m höchsten Erhebung dieses Hügellandes und ganz Flanderns - dem Mont Cassel (Kasselberg). Am Kasselberg entspringen kleinere Bäche, die als Quellflüsse in der Peene Becque aufgehen. Der Süden der Gemeinde wird von der Bornhol Becque entwässert.

Neben dem geschlossenen Siedlungsbild des Kernortes liegen im Gemeindegebiet von Oxelaëre einige Weiler (u.a. La Bergeronnette, Ferme Sainte-Aldegonde) und verstreute Einzelhöfe. Außerdem gehört ein schmaler Siedlungsstreifen östlich der Straße von Cassel nach Saint-Omer zu Oxelaëre, direkt an Bavinchove angrenzend. Charakteristisch für die Umgebung ist die Weidewirtschaft und das bis auf kleinere Obstbaumhaine im Norden völlige Fehlen von Waldgebieten.

Nachbargemeinden von Oxelaëre sind Cassel im Norden und Osten, Hondeghem im Südosten sowie Bavinchove im Südwesten und Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Oxelaëre entstand an der Römerstraße zum Ärmelkanal (Abschnitt Cassel – Aire-sur-la-Lys). Hier entstand das Château de la Motte-aux-Bois, die Lieblingsburg der Herren von Cassel.

Einen Teil von Oxelaere schenkte Robert der Friese, Graf von Flandern Ende des 11. Jahrhunderts, dem Kapitel Saint-Pierre in Cassel. Weitere Teile des heutigen Gemeindegebietes war auf verschiedene lokale Herrschaften aufgeteilt, darunter die Herren von Schoebecque und von Ochtezeele.

Das Kirchdorf Oxelaëre wurde durch königlichen Erlass im späten 18. Jahrhundert den Herren von Schoebecque vermacht. Deren Familienoberhaupt, François Lenglé war in Versailles im April 1759 als Belohnung für geleistete Dienste zum Ritter geschlagen worden.

Oxelaëre blieb bis zur Französischen Revolution in der Hand der Familie Lenglé Schoebecque. Kirchlich war das Dorf Teil der Diözese von Ypern.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 508 571 515 436 383 362 466 528

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche St. Martin
  • Kapelle Saint-Michel
  • Oratorium: die Marienkapelle wurde 1949 von Monsieur l’Abbé Denève errichtet als Dank für die weitgehende Verschonung des Dorfes im Zweiten Weltkrieg trotz heftiger Kämpfe in unmittelbarer Umgebung
  • ehemaliger Templerhof
  • ehemalige Einsiedelei (l'Ermitage)
  • Wegkreuze

Folklore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oxelaërel gibt es wie in anderen Orten Nordfrankreichs und Belgiens die Tradition der Riesen-Prozessionen (Géants). Die Riesen sieht man zur Karnevalszeit und bei vielen anderen regionalen Festen. 2006 fand in Steenvoorde das Europäische Festival der Riesen statt. Seit 2005 werden die Aufführungen von der UNESCO unter dem Titel Prozessionen der Riesen und Drachen aus Belgien und Frankreich als Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit geführt. Die Géant-Figur von Oxelaëre ist „Fiacre le jardinier“ (Fiacre der Gärtner), eine 3,50 m hohe und 50 kg schwere Riesenpuppe, die von einer Person getragen wird.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft, im Speziellen die Milchviehhaltung und die Käseproduktion, spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in Oxelaëre. Es gibt 17 landwirtschaftliche Betriebe in der Gemeinde,[3] daneben einige kleine Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen. Ein über die Region Flandern hinaus bekanntes Produkt ist der Käse Boulet de Cassel, der in Oxelaëre produziert wird. Der Käse wird aus Rohmilch von Flämisch-Roten Kühen hergestellt. Die Milch wird täglich verarbeitet und erfährt keine Kühlung. Der Käse reift acht Wochen im Keller bei drei Drehungen pro Woche.

Oxelaëre liegt etwas abseits der überregionalen Verkehrsströme, ist aber durch ein gut ausgebautes Straßennetz in alle Richtungen mit den umliegenden Städten und Gemeinden verbunden. Der Bahnhof der Stadt Cassel liegt an der Gemeindegrenze zwischen Oxelaëre und Bavinchove an der Bahnlinie von Dünkirchen über Armentières nach Lille. Diese Bahnlinie wird im Gemeindegebiet von Oxelaëre von der LGV Nord (ParisEurotunnel) gekreuzt. In Steenvoorde, neun Kilometer östlich von Oxelaëre, besteht ein Autobahnanschluss an die Autoroute A25 von Dünkirchen nach Lille.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichtsabriss auf www.oxelaere.fr, abgerufen am 1. August 2015 (französisch)
  2. Fiacre le jardinier auf www.oxelaere.fr (französisch)
  3. Landwirte in Oxelaëre (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oxelaëre – Sammlung von Bildern