Lüssow (Mecklenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lüssow führt kein Wappen
Lüssow (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lüssow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 50′ N, 12° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Güstrow-Land
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 16,68 km2
Einwohner: 936 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18276
Vorwahl: 03843
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 069
Adresse der Amtsverwaltung: Haselstraße 4
18273 Güstrow
Webpräsenz: www.amt-guestrow-land.de
Bürgermeister: Wilfried Zander
Lage der Gemeinde Lüssow im Landkreis Rostock
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Lüssow ist eine Gemeinde im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Güstrow-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Güstrow verwaltet. Zur Gemeinde Lüssow gehören die Orte Lüssow, Karow und Strenz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lüssow liegt im Dreieck der Städte Güstrow, Bützow und Schwaan, 30 Kilometer südlich von Rostock. Das Gebiet um Lüssow ist leicht hügelig; nach Süden fällt es zur Niederung der Nebel und dem parallel verlaufenden Bützow-Güstrow-Kanal ab. Durch die Gemeinde Lüssow führt der etwa 15 Kilometer lange Mühlbach (auch Hohensprenzer Mühlbach genannt), der parallel zur westlicher liegenden Warnow verläuft - aber in entgegengesetzter Richtung südwärts fließt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Lüssow mit der typischen Endung -ow ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Ort des Lu’sa“. Er erinnert an die Präsenz westslawischer Stämme (Obodriten), die in Mecklenburg seit dem 5. und 6. Jahrhundert nach Chr. siedelten. Im 12. Jahrhundert vollzog sich die nach dem fehlgeschlagenen Wendenkreuzzug von 1147 überwiegend friedliche deutsche Kolonisation des Landes vor allem durch Siedler aus Westfalen. 1229 wurde Lüssow erstmals urkundlich genannt. Aus dieser Zeit stammt auch die Dorfkirche.

In den 1970er Jahren begann mit dem Bau von Wohnungen und der Milchviehanlage an der Straße Richtung Groß Schwiesow der Ausbau des Dorfes Lüssow zum „sozialistischen Musterdorf“.

Im Ortsteil Karow steht ein Schloss im Neobarock-Stil. Im ehemaligen Verwalterhaus unweit des Schlosses befand sich bis 1989 eine Polytechnische Oberschule, danach für einige Jahre eine Jagdschule.

Die Nähe zur Kreisstadt Güstrow macht die Gemeinde seit einigen Jahren für Eigenheimbauer attraktiv.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Lüssow (Mecklenburg)

Dorfkirche Lüssow

Siehe Hauptartikel: Dorfkirche Lüssow

Die Kirche ist eine große, überwiegend aus Feldsteinen errichtete einschiffige Hallenkirche im Übergangsstil zwischen Romanik und Gotik. Der Baukörper besteht aus einem gedrungenen Turm mit quadratischem Grundriss, dem zweijochigen Schiff, dem etwas schmaleren Chor, einem achteckigen Chorschluss sowie mehreren kleineren Anbauten. Chor und Kirchenschiff entstanden Mitte des 13. Jahrhunderts, der Turm im 15. Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte eine umfassende Rekonstruktion. Im Fußboden des Chores und des Schiffes sind mehrere Grabplatten eingelassen. Die älteste trägt die Jahreszahl 1386. Altar, Taufbecken, Kanzel, das Gestühl im Schiff, Empore und Orgel stammen aus dem 19. Jahrhundert. Von 1967 bis 1970 war Joachim Gauck Pastor in Lüssow.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Lüssow aus führen Verbindungsstraßen nach Bützow, Güstrow und Schwaan. Von der guten Verkehrsinfrastruktur Güstrows (A 19, B 104) profitiert auch die Gemeinde Lüssow. Der Bahnhof Lüssow liegt an der Bahnstrecke Güstrow–Schwaan und wird von der S-Bahn Rostock bedient.

Persönlichkeit des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Gauck (* 1940) Politiker und Theologe, 2012–2017 Bundespräsident, von 1967 bis 1970 Pfarrer in Lüssow

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Homfeld: Die Lüssower. Geschichte und Geschichten eines mecklenburgischen Landstrichs., Rostock, Hinstorff Verlag, 1987
  • Dehio: Die Kunstdenkmäler der Bezirke Rostock, Schwerin, Neubrandenburg., Berlin, 1977
  • Friedrich Schlie: Kunst- und Geschichtsdenkmäler Mecklenburgs, Schwerin, 1901
  • Georg Christian Friedrich Lisch: Mecklenburgische Jahrbücher, Bd. 6 / Bd. 26

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lüssow (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).