Sanitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sanitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sanitz
Sanitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sanitz hervorgehoben
Koordinaten: 54° 5′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 82,36 km2
Einwohner: 5749 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18190
Vorwahl: 038209
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 091
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rostocker Str. 19
18190 Sanitz
Webpräsenz: www.sanitz.de
Bürgermeister: Joachim Hünecke
Lage der Gemeinde Sanitz im Landkreis Rostock
Rostock Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Ludwigslust-Parchim Admannshagen-Bargeshagen Bartenshagen-Parkentin Börgerende-Rethwisch Hohenfelde (Mecklenburg) Nienhagen (Landkreis Rostock) Reddelich Retschow Steffenshagen Wittenbeck Baumgarten (Warnow) Bernitt Bützow Dreetz (Mecklenburg) Jürgenshagen Klein Belitz Penzin Rühn Steinhagen (Mecklenburg) Tarnow (Mecklenburg) Warnow (bei Bützow) Zepelin Broderstorf Klein Kussewitz Blankenhagen Poppendorf (Mecklenburg) Roggentin (bei Rostock) Broderstorf Thulendorf Altkalen Behren-Lübchin Boddin Finkenthal Gnoien Lühburg Walkendorf Behren-Lübchin Glasewitz Groß Schwiesow Gülzow-Prüzen Gutow Klein Upahl Kuhs Lohmen (Mecklenburg) Lüssow (Mecklenburg) Mistorf Mühl Rosin Plaaz Reimershagen Sarmstorf Diekhof Dolgen am See Hohen Sprenz Laage Wardow Dobbin-Linstow Hoppenrade Krakow am See Kuchelmiß Lalendorf Lalendorf Alt Sührkow Dahmen Dalkendorf Groß Roge Groß Wokern Groß Wüstenfelde Hohen Demzin Jördenstorf Lelkendorf Prebberede Schorssow Schwasdorf Sukow-Levitzow Thürkow Warnkenhagen Alt Bukow Am Salzhaff Bastorf Bastorf Biendorf (Mecklenburg) Carinerland Kirch Mulsow Rerik Bentwisch Blankenhagen Gelbensande Mönchhagen Rövershagen Benitz Bröbberow Kassow Rukieten Schwaan Vorbeck Wiendorf (Mecklenburg) Cammin (bei Rostock) Gnewitz Grammow Nustrow Selpin Stubbendorf (bei Tessin) Tessin (bei Rostock) Thelkow Zarnewanz Elmenhorst/Lichtenhagen Kritzmow Lambrechtshagen Papendorf (Warnow) Pölchow Stäbelow Ziesendorf Bad Doberan Dummerstorf Graal-Müritz Güstrow Kröpelin Kühlungsborn Neubukow Sanitz Satow TeterowKarte
Über dieses Bild

Sanitz ist eine amtsfreie Gemeinde im Nordosten des Landkreises Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie bildet für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Sanitz liegt etwa 15 km östlich von Rostock.

Ortsteile

Zur Gemeinde Sanitz gehören die Ortsteile (mit Eingemeindungsdatum)

  • Groß Freienholz
  • Groß Lüsewitz (1. Oktober 1997)
  • Gubkow
  • Hohen Gubkow
  • Horst
  • Klein Freienholz
  • Klein Wehnendorf
  • Neu Kokendorf
  • Neu Wendorf
  • Niekrenz
  • Oberhof
  • Reppelin (1. Oktober 1997)
  • Sanitz
  • Teutendorf (10. Oktober 1965)
  • Vietow
  • Wendfeld
  • Wendorf (22. Juli 1961 zu Reppelin)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sanitz wurde „Zaniz“ im Jahr 1256 als Kirchdorf erstmals urkundlich, als Nachweis der Zuweisung der Dorfkirche Dänschenburg als Sanitzer Tochterkirche, erwähnt.[3] Erneute Erwähnung fand die Kirche Sanitz anlässlich eines Vertrages vom 2. Juni 1291, in dem Heinrich von Werle dem Bischof von Schwerin gegenüber seinem Mündel Nikolaus von Rostock das Patronatsrecht sichert, das seitdem vom Landesherren gehalten wurde. Als Vasallen waren im 14. Jahrhundert verschiedene Familien verzeichnet, so den Rostocker Bernhard Kopmann, Ritter Siegfried von Plön, Reimar von Wedel, der Rostocker Ratsherr Dietrich Horn, sein Sohn, der Bürgermeister Dippold Horn. Durch Erbfolge gelangte das Dorf in den Besitz des Klosters Doberan, zu dem es bis zur Reformation gehörte. Nach der Säkularisation wurde es 1552 als herzogliche Domäne dem Amt Ribnitz unterstellt und in den folgenden Jahrhunderten an verschiedene Familien verpachtet. Das Pfarrhaus - ein sanierter Fachwerkbau - stammt von 1780 und die alte Schmiede wurde 1798 als alte Erbschmiede erwähnt. 1879 wurde das Dorf dem Amt Toitenwinkel unterstellt.[4]

Klein Wehnendorf, früher Wehnendorf, war ein Gutsdorf. Gutsbesitzer waren u.a. die Familien Otto von Preen (ab 1621), du Puits (ab 1695), von Hammerstein (ab 1798), von Qualen (ab 1800) von Lowtzow. (ab 1801), Schütz (ab 1804) und Stever (1814–1936/38) (siehe u.a. auch bei Niekrenz und Vietow).

Neu Wendorf wurde offiziell (vorher Wendorf) seit 1810 so benannt. Das Gutshaus Neu Wendorf wurde 1805 gebaut.

Niekrenz: Gut u.a. der Familien du Puits (1695–1798), von Levetzow (Lowtzow) (ab 1801) und Stever (1813–1945); zweigeschossiges, 12-achsiges Gutshaus von nach 1878.

Teutendorf: Gutsbesitzer waren u.a. die Familien von Koppelow (ab 1692), von Flotow (ab 1793), von Qualen (ab 1802), von Zepelin (ab 1803), von Flotow (ab 1811), Paetow (ab 1894) und Floto (1903–1945). Das klassizistische Gutshaus stammt von um 1800. Der Opernkomponist Friedrich von Flotow ist hier 1812 geboren. Nach 1945 nutzte die LPG das Gebäude, das die Familie Floto nach 1990 wieder erwarb und 2000 sanierte.

Vietow: Gutsbesitzer waren u.a. die Familien de Puits (ab 1695), Freiherr von Hammerstein (ab 1798), von Qualen (ab 1800), von Sperling (ab 1813) und Grafen von Bassewitz (-Behr) (1838–1945).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 17 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 25. Mai 2014 hatte folgende Ergebnisse[5]:

Partei/Bewerber Prozent Sitze
CDU 10
Die Linke 4
SPD 2
FDP 1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 1. November 1995 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 92 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Grün ein liegender, mit der Krümme nach vorn und aufwärts gerichteter goldener Abtstab, begleitet: oben von drei (2:1) silbernen Apfelblüten mit goldenen Staubgefäßen, unten von einem sitzenden goldenen Hasen.“

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.

FIAV 100000.svg Flagge der Gemeinde Sanitz

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist gleichmäßig längsgestreift von Grün, Silber (Weiß) und Grün. In der Mitte des Flaggentuches liegt, auf jeweils die Hälfte der Höhe der grünen Streifen übergreifend, das Gemeindewappen, umgeben von einem silbernen (weißen) Bord, dessen Stärke ein Zwanzigstel der Höhe des Flaggentuches beträgt. Die Höhe des Flaggentuches verhält sich zur Länge wie 3:5.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sanitz hat in Polen mit der Landgemeinde Świdwin (Schivelbein) in der Woiwodschaft Westpommern eine Partnergemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Sanitz

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sanitz ist die Bundeswehr mit der Flugabwehrraketengruppe 21 der größte Arbeitgeber.

In Groß Lüsewitz befinden sich zwei Institute des Julius Kühn-Instituts (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Sanitz liegt an der Bahnstrecke Rostock–Tribsees/Tessin. Tagsüber bestehen mit der RB 11 zu jeder Stunde Bahnverbindungen in Richtung Wismar über Rostock Hbf und nach Tessin. Durch Sanitz führt die Bundesstraße 110. An der A 20 verfügt Sanitz über einen Autobahnanschluss.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es eine Grundschule, eine Regionalschule sowie ein Gymnasium.

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sanitz gibt es eine Ortsgruppe des Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die sich regelmäßig zu den Gruppenstunden trifft.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gut ausgebauten Sportanlagen beherbergen viele Vereine des Breitensports. Hervorhebend die Fußballvereine TSV Eintracht Sanitz/Groß Lüsewitz und Union Sanitz 03, der Leichtathletikverein LAV Ribnitz-Damgarten/Sanitz, sowie der Volleyballclub Sanitz.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mittleres Mecklenburg/Rostock 2011 - Zentralorte und perspektivische Entwicklung, Planungsregion MMR, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Jahrbücher für Geschichte. Band 46 1881, ISSN 0259-7772, S. 126 (online [abgerufen am 18. Juli 2016]).
  4. Friedrich Schlie: Kunst- und Geschichtsdenkmäler Mecklenburgs, 1899, S. 425–431
  5. Wahlergebnis auf www.sanitz.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sanitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien