Nordstrand (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Nordstrand führt kein Wappen
Nordstrand (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nordstrand hervorgehoben
Koordinaten: 54° 29′ N, 8° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 57,21 km2
Einwohner: 2201 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25845
Vorwahl: 04842
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 091
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.amt-nordsee-treene.de
Bürgermeister: Werner Peter Paulsen (CDU)
Lage der Gemeinde Nordstrand im Kreis Nordfriesland
Karte

Nordstrand (nordfriesisch: di Ströön[2]) ist neben Elisabeth-Sophien-Koog die einzige Gemeinde auf der Nordseehalbinsel Nordstrand im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordstrander Vorland

Die Gemeinde Nordstrand besteht aus dem größten Teil der gleichnamigen Halbinsel, der Hallig Nordstrandischmoor und einem Teil des nordfriesischen Vorlands, das immer noch sehr stark durch Landgewinnung geprägt ist. Alle Gemeindeteile des Seeheilbades sind heute über Dämme zu erreichen, Nordstrandischmoor allerdings nur mit einer Lorenbahn und nicht mit dem PKW.

Hafen Strucklahnungshörn mit Krabbenkutter, Seenot-Rettungskreuzer und Ausflugsdampfer für Halligfahrten

Der an der Nordseite im Westteil der Insel gelegene Hafen Strucklahnungshörn, über den unter anderem eine ständige Fährverbindung nach Pellworm besteht und Ausflüge zu den Halligen möglich sind, liegt im Gemeindegebiet. Weitere Ortsteile der Gemeinde Nordstrand sind unter anderem:

  • England,
  • Herrendeich,
  • Kiefhuck,
  • Morsumkoog,
  • Norderhafen,
  • Odenbüll,
  • Süden,
  • Süderhafen und
  • Westen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die SPD seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die CDU sechs und die Wählergemeinschaft WGN drei.

Nach der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 ergab sich für die nunmehr 13 Sitze folgende Zusammensetzung: Die CDU konnte fünf Sitze besetzen (40,9 %), die SPD bekam ebenfalls fünf Sitze zugesprochen (39,8 %) und die Wählergemeinschaft Nordstrand (WGN) drei Sitze (19,3 %).[3]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Vinzenz-Kirche Odenbüll[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Vinzenz und Friedhof

Von den 22 Kirchen auf Alt-Nordstrand überstanden nur drei die Burchardiflut 1634. Die einzige davon, die sich auf Nordstrand befindet, ist die St.-Vinzenz-Kirche Odenbüll. Das auf einer Warft errichtete Gebäude stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert, jedoch wurde das Blendmauerwerk bei einer Renovierung 1889 komplett erneuert, aus demselben Jahr stammt auch der achteckige Dachreiter. Die gotische und barocke Inneneinrichtung stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert: West- und Nordempore sind von 1715, an einigen Gestühlswangen sind noch schmiedeeiserne Huthalter aus dem 17. und 18. Jahrhundert vorhanden.

Älter sind das Kruzifix gegenüber der Empore (von etwa 1400) und die Kanzel von 1605. Eindrucksvollstes Kunstwerk in der Kirche ist der spätgotische dreiflügelige Schnitzaltar. Obwohl die mittelalterliche Bemalung im Lauf der Geschichte entfernt wurde, zeichnet er sich doch noch durch eine realistische und dynamische Darstellung der Kreuzigungsszene aus.

Die Vinzenz-Kirche gehört zur Nordelbischen evangelisch-lutherischen Kirche.

St.-Theresia-Dom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholischen Brabanter, die den Oktroy zur Wiedereindeichung des in der Burchardiflut 1634 verlorenen Landes erhalten hatten, bekamen auch die Erlaubnis, katholische Gottesdienste zu halten. Anfangs feierten sie sie in der Kapelle im Haus des aus Mechelen entsandten Priesters. 1662 wurde auf dem Osterdeich, wo die drei neuen Köge Alterkoog (eingedeicht 1654), Osterkoog (1657) und Trendermarschkoog (1661–1663) zusammentreffen, der Grundstein zu einer schlichten Kirche ohne Turm gelegt, die der heiligen Theresia von Avila geweiht wurde. Bei Beerdigungen und anderen Kasualien wurden die Glocken der benachbarten evangelischen Kirche geläutet. 1887 wurde der baufällig gewordene Bau erneuert und erhielt einen eigenen Kirchturm mit Glocke.[4] Heute gehört die Gemeinde zur Alt-Katholischen Kirche in Deutschland.

St.-Knud-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dritte Nordstrander Kirche, die römisch-katholische St.-Knud-Kirche, ist die jüngste. Sie wurde gebaut, nachdem sich die Nordstrander katholische Gemeinde 1740 im Streit um den Jansenismus gespalten hatte. Die Alt-Katholiken behielten die Theresienkirche, während die Papsttreuen wie vor dem Bau der Kirche in der Hauskapelle feierten. Da diese nicht als Pfarrkirche anerkannt war, wurden die Kinder vom alt-katholischen Priester getauft, während man für Trauungen nach Friedrichstadt reisen musste. Erst 1807 erhielt die Kapelle den Rang einer Pfarrkirche und erst nachdem 1863 die volle Religionsfreiheit in Schleswig-Holstein eingeführt wurde, konnte die Gemeinde eine eigene Kirche bauen und eine Schule gründen. Die 1866 eingeweihte Kirche ist dem heiligen Knud geweiht. Heute gehört sie zum Erzbistum Hamburg.[5]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nordstrand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Nordstrand – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Nordfriesland-Karte, Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt 2011, ISBN 978-3-88007-371-5
  3. Wahlergebnis Nordstrand KW 2013
  4. Bilder des Domes von 1890 (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.is)
  5. http://www.st-knud-nordstrand.de/