Wenningstedt-Braderup (Sylt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (Sylt)
Wenningstedt-Braderup (Sylt)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (Sylt) hervorgehoben
Koordinaten: 54° 56′ N, 8° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Landschaft Sylt
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 6,16 km2
Einwohner: 1439 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25996
Vorwahl: 04651
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 149
Adresse der Amtsverwaltung: Andreas-Nielsen-Straße 1
25980 Sylt/ OT Westerland
Webpräsenz: www.wenningstedt.de
Bürgermeisterin: Katrin Fifeik (fraktionslos)
Lage der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (Sylt) im Kreis Nordfriesland
Karte

Wenningstedt-Braderup (Sylt) (dänisch: Venningsted-Brarup, friesisch: Woningstair-Brēderep) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Sie erstreckt sich von der Westküste der Insel Sylt bis an die Ostküste und liegt nördlich des Hauptortes Westerland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sage nach befand sich einige 100 Meter vor der heutigen Küste der alte Ort „Wendingstedt“ mit einem alten Friesenhafen zur Westküste. Ob dieser Hafen jemals bestand oder es sich nur um eine Legende handelt, ist jedoch unter Wissenschaftlern umstritten. Dagegen spricht, dass die geografische Lage an der rauen Westküste der Insel keinen bevorzugten Ankerplatz geboten haben dürfte.

Die Stammesführer der Angeln, Horsa und Hengist, sollen nach alter Überlieferung von diesem Hafen aus mit ihrem Heer nach England aufgebrochen sein. Heute erinnert die Straße Horsatal an diese Begebenheit.[2]

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand der Ort über viele Jahrhunderte nahezu unverändert aus nur acht Stavenplätzen (= Höfen). Seine Einwohner lebten von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Nicht wenige Männer fuhren auf Walfangschiffen ins Nordmeer oder gingen auf Schiffen Hamburger Reedereien auf Heringsfang. Das Wachstum des Ortes begann jedoch erst mit dem Einsetzen des Fremdenverkehrs Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit 1859 ist Wenningstedt Seebad, seit 1960 Nordseeheilbad. Wenningstedt bildete ab dem 27. Juni 1871 mit Kampen und Braderup die Gemeinde Norddörfer.[3] Der Begriff „Norddörfer“ entstand zu der Zeit, als List, die nördlichste Gemeinde/Siedlung der Insel, als Teil der Königlichen Enklaven unmittelbar zum Königreich Dänemark gehörte. Der Rest der Insel gehörte als Landschaft Sylt zum Herzogtum Schleswig, das dem dänischen Königreich als Reichslehen verbunden war. Somit waren Wenningstedt, Kampen und Braderup die schleswigschen „Norddörfer“. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg kam die gesamte Insel von Dänemark zu Preußen. 1914 wurde die protestantische Friesenkapelle am Dorfteich errichtet. Am 21. März 1927 bildete Kampen eine eigene Gemeinde, und die Gemeinde Norddörfer benannte sich am 1. Juli 1927 in Wenningstedt um.[3]

Von 1907 bis 1970 lag Wenningstedt an der Kleinbahnstrecke der „Inselbahn“, die Westerland mit List verband.

In der Zeit der NS-Diktatur besaß Hermann Göring ein Sommerhaus bei Wenningstedt.[4] Während des Zweiten Weltkriegs war in den Dünen nordwestlich von Wenningstedt, in etwa in Höhe des heutigen Campingplatzes, eine schwere Seezielbatterie stationiert. Zu unmittelbaren Kriegshandlungen kam es nicht; die Anlagen wurden nach der deutschen Kapitulation von britischen Besatzungstruppen in den 1950er Jahren gesprengt und später von Pionieren der Bundeswehr vollständig abgetragen und mit Dünensand bedeckt.

Am 12. August 2002 wurde der Gemeindename von Wenningstedt in Wenningstedt-Braderup geändert.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen eines Formfehlers war das Ergebnis der Gemeindewahl vom Mai 2008 ungültig. Seit der Nachwahl im September 2008 hatte die Wählergemeinschaft Aktive Bürger zehn, die CDU, die SPD und die FDP je einen Sitz. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die Wählergemeinschaft Aktive Bürger 68,4 Prozent der abgegebenen Stimmen und errang neun Sitze. Das Bündnis Wenningstedt-Braderup kam auf 31,6 Prozent und vier Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 59,3 Prozent.[6]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Katrin Fifeik erneut zur Bürgermeisterin gewählt. Obwohl sie über die Aktive Bürgerliste ein Mandat in der Gemeindevertretung erhielt, trat sie bei der Wahl als Fraktionslose an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen und die Flagge wurden am 11. Mai 1959 genehmigt.

Blasonierung: „Schräglinks durch Wellenschnitt geteilt. Rechts in Rot ein goldenes, aus der Teilungslinie hervorkommendes Wikingerboot, dessen Vordersteven in einem Drachenkopf mit schwarzer, herausgeschlagener, pfeilförmiger Zunge endet, links in Silber zwei blaue, schräglinke Wellenbalken.“[7]

Die schräge Teilung des Wappens der Gemeinde Wenningstedt im Wellenschnitt versinnbildlicht, in Verbindung mit den parallelen Wellenbalken des unteren Feldes, die in einer Gemeinde auf der Insel Sylt besonders spürbare Gewalt des Meeres. Seefahrt und Fischfang bildeten von Anbeginn bis in das 19. Jahrhundert die hauptsächliche Erwerbstätigkeit der Wenningstedter. Mit Gründung des Seebades 1859 entwickelte sich der Fremdenverkehr zunehmend zum dominierenden Wirtschaftszweig. Das Wikingerschiff symbolisiert als historischer Schiffstyp die wechselvolle Vergangenheit des Ortes. Wenningstedt soll ehemals ein bedeutender friesischer Hafenort gewesen sein. Zugleich bezeugt das Schiff den Wagemut und die Initiative der „Uthland-Friesen“. Die „Friesenfarben“ Blau, Gold und Rot sind auch die Farben der Insel Sylt. Blau, Silber und Rot sind die Farben Schleswig-Holsteins. Beide Farbdreiklänge werden im Wappen verwendet, um die Zugehörigkeit der Gemeinde zu Friesland und zum Land Schleswig-Holstein zum Ausdruck zu bringen.

Das Wappen wurde von dem Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge zeigt inmitten eines gelben Feldes, etwas zur Stange hin verschoben, das Gemeindewappen.[7]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strand und Promenade von Wenningstedt.

Wenningstedt-Braderup besteht aus dem Ortsteil Wenningstedt, an der Westküste gelegen und dem östlich am Wattenmeer gelegenen Ortsteil Braderup.

Wenningstedt bildet aufgrund seiner erheblich höheren Einwohner- und Gästebettenzahl das Zentrum der Gemeinde mit Gemeindebüro, Kurverwaltung und Einzelhandel.

Der Ortsteil Braderup weist keinen eigentlichen alten Ortskern auf, sondern war bis Mitte des 19. Jahrhunderts lediglich eine Bauerschaft mit wenigen Höfen. Dort finden sich auch bis heute keine großen Hotels. Sehenswert sind dort die zum Wattenmeer hin gelegenen, weiten Heideflächen der Braderuper Heide, sowie das Natur- und Infozentrum der Naturschutzgemeinschaft Sylt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich des Ortes befindet sich die Braderuper Heide. Diese urwüchsige Heidelandschaft wurde bereits in den 1920er Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt und zählt heute zu den natürlichen Sehenswürdigkeiten der Insel.[8] Dieses Naturschutzgebiet grenzt unmittelbar an den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, durch den geführte Wattwanderungen angeboten werden.

Das Ganggrab Denghoog, das vor über 5000 Jahren in der Jungsteinzeit errichtet wurde, liegt am nördlichen Rand des Ortsteils Wenningstedt. Der Name bedeutet Thinghügel. Es besteht aus zwölf Tragsteinen, die eine Decke aus drei Steinplatten stützen. Es wurde 1868 geöffnet und ist seit 1928 für Besucher zugänglich. Weiterer Anziehungspunkt ist der Dorfteich im Zentrum des Ortsteils Wenningstedt. Dieser Teich wurde der Gemeinde Wenningstedt in den 1950er Jahren von den Eigentümerfamilien geschenkt mit der Maßgabe, ihn für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und als Kureinrichtung zu erhalten. Heute bildet dieser Bereich zwischen Hauptstraße und Friesenkapelle einen Ruhepol mitten im Ort. Eine Satzung regelt, dass angrenzende Bebauung mit Reetdächern zu versehen ist, um den dörflichen Charme zu erhalten.

Wenningstedt liegt am Rande der Dünenlandschaft auf dem Roten Kliff. Unterhalb des Kliffs liegt, über die gesamte Länge des Ortes, ein Sandstrand, der insbesondere im Sommer als bewachter Badestrand die Haupt-Touristenattraktion ist.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenningstedt bezeichnet sich selbst heute als „Familienbad“ und ist mit ca. einer Million Übernachtungen der fünftgrößte Urlaubsort in Schleswig-Holstein. Diese Übernachtungen verteilen sich auf 7000 Gästebetten, 2000 davon werden dem Wenningstedter Campingplatz zugeordnet, ca. 4000 den Ferienwohnungen und die verbleibenden entfallen auf die Wenningstedter Hotels und Pensionen.

Wenningstedt gilt ferner als Kurort, jedoch sind die klassischen Kuranwendungen auf Grund der veränderten Krankenkassenregelungen nahezu ausgestorben. So sind zurzeit nur noch weniger als 2 % aller Gäste echte Kurgäste, die gezielt eine verschriebene Kur nutzen. Dennoch ist der Kurwert Wenningstedts nach wie vor unbestritten. Die Nordsee mit dem rauen Reizklima fördert die Gesundheit und stärkt das Abwehrsystem auch ohne spezielle Anwendungen. Das Kurhaus des Ortes, in dem früher neben Trinkkuren und Massagen auch Schlick- und Heilbäder angeboten wurden, ist im Zuge dieser Entwicklung aufgegeben und abgerissen worden.

Der Tourismus in Wenningstedt profitiert auch von den beiden in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen 18-Loch-Golfplätzen, die seit Mitte der 1980er-Jahre entstanden sind.

Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts zog Wenningstedt auch prominente Gäste an. So machte zum Beispiel der Maler Wassily Kandinsky im August 1924 mit seiner Frau Nina Urlaub in Wenningstedt. Der Nationalsozialist und (spätere) Kriegsverbrecher Hermann Göring besaß ein Sommerhaus in Wenningstedt, wo er sich regelmäßig aufhielt. Der Buddhist und Schriftsteller Paul Dahlke errichtete in Wenningstedt das wohl größte Buddha-Denkmal Europas und lebte selbst lange Jahre auf der Insel. Der Schauspieler Heinz Schubert (Ekel Alfred) fand in seiner Wahlheimat Wenningstedt seine letzte Ruhestätte.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Liedermacher Reinhard Mey charakterisiert den Ort in Wenningstedt Mitte.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Friesenkapelle“
Kassettendecke mit Vaterunser auf Friesisch an der Basis

Von jeher waren die Friesen aus christlicher Sicht ein heidnisches Volk. Mit der Christianisierung wurden sie zwar offiziell katholisch, behielten jedoch einige ihrer heidnischen Rituale bei, wie z. B. das Biikebrennen. Die erste Kirche für das Dorf Wenningstedt lag im damaligen Hauptort der Insel, in Keitum, es war die heute noch erhaltene Pfarrkirche St. Severin. Mit der Reformation nahmen die Insulaner das lutherische Bekenntnis an, welches heute noch gilt. Erst 1914 wurde in unmittelbarer Nähe zu einer heidnischen Kultstätte die so genannte Friesenkapelle der ev.-luth. Kirche errichtet, nachdem die Wenningstedter sich zuvor in den Wintermonaten auf den beschwerlichen Weg zur Keitumer St.-Severins-Kirche machen mussten, denn nur in den Sommermonaten fand für die Kurgäste wöchentlich ein Gottesdienst im Saal des Gasthofes „Friesenhof“ statt.

Zum Erhalt der Eigenständigkeit der Friesenkapelle und der Pastorenstelle wurde im September 2005 die Stiftung „Üüs Serk – Unsere Kirche“ gegründet. Hierdurch will die Kirchengemeinde ihre Arbeit in den Norddörfern Kampen, Wenningstedt und Braderup sichern. Dazu sind bisher knapp 1 Mio. Euro Gründungskapital zusammengekommen (Stand 2012). Die Gemeinde hofft, mittelfristig allein aus den Zinsen des gespendeten Geldes rund 50 000 Euro pro Jahr für ihre Arbeit verwenden zu können.

Die nächstgelegene römisch-katholische Kirche ist St. Christopherus in Westerland. Auch eine dänische Kirche befindet sich dort. (Vesterland Danske Kirke).

Buddhismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Arzt und Schriftsteller Paul Dahlke erreichte Anfang der 1910er Jahre der Buddhismus die Insel. Dahlke errichtete um 1914 in Wenningstedt sein „Buddhistisches Heim“, das auch als Treffpunkt und Tempel für Buddhisten auf der Insel dienen sollte. Von dem geplanten Bau eines buddhistischen Klosters in der Braderuper Heide – es wäre das erste auf europäischem Boden gewesen – nahm er jedoch Abstand, da ihm nach der Wiederaufnahme der Pläne für den Bau des Hindenburgdamms die Insel nicht mehr abgeschieden genug erschien. Im Jahr 1920 hatte er bereits in der Braderuper Heide, an jener Stelle, wo er für das geplante Kloster Land erworben hatte, ein buddhistisches Denkmal aus roten Ziegelsteinen mit der Inschrift „Namo Buddhaya – Ehre dem Erhabenen. Paul Dahlke“ errichten lassen. 1932 oder 1933 wurden die Buchstaben von Unbekannten herausgeschlagen.[9] Im Herbst 1939 schließlich wurde das gesamte Denkmal von den Nationalsozialisten – im Hinblick auf eine angedachte Flughafenerweiterung – zerstört, die Trümmer wurden beseitigt.[10] Heute spielt der Buddhismus auf Sylt keine bedeutende Rolle mehr. Ein buddhistisches Zentrum des Diamantwegsbuddhismus existiert in Westerland im Bundiswung.

Architektur, Siedlungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schullandheim in Wenningstedt

Die Bebauung Wenningstedts war bis Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt vom uthlandfriesischen Baustil der Bauernhäuser. Ortsmittelpunkt war der Dorfteich (Kiar). Mit Einsetzen des Tourismus entstanden in den Jahren vor 1900 zahlreiche Logierhäuser und Villen für Sommergäste. Bis dahin gab es im Ort kein planmäßiges Straßensystem, auf dem Reißbrett entstanden nun in dieser Zeit Straßen und Grundstücksparzellen. Die heutige Straßenführung beruht im Wesentlichen auf den damaligen Reißbrettentwürfen. Da die Gästehäuser sich immer weiter vom alten Ortskern entfernten, verlagerte sich das neue Zentrum nach Westen hin zum Strand. Nun war die prägende Bebauung des Ortsbildes der Bäderstil – zweigeschossige Bauten mit hohen Räumen und weißen Holzveranden, als Umfriedung diente nun ein weiß lackierter Staketenzaun. In den 1950er und 1960er Jahren erfasste der Bauboom auch Wenningstedt, und das Ortsbild veränderte sich erneut gravierend: Es entstanden die schlichten klassischen Ziegelbauten - oft als kleine Pensionen oder Gästehäuser, auch die ersten reinen Sommerhäuser entstanden in der Nachkriegszeit. In den 1980er und 1990er Jahren waren nahezu alle bebaubaren Grundstücke in Ortslage bebaut, so dass Neubauten in der Regel den Abriss alter Bausubstanz voraussetzten. Seit den 1980er Jahren entstehen nahezu ausschließlich Appartementhäuser – einige im friesisch-angelehnten Baustil - in der Regel in zweieinhalbgeschossiger Bauweise mit bis zu sechs Appartements. Verdrängt wurden dadurch nicht nur die klassischen Familienpensionen, auch der Wohnraum für Wenningstedter (Dauer-)Einwohner ist seit Jahren stark rückläufig. Seit Mitte der 1980er Jahre entsteht somit eine neue Art der Bebauung: Gebäude mit (öffentlich geförderten) Mietwohnungen. Hochhäuser oder Wohnblocks wie in der Nachbargemeinde Westerland sind in Wenningstedt nicht gebaut worden, lediglich entlang der Haupt- und Dünenstraße wurden in den frühen 1980er Jahren einige größere Appartementanlagen errichtet.

Seit dem Jahr 2014 entsteht zwischen den Strandübergängen "Strandstrasse" und "Risgap" ein neues touristisches Zentrum. Auf dem Areal der 2009 abgerissenen Kurverwaltung, direkt am Kliff wurde 2015 das neue Kurzentrum mit Veranstaltungssaal, Gastronomie und Büro des Tourismus-Service eröffnet; seeseitig hiervon erstreckt sich einen neu gestaltete Promenade entlang der Abbruchkante des Roten Kliffs. Der Zugang zum Hauptstrand der Gemeinde erfolgt nun über eine neue Holztreppenkonstruktion, die gegenüber ihrem markanten Vorgängerbau, etwas nach Süden verlagert wurde[11]. Am südlichen Ende der Promenade wurde durch den Rückbau der Trampolinanlage und der Surfschul-Gebäude eine neue Mehrzweckfläche unmittelbar am Strandübergang Risgap geschaffen. Am nördlichen Ende der Promenade, entlang der Strandstrasse soll bis zum Jahr 2020 die bestehende Bebauung ersetzt und gegebenenfalls die Promenade Richtung Norden weitergeführt werden [12].

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft Wenningstedts ist – wie auf der gesamten Insel Sylt – stark vom Tourismus geprägt. Kaum ein Wirtschaftszweig lebt nicht wenigstens mittelbar vom Fremdenverkehr. Neben dem Gast- und Gastronomiegewerbe (wie Hotels, Pensionen, Appartementvermietungen, Restaurants, Kur-, Sauna, Sanatorium, Massage, Bäder und Wellnesseinrichtungen) sind auch Einzelhändler und Dienstleister auf die Kaufkraft der Gäste angewiesen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Kurdirektor der Gemeinde, Herr Berthin Bleeg, ist Ehrenbürger von Wenningstedt-Braderup.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wenningstedt-Braderup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Frank Deppe: Sylter Straßennamen. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2006, ISBN 978-3-8334-4516-3, S. 72.
  3. a b Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 237.
  4. Foto (s/w)
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  6. Web-Redaktion: Ergebnis Gemeindewahl Wenningstedt-Braderup 2013. In: www.gemeinde-sylt.de. Gemeinde Sylt, abgerufen am 23. Juni 2013.
  7. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. Die Braderuper Heide
  9. H.K. (d. i. Helmut Klar): Stille Stätte. (Dr. Dahlkes Buddhistisches Heim auf Sylt). In: Die Brockensammlung Jg. 1933, S. 52–55, hier: 54 f.
  10. Karl Kersten u. Peter La Baume: Vorgeschichte der nordfriesischen Inseln. Neumünster 1958, S. 598.
  11. http://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/bauprojekt-es-ist-mehr-als-eine-treppe-id10996626.html
  12. http://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/wenningstedts-neue-hotelplaene-id7528171.html