Rodenäs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rodenäs
Rodenäs
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rodenäs hervorgehoben

Koordinaten: 54° 53′ N, 8° 42′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 19,84 km2
Einwohner: 406 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25924
Vorwahlen: 04668 auch 04664Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 110
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Website: www.rodenaes.de
Bürgermeister: Jörg Nissen (AWR)
Lage der Gemeinde Rodenäs im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

Rodenäs (dänisch: Rødenæs, nordfriesisch: Runees oder Rornees, südjütisch: Rånæjs) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Sie markiert den nördlichsten Punkt des deutschen Festlands.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Rodenäs erstreckt sich im Norden der Landschaft Nordfriesische Marsch südlich der Mündung der Wiedau (dänisch: Vidå) beim dänischen Ort Hoyer im historischen Landschafts- und Verwaltungsbezirk der Wiedingharde an der deutsch-dänischen Grenze.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oldorf (dänisch Gammelby, nordfriesisch Uuiltorp), Neudorf (dänisch Nyby, nordfriesisch Naitorp)[2][3], Markhäuser, Ophusum, Kixbüll und das Naturschutzgebiet Rickelsbüller Koog (dän. Rikkelsbøl Kog, nordfr. Rikelsbeler Kuuch) liegen im Gemeindegebiet.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt angrenzende Gemeindegebiete sind:[5]

Kommune Tondern (Dänemark)
Nachbargemeinden Neukirchen
Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog Klanxbüll

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Boden im Gemeindegebiet ist Marschland. Es ist Bestandteil der nachfolgend aufgeführten Köge (Bedeichungsjahr):[6]

  • Wiedingharder Alter Koog (nördlicher Abschnitt) (1465)
  • Brunottenkoog (Teile im Westen) (1618)
  • Dreieckskoog (nördlicher Teil) (1925)
  • Rickelsbüller Koog (1982)

Der Boden wird, entsprechend dem jeweiligen Alter seit Bedeichung, heute überwiegend als Kleimarsch klassifiziert. Aufgrund des absolut flachen Reliefs, ebenso wie aufgrund der niedrigen Lage in Küstennähe auf oder knapp unter der Meeresspiegelhöhe im Hinterland des Nordfriesischen Wattenmeeres, ist am Ort eine aktive Entwässerung des Gemeindegebiets eine grundlegende Notwendigkeit für die landwirtschaftliche Nutzung im Bereich des Ackerbaus. Für die Entwässerung sind ordnungsrechtlich die zuständigen Sielverbände verantwortlich. Im Einzelnen sind dies:

  • Sielverband Wiedingharder Alter Koog Norden
  • Sielverband Brunottenkoog

Beide sind Mitglieder im übergeordneten Deich- und Hauptsielverband Südwesthörn-Bongsiel.[7]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Rodenäs wird auf Basis der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger der Klasse CfB (Seeklima) zugeordnet.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emporenkanzel von 1580/90

1436 wurde der Goldene Ring genannte erste Deich um die Wiedingharde errichtet.

Der Westteil der auf einer Warft im Ortsteil Oldorf stehenden spätromanischen Kirche wurde aus Resten der Rickelsbüller Kirche errichtet, die in der Großen Schadensflut am 1. Dezember 1615 mitsamt ihrem Dorf untergegangen war.

Der Rickelsbüller Koog ist nach diesem Dorf benannt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 kam die Allgemeine Wählerschaft (AWR) auf 61,3 Prozent und sechs Sitze in der Gemeindevertretung, die Wählergemeinschaft I (WG I) erhielt 38,7 Prozent der abgegebenen Stimmen und drei Sitze.[9]

Bei der vorangegangenen Kommunalwahl am 26. Mai 2013 hatte die Allgemeine Wählerschaft (AWR) 51,3 Prozent erhalten (fünf Sitze in der Gemeindevertretung), die Wählergemeinschaft I (WG I) 25,0 Prozent (zwei Sitze), ebenso wie auch der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) mit 23,7 Prozent.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Rot und Blau durch einen goldenen Bogen zum Schildhaupt geteilt. Oben ein goldener, zunehmender Halbmond, rechts und links je ein sechszackiger Stern. Unten eine silberne Windmühle.“[11]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprache

Bei einer Untersuchung in den 1970er Jahren hat die Universität Kopenhagen herausgefunden, dass 28 % der Bewohner hochdeutsch, plattdeutsch, friesisch, standarddänisch und südjütisch sprachen und somit fünfsprachig waren. Inzwischen setzt sich allerdings allmählich die hochdeutsche Einsprachigkeit durch.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird im Außenbereich von der landwirtschaftlichen Urproduktion geprägt. Ergänzt wird dieser Bereich durch die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträger. Der Solarpark Rodenäs ist in der Gemeinde ansässig.

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der schleswig-holsteinischen Landesstraße 271. Diese zweigt im Ortsbereich der Nachbargemeinde Neukirchen von der Landesstraße 6 ab.

Im ÖPNV ist der Ort erreichbar im sporadischen Linienbus­verkehr des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein. Der Kreis Nordfriesland hat seit August 2019 ergänzend flächendeckend Rufbusgebiete zum obigen quasi Schulbusverkehr konzipiert. Das Gemeindegebiet von Rodenäs ist dem Rufbusgebiet Klanxbüll/Emmelsbüll mit der zentralen Umstiegshaltestelle Klanxbüll Bahnhof zugeordnet.[13] Der Bahnhof ist die nächstgelegene Bahnstation im Schienenpersonennahverkehr. Er befindet sich an der Marschbahn. Der nächstgelegene Bahnhof mit Anschluss an den Fernverkehr des Intercity-Netzes ist der Bahnhof Niebüll (DB). Dort halten mindestens einmal täglich je Richtung von/nach Westerland durchgebundene Züge der IC-Linien 26.1, 27 und 30.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rodenäs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Generalstabens Kort over Slesvigs Fastland og Als, Kjøbenhavn 1858
  3. Nordfriesland Karte, Bredstedt/Braist 2011, ISBN 978-3-88007-371-5
  4. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 8: Pölitz - Schönbek. 1. Aufl. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2007, ISBN 978-3-926055-89-7, S. 189 (dnb.de [abgerufen am 23. Juli 2020]).
  5. Relation Rodenäs bei Openstreetmap. Abgerufen am 31. Mai 2020.
  6. entnommen Harry Kunz / Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands.Verlag Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt, 2. Auflage, 1999
  7. Mitgliedsverbände auf der Website des DHSV Südwesthörn-Bongsiel. Abgerufen am 1. Juni 2020.
  8. Klima in Rodenäs auf de.climate-data.org. Abgerufen am 1. Juni 2020.
  9. Web-Redaktion: Ergebnis Kommunalwahl Rodenäs 2018. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 8. November 2018.
  10. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.
  11. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  12. Internetauftritt der Gemeinde Rodenäs, abgerufen am 14. November 2014
  13. Flyer Rufbusgebiet Klanxbüll/Neukirchen. Abgerufen am 3. Juni 2020.