Struckum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Struckum
Struckum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Struckum hervorgehoben

Koordinaten: 54° 35′ N, 9° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 8,92 km2
Einwohner: 1011 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25821
Vorwahl: 04671
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 128
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Website: Gemeinde Struckum auf www.amnf.de/
Bürgermeister: Bendix Asmussen (AWG)
Lage der Gemeinde Struckum im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

Struckum (dänisch Strukum, nordfriesisch Strükem) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Struckum befindet sich beidseits des Landschaftsübergangs vom Großraum Schleswigsche Geest in die Nordfriesische Marsch südlich von Bredstedt. Der langgestreckte Siedlungskern bildet eine typische Geestrandsiedlung. Westlich des Dorfes erstreckt sich zwischen der nördlichen Gemeindegrenze zu Breklum und der Struckumer Koogschaussee bis Deichshörn der Breklumer Koog. Ihm südwestlich vorgelagert bis an die Arlau heran befindet sich der Wallsbüller Saatkoog.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem namengebenden Dorf befinden sich ebenfalls:

  • Breklumerkoog
  • Deichshörn,
  • Fehsholm (dän. Fesholm) und
  • Wallsbüll (Valsbøl)

innerhalb des Gemeindegebiets.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt angrenzende Gemeindegebiete sind:

Breklum Drelsdorf
Reußenköge Nachbargemeinden Almdorf
Hattstedtermarsch

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet hat Anteil an zwei grundlegend zu unterscheidenden Landschaftsräumen. Das östliche Gemeindegebiet erstreckt sich auf den im Gemeindegebiet in die Hattstedtermarsch hinabgleitenden südöstlichen Altmoränen-Ausläufern des Stollbergs. Westlich dieser flachwelligen Hügelkette befindet sich der Marschenbereich des südlichen Breklumer Koogs und des Wallsbüller Saatkoogs. Dieser durch eine schwierige Vorflut gekennzeichnete Bereich bedarf einer geleiteten Wasserführung durch oberflächennahe, abgedämmte Gewässerläufe. Die Hauptvorfluter im Gemeindegebiet stellen der sogenannte Rhinschlot entlang des Deichs zum Sophien-Magdalenen-Koog und Desmerciereskoog, sowie die Wehle zwischen dem Wallsbüller Saatkoog und dem Hattstedter Neuen Koog am Übergang zur Arlau dar. Dieser Bereich wurden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts eingedeicht.[4]

Auf dem Geeststreifen sind heute die vielen sogenannten Knicks ein die Landschaft prägendes Element. Sie verhindern eine weitergehende Sedimentverlagerung durch Windtransport (Bodenerosion) der ackerbaulich genutzten Flurstücke. Dieser Bereich bildete sich im Pleistozän heraus, als die Gletschervorstöße in der Zeit des Saale-Komplex bis hierher vorrückten und mittransportierte skandinavische Sedimente aufschoben (siehe Glaziale Serie/Endmoräne).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlauf des Jahres 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Breklum aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden, am 1. Dezember 1934 auch Struckum.[5][6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hatten die Wählergemeinschaft WGS I seit der Kommunalwahl 2008 fünf Sitze, die Wählergemeinschaft AWG vier und die SPD zwei Sitze.
  • Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGS I 43,3 Prozent und damit fünf Sitze. Die AWG kam auf 30,7 Prozent und drei Sitze. Die SPD erzielte 26,0 Prozent und ebenfalls drei Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 55,4 Prozent.[7]
  • Bei der Kommunalwahl am 18. Mai 2018 wurde folgende Sitzverteilung für die Wahlperiode bis 2023 ermittelt. Die Wählergemeinschaften WGS I und AWG erhielten jeweils vier Sitze zugesprochen. Vertreter der SPD besetzen die verbliebenen drei Sitze des elfköpfigen Gremiums.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2018–2023 wurde Bendix Asmussen (AWG) zum Bürgermeister gewählt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Blau gespalten. Unten ein schwebender, zum Schildrand sich verjüngender, rechts blauer, links silberner Wellenbalken, darüber rechts pfahlweis drei grüne Dornbuschblätter, links eine halbe, am Spalt schwebende silberne Windmühle.“[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaststätte Deichshörn

Die Wirtschaftsstruktur in der kleinen Gemeinde ist ländlich strukturiert. Der überwiegende Anteil der Betriebe ist klein- und mittelständisch organisiert. Eine übergeordnete Bedeutung nehmen zwei Gewerbebetriebe ein. Hierbei handelt es sich um ein Ingenieurbüro für die Planung- und Betriebsführung von regenerativen Energiesystemen und um einen Fach- und Einzelhandelsbetrieb im Bereich des Land- und Gartenbaus. Letzterer wird durch den dänischen Dansk Landbrugs Grovvareselskab betrieben.

Daneben gibt es verschiedene Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, wie zum Beispiel eine vor Ort ansässige Bäckerei mit Café, ein Frisörbetrieb und ein kleiner Zoohandel.

Der Kreisverband Nordfriesland des DRK betreibt vor Ort ein Altenpflegeheim.

Neben der Landwirtschaft nimmt der Fremdenverkehr eine übergeordnete Bedeutung ein. Im zentralen Siedlungsbereich ist unter anderem ein Landgasthaus ansässig. Daneben bietet im Breklumer Koog ein kleines Café einen weiteren gastronomischen Service an.

Der Betrieb von Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz im Breklumer Koog, die in Form von Bürgerwindparks realisiert worden sind, erweitert die wirtschaftlichen Chancen innerhalb der Gemeinde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Struckum ist durch die den Siedlungskern durchlaufende Bundesstraße 5 an das überörtliche Fernstraßennetz direkt angebunden. Sie bildet die nordfriesische Hauptverkehrsachse zwischen dem Ende der Bundesautobahn 23 bei Heide und der Deutsch-dänischen Grenze bei Tondern.

Durch die Ortslage verläuft parallel östlich zur Bundesstraße die Trasse der Marschbahn zwischen Husum und Niebüll. Der ehemalige Bahnhof ist heute allerdings kein offizieller Haltepunkt mehr, sodass SPNV-Reisende in der Regel am Bahnhof Bredstedt ankommen. Im Schienenfernverkehr ist die nächstgelegene Station der Bahnhof in Husum. Zwischen diesen beiden Bahnhöfen verkehrt die Buslinie R120 innerhalb des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein im Stundentakt mit drei Haltestellen innerhalb des langgestreckten Siedlungsgebiets.

Seit August 2019 werden darüber hinaus alle Haltestellen im Gemeindegebiet täglich mittels Rufbus außerhalb der Schulbuszeiten ungefähr alle zwei Stunden zur Umsteigehaltestelle Bredstedt Bahnhof angebunden.[11] Von dort aus verkehren zusätzlich die Busse der Linie R125 ins Oberzentrum nach Flensburg.[12]

Mit der Söbenbargenroute führt ebenfalls eine touristisch erschlossene Radroute durch das Gemeindegebiet. Als Wegweiser dient dabei die Zusatzbeschilderung des amtlichen Radverkehrsnetzes des Kreises Nordfriesland. Mittels Verbindungsstrecken ist auch ein Übergang zu weiteren Rad-Erlebnisrouten des Nordfriesland-Tourismus möglich. Entlang der Strecke im Gemeindegebiet ermöglichen Infotafeln einen kurzen Einblick in die Geschichten von Deichshörn und der Mühle Fortuna.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühle Fortuna

Das Wahrzeichen der Gemeinde Struckum ist die historische Mühle Fortuna. Sie steht unter Denkmalschutz und ist aufgelistet in der Liste der Kulturdenkmale in Struckum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Steensen (* 3. März 1883 auf dem Blumenhof; † 1957), Landwirt und Landtagsabgeordneter (CDU).
  • Hannes Wader (* 23. Juni 1942 in Bielefeld-Gadderbaum als Hans Eckard Wader), deutscher Liedermacher, lebte von 1973 bis 1998 in einer von ihm selbst renovierten Windmühle im Ort. In dieser Mühle wurden mehrere seiner erfolgreichen Tonträger getextet, komponiert und aufgenommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Struckum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. vgl. Kartenwerk in Harry Kunz / Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Verlag Nordfriisk Instituut, 2. Auflage; Bredstedt/Bräist 1999, ISBN 3-88007-251-5
  3. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (pdf) Abgerufen am 11. November 2019.
  4. siehe Harry Kunz / Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Verlag Nordfriisk Instituut, Seite 90/92, 2. Auflage, Bredstedt/Bräist 1999, ISBN 3-88007-251-5
  5. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis Schleswig-Holstein: Anmerkungen zur Gemeinde Struckum (Fußnote). (Digitalisat ).
  7. Ergebnis Gemeindewahl Struckum 2013. (Memento des Originals vom 10. Juni 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ftp.amnf.de auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland
  8. Bekanntmachung des Gemeindewahlergebnisses der Gemeinde Struckum. (pdf) Abgerufen am 24. Mai 2019.
  9. Niederschrift über die konstitutierende Sitzung der Gemeindevertretung Struckum. (pdf) Abgerufen am 24. Mai 2019.
  10. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  11. Flyer Rufbusgebiet Bredstedt. Abgerufen am 11. November 2019.
  12. Kursbuch Bus R125. Abgerufen am 11. November 2019.