Poggio Catino

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Poggio Catino
Wappen
Poggio Catino (Italien)
Poggio Catino
Staat Italien
Region Latium
Provinz Rieti (RI)
Koordinaten 42° 18′ N, 12° 42′ OKoordinaten: 42° 17′ 43″ N, 12° 41′ 32″ O
Höhe 387 m s.l.m.
Fläche 15 km²
Einwohner 1.268 (31. Dez. 2019)[1]
Postleitzahl 02040
Vorwahl 0765
ISTAT-Nummer 057052
Volksbezeichnung Poggiocatinari
Schutzpatron San Silvestro
Website Poggio Catino

Poggio Catino ist eine Gemeinde mit 1268 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Rieti in der italienischen Region Latium.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poggio Catino liegt 63 km nördlich von Rom und 30 km südwestlich von Rieti. Die Gemeinde besteht aus zwei mittelalterlichen Dörfern, Catino und Poggio Catino, die sich dicht nebeneinander am Abhang des Monte Tancia in den Sabiner Bergen befinden. Im Tal liegt die Siedlung Galatina. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhendifferenz von 66 bis 768 m s.l.m. Poggio Catino ist Mitglied der Comunità Montana Sabina IV Zona.

Die Gemeinde befindet sich in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2] Die Nachbargemeinden sind Cantalupo in Sabina, Forano, Monte San Giovanni in Sabina, Poggio Mirteto, Roccantica und Salisano.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Autobahnauffahrt ist Ponzano Soratte an der A1 Autostrada del Sole in 17 km Entfernung. Der nächste Bahnhof ist in Poggio Mirteto Scalo an der Regionalbahnstrecke FR1 in 11 km Entfernung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Catino wurde von den Langobarden Ende des 7. Jahrhunderts als Grenzsicherung des Herzogtum Spoleto gegründet. Im Mittelalter entwickelte es sich zu einem Fürstentum. Eine Burg auf dem nahen Monte Moricone, heute Poggio Catino, wurde 1072 erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert konnten sich die zwei Orte Catino und Poggio Catino zusammen als Freie Kommune konstitionieren, die jedoch immer unter Oberaufsicht eines Adligen stand. 1614–1816 übten die Olgiati die Herrschaft aus. 1853 wurde Poggio Catino, mit Catino als Ortsteil, eine selbständige Gemeinde und gehört seit 1927 zur Provinz Rieti. Catino war Besitztum der Familie D'Eustachio, der Marchesi von Cantalupo.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1861 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 912 1.102 1.196 1.319 1.359 1.409 1.002 1.103 1.220

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Ferzi (Lista Civica: Progetto Comune) wurde am 26. Mai 2019 zum neuen Bürgermeister gewählt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Castello von Catino, mit seinem über 20 m hohen fünfeckigen Turm als Schutz vor Angriffen vom Berge aus, ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Catino. Zusammen mit den Resten von Rundturm und Mauer ist es ein Zeichen für die Befestigungstechnik im Früh- und Hochmittelalter.
  • Die Rocca von Poggio Catino steht auf der Spitze des Monte Moricone.
  • Der Palazzo Signorile neben der Kirche San Rocco in Poggio Catino wurde im 17. Jahrhundert von den Olgiati ausgebaut und ist heute Rathaus.
  • San Rocco ist eine Kirche mit zahlreichen Kunstgegenständen, darunter ein Fresko des heiligen Rochus.
  • Die Friedhofskirche Santa Maria dei Nobili war die Gründung des langobardischen Adligen Uberto und erscheint im Jahre 1210 al Mutter aller Kirchen in Catino und Poggio Catino.
  • Die Pfarrkirche San Nicola di Bari ist die am reichsten ausgestattete Kirche im Orte. Sie enthält diverse Gemälde und die Grabinschrift der Marchesa Ippolita Olgiati, Tochter von Herzog Camillo De'Conti von Carpineto, die mit 30 Jahren verstarb; über der Inschrift hängt das schwarzweiß geschachtete Wappen der Conti.
  • In Catino ist die mit bunten Farben bemalte Kirche Sant'Eustachio ein besonderes Beispiel für Renaissancebauwerke.
  • In der Nähe der Kirche San Rocco wurden Ruinen einer römischen Thermenanlage gefunden, die fälschlich als Terme di Silla bezeichnet werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Italienischer Zivilschutz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]