Sarnow

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sarnow (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Sarnow führt kein Wappen
Sarnow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sarnow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 45′ N, 13° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Anklam-Land
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 23,22 km2
Einwohner: 407 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17392
Vorwahl: 039722
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 122
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Rebelower Damm 2
17392 Spantekow
Webpräsenz: www.amt-anklam-land.de
Bürgermeister: Friedrich-Joachim Reincke
Lage der Gemeinde Sarnow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Sarnow ist eine Gemeinde südlich von Anklam. Die Gemeinde wird vom Amt Anklam-Land mit Sitz in der Gemeinde Spantekow verwaltet. Bis zum 1. Januar 2005 gehörte die Gemeinde zum Amt Spantekow.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sarnow liegt an der Bundesstraße 197. Die Stadt Anklam liegt etwa 13 km nördlich der Gemeinde. Die Bundesautobahn 20 ist über die Anschlüsse Neubrandenburg-Nord (ca. 24 km) und Friedland/Golm zu erreichen. Die Gemeinde liegt am Peene-Südkanal.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sarnow
  • Wusseken
  • Panschow
  • Idasruh
Wüstungen und Wohnplätze im Gemeindebereich
  • Wendfeld (Wüstung)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panschow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panschow wurde 1403 als „Pantzkow“ erstmals urkundlich genannt.[2] Gedeutet ist der Name nicht, es soll eine Ableitung aus einem Personennamen sein.

In Panschow wurde vor 1835 lt. PUM 1835 ein Vorwerk angelegt. Auch eine Bockwindmühle ist vor 1835 genannt.

Sarnow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Sarnow hat mehrere Bodendenkmale, die eine lange Besiedlung dokumentieren. Dazu gehört ein Urdolmen, ein Hühnenbett und ein Großsteingrab aus der Jungsteinzeit (5500 bis 1800 vdZ) im Sarnower Forst. Auch zwei Hügelgräber aus der Bronzezeit (1800 bis 600 vdZ) sind dort vorhanden.

Sarnow wurde 1235 als „Szarua“ urkundlich erstmals erwähnt, aber 1267 schon mit dem aktuellen Namen Sarnow. Das bedeutet im slawischen „Schwarz“ oder auch „Reh“.[2]

Eine Besonderheit ist in Sarnow die Kirche. Sie war in einem langgestreckten Gebäude - Kirche, Schule und Hospital. Der Kirchhof ist von einer Findlingsmauer umgeben.

Das relativ große Gut ist nur noch in Resten vorhanden, darunter das Herrenhaus und einige Wirtschaftsbauten aus Feldstein mit Backsteinelementen.

1840 entschloss man sich, in Sarnow eine Poststation zu bauen. Diese lag am westlichen Ortsrand. Man entschied sich für diesen Standort, weil er ungefähr in der Mitte zwischen Friedland und Anklam lag. 1876 wurde die Agentur mit einer Telegrafenanstalt verbunden, so dass man auch von Sarnow aus telefonieren konnte.

Der Ort wird seit 1977 vom Peenesüdkanal durchschnitten. Der fast 27 Kilometer lange und durchschnittlich 20 Meter breite Kanal beginnt in Dersewitz, führt über Medow, Neuenkirchen, Sarnow bis nach Kavelpaß in den dortigen Landgraben. Gespeist wird der Kanal mit Wasser aus der Peene und wurde zur Beregnung von ca. 10 000 Hektar Acker- und Grünland genutzt. Der Bau des Peene-Süd-Kanals war eines der wichtigsten Melorationsobjekte der DDR. Die Bewässerung, als Intensivierungsfaktor, spielte hierbei eine große Rolle.

Wusseken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Wusseken im jetzigen gefluteten Kiestagebau lag ein Großsteingrab aus dem Neolithikum (5500 bis 1800 vdZ), bereits 1931 wurde im gleichen Tagebau ein gut erhaltener Doppelpickel aus Felsgestein ebenfalls aus dem Neolithikum gefunden. Südwestlich des Ortes befindet sich ein slawischer Burgwall, südöstlich wird durch Satellitenaufnahmen ebenfalls ein Burgwall oder eine umgrenzte Siedlung vermutet. Obertägig gibt es dafür keine Anzeichen, es fehlt noch der archäologische Beweis. All das sind Belege für die frühe und durchgehende Besiedlung.

Wusseken wurde im Jahr 1243 erstmals urkundlich als „Wocek“ erwähnt. Der Ort ist slawischen Ursprungs. Der Ortsname wird mit „durch Verhau geschützter Platz“ gedeutet[2], das kann man mit dem nachgewiesenen und vermuteten archäologischen Burgwall in Verbindung bringen.

Der Ort ist ein Straßendorf mit einem kleinen Gutshof und mehreren kleinen bäuerlichen Betrieben.

Idasruh[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Ort ist ein ehemaliges Forstgehöft. Das einstöckige Forsthaus wurde vor ca. 150 Jahren von Ernst Baron von Schimmelmann, Forstmeister der Grafen von Schwerin, Vater der Gräfin Ida von Schwerin, wahrscheinlich für sie als Alterssitz errichtet, daher auch der Name. Das Haus wurde aber von den Forstmeistern der Grafen bewohnt. Der Ort wurde überwiegend „Wendfeld“ genannt. Die Nennung „Wendfeld“ bezieht sich wohl auf das nahe gelegene und wüst gefallene ehemalige Vorwerk.

Wendfeld (Wüstung)

Dort soll ein früheres wendisches Dorf (pagus slavicalis) gelegen haben, das 1570 wüst gefallen ist. Wendfeld wurde als „Wentfelt“ 1698 erstmals urkundlich genannt. 1738 wurde dann das Vorwerk errichtet. 1779 wurde es als „Charlottenlust oder Wendfeld“ erwähnt. Es war ein Vorwerk zu Boldekow bzw. Putzar und kam als solches 1838 zu Sarnow.

Die Zuwegung wurde in den 1970er Jahren mit dem Bau des Peene-Südkanals abgeschnitten und der Wohnplatz wurde aufgegeben. Jetzt ist dort nur noch ein landwirtschaftlicher Lagerplatz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Sarnow

  • Kirche Sarnow, spätbarocke Kirche von 1754. Unter einem Dach waren Kirche, Spital und Schule vereint.
  • Kirche Wusseken, aus dem 13. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert umfassend umgebaut.
  • Gutshaus Sarnow
  • Peene-Südkanal, der hier die B 197 kreuzt
  • Der Urdolmen Sarnow-Forst, südlich von Idasruh
  • Ein Großsteingrab und ein Hünenbett, beide aus dem Neolithikum, sowie ein bronzezeitliches Hügelgrab befinden sich westlich im Sarnow-Forst an der Grenze nach Spantekow.
  • Bei Panschow liegen zwei Findlinge, der südwestliche ist 3,0 m lang, 2,5 m breit und 1,7 m hoch, er hat ein Volumen von 7 m³. Dieser Stein ist darüber hinaus ein bronzezeitlicher Schälchenstein (Kultstein). Der andere nahe am Dorf liegende Stein ist 3,5 m lang, 2,8 m breit und 2,0 m hoch, er hat ein Volumen von 10 m³. Beide Steine sind als Geotope registriert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 100, 118

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 100 ff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sarnow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien