Kruckow

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ministerialbeamten siehe August Kruckow.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
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Kruckow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kruckow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 54′ N, 13° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Jarmen-Tutow
Höhe: 67 m ü. NHN
Fläche: 35,42 km2
Einwohner: 652 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17129
Vorwahl: 039999
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 070
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Dr.-Georg-Kohnert-Str. 5
17126 Jarmen
Webpräsenz: www.amt-jarmen-tutow.de
Bürgermeisterin: Vera Müncheberg
Lage der Gemeinde Kruckow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Kruckow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Gemeinde liegt 26 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Greifswald. Bis zum 1. Januar 2004 war die Gemeinde Teil des Amtes Tutow und ist seitdem Teil des Amtes Jarmen-Tutow.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kruckow liegt 26 km südwestlich von Demmin und 8 Kilometer westlich von Jarmen. Die Gemeinde liegt auf einer zur Tollense hin abfallenden Hochfläche mit 10 bis 20 Metern über NHN, hat aber keine markanten Höhenpunkte. Der Fluss Tollense bildet die südliche Grenze der Gemeinde, wobei die Ruine „Burg Osten“ eine Ausnahme macht, deren Areal liegt in der Gemeinde Kruckow. Im nördlichen Bereich verläuft der Kuckucksgraben durch ein eiszeitliches Urstromtal. Sonst gibt es keine bemerkenswerten Gewässer, lediglich eine Vielzahl von eiszeitlichen Söllen. Im Südwesten und Norden befinden sich bewaldete Gebiete.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
Wüstungen und Wohnplätze
  • Osten (Wüstung)
  • Neu Kartlow (Wüstung)
Eingemeindungen

Die Gemeinden Kruckow und Kartlow schlossen sich am 31. Mai 1999 zur Gemeinde Kruckow zusammen.[2] Am 13. Juni 2004 wurde Schmarsow eingemeindet.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sind: Tutow im Norden, Bentzin im Nordosten, Jarmen (Stadt) im Osten, Alt Tellin im Süden, Utzedel im Südwesten, Siedenbrünzow im Westen und Kletzin im Nordwesten.

Großsteingrab Kruckow (3500 v. u. Z.)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kruckow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kruckow war schon früh besiedelt, davon zeugen die drei Großsteingräber westlich des Ortes, sie stammen aus der Jungsteinzeit ca. 3500 v. u. Z.

Der Ort wurde 1249 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bischof Wilhelm von Cammin den Ort neben anderen Dörfern zur Kartlower Kirche einpfarrte. [2]
1498 belehnte Bogislaw X. Peter Podewils mit Kruckow und Tentzerow.[4]

Nach der Kahldenschen Hufenmatrikel besaßen 1631 Jürgen und Adam Kruckow zu Kruckow vier Landhufen. [5]

Aus dem Mittelalter stammt ein Sühnekreuz am Südwestrand von Kruckow. Es steht versteckt am letzten Gehöft in Richtung Schmarsow. Inschriften sind nicht lesbar, eine Geschichte ist nicht überliefert. Das eingetragene Bodendenkmal ist eines der seltenen Sühnekreuze in Mecklenburg-Vorpommern.

Sühnekreuz Kruckow (um 1400)

1712 verkaufte Joachim Friedrich von Podewils Kruckow neben anderen Dörfern an den Commissarius Franz von Glasenapp. Bei der Erbteilung 1738 erhielt dessen Sohn Carl Friedrich von Glasenapp das Gut. Zusammen mit seinen fünf Brüdern erwarb er die vier Landhufen des Maltzahnschen Besitzes in Kruckow von Hans Bernd von Maltzahn. Er starb ohne Erben und seine Brüder Peter und Felix von Glasenapp überließen die Güter Bentzin, Barkow und Kruckow dem Generalmajor Karl Franz von Sobeck († 1779). Dieser hatte die einzige Tochter des Felix von Glasenapp geheiratet. Kruckow und Barkow gingen nach einem Vergleich 1796 an ihren Sohn, den Kammerherrn Peter Franz Hans Ernst Freiherr von Sobeck. [6]

Nach einem 1840 von Peter Joseph Lenné erstellten Plan ließ Karl Freiherr von Sobeck einen Landschaftspark anlegen. 1884 wurde ein Herrenhaus errichtet. [2]

Letzter Besitzer des Gutes Kruckow war 1945 Alexander Freiherr von Sobeck. Das Herrenhaus brannte in der Nachkriegszeit 1948 aus und wurde zur Gewinnung von Baumaterial abgerissen, Reste sind noch erkennbar.[7]

Marienfelde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Marienfelde

Die Ortschaft wurde 1833 als Vorwerk des Gutes Kruckow unter dem Besitzer Wilhelm von Sobeck angelegt.

Tutow-Dorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Tutow-Dorf

Der Ort wurde als Tutow 1256 erstmals erwähnt. Gutsherren waren u.a. die Familien von Horn (1397–um 1700), von Parsenow und von Sobeck (bis 1945). Die baufällige Dorfkirche wurde 1992 abgerissen.

Schloss Kartlow um 1860

Kartlow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kartlow

Kartlow wurde 1245 erstmals urkundlich erwähnt. 1292 wurde die 1630 zerstörte fürstliche Burg unter Bogislaw IV. an die Familie von Heyden übertragen, die 1560 das Gebiet als Lehen erhielt und bis 1945 das Gut besaß. Die spätromanisch/frühgotische Johannis-Kirche von 1249 wurde 1860/1870 aus- und umgebaut und erhielt einen neogotischen Turm. Das Schloss Kartlow nach Plänen Friedrich Hitzig stammt von 1856. Es war nach 1945 Wohnhaus, Konsum, Kindergarten und Sitz der LPG.

Heydenhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Heydenhof

Das Dorf wurde 1820/21 von Wichard Wilhelm von Heyden als Vorwerk von Kartlow angelegt, der Name ist dem Besitzer gewidmet.

Schmarsow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Schmarsow

1249 wurde Schmarsow erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom slawischen Wort smarž her, was Morchel bedeutet.[8]

Unnode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Unnode

Unnode entstand 1820 durch die Aussiedlung von sieben Bauern aus Kartlow.

Wüstung Osten mit Burg Osten 1696 (Schwedenmatrikel - Ausschnitt)

Borgwall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borgwall wurde 1750 als Vorwerk Borgwall angelegt. Es war Pertinenz (Nebengut) von Gut Schmarsow, wurde dann aber eigenständiges Gut. Es gehörte bis 1855 der Familie von Maltzahn, der das Gut Schmarsow seit dem 14. Jahrhundert gehörte. 1855 ging das Gut an die Familie von Heyden. 1862 hatte Borgwall nur 4 Häuser aber 91 Einwohner. Nach dem Preußischen Urmeßtischblatt von 1835 war ursprünglich die Siedlung Borgwall 700 m weiter südöstlich. Es ist anzunehmen, dass nach der Übernahme durch die Heyden die Gutsanlage einschließlich der Tagelöhnerkaten näher zu Schmarsow neu angelegt wurde, das belegt das Meßtischblatt von 1880. Gut und Ort bestanden zu dieser Zeit aus dem Gutshaus, 4 Wirtschaftsgebäuden und 5 Landarbeiterkaten.[9]

Osten (Wüstung)

Am nördlichen Ufer der Tollense, gegenüber der Burg lag schon zur Zeit der Schwedenmatrikel von 1694 die Ortschaft „Osten“. Sie war noch bis nach 1920 (lt. MTB) mit einem Forsthaus und mehreren Wohngebäuden verzeichnet, ist später aber wüst gefallen. Das letzte Gebäude, das in Fachwerk erbaute Forsthaus brannte 1945 ab. Heute zeugen davon nur noch verstreute Gesteinstrümmer.

Neu Kartlow (Wüstung)

Eine Kolonie, die 1777 in der südlichen Feldmark bei Heidenhof gegründet und 1885 wieder aufgegeben wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanniskirche Kartlow

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Kruckow

Der Hexenstein bei der Burg Osten

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kruckower Schlosspark von Peter Joseph Lenné entworfen.
  • Großsteingrab Kruckow 1, sowie Nr. 2 und 3 bei Marienfelde, Neolithikum
  • Waldgebiet bei der Burg Osten mit drei bronzezeitlichen Hügelgräbern, dem Hexenstein, dem Meilenstein an der Ostener Kreuzung und der Tollense-Niederung

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist flächendeckend landwirtschaftlich geprägt. Daneben entwickelten sich aber auch Gewerbe- und Service-Betriebe. Touristik- und Beherbergungsgewerbe sind noch schwach vertreten, wobei Kartlow und Schmarsow aufsteigend sind.

Tollensebrücke an der Burg Osten

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 110 führt durch die Gemeinde. Der Ort ist über den Anschluss Jarmen der A 20 zu erreichen. Von 1897 bis 1945 verkehrte im jetzigen Gemeindegebiet die Demminer Kleinbahnen Ost (DKBO), die von Vanselow kommend sich bei Schmarsow teilte und nördlich nach Heidenhof und weiter nach Plötz sowie südlich vorbei an Osten nach Alt Tellin weiter führte. Sie wurde 1945 als Reparation demontiert.

Das weitere Straßen- und Wegenetz ist ausgebaut, 2005 wurde die Tollensebrücke modern erneuert, sie bestand bis dato nur aus einer Bohlenbrücke, die aber sehr marode und deshalb gesperrt war. Auch die entsprechende Verbindungsstraße nach Roidin wurde neu gebaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kruckow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Gemeinde Kruckow. Amt Jarmen-Tutow, abgerufen am 27. Juni 2013.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. Friedrich Wilhelm Barthold: Geschichte von Rügen und Pommern. 4. Teil, 2. Band, Friedrich Perthes, Hamburg 1845, S. 28 (Google Books).
  5. Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 312 (Google Books).
  6. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. 2. Teil, Bd. 1, W. Dietze, Anklam-Berlin 1865, S. 145–146 (Google Books).
  7. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, ISBN 3-88042-636-8, S. 106.
  8. Joachim Herrmann (Hrsg.), Hans Holm Bielfeldt u. a.: Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neisse vom 6. bis 12. Jahrhundert. (= Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Bd. 14) Akademie-Verlag, Berlin 1985, S. 100.
  9. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. 2. Teil, Bd. 1, W. Dietze, Anklam-Berlin 1865, S. 111–112 (Google Books).