Plöwen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Plöwen führt kein Wappen
Plöwen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Plöwen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 28′ N, 14° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Löcknitz-Penkun
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 15,2 km2
Einwohner: 300 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17321
Vorwahl: 039754
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 108
Adresse der Amtsverwaltung: Chausseestraße 30
17321 Löcknitz
Webpräsenz: www.amt-loecknitz-penkun.de
Bürgermeister: Jean Sy (CDU)
Lage der Gemeinde Plöwen im Landkreis Vorpommern-Greifswald
BrandenburgLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenBuggenhagenKrumminLassanWolgastWolgastZemitzAhlbeck (bei Ueckermünde)AltwarpEggesinGrambinHintersee (Vorpommern)LeopoldshagenLiepgartenLuckowLuckowLübs (Vorpommern)MeiersbergMönkebudeVogelsang-WarsinBargischowBargischowBlesewitzBoldekowBugewitzButzowDucherowIvenKrienKrusenfeldeNeetzow-LiepenMedowNeetzow-LiepenNeu KosenowNeuenkirchen (bei Anklam)PostlowRossinSarnowSpantekowStolpe an der PeeneAlt TellinBentzinDaberkowJarmenKruckowTutowVölschowBehrenhoffDargelinDersekowDiedrichshagenHinrichshagen (Vorpommern)LevenhagenMesekenhagenNeuenkirchen (bei Greifswald)Weitenhagen (bei Greifswald)BergholzBlankensee (Vorpommern)Boock (Vorpommern)Glasow (Vorpommern)Grambow (Vorpommern)LöcknitzNadrenseeKrackowPenkunPlöwenRaminRossowRothenklempenowBrünzowHanshagenKatzowKemnitz (bei Greifswald)KröslinKröslinLoissinLubminNeu BoltenhagenRubenowWusterhusenGörminLoitzSassen-TrantowAltwigshagenFerdinandshofHammer a. d. UeckerHeinrichswaldeRothemühlTorgelowTorgelowTorgelowWilhelmsburg (Vorpommern)JatznickBrietzigDamerow (Rollwitz)FahrenwaldeGroß LuckowJatznickJatznickKoblentzKrugsdorfNiedenPapendorf (Vorpommern)PolzowRollwitzSchönwalde (Vorpommern)Viereck (Vorpommern)ZerrenthinZüsedomKarlshagenMölschowPeenemündeTrassenheideBenz (Usedom)DargenGarz (Usedom)KamminkeKorswandtKoserowLoddinMellenthinPudaglaRankwitzStolpe auf UsedomÜckeritzUsedom (Stadt)ZempinZirchowBandelinGribowGroß KiesowGroß PolzinGützkowGützkowKarlsburg (Vorpommern)Klein BünzowLühmannsdorfMurchinRubkowSchmatzinWrangelsburgZiethen (bei Anklam)ZüssowHeringsdorfPasewalkStrasburg (Uckermark)UeckermündeWackerowGreifswaldGreifswaldPolenKarte
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Blick über das Seebruch nach Plöwen

Plöwen ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im äußersten Südosten Mecklenburg-Vorpommerns. Die Gemeinde gehört zum Amt Löcknitz-Penkun mit Sitz in der Gemeinde Löcknitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Plöwen liegt zwischen dem Randowbruch und der Grenze zur Republik Polen. Die Lage in waldreicher Landschaft bietet gute Möglichkeiten für Naturliebhaber. In der Nähe befinden sich das Naturschutzgebiet Plöwensches Seebruch mit dem Burgwall Hühnerwinkel und der etwa 18 Hektar umfassende Große Kutzowsee mit Ufer-Lehrpfad. Der See ist landesweit für seine besonders gute Wasserqualität bekannt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
  • Plöwen
  • Wilhelmshof
Wohnplätze
  • Schillermühle
  • Am Berg
  • Am Kutzow-See
  • Hinterfeld
  • Villaweg
  • An der Heide

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plöwen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Besiedlung auf der Gemarkung Plöwen lässt sich mindestens bis in die germanische Zeit zurückverfolgen. So sind je ein Gräberfeld aus der vorrömischen Eisenzeit[2] und aus der frührömischen Kaiserzeit[3] bekannt. Auf dem kaiserzeitlichen Bestattungsplatz konnten durch die Befund- und Beigabensituation (Brandgrubengräber mit Waffen) Beziehungen zur einst in Südostpolen beheimateten Przeworsk-Kultur nachgewiesen werden. In der Nähe Plöwens befindet sich ein slawischer Burgwall, der „Hühnerwinkel“ genannt wird.[4]

Das Bauerndorf entstand im 13. Jahrhundert und gehörte zum Herzogtum Pommern, Teile der Gemeinde zwischenzeitlich zur Uckermark. 1472 schenkte Markgraf Achillis die Burg Löcknitz mit den dazugehörigen Ländereien – dazu gehörte Plöwen – dem Adligen Werner von Schulenburg. Herzog Bogislaw X. von Pommern erwirkte beim Markgrafen die Revision der Schenkung dieses Rittergutes, deshalb war das Dorf in brandenburgische und pommersche Untertanen geteilt. Nach häufigem Gutsbesitzerwechsel kam Vorpommern 1720 an Preußen. Französische Kolonisten siedelten sich im 18. Jahrhundert an und bildeten eine eigene französisch reformierte Gemeinde. 1848 brannte fast das ganze Dorf nieder, 1852 konnte die Kirche wieder neu errichtet werden. Während die Einwohnerzahl 1937 bei ca. 300 lag, stieg sie am Ende des Zweiten Weltkrieges auf Grund der Flüchtlinge auf über 1000 und nahm in den folgenden Jahren wieder ab.

Bei den Gemeindewahlen im Dezember 1950 setzte sich die Demokratische Bauernpartei Deutschlands durch, eine der Blockparteien in der DDR. Mit ihr wurde Arnim Gärtner Bürgermeister und blieb bis 1990 im Amt. In seiner Amtszeit kam es zum massiven Ausbau kultureller Aktivitäten im Dorf und zur Errichtung des Sportplatzes.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1993 bis 2003 nahm die Einwohnerzahl Plöwens um etwa 10 % ab.

Jahr Einwohner Quelle
1910 498 [5]
1925 522 [6]
1933 523 [6]
1937 ca. 300
1939 513 [6]
1945 ca. 1.000
1990 348 [7]
1995 319 [7]
2000 321 [7]
2005 291 [7]
2010 307 [7]
2015 409

Wilhelmshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1950–1990 Arnim Gärtner (* 1926 † 2008), DBD
  • seit 1990 Jean Sy (* 1952), CDU

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Plöwen

  • Kirche Plöwen
  • Burgwall Plöwen, genannt „Hühnerwinkel“
  • Als „Kultplatz“ angesprochene, runde Erhebung mit einer doppelten Findlingsreihe und einem Rillenstein. Sie ist in ein System aus slawischen Burgwällen und Dämmen eingebunden (Fundplätze Plöwen 2, 3 und Boock 25).
  • Die Evangelische Kapelle Wilhelmshof liegt etwas außerhalb des Ortsteils Wilhelmshof auf einer Wiese an einem Hang nahe dem Schillerbach. Sie wurde ab 1910 errichtet und 1913 geweiht. In diesem Putzbau im Jugendstil befindet sich eine fast vollständige Ausstattung aus dieser Zeit.
  • Verschiedene Bauerngehöfte in Plöwen

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 104 (PasewalkStettin) tangiert die Gemeinde und drei Kilometer westlich besteht Bahnanschluss in Löcknitz.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Plöwen gibt es den Fußball- und Reitsportverein Plöwen 1919. Es gibt zwei Sektionen: Fußball und Reitsport – daher auch die Abkürzung FRV Plöwen 1919. Eines der größten Sportereignisse ist das am letzten Wochenende im August stattfindende jährlich große Reitturnier mit ca. 700 Starts in Plöwen, welches auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Die Fußballer spielen in der Kreisliga.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Eginhard Dräger: Ein Urnenfeld der vorrömischen Eisenzeit von Plöwen, Kreis Pasewalk., Mitteilungen des Bezirksfachausschusses für Ur- und Frühgeschichte. Neubrandenburg Heft 19, 1972
  3. Hartmut Stange: Ein Gräberfeld der frührömischen Kaiserzeit von Plöwen, Kreis Pasewalk., Bodendenkmalpflege in Mecklenburg, Jahrbuch 1978, S. 133–192
  4. Kurt Schleicher: Die slawische Burganlage von Plöwen, Kreis Pasewalk, Mitteilungen des Bezirksfachausschusses für Ur- und Frühgeschichte. Bd. 37 (1990) S. 46–49
  5. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Kreis Randow.
  6. a b c Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichsgründung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Randow.
  7. a b c d e Bevölkerung am 31.12. nach Gemeinden und Kreisen. In: SIS-Online – Statistisches Informationssystem. Statistisches Amt MV, abgerufen am 25. Dezember 2017.
  8. frv-ploewen.de. Abgerufen am 8. November 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plöwen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien