Weitenhagen (bei Greifswald)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Weitenhagen führt kein Wappen
Weitenhagen (bei Greifswald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weitenhagen hervorgehoben
Koordinaten: 54° 3′ N, 13° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Landhagen
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 21,02 km2
Einwohner: 1469 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17498
Vorwahl: 03834
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 142
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor Körner Straße 36
17498 Weitenhagen
Webpräsenz: www.amt-landhagen.de
Bürgermeisterin[2]: Janina Jeske
Lage der Gemeinde Weitenhagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald
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Weitenhagen ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Sie wird vom Amt Landhagen mit Sitz in Neuenkirchen verwaltet. Die Gemeinde liegt südlich der Stadt Greifswald. Durch die Nähe zur Stadt Greifswald und die landschaftlich reizvolle Lage hat sich die Einwohnerzahl seit 1990 mehr als verdoppelt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitenhagen liegt etwa sechs Kilometer südlich von Greifswald. Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 109 als Umgehungsstraße von Greifswald. Die Landesstraße 35 führt in Richtung Jarmen/Neubrandenburg. Die Bundesautobahn 20 ist über die Anschlussstelle Gützkow in etwa zwölf Kilometern erreichbar.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klein-Schönwalde
  • Potthagen
  • Weitenhagen
Wüstungen und Wohnplätze im Gemeindebereich
  • Merthenshaghen (historisch)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grubenhagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großer slawischer Burgwall, sowie eine nicht genau datierte slawische Siedlung befinden sich unweit von Grubenhagen, die eine frühe Besiedlung der Gegend belegen. Grubenhagen wurde 1278 erstmals urkundlich mit dem aktuellen Namen genannt. Die frühdeutsche Deutung ist unklar, sie kann als Personennamen „Rodung des Grube“ oder als „Grube = Loch“ gedeutet werden.[3]

Grubenhagen wurde vom Kloster Eldena besiedelt. In der Urkunde von 1278 erhielt der Bürger Johann Raven vom Kloster das Lehen über 12 Hufen im Ort.[4] 1287 bestätigte Herzog Bogislaw IV. dem Kloster den Besitz.[5] 1326 gestattete Herzog Wartislaw IV. als Schadenersatz dem Kloster den Hof Grubenhagen in ein Dorf zu erweitern. 1626 kam das Dorf als Besitz an die Universität Greifswald.[6]

Grubenhagen ist ein kleines Gutsdorf mit dem Gut und der Landarbeiterkatenzeile. An der Straße aus Greifswald befand sich ein Krug, der noch bis in die Gegenwart betrieben wurde, sowie nordwestlich am jetzigen Waldrand ein Forsthaus, das aber um 1900 verschwand bzw. weiter in Richtung Dersekow verlegt wurde, wo es noch heute als Wohngehöft vorhanden ist. Das einfache Gutshaus ist als Wohnhaus erhalten geblieben, von den Gutsgebäuden sind noch zwei gut erhalten.

Von 1897 bis 1945 wurde Grubenhagen von der Kleinbahn Greifswald - Jarmen (GJK) berührt.

Helmshagen I und II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmshagen wurde erstmals 1274 in einer Urkunde als Helmerichshagen bezeichnet.[3]

Hauptartikel: Helmshagen

Klein-Schönwalde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein Schönwalde wurde 1782 erstmals mit dem Namen genannt. Es war ein Vorwerk (Ackerwerk), das aus zwei Freischulzenhöfen, einem weiteren Schulzenhof und einem sonstigen Hof aus Weitenhagen gebildet wurde.[3]

Potthagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1727 wurden nördlich von Potthagen über 150 Urnen aus der vorrömischen Eisenzeit (600 vdZ bis 0) ausgegraben, es wurden nur ganze gezählt. Zu den Beigaben zählen u.a. 2 Schwerter, 2 Lanzenspitzen, 1 Schildbuckel, 3 Fibeln, 1 Bronzegefäß, sowie sonstige Rückstande von Asche, Erde und Knochen. 1869 wurde beim Bau einer Pferdebahn nochmals 5 Urnen geborgen mit Fibeln, Kreuznadeln und Gürtelhaken.

Potthagen wurde erst 1736 als solches oder auch als „Pottkrug“ genannt, letzteres wegen des vorhandenen Kruges (Gaststätte).[3] Es ist wie alle Dörfer der Umgebung ein Hagen- = Rodungsdorf als deutsche Gründung. Der Name soll mit dem Auffinden der Urnen (Pötte - niederdeutsch) von 1727 zusammenhängen.

Weitenhagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Bronzezeit (1800 bis 600 vdZ) sind im Waldgebiet südlich von Weitenhagen Hügelgräber archäologisch nachgewiesen und in der nachfolgenden vorrömischen Eisenzeit (600 vdZ bis 0) ist nördlich von Weitenhagen ein großes Urnengräberfeld mit spektakulären Funden aufgedeckt worden (siehe Potthagen). Das belegt eine frühzeitige Besiedlung, auch wenn wir es hier mit einem frühdeutschen Hagendorf (auf einer Rodungsfläche) zu tun haben.

Weitenhagen wurde erstmals im Jahr 1280 in einer Besitzurkunde des Klosters Eldena unter den Bezeichnungen Woytenhagen und Woythenhagen erwähnt.[7][3] Es treten dann auch die Bezeichnungen Weithenhaghen (1298), Weythenhaghen (1334) und Weittenhagen (1626) auf; aus dem Jahr 1696 ist erstmals der Name Weitenhagen bezeugt.[7] Der Name geht vermutlich auf den Familiennamen Weithe oder Woite zurück.[7]

Die Zugehörigkeit Weitenhagens zum Grundbesitz des Klosters wurde 1281 von Pommernherzog Bogislaw IV. bestätigt; 1288 erfolgte eine nochmalige Verleihung des Dorfes Weitenhagen an das Kloster durch die Grafen zu Gützkow.[8] Im Jahr 1626 wurde Weitenhagen nach der Säkularisierung des Klosters an die Universität Greifswald übergeben.

Zur Gebiets- und Dorfentwicklung siehe die Karten bei Hess.[9]

Inzwischen ist Weitenhagen durch moderne Bebauung, besonders nach 1990, mit Potthagen verschmolzen.

Merthenshaghen (historisch)

Zur Ortschaft Weitenhagen gehörte ein Ortsteil mit Namen Merthenshaghen, dieser wurde erstmals 1280 urkundlich erwähnt. Der Ortsteil war im Besitz der Stadt Greifswald. Um 1600 fiel der Ort wüst, er wurde der Feldmark der Stadt zugeschlagen. Der Name hat seinen Ursprung nach der verschwundenen St. Martinskapelle und dem umliegend gerodeten Wald (Hagen).[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krummacher-Haus

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Weitenhagen (bei Greifswald)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Hess: Die kulturgeographische Entwicklung der akademischen Dörfer Koitenhagen, Groß-Schönwalde, Klein-Schönwalde und Weitenhagen-Potthagen auf historisch-geographischer Grundlage, zugleich Dissertation, Universität Greifswald, 1957.
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 89, 104

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weitenhagen (bei Greifswald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. landhagen.de. Abgerufen am 9. Dezember 2014.
  3. a b c d e f Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 89 ff
  4. Pommersches Urkundenbuch, Bd. II, Nr. 1100.
  5. Pommersches Urkundenbuch, Bd. III, Nr. 1445.
  6. Hermann Hoogeweg: Klöster in Pommern. Teil 1, Stettin 1924, S. 541/542.
  7. a b c Teodolius Witkowski: Die Ortsnamen des Kreises Greifswald, Weimar 1978, S. 155.
  8. Gerhard Hess: Die kulturgeographische Entwicklung... (Volltitel siehe unter Literatur), S. 33.
  9. Gerhard Hess: Die kulturgeographische Entwicklung... (Volltitel siehe unter Literatur), Karte 4b (1330), Karte 5b (1580), Karten 10 und 25 (1825/26), Karte 24 (1697) und Karte 26 (1948).