Bugewitz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Bugewitz führt kein Wappen
Bugewitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bugewitz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 48′ N, 13° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Anklam-Land
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 56,77 km2
Einwohner: 279 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 5 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17398
Vorwahl: 039726
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 020
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Rebelower Damm 2
17392 Spantekow
Webpräsenz: www.amt-anklam-land.de
Bürgermeisterin: Ruth Schiller
Lage der Gemeinde Bugewitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Bugewitz ist eine Gemeinde südwestlich des Stettiner Haffs, in der Nähe der Stadt Anklam gelegen. Die Gemeinde wird seit dem 1. Januar 2005 vom Amt Anklam-Land mit Sitz in der Gemeinde Spantekow verwaltet. Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte die Gemeinde zum Amt Ducherow. Die Gemeinde ist flächenmäßig die größte Gemeinde im Amt und auch die mit der geringsten Bevölkerungsdichte.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bugewitz liegt östlich der B 109. Anklam liegt ca. 15 km nordwestlich und Ueckermünde ca. 18 km östlich der Gemeinde. Im Nordosten grenzt die Gemeinde mit dem Ortsteil Kamp an das Stettiner Haff. Große Flächen des Gemeindegebietes sind bewaldet.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
Wohnplätze und Wüstungen
  • Kuhlerort (Wüstung)
  • Rietut (Wohnplatz)
  • Uhlenort (Wohnplatz)
  • Zartenstrom (Wüstung)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bugewitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bugewitz wurde erstmals als Bvgoseviz am 18. Mai 1233[2] urkundlich genannt. Die Namen wechseln in der Schreibweise, bis erst 1779 der heutige Name auftaucht. Der Name wird mit der Berühmte gedeutet.[3] Nachdem Bogislaw III. dem Kloster Usedom das Dorf Doblow entzogen hatte, verliehen Herzogin Miroslawa von Pommerellen und ihr Sohn Barnim I. dem Kloster den Ort. Anfang des 14. Jahrhunderts soll im Ort ein Raubschloss derer von Nienkerken bestanden haben.

Bugewitz hatte bereits vor 1835 laut PUM (Preußisches Urmesstischblatt) drei Windmühlen und eine Wassermühle. Alle Mühlen sind noch mindestens bis nach 1920 laut Messtischblatt (MTB) vorhanden. Südlich von Bugewitz befand sich die ehemalige Wassermühle am Mühlengraben, diese entstand 1764. Zum Mühlenbetrieb diente ein ca. 4 Meter im Durchmesser großes Wasserrad. Der Mühlengraben wurde angestaut um die nötige Energie für den Antrieb des Wasserrades zu erhalten. Bis 1934 war die Wassermühle in Betrieb. Das Mühlenrad wurde 1969 wegen Baufälligkeit abgerissen.[4]

Bugewitz I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bugewitz I wird erst seit 1995 der Ortsteil von Bugewitz genannt[3], der durch das Gut und einige Landarbeiterhäuser bereits vor 1835 laut PUM gebildet wurde. Vom Gut sind nur noch Relikte von Wirtschaftsgebäuden erhalten. Es ist ein Wohnplatz geworden und wird als Ortsteil in der Hauptsatzung geführt. Es liegt einen Kilometer vom Hauptort entfernt. Dazwischen liegt noch ein Wohnplatz, wo ehemals die Molkerei gestanden hat. Alle drei Teile des Dorfes waren ab 1897 bis 1945 durch die Kleinbahn Anklam-Leopoldshagen verbunden.

Lucienhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucienhof wurde erstmals 1932 offiziell in den Gemeindeverzeichnissen genannt.[3] Die Ansiedlung war aber bereits vor 1880 laut MTB (Messtischblatt) vorhanden und zwar nur als einzelner Bauernhof. 1875 wurde die Bahnstrecke Ducherow – Swinemünde fertiggestellt. Sie tangierte den Ort und es wurde bei ihm ein Bahnwärterhaus erbaut. Nach der Demontage der Gleis- und Bahnanlagen nach 1945 wurde auch die Verkehrsanbindung des Ortes geändert. Der Ort selbst vergrößerte sich durch die Bodenreform, es wurden zusätzlich zwei Gehöfte angelegt.

Im 21. Jahrhundert ist Lucienhof ein etwas abgelegener Wohnplatz.

Kalkstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalkstein wurde 1749 mit dem aktuellen Namen erstmals urkundlich erwähnt. Vorher hieß der Platz um 1708 Schwalkenheide – es gibt dazu aber keine näheren Angaben. Der Ort Kalkstein wurde 1749 auf Initiative Friedrich II. als Kolonistendorf aus 12 kleinen Gehöften angelegt.[3] Diese Kolonisten waren sicher, wie damals üblich, Kleinbauern oder Nebenerwerbsbauern mit je rund 10 ha Landwirtschaft.

Über die Namensherkunft gibt es unterschiedliche Ansichten. Der Name Kalkstein kann Bezüge zu der Ziegeleiindustrie der Umgebung haben: Unweit nördlich des Ortes war eine größere Tongrube für die Ziegeleien der Umgebung und besonders für Ducherow. Das Amt Anklam Land gibt an seiner Webseite hingegen an, dass Friedrich II. den Ort nach einem ihm unterstellten Generalfeldmarschall von Kalkstein benannte.

Östlich des Ortes lag ein einzelnes Gehöft, das zu einer dort stehenden Bockwindmühle gehörte. Diese ist vor 1880 laut MTB entstanden, aber nach MTB von 1920 davor verschwunden. Das gleiche gilt für zwei nordwestlich des Dorfes gelegene Bockwindmühlen, die aber dicht am Dorf und nicht separat standen.

Beidseitig des breiten Straßenangers liegen je 6 Gehöfte. Diese Dorfform hat sich bis im 21. Jahrhundert erhalten, lediglich beim ostwärts gelegenen Mühlengehöft hat sich eine größere moderne Ansiedlung gebildet.

Fahrradfähre auf dem Weg von Karnin nach Kamp über den Peenestrom; im Hintergrund das Stettiner Haff

Kamp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kamp wurde 1357 als Cruneskamp erstmals urkundlich erwähnt.[3]

Hauptartikel: Kamp (Bugewitz)

Rosenhagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosenhagen wurde erstmals mit gleichem Namen am 31. Dezember 1282 urkundlich genannt. Es handelt sich um eine Schenkung von Bogislaw IV. an die Stadt Anklam. Es ist eine frühdeutsche sassische (Sachsen = Niedersachsen) Gründung, ein Hagen- also Rodungsdorf. Unter gleichem Namen wurde es auch in der Lubinschen Karte von 1618 verzeichnet.[3]

Rosenhagen ist ein langgestrecktes Angerdorf mit mehreren kleineren Bauernhöfen, die auf Grund der landschaftlichen Lage wohl eher Viehhalter waren.

Rosenhagen wurde seit 1876 von der Bahnstrecke Ducherow nach Swinemünde gestreift, beim Ort befand sich seit 1897 ein Kreuzungspunkt dieser Bahnstrecke zur Karniner Brücke mit der Anklam – Leopoldshagener Kleinbahnstrecke. Für letztere gab es am Ort einen Haltepunkt. Beide Strecken wurden 1945 als Reparation demontiert.

Nördlich des Ortes lag die Rosenhagener Ziegelei, die aber die Anklamer Ziegelei genannt wurde. Sie bestand laut PUM schon vor 1835 und ist aber nach 1920 eingegangen. Auf den Luftbildern erkennt man noch heute die Grundmauern. Für diese Ziegelei war bei Rosenhagen eine große Tongrube, die heute gewässert ist, aber in Teilen auch renaturiert ist.

Kuhlerort (Wüstung)

Am Haff lag der Ortsteil von Bugewitz der 1618 in der Lubinschen Karte mit „Kulerort“ bezeichnet wurde. Es war eine Holländerei, die nach 1920 wüst gefallen ist. Der Ort wurde noch 1932 als zu Bugewitz gehörend bezeichnet.[3] Von Kuhlerort zeugen jetzt nur noch Flurnamen.

Rietut (Wohnplatz)

Rietut wurde als „Ritut“ seit 1920 im Messtischblatt gezeichnet, aber nicht offiziell registriert. Erst seit 1995 ist es als Wohnplatz in den offiziellen Karten verzeichnet.[3] „Riet ut“ ist eine niederdeutsche Redewendung für „Reiß aus“. Es ist ein im Schwemmgebiet des Peenestroms gelegener Einzelhof nahe bei Kamp, der neben der ehemaligen Bahnstrecke zur Karniner Hubbrücke auf einer Insel im Überschwemmungsgebiet liegt.

Uhlenort (Wohnplatz)

Uhlenort ist eine Neuansiedlung, erstmals 1995 offiziell in der Usedom-Regionalkarte genannt. Es ist identisch mit der südlich von Bugewitz gelegenen älteren Ansiedlung bei der ehemaligen Molkerei. Dieser Wohnplatz ist in der Hauptsatzung nicht als Ortsteil geführt. Der Name wurde wahrscheinlich vom ehemaligen Kuhlerort abgeleitet.

Zartenstrom (Wüstung)

Zartentrom wurde 1865 erstmals als solches genannt.[3] Es waren ein Forsthaus und ein Torfhaus, letzteres wurde aber später aufgegeben, da die Torfstecherei nach 1950 eingestellt wurde. Das Forsthaus war noch bis in die 1990er Jahre als Wohnhaus belegt, nach der steigenden Vernässung wegen der Renaturierung der Torfmoore um Anklam wurde es aber leer gezogen und ist jetzt Ruine. In den Topografischen Karten ist der Ort noch ausgewiesen. In den Satellitenaufnahmen ist noch ein Gebäude und ein Bootsschuppen zu erkennen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort ist seit 2002 der Kulturverein Weitblick aktiv. Er veranstaltet im Ort sowie in der Region Konzerte, Lesungen, Kunstauktionen und ein Kindertheather. Daneben existiert seit 1989 in Bugewitz ein Karnevalsclub.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 77, 134, 151

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bugewitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bugewitz – Kalkstein – Kamp – Rosenhagen, Webseite des Amtes Anklam Land, abgerufen am 12. August 2017.
  3. a b c d e f g h i Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 18 ff
  4. https://www.kleks-online.de/editor/?element_id=176985&lang=de Mühle Bugewitz